Mittwoch, 15. Mai 2013

Standpunkt 635 - Nachrichten-Ticker, 14.05.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: EU versus Sparer – Österreich verspricht Spareinlagen – Börsenhoch ohne Ende? – Bofinger versus Schuldenbremse – Zentralbanken zwischen den Stühlen – Bundesbank abschaffen – Europa geht es gut – Schiefergas – China


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update kurzfristig unseren LeserInnen zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir bis Ende April damit fertig sein. Daraus wird leider nichts. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


Sparer schröpfen oder doch nicht?
(format.at) Vermögende Banksparer sollen in Europa in Zukunft nicht in jedem Fall bei der Sanierung von Pleitebanken Geld verlieren. Viele EU-Staaten sprachen sich beim Treffen der Finanzminister am Dienstag in Brüssel dagegen aus, die Besitzer von Einlagen über 100.000 Euro nach europaweit einheitlichen Regeln automatisch an Sanierungskosten zu beteiligen. Mehr...

Kommentar: Ein Hoffnungsschimmer für die Sparer und Anleger? Nicht wirklich. Da wird nur eine falsche Spur gelegt, während das System verfeinert wird. Wer sich mit den Plänen der europäischen Krisenmanager zur Sanierung der Banken und Staatsfinanzen näher beschäftigen möchte, der muss sich zwingend mit dem Konzept von Boston Consulting Group (BCG) "Back to Mesopotamia? The Looming Threat of Debt Restructuring" aus 2011 befassen. Leider nur in Englisch verfügbar. Eine knappe deutsche Zusammenfassung und das Gesamtwerk gibt es hier


Österreich - Raidl versichert: Spareinlagen "bis 100.000 Euro tabu"
(diepressse.com) Spareinlagen seien auch in Zukunft bis zur 100.000-Euro-Grenze vor einer /Verlustbeteiligung bei Bankpleiten sicher, sagt der Präsident der Österreichischen Nationalbank. Mehr...

Kommentar: Ein lächerliches Versprechen. Auf Dauer nicht haltbar. Noch können Österreichs Regierung und Nationalbank krampfhaft den Eindruck vermitteln, bisher in bester Verfassung die Krise in Europa zu meistern. Das wird sich ändern. 


Warum der Dax-Rekord diesmal keine Blase ist
(sueddeutsche.de) Der Deutsche Aktienindex ist auf mehr als 8000 Punkte gestiegen und hat einen neuen Rekord erreicht. Genauso war es in der Vergangenheit schon zwei Mal. Beide Male folgte ein jäher Absturz. Diesmal aber ist alles anders, meinen Experten. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: In das gleiche Horn bläst die "WELT" und titelt: "Warum Aktien trotz des Dax-Rekords noch billig sind". Einleitend heißt es dort: "Deutschlands Börse ist im Höhenrausch und erklimmt immer neue Höchststände. Doch die Kurse sind weit von Übertreibungen entfernt. Denn Investoren setzen auf eine Erfolgsformel aus den 70er-Jahren." Mehr dazu hier. Unsere LeserInnen kennen unsere Meinung zu Aktien: Finger weg. Heute mehr denn je. Die Entwicklung hat nichts mit der Stärke der Unternehmen zu tun, sie wird angetrieben durch die nahezu grenzenlose Liquidität der Notenbanken. Deshalb zur Krisensicherung nicht wirklich geeignet. Wir würden erst wieder darüber nachdenken, wenn sich die Indizes halbiert haben. Wer auf dem Papier hohe Gewinne vor Augen hat, der sollte unbedingt Kasse machen. Es gibt wesentlich bessere Möglichkeiten zur Krisensicherung. Die unbelehrbaren unter unseren LeserInnen sollten genauer hinschauen: "Der Grund für den Höhenflug: Die Börse ist ein Turbo-Betrugssystem" meldet beispielsweise "deutsche-wirtschafts-nachrichten.de" und schreibt im Vorspann: "Der Gründer und Investor Mark Cuban hat 2004 einen bemerkenswerten Blogeintrag geschrieben. Darin beschreibt er, was sich an den Börsen wirklich abspielt. Bei der Lektüre läuft einem der kalte Schauer über den Rücken. (...) Cuban erklärt, wie das abgelaufen ist: Die Börse, so schreibt er, ist nichts anderes als ein gigantisches Schneeball-System. Der Wert von Aktien richtet sich nicht nach dem tatsächlichen Wert des Unternehmens, sondern ist eine Marketing-Nummer: Leute, die verkaufen wollen, suchen Leute, die kaufen wollen. Zu diesem Zweck erzählen die Verkäufer den Käufern die schönsten Märchen. Entscheidend ist, dass sich möglichst viele um eine Aktie reißen." Mehr dazu hier. Besonders empfehlenswert ist der Blogbeitrag von Cuban, hier. Leider nur auf Englisch verfügbar. Eine eindringliche Warnung gegen den Mainstream kommt auch von Marc Faber. "finanzen100.de" meldet "Star-Investor Marc Faber: Dr. Doom sieht den großen Börsen-Knall kommen" und schreibt u. a. dazu: "Rekorde, Rekorde, Rekorde: Die Aktienmärkte befinden sich diesseits und jenseits des Atlantiks in Champagnerlaune. Manch einer fragt sich, wann der Kater kommt. Marc Faber alias Dr. Doom rechnet schon bald mit einer schmerzhaften Korrektur im Sommer." Mehr dazu hier


Peter Bofinger: "Die Schuldenbremse ist pervers"
(tagesspiegel.de) Der Euro, Devisenmärkte, Pleite-Staaten, Bankenkrise – wer blickt da noch durch? Peter Bofinger kann das alles erklären und zeigt Wege aus dem Schlamassel. Mehr...

Kommentar: Ein höchst lesenswertes Interview mit dem deutschen Ökonomen Peter Bofinger. Sehr ausführlich. Bofinger lässt wenig aus. Er unterscheidet sich mit seiner Meinung - wie wir finden wohltuend - von der Mehrzahl seiner Kollegen im Land. Pflichtlektüre. Wir haben wenig zu kritisieren. Falsch ist lediglich seine Aussage zur US-Arbeitslosigkeit und wir vermissen standardmäßig eine Aussage über den Umgang mit der bankrotten europäischen Finanzindustrie als Krisenverursacher und Krisenverschärfer. Schade. 


Pimco: "Zentralbanken treiben Keil zwischen Finanzmärkte und Realwirtschaft"
(format.at) Pimco reduziert die Risiken in den Portfolios, weil sie eine zunehmende Entkoppelung der Entwicklung an den Finanzmärkten von der Wirtschaft allgemein beobachtet. “Vor allem angesichts der anhaltend hohen Preise und des Fehlens einer positiven Gewinnentwicklung werden wir die Risikoposition weiter senken”, erklärte Mohamed El-Erian, Vorstandschef von Pimco. Die Weltwirtschaft sei derzeit in einem “stabilen Ungleichgewicht”, das in finanziellen Turbulenzen, größeren sozialen Spannungen und nationalen politischen Maßnahmen auf Kosten anderer Länder enden könnte. Gedrängt von den “hyperaktiven” Zentralbanken spielten die Anleger die Gefahren herunter und trieben die Finanzmärkte weiter nach oben, so der Pimco-Chef. Es gebe ein Risiko “heftiger Luftlöcher” an den Finanzmärkten, wenn sich das Wirtschaftswachstum enttäuschend zeige, warnte er. Die Anleger sollten sich auf weitere Umschuldungen bei Staats- und Unternehmensanleihen einstellen. Mehr...

Kommentar: Eine umständliche Beschreibung dafür, dass die Notenbanken die Realwirtschaft nicht unterstützen. 


Die Abschaffung der Bundesbank
(fr-online.de) Ein Berliner Ökonom vermisst die Eurozone neu und plädiert für Distrikte jenseits der nationalen Grenzen an Stelle der einzelnen Notenbanken. Es gab in der Vergangenheit viele Vorschläge, wie die Eurokrise zu lösen, wie die nächste zu verhindern sei. Doch ein höchstinteressanter fehlte noch. Michael Burda hat diesen jetzt erstmals öffentlich in Berlin bei einer Buchpräsentation vorgestellt. Für den renommierten Makro-Ökonom der Humboldt-Uni ist der Aufbau der Europäischen Zentralbank (EZB) eine der wichtigsten Krisenursachen. Der Experte plädiert deshalb für die Abschaffung der nationalen Notenbanken. „Es geht um Geld und Kredit, nicht um die Nationen“, sagt Burda der Berliner Zeitung. Er sorgt sich um die Unabhängigkeit der EZB, weil in der Krise immer offensichtlicher werde, dass die Mitglieder des EZB-Rates die nationalen Interessen in den Vordergrund rückten. Das führe zur Spaltung und gefährde eine angemessene Geldpolitik. Mehr...

Kommentar: Ein sehr nützlicher Vorschlag, mit Deutschland frühestens zu machen, wenn aus der Finanzkrise ein Finanzkollaps geworden ist. Alleine wegen dieser provokativen Idee ein lesenswerter Beitrag. 


Dem Alten Kontinent geht es gut, danke - Teil 1/2
(presseurop.eu) Pessimisten aus aller Welt wiederholen immer wieder, dass die Europäische Union aufgrund ihrer strukturellen Schwäche und der Wirtschaftkrise bedroht sei. Aber in vielen Bereichen behauptet sich die Union durchaus gegen Weltmächte wie die Vereinigten Staaten und China, meinen Mark Leonard und Hans Kundnani. Auszüge. Mehr...

Kommentar: Lesen! 


Dem Alten Kontinent geht es gut, danke - Teil 2/2
(presseurop.eu) Obwohl die Europäische Union mit Problemen wie ihrem geringen Bevölkerungswachstum und ihren internen Gegensätzen kämpft, verfügt sie noch immer über dynamische Kräfte. Zudem ist sie imstande, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen, meinen Mark Leonard und Hans Kundnani. Auszüge. Mehr...

Kommentar: Lesen!


Amerikas Schiefergas-Boom droht jähes Ende
(manager-magazin.de) Trotz des Fracking-Booms: Die viel beschworene Renaissance der US-Industrie durch niedrige Energiepreise lässt auf sich warten. Zudem drohen Quellen vorzeitig zu versiegen. Im schlimmsten Fall könnte die Gas-Gier ähnliche Folgen haben wie 2008 der Immobilienhype. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Ein deprimierender Beitrag. Es ist offensichtlich ein steiniger Weg für die US-Industrie, zurück an die Weltspitze. Euphorie rund um die Entdeckung des Frackings alleine reicht nicht. Überall ist das noch nicht angekommen. "US-Ölboom jagt Schockwellen um Globus" meldet zur gleichen Zeit "DER STANDARD" aus Österreich. Dort ist zu lesen: "Neben Gas wird in den USA mittels Fracking immer mehr Rohöl gefördert, die damit Saudi-Arabien als weltgrößten Ölproduzenten ablösen dürften." Mehr dazu hier. Der Beitrag stützt sich auf einen Bericht der International Energy Agency (IEA), dem westlichen Gegenstück zur OPEC


China's Urban Dream Denied
(zerohedgde.com) China is in the midst of an urban revolution, with hundreds of millions of migrants moving into cities every year.  Since 2011, for the first time in history, more than half of China’s 1.3 billion citizens (690 million people) are living in cities.  Another 300-400 million are expected to be added to China's cities in the next 15-20 years.  New Premier Li Keqiang recently proposed accelerating urbanization in China, and said urbanization is a “huge engine” of China’s future economic growth. With its unprecedented speed and scale, Nobel laureate Joseph Stiglitz has called urbanization in China one of the two main forces (the other being technological development in the U.S.) shaping the world in the 21st century. Read more...

Kommentar: Auch in China gibt es den Unterschied zwischen Theorie und Praxis...


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.