Sonntag, 19. Mai 2013

Standpunkt 638 - Nachrichten-Ticker, 17.05.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Bankentrennung – Liebling der Franzosen – Frankreich – 1996 – Bürgerkrieg in Europa – Türkei - Fed


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update kurzfristig unseren LeserInnen zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir bis Ende April damit fertig sein. Daraus wird leider nichts. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


Bundestag reißt Banken auseinander 
(sueddeutsche.de) Nie wieder Finanzkrise, das ist das Ziel: Die Koalition zwingt große Banken, ihre gefährlichen Geschäfte von den Konten der Kunden fernzuhalten. Das findet auch die Opposition gut - trotzdem könnte sie das Gesetz noch scheitern lassen. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Ein Paukenschlag, so wenigstens will es die Propaganda. In Wahrheit ist es nur ein Wahlkampftrick. Die Bankenkrise löst das Gesetz nicht. Die ist so mächtig, dass ihr mit ein paar Vorschriften nicht beizukommen ist. Vor allen Dingen nicht auf nationaler Ebene. Die 'F.A.Z.' betitelt das Geschehen martialisch mit "Vorbereitung auf den Tod einer Bank" und überzeichnet treuherzig die Leistung der Bundesregierung: "Schlag auf Schlag verschärft der Bundestag die Regulierung der Kreditinstitute: Eigenkapitalvorschriften, Bankentestamente, Abspaltung riskanter Geschäfte." Mehr dazu hier. So kann nur schreiben, wer von dem Zustand der Banken keinen blassen Schimmer hat. Österreichs 'FORMAT' macht daraus "Das Trennbanken-Einmaleins für Deutschland" und beschreibt die Ziele des neuen Gesetzes so:  "Der deutsche Bundestag verabschiedete am Freitag das sogenannte Trennbanken-Gesetz, mit dem die Spareineinlagen besser vor Spekulationsrisiken geschützt werden sollen. Außerdem müssen die Institute Sanierungspläne erstellen. Diese 'Testamente' sollen es der Bankenaufsicht erleichtern, Krisenbanken abzuwickeln, ohne wie in der Finanzkrise die Steuerzahler zu belasten. Schließlich müssen Bank-Vorstände mit Haftstrafen rechnen, wenn sie einer Anordnung der Bankenaufsicht zuwiderhandeln." Mehr dazu hier. Bemerkenswert: Der Beitrag enthält sich einer Bewertung, gibt lediglich einen Überblick der vorgesehenen Maßnahmen. 

Auf den Punkt kommt die Schweizer "Finanz und Wirtschaft". Sie gibt die passende Antwort auf den deutschen Vorstoß: "Niemand packt das Problem an der Wurzel". So ist ein Interview mit Mike Mayo überschrieben, einem Spezialisten für US-Bankaktien. Für den läuft trotz der schweren Bankenkrise vom Herbst 2008 in der Finanzbranche noch immer zu viel schief. Mehr dazu hier

Wolfgang Münchau nennt es in seiner jüngsten Kolumne "Die lähmende Herrschaft der Zombie-Banken". Er schreibt u. a.: "Wenn man das Bankensystem im Euro-Raum insgesamt betrachtet, so fehlen nach Schätzungen von Bankexperten zwischen 500 und 1000 Milliarden Euro an Kapital. Das ist zum einen die Folge jahrelanger Fehlinvestitionen, fauler Kredite und giftiger Wertpapiere, die in den Bankbilanzen noch nicht alle bereinigt sind. Zum anderen verschlimmert sich das Problem mit jedem Monat einer nicht enden wollenden Rezession." Münchau glaubt offensichtlich fest an einen Plan: "Die Strategie der Länder im Euro-Raum, einschließlich Deutschland, bestand immer darin, dass sich das Bankenproblem durch den nächsten Konjunkturaufschwung von alleine löst. Wenn die Konjunktur brummt, dann können Banken ihre Altlasten ohne großen Schaden nach und nach abschreiben." Mehr dazu hier. Blöd nur, dass es sich um eine astronomische Summe handelt, die als Müll in den Bilanzen der europäischen Banken lagert. Österreichs 'DIE PRESSE' zitiert in 2009 aus einem Papier der EU-Kommission und titelt: "18,2 Billionen Euro faule Werte vergiften europäische Banken". Sagenhafte "44 Prozent der Vermögens-Werte der europäischen Banken sind 'faul' oder unverkäuflich." Mehr dazu hier


Frankreichs Liebling kommt aus Berlin
(handelsblatt.com) Ausgerechnet die Franzosen sind die größten Verfechter des Sparens in Europa - und zugleich die größten Fans von Kanzlerin Merkel. Die Begeisterung der Franzosen teilen aber bei weitem nicht alle Europäer. Mehr...

Kommentar: Dieser Beitrag entlarvt uns zum ersten Mal bei einer Nachlässigkeit. Das ist unverzeihlich, trotzdem bitten wir unsere LeserInnen dafür um Entschuldigung. Wir werden zukünftig noch genauer hinsehen. Vor zwei Tagen haben wir die 'WELT' dabei ertappt, in ihrem Beitrag "Schuldenkrise isoliert Deutschland in Europa" aus einem US-Report falsch zitiert zu haben (hier). Diesen Vorwurf halten wir weiter aufrecht. Korrigieren müssen wir aber unsere Aussage "andere Europäer wurden über die Leistung der Bundeskanzlerin erst gar nicht befragt". Das stimmt so nicht, wie wir anlässlich des aktuellen Beitrags im 'Handelsblatt' festgestellt haben. Im Abschnitt  "Mixed Views of Leaders and Each Other" des Reports "The New Sick Man of Europe: the European Union" vom "Pew Research Center" geht es genau um diese Frage. mehr dazu hier. Das Ergebnis verdeutlicht die folgende Grafik aus dem Report: 





Der wahre kranke Mann Europas
(fuw.ch) Genau drei Jahre sind vergangen, seit im Mai 2010 das erste Rettungspaket für Griechenland gezimmert wurde. Wer erinnert sich daran, dass das Land ein «Einzelfall» sei, ein Winzling, mit nur 2 Prozent der Wirtschaftsleistung der gesamten Eurozone völlig irrelevant? 

Wir wissen, dass der Lauf der Geschichte ein anderer war. Und doch war er stets vorhersehbar; die Eurokrise verlief seit genau jenem Mai 2010 erstaunlich berechenbar. Nennen wir es das KASS-Muster:
 

1.  Krise
2.  Aktion
3.  Stabilisierung
4.  Selbstgefälligkeit/Sorglosigkeit
 

Und nach Punkt 4 dauerte es jeweils nicht mehr lange, bis die Krise irgendwo wieder aufflammte. 

Heute stehen wir wieder in einer Phase, die von Seiten der Politiker von krasser Selbstgefälligkeit begleitet ist. Das im Spätsommer 2012 von der EZB angekündigte OMT-Programm (Outright Monetary Transactions), gekoppelt mit dem Versprechen von EZB-Chef Mario Draghi, die Zentralbank werde alles unternehmen, um den Euro zu schützen, hat die Finanzmärkte beruhigt. Mit dem Versprechen der EZB im Rücken können sich die beiden kriselnden grossen Brocken der Eurozone, Spanien und Italien, am Bondmarkt zu einigermassen erträglichen Konditionen (unter 3 Prozent für fünfjährige, unter 5 Prozent für zehnjährige Laufzeiten) finanzieren. 


Doch die Ruhe trügt. Die Bondrenditen taugen als Krisenseismograph nichts mehr, weil sie von den Notenbanken zu sehr manipuliert werden. Die Kollegen Straumann und Diem Meier haben (...) in den vergangenen Tagen bereits gezeigt, wie die Konjunkturflaute nun auch Nordeuropa erwischt hat und die Eurokrise wieder in ihre chronische Phase getreten ist. Ich teile ihre Meinung voll und ganz. 


Das Land, das meiner Meinung nach zu wenig Beachtung erhält und dessen Bondrenditen ganz besonders falsche Signale aussenden, ist Frankreich. Die zweitgrösste Volkswirtschaft der Eurozone wird das ultimative Schlachtfeld sein, auf dem sich das Schicksal der Währungsunion dereinst entscheiden wird. Von Mark Dittli. Mehr...


Kommentar: Wir möchten unsere LeserInnen ausdrücklich auf diesen Beitrag aus der Schweiz hinweisen, der sich mit den französischen Verhältnissen auseinandersetzt. Anders als deutsche Medien verzichtet der Autor darauf, in Richtung Frankreich zu schulmeistern. Mark Dittli beschränkt sich auf die Fakten. Bemerkenswert finden wir seine Erklärung dafür, weshalb die französischen Bondrenditen so niedrig sind, eine grafische Darstellung liefert er gleich mit: "Die grössten Käufer französischer Staatsanleihen (die Skala ist in Milliarden Euro) waren in den vergangenen Monaten: Französische Banken und japanische Investoren. Letztere wurden von der Geldpolitik der Bank of Japan regelrecht ins Ausland getrieben, um irgendwo noch einige Basispunkte Rendite zu finden."





1996 – das Jahr, als Europa das erste Mal starb
(weitwinkelsubjekt.com) Viele wundern sich, woher nur das viele Geld kommt, mit dem wir Deutschen die ganze Welt überschwemmen. Natürlich nicht als Geschenk, sondern als Kredit oder als Investition in mehr oder weniger obskure Finanzprodukte. Gewaltige Verlustrisiken natürlich immer mit inbegriffen – gestern Europa und die USA und heute sind wieder einmal die Asiaten dran. Es soll auch noch einige geben, die sich ernsthaft wundern, woher nur diese Blasen an den Finanzmärkten kommen, von denen immer alle reden – ob sie nun New Economy, Subprime in Amerika oder Immobilienboom in Spanien heißen. Mehr...

Kommentar: Eine "Gegendarstellung" zu dem vorangegangenen Beitrag. Oder eine Ergänzung, ganz nach dem persönlichen Geschmack der LeserInnen. Der Beitrag beschreibt das Ende der "sozialen Marktwirtschaft" in Deutschland, wenige Jahre nach der Wiedervereinigung, während Frankreich "noch bis zuletzt an so etwas wie die soziale Marktwirtschaft geglaubt" hat. Dazu zwei Grafiken: 





Quelle: boeckler.de



"In Europa herrscht eine Art Bürgerkrieg auf höchstem Niveau"
(format.at) Standard Life Investments rechnet damit, dass der Euro auf den niedrigsten Wechselkurs seit fast einem Jahrzehnt zurückfällt. Mehr...

Kommentar: Diese Aussage aus dem fernen Australien ist deutlich und lässt keinen Spielraum für Interpretationen: "In Europa herrscht eine Art Bürgerkrieg auf höchstem Niveau. Es gibt nicht das geeignete Ausmaß an Anstrengungen und einvernehmlicher Politik, um Europa wieder in die Gänge zu bringen. Das ist ein permanentes Problem."


Dänemark erteilt dem Euro eine Absage
(format.at) Dänemark verschiebt den geplanten Beitritt zur Gemeinschaftswährung auf unbestimmte Zeit. Eine Wechselkursbindung ohne volle Euro-Mitgliedschaft sei das beste Währungsregime für das Land, sagte Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt. Mehr...

Kommentar: Dänische Selbstüberschätzung. In Wahrheit ist Dänemark nicht reif für den Euro. Es wäre an der Zeit, dass sich die Eurozone mögliche Beitrittskandidaten genauer ansieht und nicht mehr jedes Land aufnimmt. Dazu gehört auch, dass ein Land wie Dänemark nicht länger von den Vorzügen der Eurozone profitiert, beispielsweise durch Milliardenhilfen für seine pleitebedrohten Banken, weil es nach wie vor als Beitrittskandidat geführt wird. Das ist mehr als ärgerlich. 


Moody's entdeckt die Türkei
(n-tv.de) Der Boom am Bosporus ist aufmerksamen Anlegern nicht entgangen: Seit Jahren zählt die Türkei nicht nur als regionaler Wirtschaftsriese, sondern auch als Brückenstaat mit exzellenten Handelsbeziehungen bis tief hinein nach Asien. Mit einer neuen Note könnten Rating-Analysten jetzt womöglich eine zweite Welle auslösen. Mehr...

Kommentar: Damit ist das türkische Schicksal besiegelt. Die nächsten Blasen werden sich bilden. Nach dem üblichen Muster. Deshalb gilt umso mehr: Kein EU-Beitritt der Türkei, Europa hat mit sich selbst alle Hände voll zu tun. Die Folge: Das Land verliert den Status als Beitrittskandidat und erhält natürlich keine Finanzhilfen mehr, um sich auf den EU-Beitritt vorzubereiten. Dieses Geld wird dringend in den europäischen Krisenstaaten benötigt.


Williams skizziert Ausstiegspläne
(n-tv.de) Es ist eine Entscheidung, an der mehr als nur monatliche 85 Milliarden Dollar hängen: Der US-Notenbanker Williams aus Kalifornien spricht sich öffentlich für ein rasches Ende der konjunkturstützenden Maßnahmen aus. Ist das das Ende der Rekordjagd an den Börsen? Mehr...

Kommentar: Netter Versuch. Denkbar, aber bis auf weiteres ohne Mehrheit. Ein Stimmungstest, mehr nicht. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.