Samstag, 1. Juni 2013

Standpunkt 652 - Nachrichten-Ticker, 31.05.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: PIMCO versus Draghi – IWF: Banken-Crash in Europa – Europa-Krise – EU-Arbeitslosenquote – Zukunft der Eurozone – Bankenunion – Konsum in Deutschland – Schweden-Modell am Ende – China – "8 gehören 50"


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update kurzfristig unseren LeserInnen zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir bis Ende April damit fertig sein. Daraus wird leider nichts. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


Pimco zweifelt an Macht von Mario Draghi
(wirtschaftsblatt.at) Der weltgrößte Anleihenverwalter verabschiedet sich stückweise wieder von Europa - und rät zum Verkauf der Staatsanleihen. Er hält die Macht von Mario Draghi für begrenzt. Mehr...

Kommentar: PIMCO, eine der weltweit operierenden Schattenbanken und zum Allianz-Konzern gehörend, macht Stimmung - gegen die Eurozone und zu Gunsten der eigenen Spekulationen. Tatsächlich erwarten wir einen nächsten großen Schritt bei der sogenannten Euro-Rettung. Spanien und Italien stehen dabei ganz weit oben. PIMCO hat sich darauf bereits vorbereitet. 


EZB warnt vor Banken-Crash in Europa
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Diese Woche stellte die EZB ihren aktuellen Bericht zur Lage der europäischen Banken vor. Die Botschaft ist klar: Fünf Jahre nach der Finanzkrise steht die Euro-Zone vor einem Banken-Crash. Und zwar nicht nur in den Peripherie-Staaten der Währungsunion, sondern auch in Ländern wie Deutschland ist die Lage der Geldhäuser kritisch. Die anhaltende Rezession, die hohe Arbeitslosigkeit und die stetig wachsenden faulen Kredite in den Bilanzen der Banken erhöhen das Risiko einer erneuten Bankenkrise, so der Bericht der EZB. Und das in einer Zeit, in der die europäischen Banken noch immer damit beschäftigt sind, die Folgen der Finanzkrise von 2008 zu kompensieren. Die vordergründige Beruhigung an den Finanzmärkten kann darüber auch nicht hinwegtäuschen. Das vergangene Jahr „war kein gutes Jahr für die Banken“, zitiert die New York Times den Vize-Präsidenten der EZB, Vítor Constâncio. Zwar seien vor allem die Banken in Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit und fallenden Immobilien-Preisen gefährdet – Länder wie Spanien, Italien, Griechenland und Portugal. Aber auch in Ländern wie Deutschland sieht es nicht zwangsweise deutlich besser aus. Der Blick in die Bücher der Commerzbank, der Portigon und auch der NordLB bestätigen dies. Am Donnerstag erst teilte die NordLB mit, dass sie in den ersten drei Monaten des Jahres einen Verlust in Höhe von 32 Millionen Euro eingefahren hat. Vor allem die Krise in der Schifffahrtsindustrie belastet die Bank. Doch nicht nur faule Kredite belasten deutsche Geldhäuser. Die Bilanz der Deutschen Bank beispielsweise weist einen immensen Anteil risikoreicher Derivate auf, der einer tickenden Zeitbombe gleicht. Mehr...

Kommentar: Seit der vermeintlichen Zypern-Rettung herrscht gespenstische Ruhe an der Oberfläche der europäischen Krise. Darunter rumort es aber gewaltig und die nächste Krisenverschärfung lässt nicht mehr lange auf sich warten. Die Krise frisst sich durch Europa und wird von Land zu Land immer gefährlicher. Wir rechnen mit einer neuen Stufe der Eskalation, deren Auswirkungen sehr wahrscheinlich nicht auf Europa beschränkt bleiben werden. Um noch einmal größere Schäden zu verhindern, kommt es zu unglaublichen Rettungsaktionen, die aber nur für eine kurzfristige Entspannung sorgen können. Es werden vereinte Anstrengungen unternommen, so geräuschlos wie möglich den Wahltermin für die Bundestagswahl im September zu überstehen. Ein "internationales Konsortium" wird die Eiserne Lady Kanzlerin Angela Merkel mit allen Mitteln bei ihrer Wiederwahl unterstützen. Die Finanzindustrie weiß längst, welche starke Verbündete sie in der deutschen Bundeskanzlerin hat. Diese unerwarteten Äußerungen der EZB, sie befürchte in Europa Bankenzusammenbrüche (aus "ECB Financial Stability Review May 2013", hier und hier), dienen dem Zweck, heute schon die Öffentlichkeit auf die dringend erforderlichen Rettungsmaßnahmen nach dem "Zypern-Modell" vorzubereiten. 

Zum wiederholten Mal warnen wir heute unsere LeserInnen ausdrücklich vor der finalen Krise in Europa: Die ursprüngliche Bankenkrise, zwischendurch in eine Staatsschuldenkrise umgedeutet, wird sich unaufhaltsam wieder in eine Bankenkrise zurückverwandeln. Es ist ein schleichender Prozess, der lange unbeachtet bleiben wird, aber bereits begonnen hat. Wer nicht den Kopf in den Sand steckt, erkennt die Zeichen - nicht zuletzt, weil wir sie beschreiben. Dieser Kelch wird an Deutschland nicht vorüber gehen, viel zu tief stecken die deutschen Banken, angeführt vom Primus Deutsche Bank, in diesem Sumpf drin (Beispiel hier). Für deutsche Sparer wird nicht die Rettung ausländischer Banken zum Fiasko, sondern die Rettung der heimischen. Die endet in einem Blutbad: Die Ersparnisse und Vermögen sind vernichtet, die Banken aber nicht gerettet. Wer sich absichern möchte, der muss handeln. Jetzt, nicht erst wenn es zu spät ist!   

  
Eine kleine europäische Geschichte
(fuw.ch) Die Eurokrise ist ein abstraktes Thema. Versuchen wir es daher mal mit einer kleinen europäischen Geschichte. Sie mag zufällig gewählt sein und erhebt keinen Anspruch darauf, alles zu erklären. Und doch erhellt sie einiges. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Der Beitrag beschreibt die Krise in Europa am Beispiel Italiens aus der Sicht unserer Schweizer Nachbarn. Er wirft ein erbärmliches Licht auf die italienische Regierung unter Mario Monti und die europäische Krisenpolitik. Die beiden Grafiken verdeutlichen die Situation: 


Quelle: fuw.ch

Quelle: fuw. ch

Natürlich sind auch viele Dinge hausgemacht, wenn beispielsweise Fiat große Teile seiner Produktion nach Polen verlegt (gefördert mit Geldern aus Brüssel, versteht sich) oder den Plan schmiedet, seinen Hauptsitz in die USA zu verlegen. Und der Staat wegen seiner neoliberalen Haltung diesem Treiben tatenlos zusieht. Da müssen dringend Regularien geschaffen werden, die innerhalb Europas solche Wettbewerbsverzerrungen verhindern oder wenigstens ausgleichen. Fiat hat jahrzehntelang von der Finanz- und Wirtschaftspolitik Italiens profitiert. Verlässt der Konzern, angelockt von Steuervorteilen und EU-Fördermitteln, das Land, um seine Produktion in einen anderen Staat Europas zu verlagern, dann muss ein Ausgleich geschaffen werden. Besser wäre es natürlich, durch einheitliche Regelungen solche Wettbewerbsverzerrungen erst gar nicht zu erlauben. Wozu diese Entwicklung in Italien schon geführt hat, beschreibt Österreichs FORMAT mit einem Zitat des italienischen Notenbankpräsidenten, Ignazio Visco: "Italien ist auf ein Niveau wie vor 25 Jahren gesunken". Das Blatt fasst zusammen: "Die Wirtschaft sei in Italien auf ein Niveau wie vor 25 Jahren gesunken. Visco appellierte an die Regierung Letta, dringend Maßnahmen zur Wirtschaftsankurbelung zu ergreifen. Wegen der Krise sei der soziale Zusammenhalt im Land gefährdet. Wichtig sei auch eine Senkung des Steuerdrucks, der auf Unternehmen und Löhnen laste." Mehr dazu hier. Was Visco empfiehlt, sind nicht unbedingt geeignete Maßnahmen für eine nachhaltige Verbesserung der Verhältnisse im Land. Ernst zu nehmen ist aber sein Hinweis auf die Probleme der italienischen Banken. Alles zusammen ist eine explosive Mischung, die nicht nur Italien an den Rand seiner Leistungsfähigkeit führt. Europa wird gefordert sein, um einzugreifen. Nur verschärfen leider diese Eingriffe die Krise noch. Und erhöhen den Druck auf Länder wie Frankreich, Österreich, die Niederlande und Deutschland. Rat- und Hilflosigkeit regieren in Europa. Es gibt keine Hoffnung. 


Eurozone: Arbeitslosenquoten der Schande
(querschuesse.de) Heute veröffentlichte Eurostat die saisonbereinigten Arbeitslosenquoten für die EU17 und die EU27 und diese belegen, wie nun schon jeden Monat, die Schärfe der Krise in der Südperipherie und die unhaltbaren Divergenzen in der Eurozone. In der Eurozone stieg die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im April 2013 auf 12,2% und damit auf die höchste Arbeitslosenquote seit Bestehen der Gemeinschaft und die höchste Quote seit dem Beginn der Datenerhebung im Jahre 1995. In der Eurozone waren im April 2013 19,375 Millionen Erwerbsfähige arbeitslos. In der EU27 lag die Arbeitslosenquote unverändert zum Vormonat bei 11,0%, dies entsprach 26,588 Millionen Arbeitslosen. Die Krise dokumentiert sich auch im April 2013 in hohen Arbeitslosenquoten, vor allem in der Südperipherie der Eurozone. So lag die offizielle saisonbereinigte Arbeitslosenquote in Portugal im April 2013 bei 17,8% (+0,1 Prozentpunkte zum Vormonat), in Italien lag sie bei 12,0% (+0,1 Prozentpunkte), in Spanien lag sie bei 26,8% (+0,1 Prozentpunkte) und in Griechenland, die mit ihrer monatlichen Datenerhebung immer um zwei Monate hinterherhinken, stieg die saisonbereinigte Quote für Februar 2013 auf 27,0% (+0,3 Prozentpunkte). In allen diesen Ländern wurden neue Allzeithochs bei der Arbeitslosenquote markiert! (...) Noch viel schlimmer steht es um die Jugend der Eurozone, Perspektivlosigkeit und Verachtung ihres Leistungsvermögens äußern sich in den Kernländer der Eurozone [das sind in diesem Fall Deutschland, Österreich und die Niederlande, Anm. d. Verf.] in einer Generation Praktikum, Volontariat, Leiharbeit, Billiglohn, in befristeten Jobs inklusive unfreiwilliger Teilzeit. In der Südperipherie wird dieser Zustand noch viel weiter getrieben, in Arbeitslosenquoten von Jugendlichen, wie sie bisher nur in der Großen Depression zu beobachten war. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Steffen Bogs hat wieder saubere Arbeit geleistet und die Daten in anschauliche Grafiken verwandelt: 







Es ist die Dokumentation eines völligen Versagens der Politik in Europa. Bei diesen offiziellen Zahlen muss außerdem berücksichtigt werden, dass Millionen Erwerbsfähige, die angeblich dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen, bei der Berechnung von Arbeitslosenquote- und zahl keine Rolle spielen, also in den Statistiken überhaupt nicht erscheinen. Steffen Bogs bringt es so auf den Punkt: "Auch die extremen Arbeitslosenquoten aus der Südperipherie sind die maskierten Daten, denn Millionen Entmutigte, Unterbeschäftigte und Selbständige ohne ausreichendes Einkommen sind damit nicht mal offengelegt." 

Neben Griechenland ist Spanien besonders stark betroffen. Österreichs FORMAT beschreibt diese Situation wie folgt: "Würden die Beschäftigungslosen sich in einer Reihe aufstellen, reichte die Schlange von Madrid bis nach Berlin und zurück oder von Sevilla bis nach Moskau. Die EU-Statistikbehörde Eurostat bezifferte am Freitag die Arbeitslosenquote in Spanien auf 26,6 Prozent, den höchsten Wert in Westeuropa" (aus: "Das ist ein Rekord der Schande", hier). 
 
"Europe's Scariest Chart Goes Parabolic" beschreibt ZERO HEDGE die neuen Zahlen von Eurostat und liefert einen wunderbar aussagekräftigen Chart zu der Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit in der Eurozone: 


Quelle: zerohedge.com

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte... Den vollständigen Beitrag dazu hier

Eurostat, das Statistische Amt der EU, meldet für April: "Arbeitslosenquote des Euroraums bei 12,2%,Quote der EU27 bei 11,0%" (hier) und liefert ebenfalls eine übersichtliche grafische Darstellung: 


 
Selbst im internationalen Vergleich liegt Europa klar an der Spitze, wie der folgende Chart für April 2013 zeigt: 


Quelle: zerohedge.com

Bei der Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit will die EU gegensteuern - und bis 2020 läppische 60 Milliarden Euro dafür bereitstellen. Die SZ schreibt über diese Maßnahme: "Verlorene Generation, vergessen und betrogen". In der Einleitung heißt es dazu: "Politiker verkünden vollmundig einen 'New Deal' und wollen mit 60 Milliarden Euro die Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen. Die Rettung maroder Banken war ihnen ein Vielfaches wert. Um Europas Jugend eine echte Perspektive zu bieten, bräuchte es Mut, kluge Ideen und schmerzhafte Reformen der verkrusteten Arbeitsmärkte." Mehr dazu hier. Es ist eine leidlich gute Analyse, der aber ansonsten genau das fehlt, was sie anmahnt: Mut und kluge Ideen. Wir erinnern uns an Zeiten, da haben Journalisten der Politik die Eckpunkte solcher Programme diktiert. Das ist aber lange her. 


Zukunftsszenarien für die Eurozone - 15 Perspektiven zur Eurokrise
(fes.de) Die  Eurozone  steht  am  Scheideweg  und  ist  mit  den  größten  Herausforderungen ihrer Geschichte konfrontiert: Die systemische Krise und die politischen Bemühungen um ihre Bewältigung haben weitreichende Konsequenzen für die Zukunft der Wirtschafts- und Währungsunion, für die europäische Integration und die Stellung Europas in der Welt. 
Mit der Herausarbeitung der wesentlichen Einflussfaktoren auf die zukünftige Entwicklung der Wirtschafts- und Währungsunion wurde eine Reihe unterschiedlicher Szenarien entwickelt, um mögliche Bilder von der Eurozone im Jahr 2020 zu zeichnen. 
Vier Hauptszenarien sind vorstellbar: (A) Ein Sich-Durchlavieren durch die Krise. Die Eurozone bleibt ein Haus ohne schützendes Dach. (B) Auflösung der Eurozone. Das Euro-Haus stürzt ein. (C) Kerneuropa:  eine  sich  auf  zwei  Ebenen  entwickelnde  Integration  mit einem kleineren und stabilen Euro-Haus unter Ausschluss einiger Länder. (D) Vollendung der Währungsunion durch eine fiskalische und politische Union. Das Dach ist repariert und der Bau fertiggestellt.
In 15 Städten quer durch Europa wurden diese Szenarien von Experten und Expertinnen bewertet, diskutiert und weiterentwickelt. Dieser paneuropäische Blick auf die Zukunft der Eurozone soll ein Umdenken in Bezug auf die Eurokrise einleiten. Mehr...

Kommentar: Eine Analyse der Friedrich-Ebert-Stiftung, die es in sich hat. Sie ist voller bemerkenswerter Ideen und sollte Pflichtlektüre der Politiker sein. Sture, verbohrte Euro-Gegner sollten ihre Finger davon lassen. Alle anderen, vor allem aber die, die sich ihre eigene Meinung bilden, finden viele nützliche Denkanstöße. 


Zentrale Bankabwicklung dürfte nicht kommen
(standard.at)  Deutschland und Frankreich haben einen gemeinsamen Weg zur europäischen Bankenunion abgesteckt. Dabei scheint immer unwahrscheinlicher, dass eine einzige Bankenabwicklungs-Behörde kommt. Dafür könnte der Rettungsschirm ESM eine größere Rolle spielen. Mehr...

Kommentar: Wieder einmal nichts als heiße Luft. Nach der leidigen Finanztransaktionssteuer erwischt es kurz darauf auch noch die Bankenunion: Es kommen nur abgespeckte Versionen, die keiner braucht. 


Deutscher Einzelhandel kommt nicht in Schwung
(faz.net) Der Arbeitsmarkt ist robust, die Tariflöhne steigen und die Menschen sind konsumfreudig. Dennoch schwächelt der Einzelhandel. Besonders die Textilbranche trifft der lange Winter hart. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Das Flaggschiff der deutschen Leitmedien hält unbeirrt daran fest: Deutschland ist auf dem Weg zur Vollbeschäftigung, bei steigenden Löhnen und Gehältern, die von konsumfreudigen Verbraucher gleich wieder ausgegeben werden. Zweifel daran lässt dieser Artikel nicht aufkommen. Eine wahre Idylle. Oder Propagandalüge. Je nach Standpunkt. Über das "Jobwunder" Deutschland haben wir schon vor einigen Tagen berichtet (hier oder hier). Mit dem deutschen Konsummärchen hat sich wieder unser Lieblingsstatistiker, Steffen Bogs, beschäftigt. Sein Ergebnis ist eindeutig: "Deutschland: lahmer Einzelhandel". In seiner Einleitung schreibt er: "Das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtete heute Morgen erneut schwache deutsche Einzelhandelsumsätze, diesmal für den Monat April 2013. Die nominalen Einzelhandelsumsätze bei den unbereinigten Originaldaten stiegen um +3,2% zum Vorjahresmonat und die unbereinigten realen Umsätze stiegen um +1,8% zum Vorjahresmonat. Allerdings hatte der April 2013 mit 25 Verkaufstagen zwei Verkaufstage mehr als der April 2012. Berücksichtigt man die Saison- und Kalendereffekte sanken nominal die Einzelhandelsumsätze um -0,4%, im Vergleich zum Vormonat und real ging es ebenfalls um -0,4% zum Vormonat abwärts! Weiter dokumentieren diese Daten für Deutschland eine langanhaltende Konsumschwäche der privaten Haushalte, denn immer noch liegen die saisonbereinigten und realen Einzelhandelsumsätze um -2,1% unter dem Niveau von 2000 und um -2,3% unter dem Jahr 1994, dem Beginn der langen Datenreihe!" Mehr dazu hier. Seit 19 Jahren gibt es hierzulande laut Bogs "kein Wachstum bei den realen Einzelhandelsumsätzen". Drei Grafiken aus dem Beitrag machen die Fehlentwicklung sichtbar: 







Maßstab für den Konsum in Deutschland ist der GfK-Konsumklimaindex. Das MANAGER MAGAZIN hat sich bereits vor einigen Jahren mit dessen Aussagekraft beschäftigt. Das Ergebnis gipfelte in der Überschrift "Die Kapriolen des GfK-Konsumindikators" und der Vorspann zum dazugehörigen Artikel begann damals, am 26.10.2010, so: "Nur wenige Wirtschaftsdaten werden Monat für Monat mit großer Spannung erwartet. Der am Dienstag veröffentlichte GfK-Konsumklimaindex gehört zu dieser erlauchten Gesellschaft. Dumm nur, dass genau diese Prognose in der Vergangenheit oft deutlich daneben gelegen hat." Mehr dazu hier. Bis heute hat sich daran kein Deut geändert. Es ist aus diesem Grund geradezu sträflich, weiter daran festzuhalten - oder so gewollt. 


Warum das schwedische Modell versagt hat
(presseurop.eu) Der Journalist Viggo Cavling hat eine schwedische Mutter und einen dänischen Vater. Aufgewachsen ist er in einem der Vororte, die vor Kurzem von gewaltsamen Unruhen erschüttert wurden. In seinem Artikel schildert er, wie die Wohnviertel, die einst den Traum einer fortschrittlichen Gesellschaft verkörperten, zu hoffnungslosen Ghettos wurden. Mehr...

Kommentar: Die Entzauberung eines angeblichen Erfolgsmodells. Schweden ist eben auch nur ein ganz normaler Staat, mit ganz normalen Menschen, einer ganz normalen Regierung und ganz normalen Problemen. Das Gleiche wie im Rest Europas. Trotzdem, es war so schön, über viele Jahre hinweg an dieses Wunder von Schweden zu glauben ...   


Chinas grosse Schuldenmauer
(tagesanzeiger.ch) Nun mahnt sogar der Internationale Währungsfonds: China hat ein gigantisches, verstecktes Schuldenproblem. Die Probleme schlummern in den Banken, Provinzen und staatsnahen Unternehmen. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Der IWF entdeckt gerade, wovor wir schon seit 2011 warnen. Unsere Leserinnen wissen, dass wir immer schon skeptisch den chinesischen Lobpreisungen in den deutschsprachigen Medien gegenüber gestanden haben. Wir haben unsere Gründe, einer davon sind die knapp 800 Milliarden USD Kredite, die "unter Wasser stehen", weil sie nicht mehr bedient werden. Das sind 40% der Währungsreserven. Außerdem verfügt China über ein großes Reich von Schattenbanken und niemand weiß, welche Risiken aus dieser Ecke noch kommen. Zusammen mit den vielen anderen Problemen kann ein gefährliches, hochexplosives Gemisch entstehen bei dem ein Funke genügt, um es zur Explosion zu bringen. Die Folgen sind kaum absehbar. 

Diese Analyse ergänzt das ebenfalls im Schweizer TAGES-ANZEIGER erschienene Interview mit der vielsagenden Überschrift "Die China-Story dürfte ein Ende finden". Darum geht es in dem Interview: "Das Reich der Mitte hat ein verstecktes Schuldenproblem, sagt der IWF. Wie schlimm steht es um China wirklich? Lili Fan, Ökonomin der UBS in Hongkong, sagt, was hinter der Warnung steckt." Mehr dazu hier. Selbst wenn Frau Fan hier und da um den heißen Brei herumredet, enthalten ihre Aussagen viel Kritisches und Klärendes. So bestätigt sie, dass es bereits "eindeutig industrielle Überkapazitäten" gibt. Oder wenn sie feststellt: "Das Wachstum müsste stärker über den Dienstleistungssektor laufen, der Konsum muss ein grösserer Treiber sein. Faktoren wie die ungleiche Einkommensverteilung und die ungenügende soziale Sicherheit bremsen den Konsum aktuell aber noch. Das Wachstumsmodell hinter der «China-Story» der letzten dreissig Jahre dürfte also ein Ende finden." Solche Informationen wünschen wir uns in den deutschen Medien, damit die Menschen sich mit den öffentlichen Lobpreisungen deutscher Konzernlenker auf China und den exzessiven Firmenkäufen in Deutschland durch chinesische Unternehmen - und ihre Folgen -  besser auseinandersetzen können. Dummerweise decken sich solche Informationen nicht mit den guten Nachrichten von Bundesregierung und deutscher Wirtschaft über den deutschen Zukunftsmarkt China. Gerne wird seit Beginn der Krise in Europa der Eindruck vermittelt, als retten die Schwellenländer unter Führung Chinas den deutschen Hintern. 


The World's Richest 8% Earn Half of All Planetary Income
(alternet.org) The lead research economist at the World Bank, Branko Milanovic, will be reporting soon, in the journal Global Policy, the first calculation of global income-inequality, and he has found that the top 8% of global earners are drawing 50% of all of this planet's income. He notes: "Global inequality is much greater than inequality within any individual country," because the stark inequality between countries adds to the inequality within any one of them, and because most people live in extremely poor countries, largely the nations within three thousand miles of the Equator, where it's already too hot, even without the global warming that scientists say will heat the world much more from now on. For example, the World Bank's list of "GDP per capita (current US$)" shows that in 2011 this annual-income figure ranged from $231 in Democratic Republic of Congo at the Equator, to $171,465 in Monaco within Europe. The second-poorest and second-richest countries respectively were $271 in Burundi at the Equator, and $114,232 in Luxembourg within Europe. For comparisons, the U.S. was $48,112, and China was $5,445. Those few examples indicate how widely per-capita income ranges between nations, and how more heat means more poverty. Read more...

Kommentar: Unbedingt lesen. Branko Milanovic ist zu wirklich aufschlussreichen Ergebnissen gekommen. Ansonsten ein Beitrag, den wir nur mittels der folgenden Karikatur kommentieren: 


Quelle: alternet.org


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.