Sonntag, 9. Juni 2013

Standpunkt 660 - Nachrichten-Ticker, 08.06.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Neues vom Bankster – Opfer Griechenland – US-Foodstamps auf Allzeithoch – US-Arbeitsmarkt – China – Tiger-Staaten


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Enteignung in Zypern zeigt, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update kurzfristig unseren LeserInnen zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir bis Ende April damit fertig sein. Daraus wird leider nichts. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


Studie zu Bankern und Boni: Zum Betrügen verführt
(sueddeutsche.de) Viel Geld, viel Verantwortung - viel Anreiz, die Regeln zu brechen. Angestellte im britischen Finanzsektor sind einer Studie zufolge der Meinung, dass das Bonus-System sie zum Gesetzesbruch verführt. Dabei wissen viele selbst nicht, wieso sie überhaupt so viel verdienen. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: So kann man die Zeit auch totschlagen, mit überzähligen Studien über die Ursachen der Finanzkrise. Dabei ist diese Messe schon lange gelesen. Im Januar 2011 legt die Kommission zur Untersuchung der Finanzkrise (FCIC, ausführlicher hier) einen knapp 700 Seiten starken Abschlussbericht vor. Der SPIEGEL nennt am 28.01.2011 das Ergebnis "Hall of Shame der Finanzkrise" und schreibt dazu: "Millionen Dokumente wurden gelesen, 700 Zeugen befragt: Nach fast zwei Jahren Arbeit hat die US-Kommission zum Finanzcrash 2008 ihren Abschlussbericht vorgelegt. Beschuldigt werden Ex-Minister Paulson und viele Top-Manager - ein Überblick über das Kabinett der Krisentäter." Mehr dazu hier. Nur kurze Zeit später zieht der US-Senat nach und veröffentlicht im April 2011 den Untersuchungsbericht "Wall Street and the Financial Crisis: Anatomy of a Financial Collapse" (hier). Noch einmal 650 randvolle Seiten. In diesen beiden Untersuchungsberichten stehen alle Gründe, um die Reform des weltweiten Finanzsystems mit Hochdruck voranzutreiben und ein Finanzverbrechertribunal einzurichten. Mehr braucht es nicht. Bis heute passiert nichts, Dodd-Frank Act (ausführlicher hier) und Volcker-Rule verstauben in irgendwelchen Schubladen, die Europäer stehen immer noch mit leeren Händen da. Die Londoner City verhindert jeden noch so kleinen Vorstoß zur Regulierung. Jetzt bekommt auch die Deutsche Bank ihr Fett weg: "US-Bericht zur Finanzkrise: Ohrfeige für die Deutsche Raffgierbank" schreibt am 15.04.2011 der SPIEGEL. Im Vorspann heisst es: "Amerikanische Banken sind böse, deutsche sind gut? Von wegen. In einem vernichtenden Untersuchungsbericht hat der US-Senat die Schuld führender Geldinstitute an der Finanzkrise entlarvt. Ganz vorne dabei: die Deutsche Bank. Strafrechtliche Folgen dürfte das trotzdem nicht haben." Schade. Mehr dazu hier. Nichts hat sich geändert: Die Politiker bleiben Mittäter. 


Griechenland wurde dem Euro geopfert
(presseurop.eu) Nach Angaben des IWF diente der Plan zur Rettung Griechenlands den Gläubigern vor allem dazu, sich ihrer Verantwortung zu entledigen und sich vor der Ansteckung der Krise zu schützen. Die Griechen sollten aufbegehren und die Konditionen für die Kredite neu verhandeln, meint die griechische Tageszeitung To Vima, Athen. Mehr...

Kommentar: Heute noch ein Beitrag direkt aus dem vom IWF-Eingeständnis betroffenen Krisenstaat. Anders als die Stellungnahme aus Brüssel, sehen sich die Griechen in der Opferrolle: "Das war es also: Der Hilfsplan war von Anfang an ein Schwindel. Ein Plan mit verheerenden Folgen. Ein Plan, der angeblich Griechenland 'retten' sollte, dabei ging es darum, den Euro zu retten, und zwar, indem man Griechenland den Todesstoß versetzt! Wer behauptet das? Nun ja, eines der drei Mitglieder der Troika (EZB, EU und IWF): der Internationale Währungsfonds. Und der kritisiert seine Partner, sich selbst, aber auch die griechische Regierung. Alle zusammen haben sich in eine Katastrophe gestürzt, deren einziges Ziel es war, für die anderen Länder [der Eurozone] Zeit hinauszuschinden." Berlin und Brüssel können es drehen und wenden wie sie wollen, der IWF ist ehrlich: "Das Dokument ist ärgerlich: Der IWF gesteht sein Verbrechen, will aber keine Verantwortung übernehmen. Es wird ganz offiziell der Grund enthüllt, warum das Land in der Tragödie versinkt — nämlich nicht aufgrund der Schulden, sondern aufgrund des Rettungspakets — ohne aber zu erklären, wie man die erkannten Fehler zu korrigieren gedenkt. Zynischer geht’s nicht..."  Wir erwarten, dass diese Fehler korrigiert werden - aber nicht durch den Abbruch der Spardiktate und Maßnahmen zum Wirtschaftsaufschwung, sondern ausschließlich durch die Anwendung des "Zypern-Modells" der Sparerenteignung. Wir haben den Verdacht, dass dieses IWF-Outing gerade zum jetzigen Zeitpunkt eine neue "Rettungsaktion" irgendwo in Europa einleitet. 


Quelle: presseurop.eu



Greek GDP Plunges To Year 2000 Levels
(zerohedge.com) That things in Greece are hopeless and getting worse is an understatement. With unemployment levels off the charts, the pension and retirement systems effectively gone and every able-bodied individual (what little remains of them) moving to the shadow economy which now accounts for 24% of GDP, there are few incentives for people to remain on payrolls, pay taxes and otherwise grow the economy via conventional channels. As a result, instead of an improvement in the economy despite all Greek foreign debt now having been forgiven courtesy of its recent conversion to perpetual Zero Coupons, not even during the depths of the recent economic collapse in late 2011 and early 2012 has the economic collapse been as bad. Kathimerini reports that figures released by ELSTAT on Friday showed GDP at 37.7 billion euros in the period from January to March 2013 – the lowest quarterly GDP since 2000. Read more...

Kommentar: Das Ergebnis dessen, was im Beitrag vorher beschrieben wird. Griechenland ist ein heißer Kandidat für das nächste "Zypern-Modell" der Troika aus EU/IWF/EZB. Am Ende des Beitrages gibt es eine sehenswerte Bilderdokumentation über das Elend in Griechenland. Erschreckend, welchen Preis die Menschen für die vorhersehbaren Fehler unfähiger Politiker und Technokraten zahlen müssen. Aus nur einem Grund: Der Rettung deutscher, französischer, britischer Banken und Versicherungen. 


American Households On Foodstamps Climb To New Record
(zerohedge.com) Yesterday, briefly, we were confused by the eruption in the stock market following a not too bad sub-200K nonfarm payrolls number. Because we know that in the New Normal bad is always good, no matter what the well-coifed TV pundit du jour tells you. Then we remembered that yesterday is when the USDA releases its monthly Supplemental Nutrition Assistance Program data, i.e. Americans on Foodstamps. Read more...

Kommentar: Die Zahl der Foodstamps-Bezieher auf neuem Allzeithoch. Der leichte Rückgang im Vormonat war, wie von uns befürchtet, nur eine "Eintagsfliege". Die US-Wirtschaft bietet nach wie vor keine Perspektiven. Daran wird sich nach unserer Einschätzung während der Präsidentschaft von Barack Obama auch nichts mehr ändern. Obama ist Jurist und die begreifen wenig von den wirtschaftlichen Zusammenhängen. Was ihn zu einem gefundenen Fressen für Ökonomen, Banker und die anderen selbsternannten Experten macht. Die Amerikaner müssen dafür bitter bezahlen. Die Bezieher der staatlichen Lebensmittelhilfen sind nur ein Teil des Elends. Mehr als 23 Millionen Haushalte sind betroffen. 


Quelle: zerohedge.com
 

U. S. Employment - The Macro Trends
(zerohedge.com) The May jobs report came in better than expected at 175,000 jobs with the labor force ticking up slightly from the lowest levels since 1979. With the markets deeply oversold on a daily basis the report provide the catalyst necessary for traders to return to the stock market. However, what we need to know from an economic perspective, as well as a long term investment view, is what does 175,000 jobs actually mean? Putting economic data into context gives us a much better picture of where the overall economic trends are and what we should be expecting in the months and quarters ahead. Read more...

Kommentar: Möglich, dass dieses Thema den einen oder anderen unserer LeserInnen mittlerweile langweilt. Aus unserer Sicht ist die Situation am US-Arbeitsmarkt aber elementar für die Erholung der Weltwirtschaft: Ausreichend neue Vollzeitjobs in den USA bedeuten mehr Konsum, mehr Importe, eine nachhaltige Erholung am Häusermarkt und dringend benötigte Steuereinnahmen für Washington und die Bundesstaaten. Davon sind die USA  weit entfernt. Noch mehr Liquidität des Federal Reserve System (Fed) wird daran nichts ändern. Die befeuert das weltweite Finanz-Casino, nicht die heimische Wirtschaft. Diese Karikatur zeigt leicht verständlich was wir meinen:   


Quelle: aktienboard.com

Der Beitrag enthällt eine Fülle von aussagefähigen Chart, mit denen der Autor seine Aussagen untermauert. Zwei davon haben wir als Einstieg hierher übernommen: 











Meanwhile In China...
(zerohedge.com) With the ongoing obsession over whether the Fed will or won't taper, most forget that this is largely pointless, if usefully distracting from real issues, conversation. Best case: Fed tapers by $20 billion in September, market tanks as bond yield surge crushing interest-rate sensitive stocks (dividend payers, REITs, builders) and killing what little is left of the non-institutional bid in housing (Exhibit A: mortgage applications). In the meantime, "the grand scheme of tapering things" looks like this. Read more...

Kommentar: China - noch so eine Wirtschaftsmacht von der wir glauben, dass sie sich schon lange nur noch durchs Leben schummelt. Im deutschsprachigen Raum stehen wir mit dieser Skepsis relativ alleine da. Vor allen Dingen in Deutschland, dessen Wirtschaft mittlerweile in erheblichem Maße von China abhängig ist, bleibt die (notgedrungene) Zuversicht ungebrochen. Der Beitrag enthält reichlich Informationen, viele Fakten und einige Charts, von denen wir einen zeigen: 


   
China kupfert, mangels Alternativen der Ökonomen, das westliche Kapitalismus-Modell ab, inklusive der damit verbundenen Probleme. 


So profitieren Sie vom Boom der neuen Tiger-Staaten
(welt.de) China, Indien, Russland? Die Börsen der großen Schwellenländer schwächeln seit Jahren. Doch Geld verdienen mit aufstrebenden Länder geht immer noch – in Kroatien, Kenia oder Bangladesch. Mehr...

Kommentar: Kroatien ein Tigerstaat? So eine Empfehlung kann niemand ernst nehmen. Kroatien hat das Zeug zu einem weiteren Krisenstaat in Europa, ganz sicher nicht zu einem Shootingstar. Das erinnert uns sehr an die Zeiten Irlands als keltischer Tiger von Europa. Kenia und Bangladesh halten wir für kaum besser. Wer solche Empfehlungen gibt, der muss die Anleger schon für reichlich unterbelichtet halten. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Wie es funktioniert hat Europa in Zypern vorgemacht.

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.