Mittwoch, 29. Mai 2013

Standpunkt 649 - Nachrichten-Ticker, 28.05.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Krisen-Königin – Frankreich-Bashing – Abenomics – US-Häusermarkt – US-Steuerbehörde versus Julius Bär


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update kurzfristig unseren LeserInnen zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir bis Ende April damit fertig sein. Daraus wird leider nichts. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


Tina – Königin der Krise
(le-bohemien.net) Schon längst hat die Krise die Bundeskanzlerin dazu gebracht, das Zepter an Tina abzugeben. Dabei vergisst sie, dass Tina in Zeiten der Not keine gute Ratgeberin ist, wie uns ein Aktienhändler aus Singapur berichten kann oder uns dies ein japanischer Zugführer bescheinigen würde – wenn Letzterer noch am Leben wäre. Dass die Tina-Rhetorik auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos zwar noch Beifall erntet, den Fußsoldaten jedoch misstrauisch stimmen sollte, davon handelt der folgende Artikel. Mehr...

Kommentar: Um es gleich vorweg zu nehmen: Tina steht für "There is no alternative", auf gut deutsch "alternativlos". Dieser Ausspruch wird Maggie Thatcher, der Eisernen Lady aus Britannien, zugesprochen, hat also schon rund drei Jahrzehnte auf dem Buckel. Auf diesen Beitrag haben heute schon die NACHDENKSEITEN hingewiesen. Völlig zu recht, wie wir finden und deshalb schließen wir uns an. Der Beitrag ist eine Wucht und hat vom Anfang bis zum bitteren Ende die ungeteilte Aufmerksamkeit unserer LeserInnen verdient. Das Ende ist bitter, weil es ohne jede Hoffnung auf Veränderung daher kommt: "Nun gibt es aber wirklich überhaupt keine Anzeichen dafür, dass es zu einer sinnvollen Neuregelung der ökonomischen und gesellschaftlichen Verhältnisse kommen könnte. Trotzdem aber legt man, wider besseres Wissen und obwohl das Gefühl einem etwas anderes sagt, sein Schicksal in die Hände einer 'höheren' Macht, die es richten soll. Und das betrifft Arme und Reiche gleichermaßen. So gibt man immer mehr Handlungsalternativen auf und manövriert sich in eine Situation hinein, in welcher die Abkehr vom eingeschlagenen Weg immer schmerzhafter wird, da sie bedeuten würde, die Prinzipien infrage stellen zu müssen, nach denen man bisher sein Leben ausgerichtet hat. Diesen Schmerz überhaupt nicht erst aufkommen zu lassen, dafür steht paradigmatisch die Politik Angela Merkels." ... und speist die hohen Umfragewerte der Kanzlerin. Tragisch. 


Uli Dönch: Frankreich will die Herrschaft über Europa
(focus.de) Die Franzosen leiden unter der deutschen Dominanz, wollen die Märkte abschotten, die Zentralbank entmachten und den Stabilitätspakt endgültig brechen. Wann merken wir endlich, dass unsere Allianz mit den Nachbarn zu Ende ist? Mehr...

Kommentar: Dieser sogenannte Journalist ist ein verbaler Brandstifter. Sein neues Ziel sind die deutsch-französischen Beziehungen, ohne die der Erfolg Deutschlands nach der Gründung als Bundesrepublik nicht möglich gewesen wäre. Und die dafür verantwortlich sind, daß die EU, allen Unkenrufen zum Trotz, jahrzehntelang gut funktioniert hat. Dönch will zerstören, was schon Konrad Adenauer Anfang der 1960er Jahre als elementar wichtig erkannt hat und dessen Basis von ihm, gemeinsam mit dem damaligen  französischen Präsidenten Charles de Gaulle, gelegt worden ist. Leider findet dieser Volksverdummer im heimischen "BILD"-ungsbürgertum Gehör. Metaphorisch kennt die französische Umgangssprache für diese deutsch-nationale Dumpfbacke eine wunderbar zutreffende Bezeichnung: "connard".  


 Abenomics vs. Merkeltilismus – Japans drei Pfeile gegen die Krise
(nachdenkseiten.de) Japans neuer Premier Shinzō Abe beweist, dass es sehr wohl Alternativen zur deutschen Austeritätspolitik gibt. Sein wirtschaftspolitisches Programm der „drei Pfeile“, das nach seinem Schöpfer bereits „Abenomics“ genannt wird, ist dabei in so ziemlich allen Punkten ein nahezu exakter Gegenentwurf zur europäischen Antwort auf die Krise. Mit einer gewagten Kombination aus finanz- und wirtschaftspolitischen Stimuli will Japan seine Volkswirtschaft aus zwei Jahrzehnten Lethargie erwecken. Dies ist zweifelsohne ein Hasardspiel, dessen Erfolg vor allem von der künftigen Lohnentwicklung abhängt. Sollten die Abenomics sich als Erfolg herausstellen, könnten sie auch für Europa zum neuen Leitbild avancieren. Von Jens Berger. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Es überrascht uns schon sehr, mit wieviel Begeisterung, ja gerazu Euphorie, die Abenomics in diversen deutschen Blogs gefeiert wird. Nur ein klein wenig zurückhaltender der Beitrag "Abenomics oder Beisenomics? Entscheiden Sie!" bei WIRTSCHAFT UND GESELLSCHAFT. Thorsten Hild schreibt in seiner Einleitung: "Abenomics ist die Bezeichnung, die sich für den neuen wirtschaftspolitischen Kurs des japanischen Premierministeres Shinzō Abe in kürzester Zeit eingebürgert hat. Abe setzt auf eine expansive Geld- und Fiskalpolitik, um Japan aus der Deflation zu führen. Ob die japanische Wirtschaft dieser noch eine expansive Lohnpolitik zur Seite stellt, ist noch offen. Wenn nicht, wäre dies Wasser auf die Mühlen der Beisenomics. Denn dann wird die expansive Politik mangels Nachfrage voraussichtlich scheitern. Beisenomics steht für die Politik, die die EU-Kommission, der IWF, vor allem aber Deutschland nun schon seit einigen Jahren der Eurozone aufzwingen: Sie sucht das ökonomische Heil vor allem in staatlichen Ausgabenkürzungen, niedrigen Löhnen, verharmlosend 'Strukturreformen' genannt, und dem Versuch, hierüber alle Länder wettbewerbsfähiger zu machen. Ein besonders hartnäckiger Befürworter dieser Austeritätspolitik ist der Chef der Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung, Marc Beise." Mehr dazu hier. Natürlich ist die von Merkel oder auch Beise vertretene Krisenpolitik in Europa gescheitert. Aber sehr wahrscheinlich ist auch, dass die japanischen Abenomics ebenfalls scheitern werden. Was Abe gerade versucht, ist für Japan nicht wirklich neu. Seine Partei, die LPD, hat in den mehr als zwanzig Jahren seit Beginn der Krise immer wieder mit solchen Maßnahmen den Umbruch versucht. Jedes Mal ohne Erfolg. Nach unserer Einschätzung liegt die Ursache des Mißerfolges darin, dass die zahllosen Konjunkturprogramme in der Vergangenheit nicht klar genug abgefaßt, nicht staatlich überwacht und der Erfolg nicht kontrolliert worden ist, um ggfs. noch frühzeitig einzugreifen. Man hat schlicht die Konjunkturprogramme sich selbst überlassen und die Verwendung der Milliardenhilfen nicht nachgeprüft. Vor allen Dingen hat man aus den schlechten Erfahrungen nichts gelernt und immer wieder die gleichen Fehler gemacht. Heute, so lässt wenigstens der Beitrag von Jens Berger vermuten, ist alles anders. Doch weit gefehlt, so zumindest unsere Beobachtungen. Mangels lukrativer Investitionsmöglichkeiten in die japanische Wirtschaft wurde erst einmal der heimische Aktienmarkt gepusht und sich mit Staatsanleihen der europäischen Krisenstaaten eingedeckt, also kräftig spekuliert. Japan folgt damit nur den angloamerikanischen Vorbildern. Daraus eine Vorbildfunktion für Europa herzuleiten, ist auf jeden Fall äußerst mutig. 

In den USA wird die Entwicklung in Japan, vorsichtig ausgedrückt, sehr zurückhaltend beurteilt. Nur ein Beispiel: "Japan – Worrisome Trends in Government Spending" bei "acting-man.com". Ein kleiner Auszug: "We recently wrote about Shinzo Abe's desire to beef  up Japan's military and alter the pacifist constitution to do so. Apart from the fact that this will divert scarce resources into wasteful lines of  production that do little more than increase the probability of  war,  an important question is: how will he pay for it? Consider the recent trends in government spending in Japan. We have discussed this topic before, but have recently found a chart that illustrates the central fiscal problem nicely:


The growth in Japan's government spending per category since 1960 (source: Japan's MoF). The two largest and fastest growing items are spending on social security and debt service. Defense spending is fairly small slice of  the overall spending pie, and now Abe wants push its rate of  growth up as well. The two biggest fiscal problems Japan faces are social security spending which is increasing by leaps and bounds as society ages and the debt service, which appears to be in an unstoppable upward spiral in spite of  Japan still enjoying the lowest interest rates in the world. Both items are set to grow appreciably further. Of  course, debt service is what government must now pay for the spending excesses and deficits of  the past." Read more here. Eine sehr gut gefüllte Fundgrube kritischer Beiträge zur neuen japanischen Krisenpolitik bietet außerdem "zerohedge.com". 


Häuserpreise in den USA ziehen weiter an
(manager-magazin.de) Sein Sorgenkind-Image hat der US-Immobilienmarkt längst abgestreift: Im März stiegen die Häuserpreise so stark wie seit sieben Jahren nicht mehr. Von den Höchstständen der Boomjahre sind sie aber noch weit entfernt. Die Zeichen für einen Aufschwung mehren sich. Mehr...

Kommentar: So oder ähnlich lauten die Nachrichten jüngst in den deutschsprachigen Medien zum US-Immobilienmarkt. Wir haben einige Charts zusammengestellt, die ein sehr viel differenzierteres Bild der Verhältnisse in den USA zeigen und am "Sorgenkind-Image" festhalten: 



Quelle: zerohedge.com
Der Beitrag dazu, "Got Wood? A Housing Recovery Built On Faith" erklärt die Einzelheiten (hier). 


Quelle: zerohedge.com
Auf den ersten Blick fällt auf, dass der aktuelle Durchschnittspreis das Niveau von 2007 erreicht hat. Die Erklärung gibt es hier: "Spot The Bubble: Average New Home Price Soars By Most Ever In One Month To All Time High"



Quelle: zerohedge.com
Dieser Chart zeigt, das Niveau aus der Zeit der US-Immobilienblase ist bereits überschritten. "Chart Of The Day: Crushed US Consumer + All Time High New Home Prices = Record Housing Bubble" liefert die Hintergründe (hier).



Quelle: zerohedge.com
Im Vergleich dazu die Entwicklung des verfügbaren Einkommens. Dazu noch einmal "Spot The Bubble: Average New Home Price Soars By Most Ever In One Month To All Time High" (hier). 

Aktuell erscheint uns der folgende Beitrag bei ZERO HEDGE noch bemerkenswert kritisch zur Entwicklung am US-Häusermarkt: "Haunted By The Last Housing Bubble, Fitch Warns Gains Are Outpacing Fundamentals" (hier).


US-Steuerbehörde will Kundendaten von Julius Bär
(tagesanzeiger.ch) Nach der UBS und der CS ist nun auch die Bank Julius Bär von einem Amtshilfegesuch betroffen. Es verlangt Kundendaten aus dem Zeitraum von 2002 und 2012. Mehr...

Kommentar: Konsequent und Stück für Stück arbeitet die US-Steuerbehörde IRS die Schweizer Banken ab. Bank Julius Bär - ein Loch mehr im Schweizer Käse Bankgeheimnis. Auf diesem Weg nimmt auch die Gefahr für deutsche Steuerflüchtlinge zu. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.