Sonntag, 2. Juni 2013

Standpunkt 653 - Nachrichten-Ticker, 01.06.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Gefahr Euro-Aufwertung – Europa-Krise – Marc Faber: Deflation – Deutschland: Konsum statt Krise? – US-Häusermarkt – Kolonialmacht China


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update kurzfristig unseren LeserInnen zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir bis Ende April damit fertig sein. Daraus wird leider nichts. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


Eurokrise und ihre Folgen: Das Damoklesschwert der Euroaufwertung
(faz.net)  Die Stärke der deutschen Wirtschaft beruht wesentlich auf dem durch die Krise schwachen Euro. Endet die Krise der Währungsunion, dann wertet die Gemeinschaftswährung stark auf - und viele Arbeitsplätze drohen verlagert zu werden. Von Carl Christian von Weizsäcker. Mehr...

Kommentar: Heute bieten wir neben den aktuellen Nachrichten ein bisschen Volkswirtschaftstheorie. C. C. von Weizsäcker beschäftigt sich in seinem Beitrag mit den Folgen einer Aufwertung. Lesenswert, selbst für ökonomische Laien verständlich geschrieben. Sollte auch in keinem Krisen-Archiv fehlen. 


Euro-Krisenländer: Keine Hoffnung auf Besserung
(format.at) Trotz aller Reformbemühungen verlieren die Euro-Krisenländer im weltweiten Vergleich weiter an Wettbewerbsfähigkeit. Der Grund: Die Sparwut! Deutschland bleibt in der Eurozone das Maß aller Dinge. Sowohl Italien als auch Spanien und Portugal rutschten im 60 Länder umfassenden Ranking der Schweizer Wirtschaftshochschule IMD weiter ab. "Das ist der Preis der Sparmaßnahmen", sagte IMD-Direktor Stephane Garelli zu der seit 1989 durchführten Studie. "Sie beeinträchtigen das Wachstum, und ohne Wachstum ist keine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit möglich." Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Was für ein bemerkenswerter Artikel! Die USA auf dem ersten Platz - "dank des wiedererstarkten Finanzsektors". Nicht wegen einer prosperierenden Wirtschaft, wie die deutschsprachigen Medien seit Wochen behaupten. Wir haben berichtet und kommentiert. Damit unsere LeserInnen noch besser beurteilen können, wie gefährlich diese Situation ist, liefern wir an dieser Stelle den Hinweis auf einen wichtigen Beitrag über die US-Banken, der bereits 2009 bei "heise/telepolis.de" erschienen ist, an Aktualität aber nichts verloren hat: "Das gesamte Bankensystem ist insolvent". Zusammengefasst heißt es dort: "Billionen an faulen Krediten und Wertpapieren noch in den Bilanzen: Der Stresstest als 'Schmierentheater', das nichts über die reale Verfassung der US-Banken aussagt." Mehr dazu hier. Viele von den Risiken, die dort beschrieben sind, haben bisher nicht das Licht der Welt erblickt, stehen also noch an. Die wichtigsten Rankings: Japan, immerhin eine der größten Volkswirtschaften, erst 24er. Die Euro-Kernstaaten: Deutschland auf Rang 9, die Niederlande auf Rang 14, Österreich abgerutscht auf Rang 23, Frankreich Rang 28 (hier). Sollte sich Österreich überschätzen? Typisch die Lobeshymnen auf Deutschland: Gelobt wird, was der Eurozone seit Jahren Probleme bereitet. Wir erinnern an eine alte "Volksweisheit": Das dicke Ende kommt bestimmt. 


Marc Faber: Ein deflationärer Schock ist möglich
(der-aktionaer.de) Er ist bekannt als Dr. Doom. Marc Faber. Gegegenüber dem Deutschen Anlegerfernsehen (DAF) und dem AKTIONÄR äußert sich der Börsenexperte zum Crash beim Goldpreis, den weiteren Aussichten an den Aktienmärkten und den richtigen Mix im Depot. Eines vorweg: Einen neuerlichen Crash hält Faber für nicht ganz ausgeschlossen. Mehr...

Kommentar: Während die Deutschen ihre Hosen aus Angst vor einer Inflation weiter gestrichen voll haben, geht anderswo das Gespenst der Deflation um. Japan kann schon lange ein Lied davon singen - dass Gelddrucken nicht automatisch Inflation erzeugt. Gerade unternimmt das Land wieder einen neuen Anlauf, um künstlich mindestens 2% Inflation zu erzeugen. Wie dieses Experiment ausgeht ist noch ungewiss. In Deutschland und Europa ist die Inflationsrate lächerlich gering, trotz einer angeblichen  Geldschwemme durch die EZB. Die öffentliche Wahrnehmung entpuppt sich hin und wieder als Fata Morgana. Oder, anders ausgedrückt: "Die öffentliche Meinung gleicht einem Schlossgespenst: niemand hat es gesehen, aber alle lassen sich von ihm tyrannisieren" (Sigmund Graff, dt. Schriftsteller). 


Quelle: acting-man.com



Deutsche: Konsumiert, bevor das Geld weg ist
(focus.de) Zu hohe Ersparnisse führen zu Finanzkrisen – und am Ende trifft es den Steuerzahler. Im FOCUS-Online-Interview warnt Ökonom Daniel Gros die Deutschen vor allzu viel Spareifer: Weil ihr Geld nicht sicher ist, sollten sie es lieber ausgeben. Mehr...

Kommentar: Daniel Gros bestätigt eine Regel, die der deutsche Bankier Carl Fürstenberg zu seiner Zeit der Öffentlichkeit mit klaren Worten schon eindringlich beigebracht hat: "Wenn der Staat Pleite macht, geht natürlich nicht der Staat pleite, sondern seine Bürger." Genau damit rechnet Gros. Und, dass diese Entwicklung nicht mehr aufzuhalten ist. Er bietet erst gar keine Lösung mehr an, aus seiner Sicht gibt es keine. Auch wenn er dem "Zypern-Modell" das Wort redet, dient das nur dazu, die negativen Folgen der Krise abzuschwächen, gelöst wird sie damit nicht. Zum Schwur kommt es erst, wenn es darum geht die "too big to fail"-Banken zu retten. Banken wie Deutsche Bank, UBS, Credit Suisse, Société Générale, HSBC, Royal Bank of Scottland, nur um einige Beispiele zu nennen, überfordern jede Staatskasse, sogar ihre Gläubiger. Dann müssen in jedem Fall die Steuerzahler ran. Was Gros als "Gegenmaßnahme" vorschlägt können wir nicht nachvollziehen:  "Wenn die Deutschen noch etwas mit ihrem Wohlstand anfangen wollen, sollten sie jetzt ihre Häuser ausbessern und ihr Geld im Inland ausgeben." Wenn es dann zur Enteignung kommt, wird sich der Staat über den Mehrwert bei den Immobilien sicherlich freuen, erhöht es doch die Bemessungsgrundlage für die vorgesehenen Zwangsabgaben. Egal zu welchem Modell, DIW oder Boston Consulting Group (BCG), der Staat greift (hier und hier). Aus dieser Perspektive ein denkbar schlechter Ratschlag. 


Chinese Farms Go Global
(thediplomat.com) China is buying up land around the world. Why it isn’t neocolonial.
If the Chinese government is to achieve its goal of accelerated urbanization, one issue it must deal with is food security.
Already, as China has developed more of its land, concerns have developed over whether enough arable land will be available to produce enough food to feed its massive population.
This problem has serious implications. As Katherine Morton, a specialist on Chinese environmental governance, notes: “Ten percent of the Chinese population is estimated to be undernourished, the rural labor force is declining, and agricultural productivity is increasingly vulnerable to climate change, natural disasters and water shortages.”
She goes on to explain, “For planning purposes, China must have at least 120 million hectares of arable land to produce enough food to meet future demands. But around two-thirds of available land in China is now classified as either barren or low in agricultural potential…”
Despite its long-standing policy of being agriculturally self-sufficient, the Chinese government has tried to cope with rising food insecurity by encouraging overseas investment in agricultural farms around the world, including in Mexico, Cuba, Russia, Kazakhstan, Cameroon, Uganda, Tanzania, Laos, the Philippines, and Australia. Read more...


Kommentar: Eine Entwicklung, die uns in Angst und Schrecken versetzt, obwohl Europa scheinbar nicht unmittelbar davon betroffen ist. Wir möchten unsere LeserInnen aber frühzeitig für dieses Thema sensibilisieren. Nach unserer Ansicht geht China, um machtpolitisch gegenüber den USA aufzuholen, einen ganz neuen Weg. Es verschafft sich weltweit Eigentum an fruchtbaren Agrarflächen und nimmt so zukünftig erheblichen Einfluss auf die Nahrungsmittelversorgung der Weltbevölkerung. Aus unserer Sicht ein genialer Schachzug. China schlägt mindestens zwei Fliegen mit einer Klappe: Es sorgt für die eigene Bevölkerung vor und kontert der unbestreitbaren US-Militärmacht durch die Macht über die Nahrungsmittel und ihre Rohstoffe. Der chinesischen Führung scheint klar zu sein, dass sie in einem überschaubaren Zeitraum das Wettrennen um die weltweite militärische Führung nicht gewinnen kann, zu groß ist der US-amerikanische Vorsprung. Anders jedoch bei den weltweiten Investitionen in Rohstoffe und Land. Die USA haben in diesen Bereichen in den vergangenen Jahrzehnten viel verbrannte Erde hinterlassen. Ein Umstand, den sich China konsequent zu nutze macht. Vorläufig liegt China noch an zweiter Stelle hinter Süd-Korea. Durch geplante Käufe in Afrika und Südamerika wird sich das schon bald ändern. Chinas Hunger nach Land ist gewaltig. Und sie sind dabei wahre Meister der Diplomatie. Für uns ist das Land deshalb auf dem Weg zur weltweit größten und modernsten Kolonialmacht. Die USA kann dieser Entwicklung nur tatenlos zusehen. Bei dieser Gelegenheit möchten wir auf einen Beitrag hinweisen, den wir vor zwei Jahren zu China veröffentlicht haben. Nicht mehr taufrisch, aber immer noch sehr aktuell (hier). 


Quelle: biodiver.se
 

"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.