Montag, 17. Juni 2013

Standpunkt 668 - Nachrichten-Ticker, 16.06.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: US-Aufseher versus Deutsche Bank – Schulden! – US-Arbeitsmarkt und -Konsum


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Pläne der EU nach der Enteignung in Zypern zeigen, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update unseren LeserInnen so schnell wie möglich zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus wird leider nichts, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir noch verarbeiten wollen. Bis Ende Juni wollen wir fertig sein. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


US-Aufseher: "Deutsche Bank hat keinen Spielraum für Fehler"
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Deutsche Bank sagt, sie sei auf einem guten Weg, was das Risiko-Management betrifft. Der Vizechef der Einlagensicherung FDIC, Thomas Hoenig, sieht das jedoch ganz anders. Die Deutsche Bank ist „schrecklich unterkapitalisiert“. Er kritisiert die Basel III Regeln, die eine gewisse Kernkapitalquote fordern. Die Berechnung der Kernkapitalquote unter diesen Regeln ist umstritten. Hoenig zufolge sind sie nicht ausreichend, da die Banken selbst Einfluss auf die Risikobewertung ihres Kreditportfolios haben. Dies ermögliche den Banken, gut kapitalisiert zu erscheinen, sagte Hoenig der Nachrichtenagentur Reuters. Würde man eine bestimmte Form der Verschuldungsquote als Maßstab für die Kapitalisierung der Deutschen Bank herannehmen, wäre sie "schrecklich unterkapitalisiert". Nach einer derartigen Berechnung wäre das Geldinstitut sogar eine der am schlechtesten kapitalisierten Banken. Auch kritisiert Hoenig: Wenn die Deutsche Bank zwei Milliarden Dollar verliert, erhöht sich dadurch ihre Kernkapitalquote. „Ich will nicht sagen, dass das verrückt ist, aber es ist lächerlich“. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Diese Meldung findet ihre Bestätigung in einem aktuellen Beitrag bei ZERO HEDGE: "Deutsche Bank 'Is Horribly Undercapitalized... It's Ridiculous' Says Former Fed President Hoenig". Read more here. Beide nehmen außerdem Bezug auf die Beteiligung der Bank am hochriskanten Derivatehandel. Die "deutsche-wirtschafts-nachrichten.de" verweisen auf ihre Meldung vom 11.04.2013: "Deutsche Bank gefährdet alle: 48 Billionen Euro in riskanten Wetten". Es lohnt sich, hier weiterzulesen. ZERO HEDGE bezieht sich auf die Bilanz der Bank zum 31.12.2012 und nennt ein Volumen von 55,6 Billionen Euro, das 21-fache der deutschen Wirtschaftsleistung von 2,7 Billionen Euro. Die grafische Darstellung dazu ist atemberaubend: 



Bei dieser Gelegenheit noch einmal der Hinweis: Wir haben uns bereits vor einem Jahr in einem eigenen Beitrag ausführlich mit diesem brisanten Thema auseinandergesetzt. Absolut zutreffend ist er mit "Desaster Derivatehandel" überschrieben. Für den US-Investor Warren Buffett sind Derivate schon seit 2003(!) die ultimative "finanzielle Massenvernichtungswaffe" (hier). Der Beitrag beschreibt warum. Alles ist nach wie vor aktuell. Es geht nicht nur um die Deutsche Bank und die Commerzbank, sondern auch um die beiden Schweizer Großbanken und die US-Banken. Die LeserInnen, die sich bisher noch nicht damit beschäftigt haben, sollten es unbedingt hier nachholen. Außerdem empfehlen wir noch einen älteren Beitrag der ZEIT: "Rezept für ein Desaster" vom 19.05.2005. In der Einleitung heißt es: "Atemberaubend sind nicht nur die vielen Billionen Dollar, die im Geschäft mit Derivaten gehandelt werden, sondern auch die undurchsichtigen Methoden." Weil sich bis heute nichts daran geändert hat, ist dieser Artikel immer noch aktuell. Stammt aus einer Zeit, als die ZEIT ihren LeserInnen noch was zu sagen hatte. Mehr dazu hier

Diese Grafik zeigt, wie sehr sich seit Buffetts Warnung 2003 das Volumen des Derivatehandels in den folgenden Jahren erhöht hat: 


Quelle: crunchthenumbers.net
Die neuesten Zahlen der BIZ gibt es hier.

Unser Fazit für die Deutsche Bank bleibt unverändert: Die Bank ist eigentlich längst pleite. Sie hält sich, wie alle anderen auch, mit Bilanztricks über Wasser. Es ist klar, für eine Rettung von Deutschlands Banken-Primus reichen die Ersparnisse und Vermögen der Deutschen nicht aus. Trotzdem müssen sie dafür einstehen, schliesslich ist die Bank systemrelevant und die Rettung alternativlos. Eigentlich darf sich niemand hierzulande noch länger der Illusion hingeben, dieser Kelch gehe an Deutschland vorüber, aber alle tun es. Das wird nicht funktionieren. 

Es gibt weltweit 28 systemrelevante Banken (hier), die unter allen Umständen am Leben gehalten werden müssen. Da sind sich Politik und Finanzindustrie völlig einig. Für die europäischen darunter müssen die Menschen in Europa länderübergreifend eintreten. Auch für die beiden Schweizer Großbanken UBS und Crédit Suisse. Die Eidgenossen können dieses Ding genauso wenig alleine stemmen wie die Deutschen die Deutsche Bank und die Commerzbank. 


The Debt Of Nations
(zerohedge.com) Following on from our annual update on the wealth (re)distribution of nations, we thought it important to look at the other side of the household balance sheet - that of 'debt' to see just how much 'progress' has been made in the world. In the aftermath of the credit crisis (and the ongoing crisis in Europe), government debt levels continue to rise but combining trends in household debt highlights countries that have sustainable (and unsustainable) overall debt levels  - and thus the greatest sovereign debt problems. Whether the 'number' is from Reinhart & Rogoff or not, the reality is that moar debt is not better and the nations with the highest debt-per-capita may surprise many. Critically, despite the rise in 'wealth' from 2000-2008, the ratio of debt-to-net-worth rose on average by about 50% (and in many nations continues to rise). With the regular occurrence of sovereign debt crises, relatively little attention has been given to the parallel issue of personal debt. Yet household debt has transformed over the past 30 years from low level borrowing mostly securitized on housing assets into wholesale credit seemingly available to anyone for any purpose. As a consequence, household debt as a proportion of income has doubled almost everywhere, and has on occasion exploded by a factor of ten or more. Read more... 

Kommentar: Alle reden nur über die Staatsschulden, die Schulden der Unternehmen und Haushalte spielen in der Öffentlichkeit keine Rolle. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit allen Schulden - und liefert viel Wissenswertes. Zitiert aus einer Analyse des Crédit Suisse. Ergänzt mit aussagekräftigen Grafiken, von denen wir drei schon an dieser Stelle zeigen: 









Don’t Read This if You Thought the Economy Was Improving
(acting-man) The Bureau of  Labor Statistics reported this morning that the U.S. unemployment rate is now 7.6% percent, with 175,000 new jobs created in May. At the same time, the Bureau revised its April numbers down, saying 149,000 jobs were created in April, and not the initial 165,000 it reported. The unemployment situation in the U.S. in May was essentially the same as in April. (I wonder how the Federal Reserve looks at this. Does it say, “Wow, imagine what would have happened to the jobs market in May if  you didn’t create $85.0 billion in new money during the month”?) Read more... 

Kommentar/Ergänzung: Sorry, aber wir lassen nicht locker bei den US-Arbeitsmarktdaten und den Angaben zum US-Konsum. Den beiden Bereichen, neben den offiziellen Daten zum BIP, in denen kräftig manipuliert wird. Als Ergänzung zu diesem Beitrag liefern wir eine kürzlich auf einem US-Blog entdeckte Analyse der aktuellen US-Arbeitsmarktdaten, die sehr kritisch mit den Daten des Bureau of Labor Statistics (BLS) umgeht. Auf insgesamt 24 Seiten wird akribisch ausgewertet und die Ergebnisse mit leicht verständlichen Grafiken erläutert. Vergleichbares haben wir bisher noch nicht gefunden. Zu dem "Jobenomics Unemployment Report June 2013" geht es hier


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unsichtbar, aber unerbittlich, zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht unweigerlich zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Wie es funktioniert hat Europa in Zypern vorgemacht.

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie soll unsere Unabhängigkeit sichern. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir.

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.