Sonntag, 30. Juni 2013

Standpunkt 681 - Nachrichten-Ticker, 29.06.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Hinweis in eigener Sache: Aufgrund eines technischen Problems war es uns am 28.06. nicht möglich, den Nachrichten-Ticker zu veröffentlichen. Aus diesem Grund erscheinen heute zwei Ticker. Den ersten gibt es hier.


Tagesthemen: Magier Notenbanker – Lettland – Irland – Fitch bestätigt US-Top-Note


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten mit Hochdruck an einem neue Update. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus ist leider nichts geworden, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir unbedingt noch verarbeiten wollen. In der kommenden Woche wollen wir fertig werden. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung. Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollzähligkeit.


Überforderte Magier, unwissende Magier
(blogs.faz.net)  Geldpolitiker sollten stärker auf  die Entwicklung von Geld- und Kreditmengen achten; sie müssten sich hüten, in Abhängigkeiten von Regierungen und Geschäftsbanken zu geraten; sie müssten über nationalen Gartenzaun schauen und auf internationale Wirkungen ihrer Politik achten und schließlich sollten Geldpolitiker nicht zu sehr auf  die Rationalität der Teilnehmer an den Finanzmärkten vertrauen. All dies klingt nachvollziehbar, logisch und richtig. Der Clou lautet: In einem um das Jahr 1975 erschienenen Lehrbuch dürften sich diese Erkenntnisse allesamt finden. In der Zwischenzeit wurden diese alten Erkenntnisse verdrängt und abgelegt. Nunmehr, in der kompliziertesten Wirtschafts- und Finanzkrise, hat die Geldpolitik einerseits eine im historischen Vergleich vermutlich einmalig große Bedeutung erhalten. Gleichzeitig war sie sich ihres Wissens und ihrer Fähigkeit selten so unsicher wie heute. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Ein lesenswerter Beitrag über Macht und Ohnmacht der Notenbanker. Leider für Laien schwer verdauliche Kost. Für alle anderen lohnt es sich auch, den Links zu folgen. Ausdrücklich hinweisen möchten wir auf einen höchst aufschlussreichen Beitrag des Autors, Gerald Braunberger, zu einem in Deutschland immer wieder gerne hochgekochten Thema, der Inflationsgefahr: "Leben deutsche Ökonomen auf einem fernen Planeten? Über den Zusammenhang von Geldbasis und Inflation". Schon der Vorspann verspricht Revolutionäres: "Nein – natürlich leben nicht alle deutschen Ökonomen auf einem fernen Planeten. Aber manche deutsche Ökonomen leben, wenn es um die Zusammenhänge von Geldbasis und Inflation geht, auf  einem anderen Planeten als Ökonomen, die an moderner Theorie und Empirie arbeiten. Wir stellen die zwei Planeten gegenüber: den Planeten, auf dem deutsche Traditionalisten leben (Planet A), und den “moderneren” Planeten, dargestellt anhand von Autoren der Princeton-School, darunter des Nobelpreisträgers Chris Sims (Planet B)." Mehr dazu hier. Dieser Beitrag lässt nur einen Schluss zu: Deutschlands selbsternannte Top-Ökonomen sind entweder völlig rückständig oder führen die Öffentlichkeit  an der Nase herum, nähren ganz bewusst die panische Angst der Deutschen vor einer Hyperinflation. Das ist höchst unwissenschaftlich, geradezu vulgär. 

Immerhin, Mitte 2013 ist Gerald Braunberger nicht mehr alleine. Die ZEIT titelt vor einigen Tagen treffend "Wo bleibt sie denn, die Inflation?". Der Autor, Malte Buhse, schreibt in seiner Einleitung: "Seit Beginn der Krise geht in Deutschland die Angst vor Inflation um. Das Dumme ist nur: Die Preise wollen einfach nicht steigen." Mehr dazu hier. Geradezu weitsichtig sein Schluss, nachdem er vorher der Inflation das Wort redet: "Das ist auch für Deutschland ein deutlich angenehmeres Szenario, als wenn die Inflationsrate zwar weiterhin niedrig bleibt, am Ende aber die Euro-Zone auseinanderbricht, weil die Bevölkerung in den Krisenstaaten die immer härteren Sparprogramme nicht mehr aushält. Dann wäre vieles von dem Geld, das die sparsamen und ängstlichen Deutschen in den vergangenen Jahrzehnten angespart haben, endgültig weg. Das sollte den Bürgern wirklich Angst machen."

Zurück zum ursprünglichen Beitrag. Die Notenbanken der Welt sehen sich primär als Interessenwahrer der Banken, mittlerweile sogar zu allererst der systemrelevanten "too-big-to-fail"-Banken. Deren Überleben gilt die ungeteilte Aufmerksamkeit der Notenbanken, egal in welchem Winkel der Welt, inklusive der mythenumrankten Bundesbank. Die Interessen der Bundesbank hat Mitte der 1990er Jahre der österreichische Ökonom Stephan Schulmeister untersucht. Diese Untersuchung haben wir aufgegriffen und im Januar 2012 zu einem eigenen Beitrag verarbeitet: "Stephan Schulmeister: “Die Bundesbank: Hüter der Stabilität oder des Finanzkapitals?" In der Einleitung haben wir u. a. geschrieben: "Thematisch trocken, aber mit hoher Informationsdichte. Sehr aufschlussreich sind die Feststellungen des Autors über die damalige Haltung der Bundesbank zum Euro und ihren Einfluss auf den Gründungsvertrag. Nach wie vor reklamiert die Bundesbank für sich und die EZB, dass sich die Politik von ihnen fernhält. Umgekehrt betreibt die Bundesbank schon seit ihrer Gründung intensiv Politik. Ein wenig erfahren wir auch schon über die Ursprünge dessen, was zur Finanzkrise 2008 führte und uns heute so zu schaffen macht. Sehr charmant das Ganze auch unter dem Gesichtspunkt, dass die Deutschen bis heute felsenfest davon überzeugt sind, dass die Bundesbank Hüterin ihrer finanziellen Interessen ist." Mehr dazu hier. Der französische Politiker Jaques Delors, viele Jahre Präsident der EG-Kommission, dem Vorläufer der heutigen EU-Kommission, hat diesen "ur-deutschen" Mythos 1987 so beschrieben: "Nicht alle Deutschen glauben an Gott, aber alle glauben an die Bundesbank." 


Lettischer Ministerpräsident: "Jetzt helfen wir Europa"
(spiegel.de) Lettland war vor fünf Jahren fast pleite, jetzt hat der EU-Gipfel den Beitritt des Landes zur Euro-Zone beschlossen. Premier Dombrovskis erklärt im Interview, was er beim Sparen besser gemacht hat als Griechenland. Er wehrt sich zudem gegen Kritik, er baue sein Land zur Steueroase um. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Ein neuer Narr in der Eurozone. Langsam wird es eng in Europa für all die Wichtigtuer und Gernegrosse. Es ist schon erstaunlich, was der Mann für großspurige Töne spuckt. Was Valdis Dombrovskis als vorbildliche lettische Leistung verkauft, ist nichts weiter als die Umsetzung der von IWF und EU erzwungenen Spardiktate, die teilweise zu wahren Kahlschlägen und ausgeprägter Armut im Land geführt haben. Lettland war 2008 pleite, bankrott, zahlungsunfähig und wurde durch extrem zinsgünstige Darlehen des IWF, der EU und der skandinavischen Staaten gerettet. Die Euro-Mitglieder werden mit Zinsen jenseits von 6% bestraft, während Lettland mit Zinsen von nur um die 3% bedient wurde. Das ist pervers und durch nichts zu rechtfertigen. Dombrovskis hätte allen Grund zu Demut, auch gegenüber den Krisenstaaten der EU, die nämlich solidarisch ihren Teil zu den zinsgünstigen Darlehen für Lettland beigetragen haben. Für die war daran nichts zu verdienen. Anders heute für Lettland, dessen Teilnahme am Rettungsschirm großzügig verzinst wird. 

Wir haben uns in der Vergangenheit immer wieder mit Lettland beschäftigt und die Jubelarien in den deutschen Medien kommentiert. Vor dem Hintergrund der Aufnahme Lettlands in die Eurozone bieten wir unseren LeserInnen noch einmal die wichtigsten Links zur Auffrischung an. "Von Lettland lernen, heißt siegen lernen" war am 28.08.2012 im HANDELSBLATT zu lesen, von uns ausführlich kommentiert im Standpunkt 358, hier. "Ohne Opfer geht es nicht", zitiert der SPIEGEL am 20.10.2012 den lettischen Wirtschaftsminister Daniels Pavluts, den wir hier, im Standpunkt 423, ausführlich kommentiert haben. Gründlich recherchiert und mit zahllosen Links versehen. "Lettland verliert seine Einwohner" titelte am 09.06.2013 "n-tv.de". Den Beitrag haben wir im Standpunkt 661 kommentiert (hier). Wem das alles noch nicht reicht, der kann sich noch mit einem Beitrag von Michael Hudson, US-Ökonom und Mitglied der lettischen Denkfabrik Reform Task Force Latvia (RTFL), zum "Vorbild Lettland" beschäftigen, den wir im Standpunkt 511 (hier) vorgestellt haben: "Latvia’s Economic Disaster as a Neoliberal Success Story: A Model for Europe and the US?" (hier). Leider nur in Englisch verfügbar. 

Unser Fazit: Lettland ist weder leuchtendes Vorbild, noch kompetenter Ratgeber. Lettland ist Juniorpartner in der Eurozone, da sind Demut und Zurückhaltung gefragt und keine protzige Wichtigtuerei. 


Die Plünderung Irlands – ein Stück in 7 Akten
(tagesanzeiger.ch) Erst war es der grösste Bankrott Irlands. Jetzt ist es der grösste Skandal. Die Telefonate von Managern der Anglo Irish Bank zeigen, mit welchen Tricks die Banker den Staat erpressten, belogen und fast ruinierten. Mehr...

Kommentar: Unbedingt lesen, ein Augenöffner. Es sind Verbrecher. Der Ulmer Unternehmer Ernst Prost nennt sie Finanz-Terroristen und Finanz-Mafia. Im Fall Irland haben sie auf die Schnelle ein ganzes Land zugrunde gerichtet und die Kosten dafür Europa aufgebürdet. Die Iren alleine werden damit nie und nimmer klarkommen. Ernst Prost, Inhaber von Liqui Moly, hat schon vor einiger Zeit einen Beitrag verfasst, der sich mit den kriminellen Machenschaften der Finanzwirtschaft und ihren Helfershelfern beschäftigt: "Geldgierige  und  verantwortungslose  Finanzwirtschaft  gefährdet  Realwirtschaft (Unternehmen  und  Arbeitsplätze),  erpresst  Völker  und  Staaten  und  bedroht  die Demokratie!" (hier).


Fitch bestätigt USA Bonitäts-Bestnote
(handelsblatt.com) Die Ratingagentur Fitch hat die Bonität der USA weiterhin mit der Bestnote "AAA" eingestuft. Große Euphorie wurde aber sofort gedämpft: Eine Herabstufung sei jederzeit möglich - der Ausblick bleibe negativ. Mehr...

Kommentar: Lächerlich, ein Witz. Mehr fällt uns dazu nicht ein. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unsichtbar, aber unerbittlich, zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht unweigerlich zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Wie es funktioniert hat Europa in Zypern vorgemacht. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie soll unsere Unabhängigkeit sichern. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.
     

Standpunkt 680 - Nachrichten-Ticker, 28.06.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Hinweis in eigener Sache: Aufgrund eines technischen Problems war es uns am 28.06. nicht möglich, den Nachrichten-Ticker zu veröffentlichen. Aus diesem Grund erscheinen heute zwei Ticker. Dafür bitten wir um Verständnis.


Tagesthemen: Auf ein Wort: China – Weltmacht USA – Deutschland geht kaputt – Massenarbeitslosigkeit in Europa – Devisen


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten mit Hochdruck an einem neue Update. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus ist leider nichts geworden, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir unbedingt noch verarbeiten wollen. In der kommenden Woche wollen wir fertig werden. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung. Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollzähligkeit.


Auf ein Wort: China
Schon seit Tagen geht es um die Bankenkrise in China und ihre möglichen Folgen. Wir haben hier, hier, hier und hier darüber berichtet und kommentiert. Die Meinungen sind geteilt, aber es überwiegen die Stimmen, die China nach wie vor auf dem richtigen Weg sehen. Das gilt insbesondere für den Umgang mit der aktuellen Bankenkrise. Wir haben uns die interessantesten Beiträge aus den deutschsprachigen Leitmedien angesehen, die sich mit der aktuellen chinesischen Krise beschäftigen. Alles halb so wild, glauben die AutorInnen. Einige dieser Beiträge stellen wir jetzt unseren LeserInnen vor. 

Ein Kommentator der Schweizer FINANZ UND WIRTSCHAFT findet es sei ein "Heilsamer Schock für Chinas Banken" und schreibt einleitend: "Die Reform des Bankensystems ist schmerzhaft, doch unumgänglich. Sie schafft die Basis für nachhaltigeres Wachstum." Mehr dazu hier. Der Autor sieht weder eine Kreditklemme, noch eine Wirtschaftskrise. Andererseits ist es mutig, die abwartende Haltung der Zentralbank schon gleich als Reform zu bezeichnen. Das ist für uns nicht nachvollziehbar. 20% des Kreditmarktes, so wird geschätzt, sind in der Hand von Schattenbanken. Die Dunkelziffer könnte ohne weiteres sehr viel höher sein. Offizielle chinesische Quellen glänzen gerne durch Weglassungen. 

Zur Situation der Wirtschaft in China kommentiert das CAPITAL "Das taumelnde Riesenreich". Die Autorin, Ruth Fend, schreibt im Vorspann: "Der große China-Crash ist ausgeblieben. Trotzdem befindet sich die Wirtschaft des Landes in einer schlechten Verfassung. Reformen sind überfällig." Mehr dazu hier. Nach unserer Einschätzung es es noch viel zu früh, für einen möglichen Crash im Reich der Mitte, Entwarnung zu geben. Chinas Zustand verschlechtert sich schleichend, der Knall einer der vorhandenen Blasen wird sich nicht ankündigen. Richtig geheuer ist der Autorin die Sache wohl auch nicht. Erfreulich finden wir, dass der Beitrag mit den Schwierigkeiten nicht hinter dem Berg hält. Auf jeden Fall lesenswert.

Das HANDELSBLATT betitelt einen Beitrag in seinem Handelsblog "Die Unruhen in China fangen erst an". "Chinas Aktienmarkt ist am Dienstag zunächst weiter gefallen. Obwohl sich die Geldversorgung der Banken wieder stabilisiert hat, bleiben die Märkte nervös. Aus gutem Grund. Denn die Liquiditätsprobleme der vergangenen zwei Wochen waren nur der Anfang. Die echte Straffung der Geldpolitik steht China noch bevor. Auf  Premier Li wartet noch ein harter Kampf. Bisher hat die Zentralbank die Geldversorgung noch gar nicht sonderlich verknappt. Sie hat sich bloß passiv verhalten, als die Banken untereinander plötzlich das Vertrauen verloren haben. Sowohl der Leitzins als auch die Mindestreserveanforderungen sind seit Monaten unverändert. Dabei handelt es sich um die wichtigsten Instrumente der chinesischen Geldpolitik. Auch die Kreditvergabe der Banken lag in den ersten fünf  Monaten des Jahres weiterhin hoch. Sehr hoch sogar." Mehr dazu hier. An eine Bestimmung, in welche Richtung sich chinesische Banken und Wirtschaft entwickeln, traut sich der Autor nicht. Wir finden zu recht. Unabhängig davon bietet der Beitrag einige Hintergrundinformationen, die sonst in den Medien nicht so ohne weiteres nachzulesen sind. Sie stören nämlich das schöne Bild Chinas, das von den Leitmedien so gerne gezeichnet wird. 

Die französische Großbank Société Générale hat die Verhältnisse im Land untersucht und kommt zu einem eindeutigen Urteil: "China steht vor schmerzhaftem Crash" meldet "deutsche-wirtschafts-nachrichten.de" und schreibt: "Seit Jahren setzte man in China auf eine äußerst lockere Geldpolitik. Eine Politik, der andere Notenbanken wie die Fed und die EZB folgten. Doch an China sieht man nun, was dieses Gelddrucken auslösen kann und was passiert, wenn der Gürtel plötzlich wieder enger geschnallt wird: Die Banken des Landes befinden sich in einer starken Kreditklemme, die Zinsen für Kredite an die Privatwirtschaft sind immens gestiegen und die Aktienkurse stürzten ab. (...)  Die Banken haben keine Liquidität mehr. Insgesamt wird das Kreditwachstum deshalb von jährlichen 25 Prozent auf 16 bis 18 Prozent fallen, schätzt die Société Générale. (...)  „Aus unserer Sicht kann die massive Fehlleitung des Kapitals in China nur in dem schmerzhaften Platzen der Blase enden“, zitiert der Businessinsider Wei Yao" (von  der Société Générale). Mehr dazu hier. BUSINESSINSIDER meldet "SocGen: China's Massive Credit Misallocation Will End In A Painful Burst". Mehr dazu hier. BUSINESSINSIDER liefert auch noch Charts zum Beitrag, hier. Bitte nachsehen, es lohnt sich. Weil die Charts zeigen, dass die Dinge nicht so einfach liegen, wie sie in den hiesigen Medien dargestellt werden. 

Klare Worte auch bei ZERO HEDGE: "The Days Of The Super-Powered Chinese Economy Are Over". Der Beitrag stammt von Michael Pettis: "In the months leading up to last week's liquidity crunch, in which the cost of short-term loans in China spiked and roiled global markets, most financial institutions had been lowering their growth forecasts for China. In mid-June, the World Bank revised its 2013 Chinese growth forecast from 8.4 percent to 7.7 percent; HSBC, Credit Suisse, and Goldman Sachs, among others, have also downgraded their Chinese growth forecasts several times over the last two years, as quarterly data have kept revealing lower-than-expected economic growth and higher-than-expected credit growth. Many banks now estimate around 7 percent to be the new normal. But the banks' numbers are likely still too high. China's economy is at a turning point in its transformation from one driven by export and investment to one driven more by domestic household spending. Growth predictions are underestimating the impact of this shift." Mehr dazu hier. Pettis ist in unseren Augen als Professor an der Pekinger Universität, spezialisiert auf die dortigen Finanzmärkte, ein wirklicher Experte für China. Er behauptete schon im August 2011 in der deutschen WIRTSCHAFTSWOCHE "China löst seine Probleme nicht" und sah damals schon "das Ende des chinesischen Wirtschaftswunders gekommen". Mehr dazu hier. Erst kürzlich, im März 2013, erklärt Michael Pettis in einem Interview bei der Schweizer FINANZ UND WIRTSCHAFT, "China rennt die Zeit davon"  und "zweifelt, ob China fähig sein wird, eine zukunftsorientierte Wirtschaftspolitik durchzusetzen". Mehr dazu hier.

Unser vorläufiges Fazit: China steckt in Schwierigkeiten. Das lässt sich nicht wegschreiben. Sie sind so gravierend, dass wir keine Hoffnung auf eine nachhaltige Lösung haben. Schlecht für die deutsche Wirtschaft.


Die USA sind und bleiben die globale Weltmacht Nummer eins
(format.at) Der Niedergang der Vereinigten Staaten von Amerika wird oft und gerne prophezeit. Wahr hingegen ist das Gegenteil: Die USA sind und bleiben die globale Weltmacht Nummer eins. Von Anton Pelinka. Mehr...

Kommentar: Es ist eine Tatsache, die in Deutschland gerne bestritten wird. Besonders beliebt wieder seit der Finanzkrise 2008, die gerne ausschließlich den USA in die Schuhe geschoben wird. Stur glauben die Deutschen, was 2008, unmittelbar nach der Lehman-Pleite, schon Peer Steinbrück behauptet hat: Es sei ein durch die USA verursachtes und auf die USA begrenztes Problem. Außerdem gibt es noch den jahrzehntealten Komplex, dessen Ursache Börsen-Guru André Kostolany einmal so beschrieben hat: "Wenn Amerika hustet, bekommt Europa die Grippe." Dieses Mal ist es schlimmer, auf beiden Seiten des Atlantik. Wetten, dass Amerika damit besser klarkommt? Deshalb sind es auch die USA, nicht China oder Europa, die den Weltwirtschafts-Karren aus dem Dreck ziehen müssen. 


Infrastruktur: Deutschland geht kaputt
(zeit.de) 7,2 Milliarden Euro fehlen jedes Jahr für Schienen, Straßen und Schleusen. Das Fundament des Wohlstands bröckelt. Mehr...

Kommentar: Ein aufschlussreicher, ausführlicher Beitrag zu dem Thema, das uns schon lange bewegt. Es ist ein Teil der 100 Milliarden Euro Investitionsrückstau der Öffentlichen Hand in Deutschland (hier). Leider haben wir keine Ahnung, wie es beispielsweise in Österreich oder der Schweiz aussieht. (Wer von unseren LeserInnen dazu Informationen hat, der möge sie uns bitte zur Verfügung stellen). In diesem Zusammenhang fallen uns die 7 Milliarden Euro ein, über die Deutschland mit den Betreibern von Toll Collect erfolglos streitet (hier). 


Massenarbeitslosigkeit: Daran muss man sich gewöhnen 
(presseurop.eu) Die Staats- und Regierungschefs der 27 beraten in Brüssel über die Arbeitslosigkeit, vor allem unter den Jugendlichen. Doch in Portugal, wie in vielen anderen Teilen Europas, ist sie ein strukturelles Problem, das langfristig nicht mit punktuellen Maßnahmen gelöst werden kann. Mehr... 

Kommentar: Während manche Medien in Deutschland von Vollbeschäftigung fabulieren (hier) richtet man sich andernorts in Europa auf Massenarbeitslosigkeit als Dauerzustand ein. Dieser Beitrag beschreibt fundiert das Warum.


Devisen in Skandinavien werden zur Falle
(handelsblatt.com) Angelockt von niedrigen Zinsen stecken Devisen-Händler in Skandinavien fest. Sie stellen fest, dass sie bei steigender Volatilität mit ähnlichen Ausstiegsschwierigkeiten zu kämpfen haben wie bei Schwellenland-Devisen. Mehr... 

Kommentar: Der Beitrag ist für die Unverbesserlichen unter unseren LeserInnen, die fest daran glauben, eine Investition in die norwegische Währung sei eine gute Sache. Das Gegenteil ist der Fall. Absehbare Devisenkontrollen und das in Norwegen vorgesehene Bargeldverbot, machen den Umgang mit der norwegischen Krone nicht einfacher.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unsichtbar, aber unerbittlich, zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht unweigerlich zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Wie es funktioniert hat Europa in Zypern vorgemacht. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie soll unsere Unabhängigkeit sichern. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.
 

Samstag, 29. Juni 2013

Standpunkt 679 . Nachrichten-Ticker, 27.06.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Hinweis in eigener Sache: Aufgrund eines technischen Problems war es uns gestern nicht möglich, diesen Nachrichten-Ticker pünktlich zu veröffentlichen. Dafür bitten wir um Verständnis.


Tagesthemen: Auf ein Wort: Die EU-Bankenrettung in der Zukunft – Goldman Sachs: Deutsche Bank ist Bailout-Kandidat – Wlliam White sieht eine neue Blase


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Pläne der EU nach der Enteignung in Zypern zeigen, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update unseren LeserInnen so schnell wie möglich zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus wird leider nichts, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir noch verarbeiten wollen. Bis Ende Juni wollen wir fertig sein. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung. Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollzähligkeit.


Auf ein Wort
Nach einigen Wochen relativer Ruhe ist es nun vollbracht, die EU-Finanzminister haben sich auf den Modus der zukünftigen Bankenrettungen in Europa geeinigt. Daraufhin titelt der SPIEGEL "Aktionäre müssen Banken jetzt selber retten" und fasst das Ergebnis wie folgt zusammen: "Der Staat ist künftig nur noch die letzte Lösung: Die EU-Finanzminister haben sich auf Regeln für die Abwicklung von Pleitebanken geeinigt. Zahlen müssen jetzt: Aktionäre, Gläubiger und die Kunden der Institute." Mehr dazu hier. Augenwischerei und starke Worte gibt es wie immer gratis dazu:  "Die erzielte Einigung sei für normale Anleger und Sparer 'eine eher theoretische Übung, aber für die Stabilität des Finanzsystems als Ganzes ist das ein wichtiger Schritt', sagte Schäuble: 'Wir haben die Einlagensicherung, auf die kann sich jeder nicht nur in Deutschland, sondern in Europa verlassen.' Die neuen Regeln würden für ein verantwortungsvolleres Verhalten der Banken sorgen, erklärte auch der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem, der zugleich Chef der Euro-Gruppe ist. 'Die Einigung ist ein Meilenstein in unseren Bemühungen, den Teufelskreis zwischen Banken und Staaten zu zerschlagen', sagte der irische Finanzminister Michael Noonan." Alles Lügen. Wie dumme Lämmer werden die Menschen diesen Versprechungen glauben und sich das Fell über die Ohren ziehen lassen. 

BÖRSE-ONLINE geht mit der Wahrheit einen Schritt weiter und titelt "Aktionäre und Kunden müssen künftig Banken retten": "Marode Banken werden in Europa künftig als erstes von den Aktionären und Kunden gerettet - und nicht mehr allein von den Steuerzahlern." Mehr dazu hier. Natürlich, die Einlagen bis 100.000 Euro sind sicher: "Vermögende Sparer und kleine Unternehmen mit Einlagen oberhalb dieser Grenze sollen erst zum Schluss an der Reihe sein." 

Die SZ erklärt "Wer die Zeche zahlt" und fasst zusammen: "Werden Europas Steuerzahler künftig tatsächlich nicht mehr für die Pleiten von Großbanken zur Kasse gebeten? Gibt es Ausnahmen? Und für welche Banken gelten überhaupt die neuen Regeln, auf die sich Europas Finanzminister geeinigt haben?" Mehr dazu hier. Österreichs DIE PRESSE schreibt zu den Beschlüssen "EU fixiert Hierarchie der Haircuts" und stellt dazu treffend fest: "EU-Finanzminister einigen sich auf Regeln zur Abwicklung maroder Banken. Künftig sollen neben Aktionären auch Gläubiger und Kontoinhaber geschoren werden." Mehr dazu hier. Lesen Sie. Alles ist so kompliziert und voller Ausnahmeregelungen, da kann man nur dem Kommentar beim SPIEGEL beipflichten: "In der Praxis kommt alles anders". Im Vorspann heißt es dort: "Zunächst müssen die Aktionäre bluten, erst zum Schluss die Steuerzahler: Die neuen EU-Abwicklungsregeln für Banken sind gut und richtig. Doch je strikter die Vorschrift, desto geringer die Chance, dass sich Politiker daran halten. Das zeigt ein Szenario aus dem Jahr 2021." Mehr dazu hier. Der Autor beschreibt aus Sicht des Jahre 2021, drei Jahre nach der offiziellen Einführung des Regelwerks 2018, wie es doch dazu kommt, dass marode Banken wieder direkt durch die Staaten gerettet werden und Aktionäre, Gläubiger und Großkunden ungeschoren bleiben. Der Autor hegt grösste Zweifel daran, dass die neuen Bankenregeln den Test bestehen werden, "wenn zum ersten Mal tatsächlich eine Großbank in einem EU-Kernland abgewickelt wird. Nicht auf Zypern, sondern in London, Paris oder Frankfurt. Gegen den gewaltigen Druck der Bankenlobby und trotz aller Risiken für die Konjunktur. Die bisherigen Erfahrungen deuten nicht darauf hin, dass dies jemals passieren wird." Kandidaten für diesen Test wird es reichlich geben, davon sind wir überzeugt. 

Die F.A.Z. stellt sich die Frage "Sind die Steuerzahler jetzt wirklich vor Bankenpleiten sicher?" Sie schreibt in der Einführung zum Beitrag: "Wenn Banken in Schieflage geraten, sollen zuerst die Aktionäre und Gläubiger zahlen - so heißt es nach dem EU-Gipfel vergangene Nacht. Doch Experten wie der Ökonom Clemens Fuest zweifeln daran." Mehr dazu hier. Fuest gehen die Beschlüsse nicht weit genug. Ihn stört auch, dass die privaten Gläubiger offiziell erst ab 2018 beteiligt werden sollen. Der belgische Experte Paul de Grauwe wird mit den Worten zitiert "In der EU-Vereinbarung steckt viel Naivität. Diese Regeln werden nur für kleine Banken angewendet werden." Für die systemrelevanten "too-big-to-fail"-Banken werden weiter unverändert Sonderregelungen gelten: "Die Behörden können nach Belieben Gläubiger von der Beteiligung verschonen, um Ansteckungseffekte zu verhindern - genau das war das Argument, mit dem der Staat schon die Hypo Real Estate gerettet hat."  

Außerhalb des Mainstreams herrscht über dieses "Bail-In"-Modell (Begriffserklärung hier und hier) schon helle Aufregung. "EU-Finanzminister beschließen Zwangsabgabe für Sparer zur Rettung von Banken" titelt "deutsche-wirtschafts-nachrichten.de" und stellt fest: "Am Donnerstagmorgen haben sich die EU-Finanzminister auf  Regeln zur Rettung von Banken geeinigt. Die Reihenfolge entspricht dem bekannten Muster: Alle müssen zahlen, um die Banken zu retten. In einem entscheidenden Punkt hat sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble durchgesetzt: Die Sparer mit Vermögen über 100.000 Euro werden mit einer Zwangsabgabe von 8 Prozent belegt, wenn die Bank gerettet werden muss." Mehr dazu hier. Aber es gibt Ausnahmen:  "Der Nationalstaat, dem die entsprechende Bank zur Last fällt, kann bestimmte Privatleute und Unternehmen von der Zwangsabgabe befreien. Nach welchen Kriterien diese Befreiung erfolgt, wurde nicht festgelegt." Den Schutz der Steuerzahler vor künftigen Bankpleiten hält der Beitrag zutreffend für "pure Propaganda". "Wegen der hohen Risiken, die bei den Banken auf gelaufen sind, sind die Rettungen ohne die Steuerzahler werden auch die zukünftigen Banken-Abwicklungen nicht möglich." Stimmt genau. Das Fazit dieses Beitrages ist eindeutig: Weil Gläubiger einer Bank jeder Kunde ist, der ein Bankkonto unterhält, sollte sich nun tatsächlich "jeder gut überlegen, ob er sein Geld auf der Bank belassen will. Denn die Zusage, dass Einlagen unter 100.000 Euro gesichert sind, ist eine reine Willenserklärung. Die Politik kann aber für nichts mehr garantieren. Die Sparer sind mit dem Beschluss zum Abschuss freigegeben. Sie sollten sich nach einer Deckung für ihr Vermögen umsehen." ... und damit nicht warten, bis die Einschläge heftiger werden und näher rücken. 

Wie ist es zu bewerten, dass angeblich "nur" 8% Zwangsabgabe fällig werden und dieses Regelwerk erst 2018 in Kraft treten soll? Die Antwort ist aus unserer Sicht einfach: Bei allen Bankenrettungen in den kommenden Jahren bis 2018 durch einen "Bail-In" herrscht ein "vertragsloser Zustand". Bestenfalls hält sich die EU an die 100.000 Euro Einlagensicherung, alles andere läuft nach dem "Zypern-Modell" ab. Dort verschwinden bis zu 100% der Vermögen einheimischer Sparer. Eine Enteignung in ihrer reinsten Form. 

Viele der europäischen Großbanken werden demnächst, nicht erst ab 2018, zur Rettung anstehen. Für alle Sparer, die sich nicht darauf vorbereitet haben, wird es ein Blutbad.   

Die durch die deutschen Medien geisternde 8%ige Zwangsabgabe ist übrigens erst einmal mit Vorsicht zu genießen. Die Schweizer FINANZ UND WIRTSCHAFT interpretiert nämlich in ihrem Beitrag "Bankenunion in Zeitlupe" etwas ganz anderes.  Dort heisst es, dass "mindestens 8% der  gesamten Verpflichtungen über den Einbezug der Gläubiger (ohne Einlagen unter 100’000 €) abgeschöpft werden. D. h. die Kunden der betroffenen Bank stehen nicht mit 8% ihrer Einlagen, sondern für 8% der Verpflichtungen der Bank gerade. Trifft das zu, dann wäre das ein elementarer Unterschied, der die Kunden sehr viel teurer kommen kann. Beachtlich auch, dass es in dem Beitrag der Schweizer "mindestens 8%" heisst,  nach oben also alles offen bleibt. Mehr dazu hier. Die systemrelevanten Banken sind mit diesem Modell sowieso nicht zu retten, da müssen am Ende - in einer konzertierten Aktion - die Staaten = Steuerzahler ran. Die Kunden dieser Banken werden dann doppelt bestraft: erst als Sparer, dann als Steuerzahler. 


Goldman Sachs: Deutsche Bank und Crédit Agricole sind Bailout-Kandidaten
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) "Der Horror, der Horror", ist der Titel einer aktuellen Betrachtung der europäischen Banken durch Goldman Sachs. Die Bank hat sich die die Kapitalisierung der europäischen Banken angeschaut und ausgerechnet, welche Geldinstitute definitiv Problem-Kandidaten sind. Dafür nahm sich Goldman Sachs die bei den Banken zum Verkauf  stehenden Portfolios vor. Portfolios, die die Banken eigentlich loswerden wollen. Die Ergebnisse sind ziemlich eindeutig. Die am schlechtesten kapitalisierten zwei Banken sind französische: die Crédit Agricole und die Natixis. Kurz dahinter rangieren die Credit Suisse und die Deutsche Bank. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Dieser Artikel bezieht sich auf den Beitrag "L'Horreur: Goldman Finds Europe's Two Worst Capitalized Banks In France" bei ZERO HEDGE, der einen Tag vorher dort erschienen ist (hier). Die Crédit Agricole ist eine der 28 als systemrelevant eingestuften Großbanken (hier), die Natixis (eine ausführliche Vorstellung auf französisch gibt es hier) ist eine Neugründung aus dem Jahre 2006, hervorgegangen aus der Fusion zweier Investmentbanken der französischen Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Besonders pikant: "In Deutschland ist Natixis in erster Linie durch den Vertrieb von strukturierten Produkten und Zertifikaten an Endkunden bekannt. Die Produkte werden über Banken, Sparkassen und Volksbanken flächendeckend vertrieben." (Quelle: Wikipedia, gelesen 28.06.2013) Nur zur Erinnerung: Die deutschen Sparkassen und Volksbanken werden nicht müde, sich als besonders seriös und tugendhaft darzustellen, weit weg von den Krisengefahren der Finanzindustrie. An diesem konkreten Beispiel, von denen es unzählige gibt, zeigt sich wieder einmal, dass auch die Sparkassen und Genossenschaftsbanken in erheblichem Umfang Teil dieser Krise sind. Sie haben deshalb das allergrößte Interesse an der Durchführung und dem Erfolg der staatlichen Bankenrettungen, dürfen es nur nicht offen zeigen. Unmissverständlich formuliert: Die Natixis ist eine Bad Bank, die ihren Schrott mit Hilfe der Sparkassen und Genossenschaftsbanken hierzulande an unbedarfte, ahnungslose Kunden verhökert. Es erscheint uns nur logisch, dass auch die Kunden österreichischer Sparkassen und Genossenschaftsbanken mit diesen Produkten "beglückt" werden. Das Hinterhältige daran: Auf den ersten Blick ist nicht zu erkennen, dass die Natixis hinter diesen Produkten steckt. Schnittstelle sind in der Regel die "Zentralbank" der Bankengruppen, in Deutschland beispielsweise die DZ-Bank bei den Genossenschaftsbanken. Da steht dann DZ-Bank drauf und es ist Natixis drin. 

Die Crédit Agricole ist ebenfalls genossenschaftlich organisiert. Da wird es immer verständlicher, dass sich Frankreich einige Sonderregelungen für die Rettung seiner Banken im Rahmen der EU-weiten Regelung ausbedungen hat. 

Anders als die beiden französischen Banken sind die ebenfalls weit vorne platzierten Credit Suisse, Deutsche Bank und Commerzbank zu bewerten. Im Gegensatz zu den genannten französischen Großbanken sind diese drei Banken tief verstrickt in den weltweiten Derivatehandel, der Massenvernichtungswaffe (O-Ton Warren Buffett) schlechthin. Wer sich von unseren LeserInnen mit diesem Thema immer noch nicht beschäftigt hat, der sollte unbedingt unseren Beitrag zu diesem Thema lesen: "Desaster Derivatehandel" (hier). Nur damit ist eine ganzheitliche Risikobetrachtung der europäischen Finanzindustrie möglich. Insofern ist die folgende Liste nicht wirklich zur Bewertung der tatsächlichen Risiken der aufgeführten Banken geeignet. Andere Vertreter der Spezies Zombie-Banken, wie die Schweizer UBS, die britische HSBC oder RBS landen auf hinteren Plätzen. Genauso Banken, die bereits am Tropf ihrer Staaten und der EZB hängen, wie die niederländische ING, die dänische Danske Bank oder die spanischen Banken, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Alles in allem ein gigantisches Pulverfass an dem schon längst die Lunte brennt - trotz der Rettungsmaßnahmen durch die EU. 

Die folgenden Grafiken stammen aus dem Beitrag von ZERO HEDGE. Es lohnt sich, genauer hinzusehen. 






Krisenprophet William White "Wir stecken mitten in einer neuen Blase"
(spiegel.de) Bis in die Details hat William White bereits 2003 die globale Finanzkrise vorhergesagt. Niemand wollte damals auf ihn hören. Der Ökonom erklärt im Interview, warum die Welt bereits auf den nächsten Crash zusteuert - und warum auch die neuen EU-Bankenregeln daran nichts ändern werden. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Der geeignete Beitrag, um den heutigen Nachrichten-Ticker abzuschließen. White beschreibt leicht verständlich seine Sicht der Dinge und zeigt dabei wenig Zuversicht. 

SPIEGEL ONLINE widmete White am 07.08.2009 in seiner englischen Ausgabe einen lesenswerten, sehr ausführlichen Beitrag mit dem Titel "The Man Nobody Wanted to Hear: Global Banking Economist Warned of Coming Crisis". Die Autoren, Beat Balzli und Michaela Schiessl, schreiben im Vorspann: "William White predicted the approaching financial crisis years before 2007's subprime meltdown. But central bankers preferred to listen to his great rival Alan Greenspan instead, with devastating consequences for the global economy." Mehr dazu hier


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unsichtbar, aber unerbittlich, zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht unweigerlich zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Wie es funktioniert hat Europa in Zypern vorgemacht. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie soll unsere Unabhängigkeit sichern. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.


Donnerstag, 27. Juni 2013

Standpunkt 678 - Nachrichten-Ticker, 26.06.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Merkels Wahlprogramm – Deutsche in Kauflaune – Draghi zur Geldpolitik – EU-Bankenrettung via ESM – Draghis Mahnung  – Großbritannien – Dänemark – USA


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Pläne der EU nach der Enteignung in Zypern zeigen, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update unseren LeserInnen so schnell wie möglich zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus wird leider nichts, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir noch verarbeiten wollen. Bis Ende Juni wollen wir fertig sein. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung. Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollzähligkeit.


Wahlprogramm mit Kurzzeitgültigkeit
(heise/telepolis.de) Die Union verabschiedet ein Wahlprogramm - da die Umsetzung der Reformversprechen an den Finanzierungsvorbehalt gekoppelt ist, wird es nach den Wahlen zu den Akten gelegt. Mehr...

Kommentar: Dieser Beitrag erklärt verständlich, warum es sich bei den Aufregungen um das Wahlprogramm der Union nur um Theaterdonner handelt. Eine große Show, die am Wahlabend schon wieder ihr Ende findet. Und ein Beispiel dafür, mit welchen bescheidenen Mitteln heute Politik gemacht wird. Darauf kann es eigentlich nur eine Antwort geben: Wahlboykott.  


Kauflaune der Deutschen so groß wie zuletzt 2007
(zeit.de) Der private Verbrauch stabilisiert die Konjunktur. Wegen guter Tarifabschlüsse und einer geringen Inflation sitze das Geld vielen momentan locker, sagen Konsumforscher. Mehr...

Kommentar: Es ist mittlerweile eine lächerliche Übung. Ständig wird versucht den Eindruck zu vermitteln, die Deutschen entwickeln sich zu wahren Bilderbuchkonsumenten, die trotz Krise freudig ihr Geld ausgeben. Nur ein running gag. Für vielleicht 72 Stunden. Die Zahlen des Handels bestätigen das regelmäßig nicht. Danach bleiben die Deutschen was sie sind: Konsummuffel. 


EZB-Chef Draghi: Ausstieg aus lockerer Geldpolitik in weiter Ferne
(boerse-online.de) Im Kampf gegen die Rezession in der Euro-Zone wird die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Politik des billigen Geldes noch länger fortsetzen. Mehr...

Kommentar: Wenigstens dabei ist Draghi ehrlich. Ehrlicher jedenfalls als Bernanke, der so tut, als könne die Fed ihre Politik des leichten Geldes mir nichts dir nichts aufgeben. Den Quatsch, der von Fitschen, dem Co-Chef der Deutsche Bank, wieder einmal verbreitet wird, weigern wir uns zu kommentieren. Es sind die übl(ich)en Nebelkerzen der gefährlichen Spezies eines Wolfs im Schafspelz.


 Sag mir, wo die Milliarden sind
(sueddeutsche.de) Der Euro-Rettungsfonds ESM soll notleidenden Banken auch direkt helfen. Das erweist sich nun als gewaltiges Problem, weil es viel Kapital bindet - am Ende könnte das Geld fehlen, um Staaten zu retten. Mehr...

Kommentar: Die Staaten haben sich zur Aufgabe gemacht, die Banken zu retten - ohne Sinn und Verstand. Ob mit oder ohne ESM spielt dabei überhaupt keine Rolle. Die Kosten dieser Rettungsmaßnahmen werden durchgereicht bis zu den Sparern und Steuerzahlern. Die müssen am Ende die Staaten retten. Das ist bereits beschlossene Sache. Der Umweg über ESM und Bankenunion dient nur der Verschleierung dieses Vorhabens. Und es sind die Knochen, an denen sich die Parlamentarier in der EU die Zähne für ein kleines bisschen Gefühl von Demokratie abkauen dürfen. Alles von langer Hand geplant: "In der Politik geschieht nichts zufällig! Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auf diese Weise geplant war!" (Franklin D. Roosevelt, 32. US-Präsident) 


Draghi: "Die Grenzen der Geldpolitik sind erreicht – Jetzt sind die Regierungen dran"
(format.at) Vor Abgeordneten der Nationalversammlung in Paris kritisiert Mario Draghi Frankreich ganz offen und fordert von der Grande Nation Reformen. Immerhin habe die EZB in Bezug auf die Bewältigung der Krise schon genügend Maßnahmen gesetzt. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Noch einmal Mario Draghi. Dieses Mal nimmt er es mit der Wahrheit nicht sonderlich genau, wenn er behauptet "die EZB hat so viel getan, wie sie kann, um die Finanzmärkte zu stabilisieren und für Wachstum zu sorgen." Stabilisiert wurden die Banken, mehr nicht. Das so dringend notwendige Wachstum findet nicht statt. Gewachsen sind lediglich diverse Blasen in den Finanzmärkten. Von den Maßnahmen der EZB kommt in der Realwirtschaft keine an. Dazu passt eine aktuelle Meldung vom österreichischen WIRTSCHAFTSBLATT: "Der Mittelstand braucht 3,5 Billionen €".  Dort heisst es im Vorspann: "Was Unternehmer längst spüren, bestätigt nun S&P: Europas Mittelstand kommt schwer an Kredite heran. Dabei gibt es bis 2018 einen Finanzierungsbedarf von 3,5 Billionen €." Mehr dazu hier


Quelle: zerohedge.com


Der englische Patient erholt sich
(diepresse.com) Die Wirtschaft des Landes zeigt wieder erste Lebenszeichen. Doch die Regierung hält an ihrem Sparprogramm fest. Ein Paradigmenwechsel ist nicht in Sicht – auch nicht nach einem möglichen Regierungswechsel. Mehr...

Kommentar: Ein Märchen. 


World’s Most Indebted Households Face Rate Pain: Nordic Credit
(bloomberg.com) Danish consumers, who owe banks more than three times their disposable incomes, are about to find out how sustainable that debt load is as interest rates rise. Signals from the U.S. Federal Reserve that it’s preparing to scale back monetary stimulus have already sent mortgage costs higher as yields rise across global bond markets. The Nykredit Index of Denmark’s most traded mortgage bonds sank this week to its lowest in more than four months after investors sold assets once coveted for their haven status. Though the government and central bank have long argued Denmark’s private debt burden is backed by some of the world’s biggest pension savings, record consumer borrowing has prompted warnings from the European Commission and the International Monetary Fund. The Systemic Risk Board in Copenhagen said this week it will investigate private debt growth in response to international concerns. “We have decided to initiate an analysis to see if there is a risk to the systemic stability,” central bank Governor Lars Rohde, who heads the board, said in an interview. Though recent studies suggest a “significant level of robustness,” the board has “noted that others outside the country have a different understanding.” Read more...

Kommentar: Zu den Problemen mit den Hyptheken die nächste Baustelle der dänischen Banken: Die extrem hohen Schulden der privaten Haushalte. Die Überschrift spricht Bände. Regierung und Zentralbank benutzen zur Absicherung die heimischen Pensionsfonds. Wegen der Hypothekenkrise hängen Dänemarks Banken bereits am Tropf der EU, einige Milliarden sind deshalb schon Richtung Norden geflossen. Und es ist noch nicht alles, Dänemarks Banken sind ein Pulverfass.


Final Q1 GDP Is A Huge Miss, Personal Consumption Craters
(zerohedge.com) Following yesterday's epic trifecta of economic growth when durables, housing and confidence data all slammed expectations, it was up to GDP to be the bad cop. Sure enough, following the already disappointing first Q1 GDP revision which revised the preliminary 2.5% number to 2.4%, today economists were expecting an unchanged print. Instead they got a crash to 1.77%. And on what? Why the collapsing US consumer whose true colors have finally come out in the final Q1 GDP revision: responsible for 2.40% of the GDP print in the first revision, Personal Consumption Expenditures tumbled to just 1.83% of GDP. In absolute terms, PCE plunged from 3.4% to 2.6% on expectations of 3.4%. There goes the buying power of the overlevered, undersaved US consumer. Read more...

Kommentar: Glaubt man den deutschen Medien, dann kennt die US-Wirtschaft nur eine Richtung, nach oben. So meldet der SPIEGEL "Konjunktur in den USA erholt sich" und BÖRSE-ONLINE behauptet "US-Konjunkturdaten stützen Fed-Ausstiegsplan" und schreibt: "Neue Wirtschaftsdaten aus den USA stützen das konjunkturelle Szenario der amerikanischen Notenbank Fed und damit deren Plan zur Straffung ihrer ultralockeren Geldpolitik." Mehr dazu hier. Der SPIEGEL-Beitrag betont: "Die Zeichen für die Wirtschaft der USA stehen klar auf Aufschwung: Die Konsumlaune ist so gut wie vor der Krise, die Industrie verzeichnet kräftiges Auftragswachstum - selbst die einst gebeutelte Baubranche kann sich freuen: Sie verkauft mehr Eigenheime - zu höheren Preisen." Mehr dazu hier. Aber ist das wirklich so? ZERO HEDGE bietet in seinem Beitrag eine aussagekräftige Grafik, die wir anders interpretieren. Unsere eigenen Quellen in den USA zeichnen nach wie vor ein düsteres Bild, das wenig zu tun hat mit den Lobpreisungen in den deutschsprachigen Medien. Amerika ist noch lange nicht soweit für einen Turnaround. Das Problem ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Da müssen mindestens 12 Millionen Jobs her. Das ist immer noch zu wenig, angesichts von knapp 90 Millionen erwerbsfähigen Amerikanern über 16 Jahre ohne Job. Bei der Berechnung der offiziellen Arbeitslosenstatistik fallen diese Menschen einfach unter den Tisch. Deshalb liegt die Arbeitslosenquote bei äußerst günstigen 7,8%. 

Quelle: zerohedge.com


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unsichtbar, aber unerbittlich, zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht unweigerlich zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Wie es funktioniert hat Europa in Zypern vorgemacht. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie soll unsere Unabhängigkeit sichern. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.

Mittwoch, 26. Juni 2013

Standpunkt 677 - Nachrichten-Ticker, 25.06.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Merkels Bananenrepublik – BIZ – Zypern – Griechenland-Krise – Neues von der Finanzkrise  – China explosiv


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Pläne der EU nach der Enteignung in Zypern zeigen, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update unseren LeserInnen so schnell wie möglich zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus wird leider nichts, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir noch verarbeiten wollen. Bis Ende Juni wollen wir fertig sein. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung. Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollzähligkeit.


Merkels Lobbyrepublik Deutschland
(handelsblatt.com) Dubiose Parteispenden, Sponsoring-Affären, Politikerwechsel in die Wirtschaft: Merkels Regierungsjahre waren auch Lobbyismus-Jahre, resümiert LobbyControl. Schwarz-Gelb habe nichts gegen die Politikunterwanderung getan. Mehr...

Kommentar: Merkel hält sich eine Bananenrepublik. "Freie Fahrt für Lobbyisten – rote Ampel für Transparenz und Demokratie" umschreibt diese Tatsache sachlich LobbyControl (hier). Zur Studie geht es hier. 1 und 1 zusammengezählt ergibt viele Hintergründe über das Wie und Warum der deutschen Krisenpolitik in Europa. Regelmäßig moniert das deutsche "BILD"-ungsbürgertum Demokratiedefizite in der EU. Wer im Glashaus sitzt, der sollte nicht mit Steinen werfen...


"Überraschend, wie klar die BIZ Position bezieht"
(tagesanzeiger.ch) Der pointierte Jahresbericht der BIZ hat selbst Kenner überrascht. Im Interview sagt KOF-Wirtschaftsforscher Michael Lamla, was er von den Thesen der Bank für internationalen Zahlungsausgleich hält. Mehr...

Kommentar: Wir haben gestern bereits dazu berichtet und kommentiert (hier). Dieser Beitrag aus der Schweiz zeigt, wie unterschiedlich die Wirklichkeit wahrgenommen wird. Da ist von Reform-Erfolgen und Schuldenabbau in den Krisenländern die Rede, oder vom Wirtschaftsaufschwung in den USA. Erstaunlich. 


Finanzlage in Zypern: Wirtschaft im freien Fall
(tagesspiegel.de) Verwaiste Fabriken, Geschäfte und Baustellen – so sieht der Alltag in Zypern seit dem Frühjahr aus. Gerettet hat die Europäische Union zuerst ausländische Investoren. Heimische Unternehmen, wenn sie noch nicht pleite gegangen sind, bangen nun um ihr Fortbestehen. Mehr...

Kommentar: Vor wenigen Tagen haben wir uns mit Zypern beschäftigt und u. a. geschrieben: "Die Wirtschaft Zyperns ist bereits weitgehend kaputt, es geht nur noch um Restbestände. Aus Sicht der europäischen Krisenmanager ist Zypern wertlos und wird aufgegeben." (hier) Heute kommt in diesem Artikel von Harald Schumann die Bestätigung. Und liefert außerdem noch viel Wissenswertes rund um die angebliche Zypern-Rettung, einem neuen Beispiel von Lug und Trug in Europa. Ex-Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker muss eigentlich stolz sein: "Wenn es ernst wird, muss man lügen." Seine Kollegen halten sich daran. 


Griechenlandkrise: Brüssels launische Götter
(presseurop.eu) Während sich die Lebensbedingungen in Griechenland weiter verschlechtern und das Krisenmanagement der Troika in der Kritik steht, verschließen die europäischen Institutionen weiter die Augen. Es ist höchste Zeit, dass die EU-Kommission für die schreckliche Tragödie zur Rechenschaft gezogen wird. Mehr...

Kommentar: Bemerkenswert, dieser Beitrag aus Italien. Er gipfelt in der Forderung, die EU-Kommission muss abgesetzt werden. Die Begründung ist klar formuliert: "Die EU-Kommission hat Ehre und Zeit verloren. Sie hat Zweitracht unter den Mitgliedsstaaten gesät. Sie hat das griechische Volk in den Abgrund gestürzt. Sie wird von einem doppelzüngigen IWF kritisiert. Sie ist von etwas befallen, was Einstein als den schlimmsten Fehler des Politikers und des Wissenschafters ansah: 'Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert'." Treffend beschrieben. 


Quelle: presseurop.eu



Die Gier, die Dummheit und unsere eigene Schuld
(handelsblatt.com) Wer ist schuld an der Finanzkrise? Und was lernen wir daraus? Darauf gibt kaum jemand so klare Antworten wie John Lanchester. Der britische Autor erklärt, warum Banker manchmal gefährlicher als Terroristen sind. Mehr...

Kommentar: Wer die Krise noch nicht verstanden hat, der wird bei John Lanchester garantiert fündig. Dieser Beitrag enthält eine ganze Reihe zitierfähiger Aussagen, von denen wir die zwei wichtigsten hierher übernommen haben: 1. "Die Nachwirkungen dieser Krise werden unsere Gesellschaft während der nächsten zehn Jahre und womöglich länger politisch und ökonomisch beherrschen. Wir sollten unbedingt versuchen, die Krise zu verstehen, und anfangen, darüber nachzudenken, was als Nächstes kommt." 2. "Die Finanzindustrie mag zwar die Krise verursacht haben, aber ohne das Versagen der Regierungen, die jahrzehntelang der Ideologie des unverfälschten Laissez-faire-Kapitalismus anhingen, wäre es nie so weit gekommen. Mit dieser Ideologie erlaubte man es den Bankern im Grunde genommen, ihre ganz eigenen Regeln aufzustellen – oder vielmehr gerade nicht aufzustellen." In Deutschland lässt sich die Verantwortung für dieses Desaster an ganz bestimmten Personen festmachen, von denen einige noch eine gewichtige Rolle in Europa spielen, bzw. spielen wollen: Angela Merkel (in der öffentlichen Wahrnehmung die Kanzlerin des Vertrauens), die "Kaltmamsell de Kapitals" (O-Ton Urban Priol), Jörg Asmussen (Ex-Staatssekretär im Finanzministerium, heute im Direktorium der EZB, eine typische "Bock-zum-Gärtner gemacht"-Konstellation), Wolfgang Schäuble (Erfüllungsgehilfe der Kanzlerin des Vertrauens), Jens Weidmann (früher im Kanzleramt zuständig für die Wirtschafts- und Finanzpolitik, heute Chef der Bundesbank, Peer Steinbrück (Ex-Ministerpräsident NRW, Ex-Bundesfinanzminister, heute Kanzlerkandidat der SPD, die nächste "Bock-zum-Gärtner-gemacht"-Konstellation). 

Lanchester kommt immer auf den Punkt, schreibt nicht um den heissen Brei herum und liefert reichlich Material und Denkanstöße. Davon vermittelt dieser Beitrag einen guten Eindruck. Ständig begegnen wir, auch bei unseren regelmäßigen LeserInnen, noch dem Phänomen lieber den Kopf in den Sand zu stecken, als sich mit der Krise und ihren Folgen ernsthaft auseinanderzusetzen. "Es wird schon irgendwie gutgehen" ist die Devise, die da oben werden sich schon darum kümmern, dass es nicht so schlimm kommt wie in Südeuropa, oder bei unseren Nachbarn in Frankreich und Holland. Das ist ein Trugschluss:  "In seiner derzeitigen Form stellt das Finanzsystem eine größere Bedrohung für die westlichen Demokratien dar, als es der Terrorismus je sein könnte. Keine demokratische Regierung ist je von einer terroristischen Bedrohung destabilisiert worden", meint Lanchester. "Wenn aber Geldautomaten kein Geld mehr ausspucken, hat das so weitreichende Folgen, dass es die heutigen Staaten demokratischer Verfassung an den Rand des Zusammenbruchs führen kann." Den Euro sieht Lanchester in höchster Gefahr: "Deutschland wird das Wohl der übrigen Europäer auf die gleiche Stufe stellen müssen wie seine eigenen Interessen, sonst ist der Euro erledigt." Sehr zuversichtlich, dass die Deutschen das überhaupt wollen, ist er nicht. 

John Lanchester hat dazu ein Buch geschrieben, das gerade auf Deutsch bei Klett Cotta erschienen ist: "Warum jeder jedem etwas schuldet und keiner jemals etwas zurückzahlt". Der Autor dieses Beitrages fasst seine Eindrücke über das Buch so zusammen: "Lanchester argumentiert differenziert, urteilt nicht pauschal. Das macht seine Analyse so wertvoll, selbst wenn man sie nicht in allen Punkten teilen mag. Sollten Sie nur ein Buch über die Finanzkrise lesen wollen, dann lesen Sie dieses. Auch wenn Sie das Wort Krise eigentlich nicht mehr hören können." Dem schließen wir uns an. Aber Vorsicht, das Lesen dieses Buches kann zu Panikattacken und Angstzuständen führen.

  
Löst China die nächste Finanzkrise aus?
(diepresse.com) Den chinesischen Banken ging vorübergehend das Geld aus. Bevor die Situation eskalierte, schritt am Dienstag die Zentralbank ein und pumpte Milliarden in den Finanzsektor. Doch das ist nur eine kurzfristige Lösung. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wie sehr sich schlagartig die Stimmung verändert hat. Über viele Monate war China der Liebling der Medien, zuständig für gute Stimmung. Hoch gehandelt als Weltwirtschaftslokomotive, als Wachstumsparadies, das gelobte Land für deutsche Konzernlenker, nahezu fehlerfrei im Umgang mit dem Kapitalismus und seinen Methoden. Jetzt ist die Enttäuschung darüber groß, dass China den Westen nur 1 zu 1 kopiert, inklusive der Fehler. Ganz im Gegenteil. Es sieht so aus, als habe China die Fehlerquellen sogar noch maximiert. Durch Turbo-Wachstum um jeden Preis, kreditfinanziert, unkontrolliert. China hat sich im eigenen Land kaputtexpandiert. 

Noch wird in den deutschen Medien zurückhaltend berichtet. Lediglich das HANDELSBLATT meldet "Es könnte schlimmer als Lehman werden" und beruft sich auf Experten: "Sorgen um eine Kreditklemme in China treiben die Anleger in Bundesanleihen und US-Treasuries. Zwar versucht Chinas Zentralbank die Angst zu zerstreuen, doch Experten sehen größere Gefahren als bei der Lehman-Pleite. (...) Experten sprechen davon, dass China die gleichen Symptome aufweist, die Japan, die USA und Europa vor ihren jeweiligen Finanzkrisen zeigten: einen enormen Fremdfinanzierungsgrad, Tendenzen zur Bildung einer Immobilienblase und einen Rückgang des Wirtschaftswachstums. " Mehr dazu hier

Krisentypisch ist es bereits zu Schwierigkeiten für die Kunden gekommen. DIE PRESSE schreibt "China: Bankomat-Ausfälle schüren Angst vor Bankenkrise" und berichtet: "Systemausfälle bei mehreren chinesischen Banken haben die Angst vor einer Kreditklemme in der Volksrepublik weiter angefacht. Bei Chinas drittgrößtem Kreditgeber, der Bank of China, gab es am Montag ebenso wie bei der Bank of Nanjing zeitweise Störungen im Überweisungssystem. Am Sonntag konnten Kunden des Branchenersten ICBC Berichten auf dem Kurznachrichtendienst Weibo zufolge landesweit an Geldautomaten kein Geld abheben. Den Geldhäusern zufolge waren technische Probleme der Grund für die Ausfälle. Doch Kunden befürchteten ein gravierenderes Problem im Bankensektor." Mehr dazu hier. Es handelt sich ausnahmslos um staatlich kontrollierte Banken. Die Chinesen haben sich ruhig verhalten, zu Schlangen vor den Geldautomaten ist es nicht gekommen. 

Noch einmal DIE PRESSE: "Die chinesischen Banken misstrauen einander. Denn es ist unklar, wie viele Leichen in den Bilanzen stecken. Auf den Finanzmärkten machten Gerüchte die Runde, dass einige chinesische Banken in größeren Schwierigkeiten stecken." Zusammen mit den abgesoffenen Krediten der Regionalregierungen von schätzungsweise 800 Milliarden USD und den unbekannten Risiken der Schattenbanken ein explosives Gemisch, das jederzeit hochgehen kann. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unsichtbar, aber unerbittlich, zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht unweigerlich zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Wie es funktioniert hat Europa in Zypern vorgemacht. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie soll unsere Unabhängigkeit sichern. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.