Samstag, 11. Mai 2013

Standpunkt 631 - Nachrichten-Ticker, 10.05.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Europa-Krise – Bernanke-Warnung – Slowenien in Not – China


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update kurzfristig unseren LeserInnen zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir bis Ende April damit fertig sein. Daraus wird leider nichts. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


Trotz Schulden Oberwasser behalten
(project-syndicate.org)  Seit den 1970er Jahren warnen Ökonomen, dass eine Währungsunion ohne Fiskalunion nicht aufrecht zu erhalten sei. Doch die Entscheidungsträger der Eurozone haben diesen Fingerzeig nicht beherzigt – und nun die Folgen treten immer deutlicher zu Tage. Europa steht daher vor einer schwierigen Entscheidung: entweder man behebt diesen fundamentalen Konstruktionsfehler und bewegt sich in Richtung Fiskalunion oder man schafft die gemeinsame Währung ab. Mehr...

Kommentar:  Ein Beitrag des belgischen Ökonomen Paul De Grauwe, der sich wohltuend von dem abhebt, was regelmäßig die deutschen Koryphäen zur Lösung der Europa-Krise beisteuern. De Grauwe streitet u. a. für die Einführung von Eurobonds. Sein Fazit ist unmissverständlich: "Die Eurozone ist von einer existenziellen Krise erfasst, die langsam aber unaufhaltsam die Grundfesten der Währungsunion zerstört. Die einzige Möglichkeit, dieser Erosion entgegenzuwirken ist entschlossenes Handeln, das die Finanzmärkte von der Überlebensfähigkeit der Eurozone überzeugt. Ein Programm zur Vergemeinschaftung von Schulden, das die hier skizzierten Anforderungen erfüllt, würde ein Signal aussenden, dass die Mitglieder der Eurozone die ernsthafte Absicht haben, zusammenzubleiben. Ohne diese Geste  sind weitere Marktturbulenzen unausweichlich – und der Zusammenbruch der Eurozone nur noch eine Frage der Zeit." Leider verliert auch De Grauwe kein Wort über die Dringlichkeit einer Finanzreform, die unabdingbare Voraussetzung für die von ihm beschriebenen Maßnahmen ist. Schade. 


Der wahre Skandal: Soziale Ungleichheit untergräbt die Demokratie
(monde-diplomatique.de) Manche Enthüllungen zeigen nur, was wir schon wussten. Haben wir gerade erst erfahren, dass politisch Verantwortliche Geld mögen und die Nähe derer suchen, die es haben? Dass sie sich zusammen manchmal wie eine Kaste verhalten, die über dem Gesetz steht? Dass der Fiskus sehr vermögende Steuerzahler mit Samthandschuhen anfasst? Dass der freie Kapitalverkehr ihnen ermöglicht, ihren Reichtum in Steueroasen zu verstecken? Die Aufdeckung individueller Verfehlungen sollte uns ermutigen, das System infrage zu stellen, das sie hervorbringt. Doch in den letzten Jahrzehnten hat sich die Veränderung der Welt schneller vollzogen, als wir sie analysieren können. Der Fall der Berliner Mauer, der Aufstieg der Brics-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika), neue Technologien, Finanzkrisen, der Arabische Frühling, der Niedergang Europas: Immer neue Experten meldeten sich dazu zu Wort und kündigten das Ende der Geschichte oder die Geburt einer neuen Weltordnung an. Mehr...

Kommentar: Ein Beitrag, der weit über das "Tagesgeschäft" hinausgeht. Alleine durch seinen Umfang keine leichte Kost. Trotzdem rundherum empfehlenswert - öffnet Horizonte. 


Bernanke warnt Renditejäger
(n-tv.de) Mit dramatischen Warnungen meldet sich Washingtons oberster Währungshüter zu Wort: Bei einer mit Spannung erwarteten Rede in Chicago zieht er gegen die "verbleibenden Verwundbarkeiten" des Finanzsystems zu Felde. Mehrere potenzielle Krisenherde haben die Regulierer noch immer nicht im Griff. Mehr...

Kommentar: Ben Bernanke warnt vor "Blasen, die wir nicht erkennen". Er reisst in seiner Rede auf der Wirtschaftskonferenz in Chicago einige von den Dingen an, die nach wie vor brandgefährlich sind. Wer sich mit dem Vortrag insgesamt beschäftigen möchte, der findet Bernanke's "Monitoring the Financial System" hier. Sehr aufschlussreich. So bestätigt Bernanke auch, dass die Finanzmarktregulierung in den USA wegen der massiven Widerstände der Finanzindustrie nicht vom Fleck kommt. 


Slowenien: Fertigmachen zur nächsten Banken-Rettung
(heise/telepolis.de) Das kleine Slowenien ist der nächste Rettungskandidat, weil das Land seine Banken auffängt, statt sie abzuwickeln.
Nach Zypern bringt ein marodes Bankensystem nun mit Slowenien das nächste kleine Land auf Absturzkurs. Die großen staatlichen Banken brauchen viel frisches Geld, weil sie auf faulen Krediten im Umfang von mindestens sieben Milliarden Euro sitzen. Das sind 20 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes. Das Defizit explodiert und die Regierung kündigt massive Steuererhöhungen und Sparmaßnahmen an, um einen Gang unter den Rettungsschirm abzuwenden. Die werden aber dem von Rezession geplagten Land zusätzlich weiter schwer zusetzen. Doch Vermögende erhalten nun Zeit, ihr Geld vor eine Zwangsabgabe zur Bankenrettung in Sicherheit zu bringen. Derweil soll die Bankenunion geschaffen werden, die den direkten Zugriff von Banken Rettungs-Steuermilliarden ermöglichen soll. Mehr...

Kommentar: Die slowenische Regierung und Brüssel werfen noch Nebelkerzen und verbreiten den Eindruck, Slowenien könne seine Probleme alleine lösen. Das ist völliger Quatsch. EU und Slowenien wollen nur Zeit gewinnen. Am besten bis nach der Bundestagswahl im September. Ein durchsichtiges Manöver. Leider wird die Krise in Slowenien auch den Druck auf Österreichs Banken erhöhen - mit ungewissem Ausgang.  

 
Forever Blowing Bubbles – China Edition
(fuw.ch) Wer erinnert sich: Chinas Regierung in Peking hatte sich zum Ziel gesetzt, den heisslaufenden Immobilienmarkt im Land abzukühlen. Das ist auch gelungen – allerdings nur für sehr kurze Zeit. Mehr...

Kommentar: Eine Warnung an die Fans der chinesischen Finanz- und Wirtschaftspolitik, von denen es besonders in Deutschland viele zu geben scheint. Der folgende Chart aus dem Beitrag zeigt eines der Probleme Chinas: 


 



"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.