Samstag, 18. Mai 2013

Standpunkt 637 - Nachrichten-Ticker, 16.05.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: "Abenomics" – Spaniens Banken in höchster Not – Österreich – Barack Obama


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update kurzfristig unseren LeserInnen zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir bis Ende April damit fertig sein. Daraus wird leider nichts. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


Japans Radikalpolitik entfacht Wirtschaftsboom
(spiegel.de) In Japan keimt die Hoffnung auf ein Ende der seit zwei Jahrzehnten andauernden Stagnation. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt ist zum Jahresbeginn 2013 überraschend stark gewachsen. Den Aufschwung verdankt das Land vor allem der riskanten Politik des neuen Ministerpräsidenten Shinzo Abe. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Japan war bereits vor diesem "Abenomics" genannten notenbankfinanzierten Aufschwung die mit Abstand am höchsten verschuldete Industrienation weltweit. 




Während sich dieser Beitrag zu den Erfolgsaussichten noch zurückhaltend äußert wird an anderer Stelle bereits Japans neue Geldpolitik als leuchtendes Beispiel und als Alternative für die europäische Krisenpolitik schöngelobt. Jens Berger von "nachdenkseiten.de" schreibt dazu: "Abe und seine 'Abenomics' bilden das exakte Gegenkonzept zu Merkels (Tot)Sparpolitik. Europa versinkt in der Krise, Japan kehrt auf den Wachstumspfad zurück. Wie viele empirische Belege braucht es denn noch, um zu erkennen, dass Merkel und Co. grandios falsch liegen?" (hier). Mit dieser Einschätzung liegt Jens Berger komplett daneben. Die aktuelle japanische Wirtschaftspolitik taugt kaum als Gegenentwurf für Europa. Ihre Wirkung wird verpuffen, vergleichbar den QE-Maßnahmen des Fed seit 2008. Die folgende Grafik zeigt die Wirkungen von QE1 im November 2008 auf das BIP. Erfolgreiche Konjunkturprogramme sehen anders aus, oder?


Quelle: zerohedge.com

Damals waren die Meldungen in den Medien zu Japan ähnlich günstig wie heute. Hier und da sieht man die japanische Entwicklung deshalb auch zurückhaltender. Die 'WELT' meldet "Japan spielt auf Risiko und gewinnt – vorerst". Richtigerweise heißt es dort in der Einleitung: "Jahrelang war Japan so etwas wie das Synonym für Dauer-Krise. Nun zeigt die aggressive Geldpolitik erstmals Wirkung. Doch die Regierung erkauft sich das Wirtschaftswachstum mit hohen Risiken." Mehr dazu hier. 1 Billion Euro will die Regierung Abe locker machen. Das ist völlig verrückt. Damit sind nämlich keinerlei konkrete Maßnahmen verbunden, die unter staatlicher Kontrolle stehen, wie zu Zeiten des New Deal in den 1930er Jahren in den USA. Bisher fließt die Liquidität der Bank of Japan beispielsweise in den heimischen Aktienmarkt und in Staatsanleihen der südeuropäischen Krisenstaaten, außerdem in US-Staatsanleihen. In der heimischen Wirtschaft kommt viel zu wenig an.  

Es ist erst wenige Wochen her, dass die Maßnahmen der japanischen Regierung zur Ankurbelung der Wirtschaft heftig kritisiert wurden. "Japan begeht Doppel-Selbstmord" meldete Österreichs 'Format' und schreibt dazu: "Die 'riesige Wette' der Währungshüter, eine konjunkturelle Trendwende durch eine starke Ausweitung der quantitativen Lockerung (QE) zu erreichen, wird nicht funktionieren, so Fujimaki. Die QE-Ankündigung vom Chef der japanischen Notenbank, Haruhiko Kuroda, kommt einem Doppel-Selbstmord zusammen mit der Regierung gleich." Mehr dazu hier. Die Schweizer 'Finanz und Wirtschaft' überschreibt ein Interview mit dem Hedge-Fonds-Manager Kyle Bass so: "Für Japan beginnt der Anfang vom Ende". Einleitend schreibt das Blatt: "Die Bank of Japan setzt zum grossen Befreiungsschlag an. Um die hartnäckige Deflation auszumerzen und die Wirtschaft in Schwung zu bringen, reisst sie ihre Schleusen weit auf. Die Börse honoriert die Nachrichten aus Nippon mit Applaus. Für Kyle Bass ist das aber nichts weiter als ein Verzweiflungsakt vor dem sicheren Ende. Der Chef des amerikanischen Hedge Fund Hayman Capital hat bereits den Crash am US-Häusermarkt und die Schuldenkrise in Europa als einer der Ersten kommen sehen. Er warnt, dass die japanische Notenbank bald die Kontrolle über den Bondmarkt verlieren und es eine massive Kapitalflucht geben werde. Auch der Hausse an der Börse von Tokio traut der gradlinige Texaner nicht." Mehr dazu hier. 'manager magazin online' titelte über die totale Geldschwemme "Japans Notenbank startet Verzweiflungsakt" und schreibt zusammenfassend: "Es ist ein nie zuvor gewagtes Radikalexperiment mit globalen Folgen: Japans Notenbank finanziert ab sofort im großen Stil Japans Staatsschulden, beendet das Leitzinsregime und drückt künstlich den Wechselkurs des Yen zu Lasten etwa deutscher Exporteure. Japans Börse schießt nach oben." Mehr dazu hier

Eine bemerkenswerte Meldung kommt gerade aus den USA: "Are Japanese Banks On The Verge Of Insolvency?" (Stehen japanische Banken am Rand der Insolvenz?). Mehr dazu hier. Da braut sich was zusammen...

Abschließend noch zwei Charts, die Japans desolate Ausgangsbasis zeigen. Dagegen sehen sogar die USA deutlich besser aus:


Quelle:acrosstehstreet.net

So bescheiden ist selbst der US-Anteil am Welt-BIP nicht: 

Quelle: acrossthestreet.net


Crash-Gefahr: Spaniens Banken mit 200 Milliarden an faulen Krediten
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Spaniens Kreditinstitute müssen umstrukturierte Kredite an klamme Unternehmen neu bewerten, fordert die Zentralbank des Landes. Denn bisher werde das volle Ausmaß der faulen Kredite in den Bilanzen verschleiert. Erstmals geraten nun auch die Großbanken wie Santander und BBVA unter Druck. Sie wurden bisher als stabil dargestellt. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Langsam aber sicher kommen die wahren Zahlen ans Licht. Wir sehen unsere Einschätzung bestätigt, die wir von Anfang im Zusammenhang mit der spanischen Bankenkrise vertreten haben: Mindestens 300 Milliarden Euro sind notwendig, um die Banken zu stabilisieren. Spaniens Sparer müssen sich auf eine großflächige Enteignung einstellen. Zeit bleibt höchstens noch bis nach der Bundestagswahl - die Eiserne Lady Kanzlerin will vorher keine Verschärfung der Krise in Europa. Statt dessen könnte die EU ihre neuen Rettungsmaßnahmen nach dem 'Zypern-Modell' noch einmal auf öffentliche Akzeptanz testen. "Banken-Rettung: EU-Experimente in Slowenien und Österreich möglich" meldet dazu 'deutsche-wirtschafts-nachrichten.de'. Mehr dazu hier. Unsere österreichischen LeserInnen lesen richtig, ihre Ersparnisse sind in akuter Gefahr. Stichworte 'Hypo Alpe Adria' und 'Kommunalkredit'. Denen brennt der Kittel. 


Bankenplatz Österreich weltweit systemrelevant
(derstandard.at) Unter den global 25 systemrelevanten Finanzzentren befindet sich auch Österreich. Aufgeblähte Bilanzen und faule Kredite machen Sorgen. Mehr...

Kommentar: Kein Grund zu jubeln. Das ist schlecht für die Einlagen bei Österreichs Banken. Deren Schicksal ist damit besiegelt. Weil keine der Banken systemrelevant ist, wird kurzerhand der Finanzplatz insgesamt als systemrelevant eingestuft. Dadurch sind umfangreiche Rettungsmaßnahmen durch die EU nötig, an denen sich die Sparer beteiligen dürfen. Vorläufig unter Beachtung der Einlagensicherung. 


Obamas moralisches Konto ist leer
(n-tv.de) Seine zweite Amtszeit dauert erst einige Monate. Doch plötzlich schlittert Barack Obama in seine schwerste Krise. Die Steuer-Affäre und die Bespitzelung von Journalisten sind für den 44. US-Präsidenten gefährlich, die Folgen noch nicht absehbar. Auf dem Spiel steht sein letzter Trumpf. Mehr...

Kommentar/Ergäzung: Es ist eingetreten, was wir anlässlich seiner Wiederwahl erwartet haben: US-Präsident Obama bleibt ein erfolgloser Präsident. Überrascht sind wir jedoch darüber, dass es Barack Obama schafft sich in Affären zu verstricken, mit denen er Erinnerungen an den früheren US-Präsidenten Richard Nixon wachruft. Ein glückloser Präsident, der voraussichtlich nur als leistungsloser Friedensnobelpreisträger in die Geschichte eingehen wird. Ein Kommentar in der 'SZ' bringt es mit seiner Überschrift schon auf den Punkt: "Der Enttäuscher". Weiter heißt es zusammenfassend: "Seine Amtszeit dauert noch 44 Monate, doch die Steueraffäre um die Tea Party, die Bengasi-Kontroverse und die Bespitzelung von Journalisten fesseln US-Präsident Obama. Trotz seiner jüngsten Gegenoffensive werden ihn die Republikaner gnadenlos jagen. Viel schlimmer aber ist: Der US-Präsident hat die Glaubwürdigkeit verspielt, mit der er das Volk hinter sich versammeln wollte." Mehr dazu hier. So nimmt Barack Obama dem/der kommenden demokratischen Präsidentschaftskandidaten/in jede Chance, gewählt zu werden. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.