Sonntag, 12. Mai 2013

Standpunkt 632 - Nachrichten-Ticker, 11.05.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Europa-Krise – Spardiktat – Frankreich – China sichert deutsche Arbeitsplätze – China – US-Knast für UBS-Banker


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update kurzfristig unseren LeserInnen zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir bis Ende April damit fertig sein. Daraus wird leider nichts. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


Schäuble: Euro-Krise nicht mehr größtes Risiko für die Weltwirtschaft
(faz.net)  Die größten westlichen Industrieländer wollen gemeinsam gegen Steuerhinterziehung vorgehen und künftig notleidende Banken so abwickeln, dass der Steuerzahler möglichst außen vor bleibt. Einen Währungskrieg wollen die Staaten vermeiden. Mehr...

Kommentar: Statt dass die G7-Staaten endlich die schon seit 2008 versprochene Finanzreform angehen (hier, hier, hier und hier eine kleine Auswahl), gibt es neue Pläne: Ein bisschen die Steuerhinterziehung bekämpfen und im großen Stil das zyprische Enteignungsmodell internationalisieren. Gleichzeitig versucht sich Schäuble daran, die Nerven der heimischen Öffentlichkeit mit einer offensichtlichen Lüge zu beruhigen. Der Mann ist ein Scharlatan, Teil des Systems korrumpierter Politiker, Marionetten der Finanzindustrie, Gegner der Menschen, die sie gewählt haben, und der Verfassungen, für die sie einzustehen haben. 


Der Aufstand gegen Deutschlands Spardiktat
(welt.de) Die Krisenländer Frankreich und Italien wollen wieder Geld ausgeben. Das viele Sparen macht doch alles nur noch schlimmer, finden sie. Und die Kanzlerin scheut im Wahljahr plötzlich den Konflikt. Mehr...

Kommentar: Es rumort in Europa. Noch sind es nur Frankreich und Italien, die sich zaghaft gegen das deutsche Diktat auflehnen. Spanien, Portugal, Irland und die Niederlande stehen abwartend an der Seitenlinie. Ein neuer Wackelkandidat ist für uns Österreich für den Fall, dass sich die Probleme in Osteuropa verstärken, wie es gerade in Slowenien der Fall ist. In der europäischen Krise steckt erhebliches Risikopotential für die Weltwirtschaft - mehr noch als bisher. Die deutsche Bundesregierung hat aber nur ein Ziel im Auge: Bis nach der Bundestagswahl im September über die Runden zu kommen. Danach kommt die Sintflut schlechter Nachrichten und "unvorhergesehener" Ereignisse. Wetten? 


Frankreich wird zum Albtraum für Europa 
(wiwo.de) Frankreich feiert das Ende der Sparpolitik. Weiter steigende Haushaltsdefizite beim wichtigsten europäischen Partner Deutschlands gefährden nicht nur den Euro, sondern den Fortbestand der Europäischen Union. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wann akzeptiert endlich die neoliberale Journaille, dass die deutsche Sparpolitik in Europa krachend gescheitert ist? Nie? Dabei ist es die Fortsetzung dieser Politik, wie sie in diesem Beitrag gefordert wird, die Gemeinschaftswährung und EU in tödliche Gefahr bringt. Bundesregierung und marktgläubige Journaille kennen diese Zusammenhänge längst, ordnen der Wiederwahl der Eisernen Lady Kanzlerin jedoch alle dringend gebotenen Korrekturen unter. Vor September passiert nur das Notwendigste: weiter brachiales Sparen mit klitzekleinen Abstrichen. Statt dessen läuft die Propagandamaschinerie in den deutschsprachigen Medien auf Hochtouren, um die bisherige Krisenpolitik als vollen Erfolg zu verkaufen. Jüngstes Beispiel: "Griechisches Defizit schmilzt deutlich" meldet "DER STANDARD" in Österreich einen dieser Erfolge. Gleich um 81% soll das Defizit von Januar bis April gesunken sein. Nur zu welchem Preis? Die Zeitung schreibt: "Die Sanierung der Staatsfinanzen ist teuer erkauft, die Wirtschaft schrumpft das sechste Jahr in Folge." Mehr dazu hier. Außerdem herrscht Massenarbeitslosigkeit, Elend und Armut, die Selbstmordrate steigt weiter, das Gesundheitswesen ist kollabiert, die Einnahmen eingebrochen, die Staatsschulden verharren in luftiger Höhe. 


Die Gnadenfrist des François Hollande
(zeit.de) Frankreichs Staatschef verbleiben vier Jahre, um sein Land zu reformieren. Er könnte mehr erreichen als seine konservativen Vorgänger. Mehr...

Kommentar: Gegen den vorangegangenen Beitrag aus der "Wirtschaftswoche" stellen wir diesen Beitrag der "ZEIT". Die versucht sich in ihrer Analyse immerhin mit mehr Objektivität und Sachlichkeit dem Thema "Krisenherd Frankreich" zu nähern. In dem Artikel wird zum Schluss sogar versucht, Hollande Erfolge nachzuweisen. Die Idee ist ehrenvoll, aber bisher kaum aufrecht zu erhalten. Vor Hollande liegen vier harte, entbehrungsreiche Jahre und wir haben die Befürchtung, die Franzosen selbst sind es, die ihm bereits jetzt die Gefolgschaft verweigern. Frankreich wird sich ein deutsches Spardiktat nicht aufoktroyieren lassen. Die Bundesregierung weiß das und spielt - wie immer - auf Zeit. 


Wie Chinesen Arbeitsplätze in Deutschland sichern
(handelsblatt.com) Ein gängiges Vorurteil: Chinesen schnappen sich deutsche Unternehmen und saugen Ingenieurswissen und Mitarbeiter ab. Doch die Realität sieht durchaus anders aus. Wer sich über die Käufer aus Fernost freut. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Vor wenigen Tagen überrascht uns dieser Beitrag in Deutschlands neoliberalem Kampfblatt. Beispiele eines schöpferischen Miteinanders werden aufgezählt, in denen die neuen chinesischen Eigentümer deutschen Mittelständlern die Zukunft sichern. Die Investoren aus China lassen die Arbeitsplätze unangetastet und haben kein Interesse an deutscher Ingenieursleistung für zu Hause. Ein Experte wird zitiert, der (ernsthaft?) behauptet: "Die in der deutschen Öffentlichkeit weit verbreitete Skepsis gegenüber chinesischen Investoren ist nicht angebracht." Die Angst, dass Käufer aus China deutsche Unternehmen aushöhlen, begehrte Technologie abgreifen und Stellen streichen, ist laut einer Bertelsmann-Studie größtenteils unbegründet. Unsere LeserInnen wissen, dass wir mit höchster Skepsis den chinesischen Investitionen nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa, begegnen. Für uns geht es um einen oberfaulen Handel zwischen Europas Krisenmanagern in Berlin und Brüssel auf der einen Seite und der chinesischen Regierung auf der anderen Seite. Europa will dringend chinesische Hilfe bei der Bewältigung seiner Krise, dafür ist man im Gegenzug bereit, den Abverkauf von mittelständischen Industrieunternehmen nicht nur zu tolerieren, sondern aktiv zu fördern. In diesem Zusammenhang sehen wir auch diesen Beitrag. 

China verfolgt seine eigenen Pläne und wird Europa nur so weit entgegenkommen, wie es deren Verwirklichung nützlich ist. Dazu gehört definitiv auch die Nutzung deutschen und europäischen Know-hows. Wie das funktioniert beschreibt ein Beitrag, der gerade in der "F.A.Z." erschienen ist: "Auf Druck Chinas: Volkswagen baut nun doch in Maos Heimatprovinz" (hier). Es ist ein offenes Geheimnis, VW sieht seine Zukunft in China. Zukünftig entstehen dort die Fabriken, in denen Volkswagen seine Autos für den chinesischen Markt baut. Das kann aber nur funktionieren, wenn auch das dafür notwendige Know-how die Reise nach China antritt. Und das ist im Zusammenhang mit dem Bau einer ganzen Reihe von Fahrzeugwerken vielschichtig, beschränkt sich jedenfalls nicht auf die Autoproduktion an sich. Da geht es um modernste Techniken des 21. Jahrhunderts. Für China ein Quantensprung. 

Wie schwierig die Arbeit unter chinesischen Eignern sein kann, muss gerade der schwedische Autobauer Volvo erfahren. So berichtet das "Handelsblatt" vor wenigen Tagen "Chinesen treiben Volvo in die Enge". Im Vorspann heißt es: "Wie keine andere Automarke steht Volvo für Sicherheit. Doch der Hersteller ist seit der Übernahme durch den chinesischen Geely-Konzern stark verunsichert. Eine Geschichte von Machtkämpfen und der Idee eines Volvo-Moped." Mehr dazu hier. Der Lack ist ab, anfängliche Euphorie ist Ernüchterung gewichen. Es herrscht gegenseitiges Misstrauen. Die Verkaufszahlen stimmen nicht. Von vielen Baustellen ist die Rede. Schon im November des vergangenen Jahres meldete "DIE PRESSE" aus Österreich "Schwache Nachfrage: Volvo verlängert Weihnachtsferien" und berichtet davon, dass Volvo in die Verlustzone gerutscht ist. Mehr dazu hier. Der Anfang vom Ende einer erdachten Erfolgsgeschichte und Anschauungsmaterial für zukünftige Risiken bei Übernahmen durch chinesische Unternehmen. 


China may not overtake America this century after all
(telegraph.co.uk) Doubts are growing about whether China can pass the US to become the world's biggest economy this century amid warnings that the country’s 30-year miracle is nearing exhaustion. Read more...

Kommentar: Der Beitrag stammt von Ambrose Evans-Pritchard und liefert, was in deutschsprachigen Medien leider nicht zu finden ist. Für diejenigen unter unseren LeserInnen, die sich näher mit China befassen möchten. 


US-Richterin fordert 20 Jahre für UBS-Banker
(tagesanzeiger.ch) Die US-Justiz will an drei UBS-Kaderleuten mit drakonischen Strafen ein Exempel statuieren. Die Branche hat nach Ansicht der Strafverfolger jeden moralischen Kompass verloren. Mehr...

Kommentar: Die USA erhöhen den Druck auf die Schweiz - mit allen Mitteln. Ein Fingerzeig auch für die heimischen Banker. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.