Samstag, 15. Juni 2013

Standpunkt 666 - Nachrichten-Ticker, 14.06.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Politik unterstützt Steuertricks – Patient Europa – Deutschland vs. Eurozone – Südeuropa – Economist-Deutschland-Report – US-Wirtschaftsaufschwung


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Pläne der EU nach der Enteignung in Zypern zeigen, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update unseren LeserInnen so schnell wie möglich zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus wird leider nichts, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir noch verarbeiten wollen. Bis Ende Juni wollen wir fertig sein. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


Berlin ignorierte jahrelang Steuertricks der Banken
(focus.de) Ein Steuerschlupfloch ermöglichte Banken jahrelang, Milliarden am Finanzamt vorbeizuschleusen. Dass die Gesetzeslücke nicht geschlossen wurde, lag nach Medienangaben am Einfluss der Finanzinstitute in Berlin. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Es gibt absolut keinen Zweifel daran, dass Politik und Finanzindustrie in Deutschland schon seit unzähligen Jahren eine unselige Allianz betreiben, die auf Seiten der Politik stark korruptiv geprägt ist. Dieser Beitrag liefert wieder einen weiteren Beleg dafür. Begünstigt wurden die Landesbanken, die Banken der Länderregierungen. Der Schaden wird auf 12 Milliarden Euro geschätzt, wie die WELT in ihrem Beitrag "Staat schaute bei dreister Milliarden-Trickserei zu" schreibt. In der Einleitung heißt es: "Es ist einer der größten Steuerskandale der Nachkriegsgeschichte: Über Jahre erschlichen sich Banken Milliardenbeträge vom deutschen Staat. Die Bundesregierung wusste Bescheid. Und tat gar nichts." Mehr dazu hier. Die Sache geht zurück bis auf "Eisernen Hans" Eichel, von 1999 bis 2005 Bundesfinanzminister. Wir wissen, unsere Leserinnen halten uns hier und da für vollkommene Schwarzmaler, aber wir bleiben dabei: Im Zusammenhang mit der Krise in Europa läuft ein Jahrhundertdeal zwischen Politik und Finanzindustrie ab. Ohne diesen Deal müssten beide Seiten umgehend ihren Bankrott erklären. Das wird natürlich nicht passieren, jedenfalls noch nicht so bald. Vorher werden den Menschen noch ihre Ersparnisse und Vermögen genommen. Skrupellos und ohne mit der Wimper zu zucken. Das ist so schon beschlossene Sache. Was wir gerade erleben ist die Ruhe vor dem Sturm, pardon der Bundestagswahl. Anschließend wird es bitter. 


Steuerflucht - Das Steuerspiel der Großen
(boeckler.de) Aggressiv wie nie zuvor weichen internationale Großunternehmen Zahlungen an den Fiskus aus. Ihren Anteil zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben einzutreiben wird in Zeiten der Digitalisierung immer schwieriger. Mehr...

Kommentar: Eine aktuelle Analyse der Hans-Böckler-Stiftung, die sehr gut zum vorherigen Thema passt. Sehr informativ. 


Der Europäische Patient
(format.at) Abwarten und Weiterwurschteln ist keine überzeugende Therapie. Aber die zügige Umsetzung der europäischen Bankenunion könnte baldige Besserung bringen. Mehr...

Kommentar: An sich gar keine so schlechte Analyse des aktuellen Zustands der Krise in Europa. Aber einer Bankenunion heilende Wirkung zu bescheinigen, lässt uns dann wieder (ver)zweifeln - am Sachverstand des Autors. Wie schwer ist es zu begreifen, dass die europäische Bankenunion zum jetzigen Zeitpunkt eine geradezu fatale Wirkung hätte: Sie zurrt den derzeitigen Pleitezustand der europäischen Banken fest, fördert unter dem Deckmantel der Abwicklung insolventer Banken offensiv die Sozialisierung der Verluste auf Kosten der Sparer und am Ende der Bürger, und verhindert dauerhaft die dringend nötige Reform des Finanzsystems, an der niemand Interesse hat. Das bleibt nicht beschränkt auf die Eurozone. In der Spitze geht es um 18,2 Billionen Euro wertlosen Schrotts in den Bilanzen europäischer Banken (hier). Die Risiken aus dem Derivatehandel oder aus den Schattenbanken sind dabei noch nicht berücksichtigt. Das BIP Europas beträgt nach einer Schätzung des IWF für 2012 insgesamt rund 18 Billionen $ (hier), liegt also deutlich darunter.  


Deutschlands Exportsucht zerstört die Euro-Zone
(welt.de) Deutschland ist besessen vom Export – meint der US-Ökonom Adam S. Posen. Damit schade es nicht nur den Krisenländern, sondern beraube deutsche Arbeitnehmer auch ihres gerechten Lohns. Mehr...

Kommentar: Eine fundierte Beschreibung des deutschen Irrwegs. Wir selbst haben schon viele Male mehr oder weniger deutlich auf diesen "Schwach-Sinn" hingewiesen, den deutsche Spitzen-Ökonomen einfach ignorieren oder sogar abstreiten. Wie könnte es anders sein, kommt die Entwarnung aus München: "Ifo-Institut entzaubert das deutsche Exportmonster", meldet am 15.03.2013 die WELT: "Die EU wirft Deutschland immer wieder vor, das Ungleichgewicht in der Euro-Zone durch Handelsüberschüsse zu verstärken. Doch das Ifo-Institut kommt nun zu einem überraschenden Ergebnis." Mehr dazu hier. Die Studie gibt es hier. Das "Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung" (DIW) meldet dazu "Die deutsche Wirtschaft ist vom Exportgeschäft abhängiger als je zuvor" (hier). Die Entwicklung der deutschen Exporte zeigt diese Grafik: 


Quelle: nachdenkseiten.de

Auffällig der Anstieg seit Einführung des Euro am 01.01.1999. 


Südeuropa erwacht aus dem Krisenkoma
(manager-magazin.de) Die Reformen in den südeuropäischen Krisenländern beginnen zu greifen: Löhne und Produktionskosten sind stark gesunken, die Wettbewerbsfähigkeit steigt. Deutsche Unternehmen entdecken Südeuropa als Beschaffungsmarkt wieder - mancher tauscht sogar bereits chinesische gegen südeuropäische Zulieferer aus. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wir möchten unseren LeserInnen die guten Nachrichten aus den südeuropäischen Krisenstaaten nicht vorenthalten. Entdeckt hat sie das deutsche MANAGER MAGAZIN. In Österreich und der Schweiz haben wir eine Bestätigung dafür nicht gefunden. Statt dessen meldet DIE PRESSE "Spanien fordert unbegrenzten Euro-Rettungsschirm" (hier). ZERO HEDGE liefert ganz aktuell den folgenden Chart zur Situation in Spanien: 





Economist Special Report Germany: "Die deutsche Sicht ist verzerrt und selbstgefällig"
(handelsblatt.com) Deutschland sollte mehr Führungsstärke in Europa zeigen, argumentiert die britische Wirtschaftszeitung "Economist" in ihrer Titelgeschichte. Hierfür müsse es jedoch seine traditionellen Sichtweisen überwinden. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Bereits gestern haben wir auf den Beitrag der englischen Wirtschaftszeitung ECONOMIST hingewiesen und der SPIEGEL hat gleich sein Stimmungsbild dazu abgegeben. Offensichtlich hinterlässt der Report aus London tiefe Spuren in den deutschen Medien, wie dieser erste Eindruck des HANDELSBLATT zeigt. Der STERN titelt dazu "Die zaudernde Führungsmacht" und interpretiert diese Kritik so: Schlechtes Zeugnis für Kanzlerin Merkel. Das renommierte Wirtschaftsmagazin "Economist" attestiert ihr "fehlenden Mut". Handele sie nicht bald entschlossen, drohe Europa und Deutschland der Abgrund." Mehr dazu hier. Offen Kritik am ECONOMIST-Report übt Oliver Stock, Chefredakteur von HANDELSBLATT ONLINE, in seinem Kommentar "Warum der Economist daneben liegt". In der Einleitung heißt es: "Die britische Zeitschrift analysiert Deutschland und bemängelt unsere mangelnde Führungsstärke. Sie liegt falsch, meint Oliver Stock." Mehr dazu hier. Unseren Leserinnen empfehlen wir alle Beiträge - sie sind ausnahmslos lesenswert. Der Kommentar von Stock ist aber mit großer Vorsicht zu genießen. Wir glauben, er ist seinem schwarzen englischen Humor geschuldet. Hoffentlich. 


Das wird der zweitlängste Aufschwung in der US-Geschichte
(format.at) Die Erholung der US-Wirtschaft geht zwar langsam voran, doch gerade darin sehen einige Ökonomen ein gutes Zeichen. Das mäßige Tempo verhindere, dass es zu starken Übertreibungen kommt, und Anzeichen sprechen dafür, dass die aktuelle Expansion doppelt so lange andauern könnte wie sonst. Bereits seit vier Jahren hält der Aufschwung an und viele Hinweise auf Exzesse, die häufig Vorboten einer Kontraktion sind, gibt es derzeit nicht. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wieso verbreitet der FORMAT so einen Bullshit? Seit vier Jahren Aufschwung in Amerika, der noch drei bis vier Jahre anhalten soll. Wie sehr würden wir uns wünschen, dass aus dieser Behauptung endlich Wirklichkeit wird. Dann gäbe es nämlich ein klein wenig Hoffnung für die Amerikaner und für den Rest der Welt. Die Wahrheit sieht anders aus: Eine Erholung ist weit und breit nicht in Sicht. Noch immer steigt die Zahl der Bezieher von Lebensmittelmarken Monat für Monat auf neue Höchststände, nimmt die Zahl derer zu, die erwerbsfähig sind aber angeblich dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen und verzeichnet regelmäßig neue Höchststände, steigt die Zahl der in Armut lebenden Kinder weiter an, bleibt die Zahl der Zwangsversteigerungen von Einfamilienhäuser auf unverändert hohem Niveau. Wir berichten ständig darüber. 

Schon seit Monaten werden Potemkinsche Dörfer gebaut. Besonders bei den Arbeitsmarktdaten, dem Häusermarkt und dem Konsum. Alles nur gefakt. Die fehlende wirtschaftspolitische Kompetenz der US-Regierung wird durch statistische Taschenspielertricks versteckt. Propagandistisch aufbereitet werden diese Falschinformationen dann mit Hilfe der Medien über die ganze Welt verteilt. Die folgenden Schaubilder zeigen die Situation am Arbeitsmarkt und bei den Einzelhandelsumsätzen: 
















"US Economy Decelerates As Industrial Production Misses, Capacity Utilization Lowest Since October" meldet gerade ZERO HEDGE (hier) und liefert die passenden Charts gleich mit: 









Wie immer sagen Bilder mehr als 1000 Worte. 

Ein weiteres Beispiel von Traum und Wirklichkeit lieferte ZERO HEDGE vor zwei Tagen zum Aufschwung am US-Häusermarkt: "If There Is A "Housing Recovery" Then This Chart Can't Be Right". In einem Satz ist alles gesagt: Let's start with the oldest economics joke in the book: "assume there is a housing recovery." Read more here. Der Chart dazu: 




      

"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Wie es funktioniert hat Europa in Zypern vorgemacht.

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.