Sonntag, 16. Juni 2013

Standpunkt 667 - Nachrichten-Ticker, 15.06.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Potemkinsche Dörfer – Geld regiert Europa – Sündenbock EU – US-Ökonom vs. Deutschland – Arbeit statt Ruhestand – USA vs. Schweiz – Japan im Währungskrieg


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Pläne der EU nach der Enteignung in Zypern zeigen, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update unseren LeserInnen so schnell wie möglich zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus wird leider nichts, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir noch verarbeiten wollen. Bis Ende Juni wollen wir fertig sein. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


Zirkus im Cameronschen Dorf
(sueddeutsche.de) Hausgemachte Antipasti, Schwarzwälder Schinken und Prosciutto di Parma. Wenn die Teilnehmer des G8-Gipfels derlei verzehren wollen, müssen sie es selbst nach Nordirland mitbringen. Die Wurstwaren im Fenster des örtlichen Metzgers sind nur aufgeklebt. Schließlich soll für Camerons große Zirkusshow die Kulisse perfekt sein. Mehr...

Kommentar: Ein Hammer-Beitrag. Unglaublich. Aus unserer Sicht ein weiterer Beweis dafür, wie sehr die Menschen an der Nase herumgeführt werden, wenn sogar höchstrangigen Politikern der G8-Staaten am Tagungsort eine heile Welt vorgegaukelt wird. Politik und Finanzindustrie ziehen eine einzigartige Show ab. Da haben wir Zweifel, ob nicht auch die sogenannte "reale" Wirtschaft nur ein Trugbild ist. 

 
Krisendiagnose: Wie das Geld mitregiert
(boeckler.de) Was ist das für ein Staat, der sich von den wohlhabenden Bürgern Geld pumpt, anstatt sie adäquat zu besteuern? Von Wolfgang Streeck, Professor für Soziologie und Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. Mehr...

Kommentar: Diese Analyse unterscheidet sich von dem, was regelmäßig von den deutschen Leitmedien verbreitet wird. Vor diesem Hintergrund ist es eine mutige Aussage von Wolfgang Streeck: "Wenn es eine 'Anspruchsinflation' gegeben hat, durch welche die Staatsfinanzen in ein strukturelles Defizit geraten sind, dann hat diese bei den Oberschichten stattgefunden, deren Einkommen und Vermögen in den letzten zwanzig Jahren rapide gestiegen sind, nicht zuletzt aufgrund von Steuersenkungen zu ihren Gunsten, während Löhne und Sozialleistungen am unteren Rand der Gesellschaft stagnierten oder gar sanken - eine Entwicklung, die durch, mittels Inflation, Staatsverschuldung und 'Pumpkapitalismus' erzeugte Geldillusionen überdeckt und jeweils auf Zeit legitimiert wurde." Das sollte unsere LeserInnen auf den Rest des Beitrages neugierig machen, selbst wenn er nicht gerade der Unterhaltung dient. Noch einmal die zwei Schaubilder, die verdeutlichen, was Streeck meint: 






Ergänzend zu diesem Beitrag raten wir noch zu einem Blick auf den IMK-Verteilungsmonitor über die "Einkommensverteilung in Deutschland" (hier). Öffnet sehr wahrscheinlich allen die Augen, die sich nicht vom Mainstream vereinnahmen lassen wollen. 


Bequemer Sündenbock EU
(blog.handelsblatt.com) An diesem Samstag können wir ein denkwürdiges Jubiläum feiern. Vor genau 25 Jahren trat die “Verordnung Nr. 1677/88 EWG” in Kraft, besser bekannt – und berüchtigt – als Gurkenkrümmungsverordnung der Europäischen Union. Penibel reglementierte sie unter anderem, dass Gurken der Handelsklasse “Extra” künftig nur noch eine Krümmung von zehn Millimetern auf einer Länge von zehn Zentimetern aufweisen durften. Diese Verordnung half nicht nur, die Maße von Salatgurken zu standardisieren, sie machte auch Karriere als Symbol für eine ausufernde Regelungswut der EU, die die Mitgliedsstaaten mit unsinnigen und bürokratischen Standards überzieht. Als die Verordnung am 1. Juli 2009 wieder außer Kraft gesetzt wurde feierten europakritische Politiker dies als einen Sieg über die außer Kontrolle geratene EU-Verwaltung. In Wahrheit ist diese Geschichte eine der größten Mythen der EU-Geschichte und geradezu ein Lehr-Beispiel dafür, wie Nationalstaaten und Lobbygruppen die EU als Sündenbock missbrauchen und ihr alle unpopulären Entscheidungen in die Schuhe schieben, um sich selber die Finger damit nicht dreckig machen zu müssen. Mehr...

Kommentar: Der Beitrag mit Überraschung. Besonders auch deshalb, weil wir ihn dort gefunden haben, wo schon seit Monaten gegen den Euro massiv Stimmung gemacht wird und auch die EU ständig in Frage steht, statt den Politikern für ihre Krisen-Versäumnisse die Leviten zu lesen: im HANDELSBLATT, geschrieben vom stellvertretenden Chefredakteur Online, Florian Kolf. Es ist, wie wenn man die Nadel im Heuhaufen findet. Tadellos geschrieben. 


Degenhart-Appell an Karlsruhe: „Entscheiden Sie sich für die Demokratie!“
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Verfassungsrechtler Christoph Degenhart hat in seinem Statement in Karlsruhe das Bundesverfassungsgericht aufgefordert, der Mandats-Überschreitung durch die EZB Einhalt zu gebieten. Es gehe um die Demokratie in Europa. Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten dokumentieren das Plädoyer im Wortlaut. Mehr...

Kommentar: Inhaltlich nichts Neues, die Argumente sind nicht neu. Der Beitrag steht hier, weil wir uns sehr darüber wundern, dass Degenhart als Verfassungsrechtler die Tatsache wissentlich ignoriert, dass die Karlsruher Verfassungsrichter diese Entscheidung nicht treffen können, die er und die anderen Euro-Kritiker verlangen. Die EZB unterliegt nicht deutschem Recht. Das ist unstreitig Fakt. Degenhart suggeriert, das Bundesverfassungsgericht könne sich darüber hinwegsetzen. Zu den Regeln der Demokratie gehört auch, die Grenzen nationalen Rechts zu akzeptieren. Damit sollte ein Verfassungsrechtler am wenigsten Probleme haben. Diese öffentliche Stellungnahme ist deshalb zutiefst undemokratisch. 


US-Ökonom zerlegt Deutschland
(n-tv.de) Die deutsche Wirtschaft steht schlechter da als angenommen. Das zumindest behauptet der Chef eines einflussreichen Washingtoner Think Tanks. Das Job-Wunder hätten sich die Deutschen nur durch niedrige Löhne erkauft - und dabei schwere Unterlassungsfehler begangen. BA-Chef Weise schlägt in dieselbe Kerbe. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Adam Posen äußert sich unmissverständlich: "Die hohe Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sei erkauft durch niedrige Löhne und eine Zunahme von prekären Arbeitsverhältnissen. 'Billige Arbeit ist der Hauptgrund des deutschen Exporterfolgs der letzten zwölf Jahre', meinte Posen." Das ist eine Tatsache, selbst wenn sie von Hans-Werner Sinn und Konsorten standhaft bestritten wird. Wir haben uns zuletzt vor zwei Tagen damit beschäftigt und durch eine Grafik verständlich gemacht (hier). Es ist doch erstaunlich, wenn sich der Chef der Bundesarbeitsagentur zu Wort meldet und in einem Interview die Aussage von Posen stützt: Weise kritisiert "zunehmende Lohnungleichheit" titelt die SZ. In der Einleitung dazu heißt es: "Der Unterschied zwischen oben und unten wachse, sagt Bundesarbeitsagentur-Chef Weise im SZ-Gespräch. Befristete Jobs für junge Menschen bezeichnet er als 'wirklich problematisch'." Mehr dazu hier. Die Qualität der Jobs in Deutschland veranschaulicht die folgende Grafik: 





Arbeiten ohne Ende - Der Abschied vom Ruhestand
(monde-diplomatique.de)  Der Ruhestand als soziale Institution und politische Errungenschaft der westeuropäischen Nachkriegsgesellschaften ist gegenwärtig auf dem besten - oder eher schlechtesten - Wege, historisch zu werden. Mittlerweile haben all diese Gesellschaften mehr oder weniger weitreichende "Reformen" ihrer Alterssicherungssysteme in Angriff genommen. Sie laufen allesamt darauf hinaus, das Rentenzugangsalter zu erhöhen, das Leistungsniveau der öffentlichen Zuwendungen zu senken und die jüngeren Menschen verstärkt zu privater Altersvorsorge anzuhalten. Zudem vollzieht sich grenzübergreifend - und maßgeblich angetrieben durch die auf europapolitischer Ebene propagierte Losung des "active ageing" - eine allmähliche Umdeutung des Alters: Eine Lebensphase später Freiheit wird zu einem Lebensabschnitt fortgesetzter Produktivität. Während dieses neue Bild eines "jungen", aktiven und produktiven Alters in der Realität zur Rechtfertigung des Rückbaus materieller Alterssicherungen dient, reklamieren seine Propagandisten in Politik, Medien und Wissenschaft zugleich ein hehres normatives Ziel für sich, das in der gängigen EU-Sprache das fröhliche Etikett "adding life to years" erhalten hat. Das soll suggerieren, die Förderung von verlängerter Erwerbsbeteiligung und bürgerschaftlichem Engagement der Älteren sei gleichbedeutend mit deren Aufwertung zu leistungsbereiten, nützlichen und gemeinwohlorientierten Mitgliedern der Gesellschaft. Wer nicht arbeitet oder zu arbeiten aufhört, darf in den europäischen Gesellschaften zwar noch essen (wenn auch weniger als die Arbeitenden und weniger als zuvor), doch er gilt nicht mehr als löbliches Vorbild. Das Rollenmodell des Alters ist heute nicht mehr die gütige Großmutter, der rüstige Senior oder gar der zufriedene Frührentner. Vorbei die Zeiten des "goldenen Handschlags" und der ruhigen Kugel auf Mallorca - politisch gewünscht, gefragt und gefordert ist in Zukunft wieder die frühindustrielle, genauer die vorwohlfahrtsstaatliche Normalität eines Lebens für die und von der Arbeit - auch am Lebensabend. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Ein Beitrag der zeigt, was auf die Menschen zukommt. Und es wird schnell gehen. Krise und Enteignung (zer)stören auch die Altersvorsorge. Wolfgang Clement hat die Losung schon im vergangenen Jahr ausgegeben. "Clement will fitte Deutsche bis 80 arbeiten lassen" titelt die WELT am 15.08.2012 und schreibt: "Der frühere Wirtschaftsminister Wolfgang Clement entfacht die Debatte um die Rente neu. Demnach sollen fitte Senioren viel länger arbeiten als bisher vorgesehen. Millionen Deutsche wären betroffen." Mehr dazu hier. In der gleichen Zeitung erscheint zwei Tage später ein Beitrag von Eckhard Fuhr, der die Idee freudig aufgreift: "Arbeiten bis ins hohe Alter ist ein Privileg". Er schreibt einleitend: "Wolfgang Clement will fitte Deutsche bis 80 arbeiten lassen. Aber nicht alle die wollen, dürfen weitermachen. Das Privileg des Arbeitens ohne Limit muss endlich allen zugänglich gemacht werden." Mehr dazu hier. Erinnert sich noch jemand an Norbert Blüm, von 1982 bis 1998 Bundesarbeitsminister? Der ist es, der bis heute steif und fest behauptet "die Rente ist sicher". Ein fataler Irrtum, wie sich herausstellen wird.  


USA nehmen «heuchlerischen» Rohstoffplatz ins Visier
(tagesanzeiger.ch) Nach dem Bankenplatz folgt nun der amerikanische Angriff auf den Rohstoffhandel. Eine einflussreiche Organisation lanciert eine Kampagne gegen drei Schweizer Firmen. Mehr...

Kommentar: Das Undenkbare rückt in greifbare Nähe: Die Schweiz wird sich mit einem Beitritt in die EU und die Eurozone beschäftigen müssen wenn sie überleben will. Die USA lassen nicht locker. Diesen Angriffen kann sich die Schweiz auf Dauer nicht erwehren. Es ist eine Tatsache: Amerika vergißt nie. Deshalb wird gegen die Schweiz mittlerweile ein regelrechter Krieg geführt. Im Verhältnis dieser Länder hat sich über viele Jahre hinweg auf amerikanischer Seite sehr viel Ärger aufgestaut. Der sucht sich jetzt ein Ventil. Offensichtlich sehr erfolgreich. Es mag martialisch klingen, aber die USA werden keine Ruhe geben, bis die Schweiz im Staub liegt und um Gnade bettelt. Dagegen können die Schweizer sich nicht mit nationalem Recht verteidigen, sondern nur mit internationaler, in diesem Fall europäischer, Unterstützung. Das passiert natürlich nicht ohne Gegenleistung. Unseren Nachbarn wird in den nächsten Jahren noch viel abverlangt.


Währungskrieg: Japaner fliehen aus US-Staatsanleihen
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Im April haben ausländische Investoren so viele US-Staatsanleihen verkauft wie nie zuvor. Auch Unternehmens-Anleihen stießen sie ab. Aktien hingegen kauften sie hinzu. Mehr...

Kommentar: Diese Nachricht geht auf einen Beitrag bei ZERO HEDGE zurück: "Treasury Sales By Foreigners Hit Record High In April". Zu diesem Beitrag geht es hier. Der folgende Chart stammt von ZERO HEDGE: 



Statt dessen investieren die Japaner nicht nur in Aktien rund um die Welt, sondern auch in Staatsanleihen europäischer Krisenstaaten. Nicht wegen der Top-Bonität, es sind die lukrativen Gewinnaussichten, die diese Anleihen höchst interessant machen. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unsichtbar, aber unerbittlich, zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht unweigerlich zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Wie es funktioniert hat Europa in Zypern vorgemacht.

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.