Montag, 3. Juni 2013

Standpunkt 654 - Nachrichten-Ticker, 02.06.

Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Auf ein Wort: USA – Bankenrettung in der Schweiz – Finanztransaktionssteuer stirbt – Schäuble versus Jugendarbeitslosigkeit – Italien – Irland’s Lüge – Türkei – BIZ versus Sparer – Marc Faber


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update kurzfristig unseren LeserInnen zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir bis Ende April damit fertig sein. Daraus wird leider nichts. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich! 


Auf ein Wort
Es gilt, im Zusammenhang mit den Berichten und unseren Kommentaren zur aktuellen Situation in den USA, einige Dinge klarzustellen. 

Offensichtlich haben einige der LeserInnen unsere jüngsten Kommentare in "den falschen Hals" bekommen. Deshalb das Wichtigste zuerst: Unsere Kritik richtet sich gegen die schönfärberische, lobpreisende Berichterstattung in den deutschsprachigen Medien zu den Verhältnissen in den USA. Das ändert aber nichts daran, dass wir nach wie vor 100%ig der Auffassung sind, dass nicht China, Europa, Russland oder sonst eine vielgepriesene Region auf der Welt die Wirtschaft rund um den Globus antreiben wird, sondern einzig die USA. Die wird/muss die vielbeschworene Lokomotive sein, die die Weltwirtschaft wieder in Fahrt bringt. Nur über den Zeitpunkt lässt sich trefflich streiten. Wir glauben jedenfalls nicht daran, dass unter dem derzeitigen US-Präsidenten, Barack Obama, dieses Wunder zu erwarten ist. Dessen beide Amtszeiten sind gepflastert mit politischen Fehlentscheidungen und vielen Versäumnissen. Impulse sind von ihm nicht mehr zu erwarten. Natürlich können wir uns täuschen, sehr wahrscheinlich ist es aber nicht. Grundsätzlich halten wir es bei Amerika mit Winston Churchill, der von einer Sache felsenfest überzeugt war: "Amerika wird es immer richtig machen, aber erst nachdem alle anderen Optionen ausgeschöpft sind." Dieses Zitat beschreibt auch die heutigen Verhältnisse in den Staaten immer noch sehr treffend. In welchem Stadium wir Amerika gerade sehen, können sich unsere LeserInnen leicht vorstellen. Es ist noch ein weiter Weg bis zum "richtig machen"

Trotzdem, verglichen mit den anderen Wirtschaftsregionen in der Welt haben die USA innerhalb der Krise schon den weitesten Weg zurückgelegt. Europa hat das Schlimmste noch vor sich, ganz am Anfang stehen China, Australien oder Kanada. Die übrigen G20-Staaten bleiben gleichfalls nicht verschont. Ein Beispiel: "Brasilien verliert an Glanz" meldet gerade die FINANZ UND WIRTSCHAFT in der Schweiz und schreibt dazu: "Lange Zeit hat Brasiliens Wirtschaft mit ihrer Stabilität inmitten der kriselnden Weltwirtschaft überrascht. Etwa 2010, als sie knapp 8% wuchs. Doch das ist vorbei. Brasilien überrascht zunehmend unerfreulich. Die Qualität seiner wirtschaftlichen Fundamente verschlechtert sich stetig. Seit nun zweieinhalb Jahren wächst die Wirtschaft kaum noch. Gleichzeitig ist die Inflation über 6% gestiegen – und kann nur mühselig am weiteren Anstieg gehindert werden. Nun vergrössern sich auch noch die Defizite in der Leistungsbilanz und im Haushalt rasant, denn Brasilien exportiert immer weniger, aber importiert immer mehr. Brasiliens Rohstoffe werden auf den Weltmärkten weniger nachgefragt, und seine Industrieprodukte haben wegen der hohen Herstellkosten kaum Ausfuhrchancen. Die Regierung wendet die immer gleichen Rezepte gegen die lahmende Konjunktur und die Investitionsunlust der Unternehmer an: Sie streicht Steuern auf Konsumprodukte, verteilt öffentliche Kredite und versucht, staatliche Investitionsprojekte anzustossen. Die Folge: Das Staatsdefizit wird immer grösser – und die Wirtschaft wächst trotzdem kaum." Mehr dazu hier. Sehr aufschlussreich sind die Gründe, die der Autor für diese Entwicklung anführt: "Schuld an dem immer schwächeren Abschneiden der Wirtschaft sind wahlweise «der Währungskrieg», «die Liquiditätsschwemme», «die falsche Sparpolitik» (etwa Deutschlands) oder «gierige Unternehmer» – nicht das eigene Unvermögen, klare Vorgaben für den Haushalt oder die Inflation zu erfüllen." Niemand kann diesem Schicksal entrinnen. Nur Japan spielt aus unserer Sicht eine Sonderrolle. Mehr als zwanzig Jahre Krise und noch kein Ende in Sicht. Gerade versucht sich die japanische Regierung unter Premierminister Shinzō Abe wieder einmal an einer Lösung, den sogenannten Abenomics. An deren nachhaltigem Erfolg wir zweifeln.

Unbeirrt feiert der deutschsprachige Raum schon seit Monaten die angebliche neue US-amerikanische Wirtschaftskraft. Zwei Beispiele: Der österreichische Politiker Alfred Gusenbauer schreibt im Januar bei "project-syndicate.org" einen überschwenglichen Beitrag mit dem Titel "Die USA – Comeback Kid der Weltwirtschaft". Gusenbauer stützt seine These hauptsächlich auf gigantische Schiefergas-Gasvorkommen in den USA sowie den neu entdeckten Ölvorkommen von Dakota bis zum Golf von Mexiko. Prognosen zufolge sollen die USA 2020 zum Energieexporteur und 2035 sogar energieautark werden. Was Gusenbauer sonst noch beschreibt sind geradezu märchenhafte Zustände, deren Anfänge er bereits dem jetzigen Präsidenten zutraut. Überhaupt keine Rolle mehr spielt für ihn die weiter schwelende Finanzkrise und die marode US-Finanzindustrie. Deshalb fällt sein Fazit auch sehr schlicht aus: "Wir können unschwer feststellen: Europa bleibt mit sich selbst beschäftigt. Russland versucht krampfhaft, seine Hegemonie zumindest in Teilen der ehemaligen Sowjetunion zu retten. Die Nachrichten aus Afrika und Lateinamerika werden besser. Die Hauptachse der Weltpolitik verlagert sich vom Atlantik in den Pazifik. Und Amerika ist zurück – dabei war es nie weg." Mehr dazu hier. Zur gleichen Zeit entdeckt Fabian Fritzsche bei "neuewirtschaftswunder.de", irgendwie ein bisschen Nachfolger der FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND, die "Erfolgsstory USA". Gemessen an Gusenbauer übt Fritzsche ein klein wenig mehr Zurückhaltung. Er schreibt: "Auch die US-Wirtschaft ist noch weit von einer zufriedenstellenden Lage entfernt, die Krise ist noch nicht endgültig überwunden. Gut vier Jahre nach Einbruch der Wirtschaftsleistung diesseits und jenseits des Atlantiks haben sich die wirtschaftlichen Situationen in den USA und Europa jedoch so weit auseinander entwickelt, dass ein erstes Fazit gezogen werden kann. Abgesehen von den geringen Anpassungen Anfang 2013 im Zuge des Fiscal Cliffs hat die US-Regierung das seit der Rezession 2008/09 sprunghaft angestiegene Haushaltsdefizit akzeptiert, während die europäischen Regierungen spätestens seit 2010 versuchen, mit Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen zu konsolidieren. Aus Sicht vieler Europäer ist die US-Politik mit dieser Strategie gescheitert. Die Staatsschuldenquote ist von etwa 65% auf rund 100% gestiegen, das BIP-Wachstum ist verglichen mit vor 2008 niedrig, die Arbeitslosenquote nach wie vor hoch. Ein etwas detaillierter Blick auf die Zahlen und ein Vergleich mit Europa zeigen jedoch, wie erfolgreich es war, das Defizit als Ergebnis der Rezession, also als zyklisch zu akzeptieren." Geradezu euphorisch aber sein Fazit: "Sollte sich jedoch auch nur der Trend der letzten drei Jahre fortsetzen, wird die US-Staatsschuldenquote am Ende von Obamas Amtszeit niedriger als jetzt liegen, die private Schuldenquote wird ein Niveau erreicht haben wie zuletzt unter Bill Clinton, also vor der Hauspreisblase und die Arbeitslosigkeit wird annähernd Vollbeschäftigungsniveau erreicht haben." Mehr dazu hier

Viele Amerikaner sehen die Entwicklung in ihrem Land sehr kritisch. Immer bestens recherchiert sind die Beiträge bei ZERO HEDGE. Einen sehr guten Überblick der aktuellen US-amerikanischen Verhältnisse verschafft der Artikel "40 'Frightening' Facts On The Fall Of The US Economy", vor wenigen Tagen erschienen (hier) und erfreulicherweise in einer deutschen Übersetzung verfügbar: "Niedergang der US-Wirtschaft: 40 Fakten, die fast zu verrückt sind, um sie zu glauben". Einleitend heißt es dort: "Die USA befinden sich inmitten eines entsetzlichen wirtschaftlichen Niedergangs, der das Ergebnis jahrzehntelanger Fehlentscheidungen ist. Vor 30 Jahren lag die US-Staatsverschuldung bei rund USD 1 Billion. Heute beläuft sie sich auf fast USD 17 Billionen. Vor 40 Jahren belief sich die Menge aller in den USA ausstehenden Schulden auf USD 2 Billionen. Heute sind es über USD 56 Billionen. Und während wir all diese Schulden aufgetürmt haben, sind unsere wirtschaftliche Infrastruktur und die Fähigkeit, Reichtum zu generieren, komplett ausgeweidet worden. Seit 2001 sind in den USA über 56.000 Produktionsanlagen geschlossen worden und Millionen von Arbeitsplätzen wurden ins Ausland verlagert. Der Anteil der USA am weltweiten BIP ist von 31,8% in 2001 auf 21,6% in 2011 zurückgegangen. Der Prozentsatz von US-Bürgern, die einer selbständigen Tätigkeit nachgehen, befindet sich auf einem Rekordtief, und der Prozentsatz von Amerikanern, die auf die Regierung angewiesen sind, ist auf einem Rekordhoch. Die US-Wirtschaft ist eine einzige Katastrophe, und es ist an der Zeit, dass wir der Wahrheit ins Auge sehen." Mehr dazu hier. Es lohnt sich, den Links zu folgen. Die Fakten sind teilweise verheerend. Wie gesagt, die USA stecken schon tief in der Krise. Eine Entwicklung, die Europa in wesentlichen Teilen noch vor sich hat. Ergänzend dazu nur noch den neuesten Chart von "John Williams' Shadow Government Statistics" zur Arbeitslosenquote: 




Nach Williams' Berechnungen liegt die wirkliche Arbeitslosenrate sogar über dem Niveau der Great Depression von 1929, wie der folgende Chart zeigt: 


Quelle: wikipedia.org

Drastisch zurückgegangen ist auch die Zahl der Erwerbstätigen seit dem Beginn der Finanzkrise in den USA, wie diese Grafik eindrucksvoll zeigt: 





Fritzsche behauptet in seinem Beitrag, dass  "die private Schuldenquote in den USA seit 2009 deutlich gesunken ist, so stark, dass die Gesamtschuldenquote von Staat und Privatsektor seit Ende 2009 leicht rückläufig ist." Das deckt sich keineswegs mit den Daten der St. Louis Fed, von der folgende Grafik stammt: 




Bestenfalls hat sich die Entwicklung verlangsamt, allenfalls Optimisten sprechen von einer Seitwärtsbewegung. Mehr nicht. 

Wie sehr Amerika noch kränkelt, zeigt der Blick auf eine andere Fehlentwicklung: "Das Steuersystem ist außer Kontrolle geraten" meldet ein Beitrag, der schon im September 2011 bei "heise/telepolis.de" erschienen ist. Worum es geht: "In den USA verdienen einige Chefs der größten Konzerne mehr, als die Unternehmen an Steuern zahlen." Der Autor berichtet: "In einem in den USA Aufsehen erregenden Bericht des Institute for Policy Studies tritt die Schieflage, die zur wachsenden Staatsverschuldung beiträgt, wieder einmal deutlich zu Tage. Nachdem seit den neunziger Jahren eine massive Umverteilung des Reichtums mittels Steuervergünstigungen zugunsten der Reichen und Vermögenden erfolgt, ging die Schere zwischen Reichen und Armen, aber auch zwischen Reichen und dem Mittelstand weiter auf und dies bei gleichzeitiger Kürzung der sozialen Sicherungssysteme. Seit 1945 schrumpfte der Anteil der Unternehmenssteuern am gesamten Steueraufkommen in den USA mit einigen Ausschlägen kontinuierlich." Mehr dazu hier. Eine Sache, die gerade wieder in den Fokus der US-Öffentlichkeit geraten ist und vom Kongress untersucht wird. Auch in diesem Fall lohnt es sich, den Links zu folgen. Dazu noch zwei Grafiken: 


Quelle: economist.com



Quelle: heise/telepolis.de

Die US-Regierung hat alle notwendigen Instrumente, um das Ruder herumzureißen. Schon vor Jahrzehnten unter dem 32. Präsidenten, Franklin D. Roosevelt, sinnigerweise ein Demokrat, erprobt. Außerdem liegen mit dem Dodd-Frank Act und den Volcker-Rules die Regularien für eine tiefgreifende Finanzreform fertig in der Schublade. Das sind klare Vorteile gegenüber Europa. Da gibt es weder nützliche Programme, um die Wirtschaft anzukurbeln, noch Ideen für die dringend erforderliche Reform der Finanzindustrie und der Finanzmärkte. Obwohl diese Reform, wir müssen immer wieder darauf hinweisen, bereits seit Ende 2008 (hier) von den Regierungen der Industriestaaten versprochen ist. 

Die probaten Mittel gegen die Krise stecken im New Deal von 1933 bis 1938. Auf jedes einzelne der staatlichen Programme einzugehen, mit denen erfolgreich die Wirtschaftskrise in den USA bekämpft wurde, führt an dieser Stelle zu weit. Wer sich dafür interessiert, der findet eine Auswahl hier. Pate gestanden bei diesen Maßnahmen hat, wie könnte es anders sein, John Maynard Keynes. Das Bemerkenswerte an diesem New Deal: Die Ersparnisse, bzw. Vermögen wurden nicht enteignet, sondern es wurde massiv die Einkommensteuer heraufgesetzt, zeitweise auf bis zu 90% für Einkünfte ab 200.000 USD und blieb bis 1964 gültig. Danach wurde sie auf 70% reduziert (hier). Dazu folgender Chart: 


Quelle: wikipedia.org

Einzig mit einem Goldverbot hat die US-Regierung von 1933 bis 1974 ihre Bürger gepiesackt. Die US-Verfassung schützt ausdrücklich das Eigentum, während es im deutschen Grundgesetz heißt: Eigentum verpflichtet.  

Die bisherigen Maßnahmen der Notenbanken können nicht erfolgreich sein, so lange damit nicht konkrete, staatlich kontrollierte Wirtschaftsprogramme verbunden sind. Bisher werden auch in den USA nur die Taschen der Finanzindustrie gefüllt, die damit Schindluder treiben. Das ist Fakt. Weil die Amerikaner allen anderen in der Krise weit voraus sind, kommt denen aber als Ersten die sprichwörtliche Erleuchtung. Während in Europa die Menschen um ihre Ersparnisse gebracht werden, um die Krise zu lösen, schaffen die USA Jobs, Einkommen, Konsum und am Ende Steuereinnahmen, einzig durch einen New Deal 2.0. Das sind auch die Gründe, warum nur Investitionen in die USA sicher sind vor Enteignung und Repression. Wer zur Krisensicherung mit seinem Vermögen eine geopolitische Strategie verfolgt, was eigentlich zwingend geboten ist, kommt an den USA (noch) nicht vorbei. 

Fazit: Noch einmal sind es die USA, die als Welt-Wirtschaftslokomotive den Karren aus dem Dreck ziehen. Niemand sonst ist dazu in der Lage.  


Jetzt noch die aktuellen Beiträge des Tages: 


SNB würde kleine Banken fallen lassen
(tagesanzeiger.ch) Kommt der Steuerdeal mit den USA durch, könnte das für kleinere Banken ruinöse  Bussen nach sich ziehen. Unterstützung von der Nationalbank dürften sie dann nicht erwarten. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Ein Blick hinter die Kulisse. Die Botschaft ist eindeutig: "Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen". Österreichs FORMAT formuliert es noch klarer: "Die SNB hat nicht die Aufgabe, Banken zu retten". Mehr dazu hier


Eine Steuer wird geschreddert
(sueddeutsche.de) Während in Frankfurt die Blockupy-Demonstranten marschieren, lehnen sich die Banklobbyisten zurück. Es scheint so zu sein, als hätten sie ganze Arbeit geleistet, denn in Brüssel werden die Pläne für eine europäische Finanzmarktsteuer geschreddert. Dabei wäre das Aus für die Steuer ein großer Fehler. Mehr...

Kommentar: Typisch: Großmäulig angekündigt wird sie jetzt kleinlaut beerdigt. Ähnlich ergeht es der Bankenunion. Europa ist fest in der Hand der Finanzindustrie. Aus "gutem" Grund: Sie ist pleite. 


Wolfgang Schäuble: "Arbeitslose Jugendliche aus Südeuropa sind in Deutschland willkommen"
(format.at) Deutschlands Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat angesichts der Arbeitslosigkeit in Südeuropa Jugendliche zur Ausbildung in Deutschland ermutigt. "Ausbildungsinteressierte Jugendliche und arbeitslose Fachkräfte aus Europa sind bei uns in Deutschland herzlich willkommen", schreibt der CDU-Politiker in einem Gastbeitrag für den "Tagesspiegel". Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Was für ein weltfremder Nonsens. Da könnten sich locker zwei Millionen auf den Weg machen, wie die aktuellen Zahlen von Eurostat zeigen (hier). Es ist unfassbar, was Europas wichtigster Finanzminister an Ideen absondert. Eilfertig hilft die F.A.Z. mit einem passenden Artikel nach: "Traumland Deutschland" überschreibt Deutschlands intellektueller Meinungsführer die Zustände im Land. Friede, Freude, Eierkuchen:  "Europas Jugend zieht es zu uns. Spanier, Griechen und Italiener lernen deutsch und suchen hier Arbeit. Die neuen Gastarbeiter loben die gute Laune - und sogar das Essen." Mehr dazu hier. Die F.A.Z. ist sich wieder einmal nicht zu schade für Journalismus auf niedrigstem Niveau. Der Zweck "regierungsfreundliche Propaganda" heiligt die Mittel. 


Italy Labor Union Predicts Return To Pre-Crisis Employment By 2076
(zerohedge.com) By now it is conventional wisdom that the Italian economy is foundering alongside all other peripheral European nations as a result of a failed artificial currency leading to an inability for external rebalancing, a flawed monetary system leading to a collapse in credit demand, and the lack of any structural reform (and sorry, but when your budget deficit is soaring alongside your debt it's anything but "austerity's fault"). However, there is hope. According to Italy's trade union CGIL, good news may be just around the corner as Italy looks set to recover its pre-crisis unemployment level... In 2076, or a brief 63 years from now. "So, you're telling me there's a chance. Read more...

Kommentar: Das ist eine bittere Realität, die der italienische Gewerkschaftsbund CGIL öffentlich macht. Und keinesfalls abwegig, wenn Europa seine Austeritätspolitik weiter fortsetzt. Wir sind gespannt, was Schäuble dazu einfällt...  


Ireland's Big Lie: The Real Potemkin Village
(zerohedge.com) While the world is awash in central banker created Potemkin village analogies, Ireland has gone one step further. In a little over two weeks, the self-important leaders of the Group of Eight (G8) will be meeting at the Lough Erne Golf Resort in Northern Ireland. There’s a slight problem, however. Ireland’s economy is in shambles and many of the neighboring towns are in horrible shape. So what’s the solution? Simple, just pretend nothing’s wrong by remodeling storefronts long since abandoned just as you would in a Hollywood set. What about those pesky abandoned buildings and other eyesores of blight and destitution? No problem, just place colorful murals in front of them. It makes sense. After all, the response by the G8 to the financial collapse since the beginning has been to cover it up and pretend nothing happened. Read more...

Kommentar: Informationen, die man leider in den deutschsprachigen Medien vergebens sucht. Dort wird Irland statt dessen regelmäßig als Krisen-Musterland gefeiert. Was "Tyler Durden" hier ausgegraben hat, ist auf jeden Fall lesenswert. 


Chaos unter Erdoğan: Die Türkei taumelt am Rande eines Bürgerkriegs
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Am Samstagabend zeigte Erdoğan jedoch deutliche Zeichen von Realitätsverlust: Er sagte bei einer Rede an seine Anhänger, dass die Demonstranten eine Minderheit seien. Erdoğan sagte, dass seine Anhänger stärker seien als die Demonstranten. Er warnte seine Gegner, sich nicht mit ihm anzulegen: "Wenn ihr 200.000 Leute versammeln könnt, dann kann ich eine Million versammeln." Die Polizei werde immer am Taksim-Platz bleiben, denn der Platz sei "kein Platz, an dem Extremisten randalieren dürfen." Mehr...

Kommentar: Die Türkei ist EU-Beitrittskandidat. Aus diesem Grund sind schon viele Hundert Millionen Euro nach Ankara geflossen, damit sich die Türkei fit für den Beitritt machen kann. Scheinbar sind die Gelder von Erdoğan aber zweckentfremdet worden. Er hat damit seine Macht gefestigt. Vor der Türkei liegt noch ein weiter Weg bis in die EU. 


BIZ fordert: Steuerzahler sollen bei Bankenrettungen nicht haften
(faz.net)  Die „Zentralbank der Zentralbanken“ BIZ will die Steuerzahler bei Bankenrettungen schonen. Lieber sollten Aktionäre und Gläubiger haften, schreibt sie in einem am Sonntag veröffentlichten Bericht. Mehr...

Kommentar: Nicht vergessen: Gläubiger = Sparer und Anleger. Das "Zypern-Modell" verstetigt sich. Die Enteignung wird überall salonfähig gemacht. Jetzt auch bei der BIZ. "A template for recapitalising too-big-to-fail banks" heißt das Modell und steht hier für unsere LeserInnen zur Verfügung. Pflichtlektüre. Schliesslich ist die Deutsche Bank ein harter Brocken. 


Marc Faber: "People With Financial Assets Are All Doomed"
(zerohedge.com) As Barron's notes in this recent interview, Marc Faber view the world with a skeptical eye, and never hesitates to speak his mind when things don't look quite right. In other words, he would be the first in a crowd to tell you the emperor has no clothes, and has done so early, often, and aptly in the case of numerous investment bubbles. With even the world's bankers now concerned at 'unsustainable bubbles', it is therefore unsurprising that in the discussion below, Faber explains, among other things, the fallacy of the Fed's help "the problem is the money doesn't flow into the system evenly, how with money-printing "the majority loses, and the minority wins," and how, thanks to the further misallocation of capital, "people with assets are all doomed, because prices are grossly inflated globally for stocks and bonds." Faber says he buys gold every month, adding that "I want to have some assets that aren't in the banking system. When the asset bubble bursts, financial assets will be particularly vulnerable." Read more...

Kommentar: Fast möchten wir uns dafür entschuldigen, dass wir heute keine halbwegs gute Nachricht gefunden haben, um diesen Ticker abzuschließen. Es gibt keine. Ein Interview mit Marc Faber verdient immer Aufmerksamkeit und deshalb bieten wir es unseren LeserInnen an. Selbst wenn es wenig Anlass zur Freude gibt. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.