Montag, 27. Mai 2013

Standpunkt 647 - Nachrichten-Ticker, 26.05.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: EU versus Sparer – Börsenfieber – Deutschland – EU versus Zypern


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update kurzfristig unseren LeserInnen zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir bis Ende April damit fertig sein. Daraus wird leider nichts. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


Zugriff auf deutsche Sparer: Vorbereitungen laufen mit Hochdruck
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Umschuldungen in den Krisenstaaten, Bankenunion, Eurobonds, Umverteilungs- und Transferunion, Finanzspritzen für Zombiebanken: Das sind die Eckpfeiler der neuen europäischen Wirtschafts-Ordnung, an der derzeit hinter den Kulissen hektisch gearbeitet wird. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Es geht um eine europaweite Enteignung der Sparer, die mit Hochdruck betrieben wird. Nicht nur darum, auf deutsche Ersparnisse und Vermögen zuzugreifen, wie es in diesem Beitrag schon wieder - durch die nationalistische Brille betrachtet - dargestellt wird. Das ist übelste anti-europäische Propaganda und geistig auf einer Stufe mit der Journaille aus den regierungsfreundlichen Leitmedien Deutschlands. Dass ein Schuldenschnitt in Griechenland deutsche Anleger trifft liegt an den Geschäftsmodellen der heimischen Versicherungen, Banken und Pensionsfonds. Niemand hat die gezwungen, in Griechenland oder den anderen Krisenländern zu investieren. Zu schreiben, dass "allein Spaniens Zombie-Banken drohen die gesamte Eurozone in den Abgrund zu reißen" weil spanische Banken "auf faulen Krediten im Wert von 200 Milliarden Euro" hat tiefstes "BILD"-ungsniveau. Genauso die Aussage, "welchen Risiken die Bürger mit ihren Spareinlagen bei einer Bankenunion ausgesetzt sind, vermag niemand auch nur annähernd zu benennen". Die Risiken entstehen aus der andauernden - weil für alternativlos erklärten - Rettung systemrelevanter Banken, nicht aus der Bankenunion, die ist nur schmückendes Beiwerk. Die Summe, um die es geht, ist schon seit 2009 bekannt: 18,2 Billionen Euro (hier). Drei Jahre später, im Januar 2012, erklärt Willem Buiter, Chefvolkswirt der Citigroup, in einem Interview "Es braucht einen Währungsfonds mit 4000 Milliarden Euro" für die Eurozone. Die BASLER ZEITUNG schreibt dazu in der Einleitung: "Was geschieht, falls die Eurozone kollabiert? Das wäre chaotisch, zerstörerisch, und es gäbe keine Gewinner, warnte Citigroup-Chefökonom Willem Buiter vor einem Monat. Die Argumente für die Fortführung der Währungsunion seien bestechend – sowohl finanziell und ökonomisch als auch politisch. Dazu sei keine Transferunion notwendig, widerspricht Buiter nun dem oft vorgebrachten Einwand. Klar ist für ihn aber, dass Griechenland, Portugal und Irland einen Schuldenschnitt benötigen und dass das europäische Bankensystem hoffnungslos unterkapitalisiert ist." Außerdem: Buiter "prophezeit, dass die meisten europäischen Banken verstaatlicht werden." Mehr dazu hier. Unbedingt lesen, ein bemerkenswertes Interview, vergleichbares hat es in den deutschen Leitmedien nicht gegeben. Zurück zum ursprünglichen Beitrag. Die Kritik an Eurobonds ist völlig deplaziert. Gemeinsam mit einer Finanzreform sind Eurobonds die einzige Lösung, die eine Enteignung der Sparer verhindern würde. Zu den Hintergründen bitte "Eurobonds - Das Blue Bond-Konzept und seine Implikationen" von Jacques Delpla und Jakob von Weizsäcker lesen (hier). Es stammt bereits aus dem Juni 2011 und hätte, damals zügig umgesetzt, den Europäern schon viel Leid erspart. Die Eiserne Lady Kanzlerin Angela Merkel hat die Einführung von Eurobonds unter Einsatz ihres Lebens ausgeschlossen. Dafür wird sie ihre Gründe haben, beispielsweise die bankrotten, deutschen Banken und die implizite Staatsverschuldung Deutschlands von 8,2 Billionen Euro. Das sind gewichtige Argumente. Merkel verfolgt einen einfachen, aber genialen Plan. Sie braucht für die Rettung der deutschen Banken und für den weitestgehenden Abbau der deutschen Staatsschulden dringend die Vermögen der Deutschen - und der Europäer. Die Gelder, die in Südeuropa vom Ausfall bedroht sind, stammen in erster Linie von deutschen, französischen, britischen und den beiden Schweizer Großbanken. Warum das so ist, wird in diesem aktuellen Beitrag verständlich beschrieben: "Willkommen im Klub, liebes Euroland, …willkommen bei uns Drogendealern!" (hier). Die Grafik am Ende des Kommentars stammt aus dem Beitrag, Deshalb werden auch zuerst die Vermögen der Sparer und Anleger in diesen Ländern für die Bankenrettung verbraucht. Danach sind die Kollateralschäden an der Reihe, wie Österreich, die Niederlande und die kleinen, wie Luxemburg oder Malta. Anschließend erreicht dieses Schicksal auch die französischen und deutschen Sparer. Außerdem die Briten und Schweizer. Es gibt dann kein Halten mehr. Das ist eine abgekartete Sache, skrupellos geplant und durchgeführt. Dazu gehört es auch, dem deutschen Michel bis zum Schluss  einzureden, er alleine sei es, der für die Schulden in Europa aufkommen muss. Das ist eine Finte. 




The 3 Reasons Why Stocks Have Skyrocketed Over the Past Couple of Years 
(washingtonsblog.com) Quantitative Easing, Central Bank Purchases and Corporate Buybacks Account for Much of the Rise In Stock Prices. Stocks have soared because the Fed’s quantitative easing has – intentionally – pumped them up. They’ve also skyrocketed because the Fed and other central banks are directly buying stocks. Read more...

Kommentar/Ergänzung: Ein Beitrag für alle die fest daran glauben, die Entwicklung der Aktienkurse habe etwas mit der Stärke der Unternehmen und ihrer Märkte zu tun. Er sollte ihnen über diesen Irrtum die Augen öffnen. Noch einmal der folgende Chart, der die wahrscheinliche Entwicklung des US-Aktienmarktes vorzeichnet. Die anderen wichtigen Börsen weltweit werden folgen. Das ist nicht gut.


Quelle: zerohedge.com

Gerade ist das Fed dabei die Stimmung und die Wirkung auf die Märkte zu testen. So meldet Österreichs FORMAT vollmundig "Der Countdown läuft: Fed leitet das Ende der Geldschwemme in den USA ein" und stellt das Unmögliche in Aussicht: "Die Fed könnte nach der jahrelangen Geldflut ihre Schleusen nun wieder etwas schließen. Ganz im Gegensatz zur europäischen Schwester: Die EZB denkt gerade über eine Ausweitung ihrer Anti-Krisenmaßnahmen nach. Die Tage der großen Geldschwemme in den USA sind gezählt. Über den genauen Zeitpunkt wird noch gerätselt, doch spätestens im September dürfte es soweit sein. Immerhin hat Fed-Chef Ben Bernanke die Märkte bereits behutsam darauf vorbereitet, dass die Notenbank den Umfang ihrer Anleihenkäufe herunterfahren wird." Mehr dazu hier. Wir dagegen sind davon überzeugt, dass es in Wahrheit keinen Ausstiegsplan gibt. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: "Von einer Vollbremsung rät der Chefvolkswirt der Bremer Landesbank, Folker Hellmeyer, angesichts der fragilen Lage der US-Wirtschaft dringend ab: "Ein abrupter Ausstieg würde vergleichbar zu einem 'Cold Turkey' bei einem Junkie sein." Dazu meldet noch einmal der FORMAT: "Die Entzugserscheinungen von der Geldschwemme werden kaum zu heilen sein" und fasst zusammen: "Wie groß die Furcht vor dem Ende des Billiggelds ist, zeigte sich diese Woche: Schon ein leichter Wink von US-Notenbankchef Ben Bernanke reichte aus, um die Aktienkurse auf eine Achterbahnfahrt zu schicken. In Japan, wo die Notenbank einen besonders aggressiven Kurs fährt, kam es zeitweise zu zweistelligen Abschlägen." Mehr dazu hier


Deutschland: VGR-Daten schärfen den kritischen Blick
(querschuesse.de) Ein Blick auf die Erwerbstätigenrechnung (ETR) im Rahmen der für Q1 2013 vorliegenden detaillierten Daten zur Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung macht klar, wie auch aus der Sicht der VGR, die Genese des ”Jobwunders” in Deutschland aussieht und warum sich dieses “Wunder” nicht wesentlich besser auf die erzielten Einkommen und auf den Konsum in Deutschland auswirkt. Mehr...

Kommentar: Steffen Bogs setzt Fakten gegen das Märchen vom deutschen Konsumrausch. Wie immer mit aussagekräftigen Charts: 







"Deutschland und die EU haben nicht den geringsten Wert auf die Sicht von Zypern gelegt"
(format.at) Wirtschaftsnobelpreisträger Christopher Pissarides über die Willkür bei der Zypern-Rettung, die nicht nur wirtschaftlich, sondern vor allem sozial bedenklich war.
Christopher Pissarides erhielt 2010 für seine Forschung über den Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Wirtschaftspolitik den Wirtschaftsnobelpreis. Mit der APA sprach der gebürtige Zypriote am Rande des Astana Economic Forum über Ursachen für die hohe Arbeitslosigkeit in Europa und was bei der Rettung Zyperns schief gegangen ist. Mehr...

Kommentar: Dieses Interview soll bei unseren LeserInnen den Blick dafür schärfen wie streng das Regime mittlerweile in der EU ist, wenn die Enteignung eines ganzen Staates vollzogen wird. Souveränität, Demokratie, Verfassung, Ethik und Moral verkommen schlagartig zu völliger Bedeutungslosigkeit. Sie werden einfach plattgemacht. Ein Erlebnis, dass allen anderen Staaten und ihren Bürgern in Europa noch bevorsteht. Definitiv. Diese Entwicklung ist unumkehrbar. Und alles nur, um eine durch und durch bankrotte Finanzindustrie so lange wie möglich am Leben zu erhalten, zu retten ist sie schon lange nicht mehr. Eine einzige Enttäuschung sind für uns in diesem Zusammenhang die deutschen Gewerkschaften. Die lassen sich von dem Treiben der Eisernen Lady Kanzlerin Angela Merkel und ihrer Regierung einfach anstecken, halten die Klappe und einfach nur still. Eine Schande.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.