Dienstag, 28. Mai 2013

Standpunkt 648 - Nachrichten-Ticker, 27.05.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Europas Krise – Flassbeck versus Euro – EZB-Geldschwemme – Niederlande – Vorbild Deutschland – Deutsche Bank – Abenomics


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update kurzfristig unseren LeserInnen zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir bis Ende April damit fertig sein. Daraus wird leider nichts. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


"Europa hat nicht das intellektuelle Rüstzeug, um mit der Krise fertigzuwerden"
(format.at) Dominique Strauss-Kahn ist nicht gut auf Europa zu sprechen. "Die goldenen Zeiten Europas sind vorbei", sagte der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) beim Astana Economic Forum in Kasachstan. Er erwarte keine wirklichen Lösungen für die Krise in Europa. Alfred Gusenbauer, der aktuell unter anderem den kasachischen Präsidenten berät, schloss sich "weitgehend an". Mehr...

Kommentar: DSK und der Österreicher Alfred Gusenbauer waren jahrelang Teil des europäischen Politik-Systems, sie sind Insider. Deshalb muss man ihre Meinung zu Europa ernst nehmen: "In Ländern, in denen jeder Zweite oder Dritte junge Mensch ohne Arbeit sei, werden ein paar Prozent Wachstum nicht ausreichen, sagte Gusenbauer. Stattdessen nahm er die Politik in die Pflicht. Ziel müsse sein, eine 'verlorene Generation' zu verhindern. 'Was wären wir für eine Gesellschaft, die so etwas zulässt?' Wenn der Markt keinen Job für Junge zur Verfügung stelle, könne man nicht einfach sagen: Pech gehabt, so Gusenbauer." 


Asmussen sieht Stabilitätspakt in Gefahr
(handelsblatt.com) EZB-Direktor Jörg Asmussen kritisiert Pläne der EU, den Stabilitätspakt zugunsten von Investitionen in den Krisenländern zu lockern. Europa dürfe nicht zwischen guten und schlechten Schulden unterscheiden. Mehr...

Kommentar: Nach dem vorangegangenen Beitrag möchten wir auch gleich ein Beispiel für das fehlende "intellektuelle Rüstzeug" in Europa geben. Jörg Asmussen ist, neben vielen anderen, eines dieser Defizite an den Schalthebeln Europas, treffend auch so zu umschreiben: "Krisen-Management nach dem Jeans-Prinzip: Nieten an den wichtigsten Stellen." 


Den Euro nicht um jeden Preis erhalten
(zeit.de) Die Chancen der Währungsunion wurden nicht genutzt. Ihre Auflösung darf kein Tabu sein. Mehr...

Kommentar: Dieser Beitrag stammt von Heiner Flassbeck. Der Ökonom ist jahrelang durch seine konsequente Haltung für den Euro aufgefallen. Gerade scheint sich bei ihm eine Wandlung zu vollziehen. Weil ihn die Hoffnung verlässt, dass die europäischen Krisenmanager überhaupt in der Lage sind die nötigen Maßnahmen für die Lösung der Krise endlich einzuleiten. Flassbeck sieht die Zeit schwinden, in der eine erfolgreiche Wende überhaupt noch möglich ist. Bei den Folgen, die Flassbeck für den Ausstieg aus dem Euro beschreibt, fehlt uns die Schilderung über den Umgang mit dem billionenschweren Müll in den Bilanzen der europäischen Banken. Fürchtet Flassbeck etwa, als Überbringer schlechter Nachrichten gebrandmarkt zu werden? Oder will er mit diesem Beitrag nur wachrütteln? 


Die "Geldschwemme" der EZB ist nur eine Legende
(wirtschaftsblatt.at) Wie die Fed und die Bank of Japan überflute auch die EZB den Markt mit frischem Buchgeld und beschwöre dadurch die Gefahr einer Hyperinflation herauf, heißt es. Mehr...

Kommentar: Dann ist ja alles in bester Ordnung. Und niemand muss sich Gedanken machen um die vielen Blasen weltweit, bei den Staatsanleihen, an den Aktien- und Immobilienmärkten, bei den Rohstoff- und Nahrungsmittelspekulationen. Es scheint eine Welt voller Luftschlösser. Warum werden für die Aufrechterhaltung dieser Luftgeschäfte aber ganze Völker in die dauerhafte Schuldenknechtschaft überführt? Ein paar Hundert Milliarden Euro notleidende Kredite in den Bilanzen der Banken Südeuropas sind Schall und Rauch - dann genügt ein einfacher Buchungsvorgang, um sie auf Null zu stellen. Genauso die Risiken aus dem Derivatehandel. Was ist das Problem? Das weltweite Finanzcasino wäre am Ende - und damit das Geschäftsmodell der Wall Street und ihrer Verbündeter. 


Niederlande kämpft um „AAA”-Status
(handelsblatt.com) Das Land steckt in der Rezession, viele volkswirtschaftliche Indikatoren schlagen negativ aus: Die Niederlande muss um seine erstklassige Bonität bangen. In Brüssel sieht man es optimistischer: Tiefer geht nicht mehr. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Die Niederlande werden längst von den Ratingagenturen geschont. Alle Anzeichen sind negativ, schon seit Monaten verschlimmert sich die Lage kontinuierlich. Die Banken stecken in Schwierigkeiten, außer der Rabobank sind alle Großbanken bereits vom Staat mit Milliarden Euro gestützt worden. Das Vertrauen gegenüber den Niederlanden damit zu begründen, dass die einheimischen Pensionsfonds über viel Geld verfügen, ist fatal. Die Regierung hat bereits damit begonnen die Fonds anzuzapfen. Es ist auch in Holland nicht alles Gold was glänzt. Die Rezepte der Regierung zur Krisenbekämpfung sind nicht gerade innovativ: "Niederlande streichen bis zu 18.000 Stellen" meldet vor wenigen Tagen das HANDELSBLATT:  "Die niederländische Regierung weitet ihr Sparprogramm aus und will nun binnen fünf Jahren bis zu zwölf Prozent der Stellen im öffentlichen Dienst streichen." Mehr dazu hier


"Die Deutschen waren mutig"
(zeit.de) Die Krisenländer sollten von Deutschland lernen, sagt Ángel Gurría, Generalsekretär des Industrieländerklubs OECD. Gerade Frankreich könne sich einiges abschauen. Mehr...

Kommentar: Interview mit einem Optimisten von Amts wegen. Rosige Aussichten, wenn man Gurria Glauben schenkt. Wir tun es nicht. Wieder kein Wort zur Lösung der Bankenkrise, die sich geschickt hinter den Problemen verbirgt, mit denen sich der OECD-Generalsekretär beschäftigt. Oder Kritik an der Sparpolitik in Europa. Den Zustand, den Gurria in Deutschland lobt, den gibt es nicht mehr. Der wurde mit der Agenda 2010 endgültig abgeschafft. Deutschland, ein Vorbild für Frankreich? Betrachtet man die Schäden die Deutschland seit Jahren in Europa anrichtet, nicht wirklich! 


Deutschland braucht die Deutsche Bank
(zeit.de) Die Deutschen fremdeln mit der Deutschen Bank und ihrem britischen Chef. Doch auf der Hauptversammlung bemüht man sich um Freundlichkeit. Mehr...

Kommentar: Armes Deutschland. Wie schlecht ist es um das Land bestellt, wenn es auf eine Bank angewiesen sein soll, die in jede kriminelle Machenschaft der weltweiten Finanzindustrie verwickelt ist, die ihre Bilanzen fälscht, die mit ihrer skrupellosen Geschäftspolitik für Hunger und Tod verantwortlich ist, die Menschen in den Selbstmord treibt und über der längst der Pleitegeier kreist? Der Chefs vorstehen, die in dieser Gemengelage bis zum Hals drinstecken und die für ihre Beteiligung an den betrügerischen Geschäften der Bank endlich persönlich zur Verantwortung gezogen werden müsste. Stichwort "Jail not Bail". Die ZEIT ist sich wirklich für nichts mehr zu schade. 


Paul Krugman: Japan the Model – Japan als Vorbild
(nachdenkseiten.de) Noch vor einer Generation wurde Japan allgemein als wirtschaftlicher Musterknabe bewundert – und gefürchtet. Business Bestseller hatten Samurai Krieger auf dem Einband und versprachen eine Einführung in die Geheimnisse des japanischen Management; Thriller von Autoren wie Michael Crichton stellten japanische Unternehmen als nicht aufzuhaltende Brummer dar, die ihre Vorherrschaft auf den Weltmärkten rapide verfestigten. Dann verfiel Japan in eine scheinbar endlose Rezession, und die Welt verlor weitgehend das Interesse. Die wichtigsten Ausnahmen waren so eine Handvoll Wirtschaftler, und in dieser Gruppe waren auch der jetzige Präsident der Federal Reserve Ben Bernanke und meine Wenigkeit. Diese von Japan besessenen Ökonomen betrachteten die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Inselstaates nicht als Beweis japanischer Inkompetenz, sondern als Omen für uns alle. Wenn so ein großes, wohlhabendes und politisch stabiles Land derart stark ins Straucheln kommen konnte, könnte dann nicht, so fragten sie sich, ziemlich das Gleiche auch anderen Ländern passieren? Tatsächlich konnte und tat es das dann auch. Dieser Tage sind wir alle, wirtschaftlich gesprochen, Japaner – und darum ist das anhaltende wirtschaftliche Experiment in dem Land, wo alles anfing, so bedeutsam, nicht nur für Japan, sondern für die ganze Welt. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Neues vom "Keynesianer-Rambo" aus Amerika. Krugman erklärt die "Abenomics" zum neuen Heilsbringer für die ganze Welt. Für ihn ist die Sache schon zu Gunsten der neuen japanischen Geldpolitik entschieden. Obwohl die letzte Messe noch lange nicht gelesen ist. Krugman ist geradezu euphorisch und hat alle vernünftigen Bedenken gegenüber dem japanischen Modell bei Seite geschoben. Vielleicht behält Krugman recht, uns fehlt der Glaube. Wir haben noch nicht einmal Hoffnung. Japan doktert seit mehr als zwanzig Jahren an seiner Krise herum. Sehr oft schon mit den gleichen Maßnahmen wie heute. Ohne Erfolg. Was gibt Krugman die Zuversicht, dass heute eine solche Maßnahme Erfolg hat? Die aktuelle Geldpolitik Japans ist genauso planlos wie die der US-Notenbank. Treibt die Börse, aber nicht die Wirtschaft an. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass diese Politik in der Bank of Japan selbst höchst umstritten ist. Österreichs FORMAT meldet gerade "In der Bank of Japan rumort es" und fasst zusammen: "Der aggressive Kurs der japanischen Notenbank ist nicht nur im Ausland umstritten, sondern auch intern. Mehrere Mitglieder des neunköpfigen Führungsgremiums machten gegen das Erreichen einer Inflationsrate von zwei Prozent binnen zwei Jahren mobil und setzten einen flexibleren Zeitkorridor durch, der maximal drei Jahre erlaubt." Mehr dazu hier. Andere erklären: "Die Geldpolitik der Bank of Japan ist bereits gescheitert". Der FORMAT schreibt zu den Hintergründen: "Alle Augen sind gebannt auf den japanischen Aktienmarkt gerichtet, der sich seit vergangener Woche auf einer Achterbahnfahrt befindet. Aber das wirklich Haarsträubende kommt vom Bondmarkt. Als die japanische Notenbank am 4. April ihre Schocktherapie gegen die Deflation ankündigte, aufbauend auf monatlichen Staatsanleihenkäufen von sieben Billionen Yen und einer Verdoppelung der Geldmenge, wollte Bank of Japan-Chef Haruhiko Kuroda eines damit wohl nicht bezwecken: Einen Abverkauf bei den Staatsanleihen und steigende Renditen – doch genau das ist passiert. Das Paradoxe: Um einen weiteren Sell-Off zu verhindern, wird die BoJ noch deutlich tiefer in die Taschen greifen müssen. Die Frage ist, ob sie den "fiskalischen Kollaps" überhaupt verhindern wird können." Mehr dazu hier. SLE überschreibt seinen aktuellen Beitrag bei "querschuesse.de" mit "Kursrutsch Nr. 2 in Tokio: Warnschuss gegen Abenomics" und meint: "Nachdem der Nikkei am Donnerstag um 7,32 Prozent eingebrochen war, sich aber am Freitag nach starkem Auf und Ab mit einem leichten Plus von 0,89 Prozent aus der Woche verabschiedet hatte, startete er zum Wochenauftakt erneut mit einem deutlichen Minus von 3,22 Prozent. Das ist nicht das, was sich der konservative japanische Premier Shinzo Abe und der neue Präsident der Bank of Japan von ihren Maßnahmen zur Bekämpfung der Deflation und der Wirtschaftsflaute in Japan erwartet haben. Die milliardenschweren Stimulierungsmaßnahmen für die Wirtschaft und die ultra-lockere Geldpolitik sollten die Zuversicht in die Erholung der japanischen Wirtschaft stärken und die Anleger in die Aktienmärkte treiben. In den vergangenen Wochen hatte das geklappt. Jetzt sind erstmals die Zweifel an dieser „Abenomics“ genannten Politik durchgeschlagen. Der Kurseinbruch in der vergangenen Woche ist kein Ausrutscher gewesen. Das ist heute klar geworden." Mehr dazu hier. "Japan: Der größte Währungskrieg seit hundert Jahren hat begonnen" behauptet "deutsche-wirtschafts-nachrichten.de". Dort heißt es u. a.: "Japan hat ein extremes geldpolitisches Experiment gestartet und druckt so viel Geld wie nie zuvor. Das Land will Inflation erzeugen, indem es die Importe über eine Entwertung des Yen teurer macht. Bereits in der vergangenen Woche war es zu enormen Kurschwankungen auf dem japanischen Aktienmarkt gekommen. Am Donnerstag hatte der Nikkei zwischenzeitlich 15.926 erreicht. Am Montag fiel der Nikkei erneut um 3,73 Prozent auf 14.024 Zähler. Mit einer derartige Volatilität müsse man rechnen bei einem Land, das 'an der Schwelle zu einer fiskalischen und wirtschaftlichen Katastrophe steht', schreibt der Finanzberater John Mauldin im Business Insider. (...) Die japanische Regierung und die Zentralbank versuchen seit 24 Jahren, eine Inflation herbeizuführen. Derzeit streben sie eine Inflation von 2 Prozent an. Um dies zu erreichen werten sie die eigene Währung ab und machen Importe teurer. Doch die japanischen Importe machen nur etwa ein Sechstel des BIP aus, so Mauldin. Japan müsste den Yen um 15 bis 20 Prozent pro Jahr abwerten gegenüber den Währungen der großen Handelspartner. Bisher ist dies gelungen. Der Wert des Yen gegenüber den Währungen der großen Handelspartner um circa 20 Prozent gefallen. Damit hat Japan den ersten Schuss des Währungskriegs abgefeuert. Und bisher hat das Land leichtes Spiel gehabt. Die Schwierigkeiten für Japan beginnen, sobald die Handelspartner in den Währungskrieg einsteigen." Mehr dazu hier. Die folgende Grafik aus dem Beitrag zeigt, was Japan seit Jahren fehlt: Wachstum. 


   


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.