Mittwoch, 19. Juni 2013

Standpunkt 670 - Nachrichten-Ticker, 18.06.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: G8-Gipfel – S. Wagenknecht und der Euro – Zinssegen – Silber – DJane Marusha – Autoindustrie – Fitch warnt vor China – Brasilien in der Krise – Schweiz vs. USA


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Pläne der EU nach der Enteignung in Zypern zeigen, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update unseren LeserInnen so schnell wie möglich zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus wird leider nichts, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir noch verarbeiten wollen. Bis Ende Juni wollen wir fertig sein. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


G8: "Haben manifeste Krise des Vertrauens überwunden"
(diepresse.com) Strukturreformen sollen der Wirtschaft wieder Schwung verleihen. Die Ankurbelung der Nachfrage und Reformen müssen im Gleichgewicht stehen. Mehr...

Kommentar: Es ist doch immer wieder das Gleiche bei diesen Gipfel-Treffen: Die Vorbereitung kostet Millionen, nach ein paar Stunden ist alles vorbei, viel Blabla, keine Ergebnisse, nur viel Eigenlob, ergänzt um ein paar Lügen. Der Volksmund kennt dafür eine treffende Beschreibung: "Außer Spesen nichts gewesen." Wieder einmal.


Sahra Wagenknecht: "Euro nicht ohne Wenn und Aber verteidigen"
(n-tv.de) Was passiert, wenn die Eurozone auseinanderbricht? Fraktionsvize Sahra Wagenknecht hätte ihr Konzept dazu gerne im Wahlprogramm der Linkspartei wiedergefunden – doch die lehnte ab. Im Interview mit n-tv.de bleibt Wagenknecht dabei: Ein "Weiter so!" zerstört Europa, über Alternativen zum Euro muss gesprochen werden. Mehr...

Kommentar: Schade, wir hatten wirklich eine Zeit lang geglaubt, Frau Wagenknecht hätte verstanden, um was es geht. Offensichtlich haben wir uns geirrt. Richtig ist: Der Euro muss endlich ohne Wenn und Aber verteidigt werden, statt ihn seit Ende 2009 ständig in Frage zu stellen und damit den Spekulanten viele Millionen, möglicherweise sogar Milliarden, Gewinne in die Kassen zu spülen. Einen ernsthaften Kampf um den Euro hat es in den vergangenen vier Jahren nicht gegeben, nur um die Rettung der Banken. Das wichtigste, die Gemeinschaftswährung, wurde entweder stiefmütterlich oder als das Schwarze Schaf der europäischen Familie behandelt. Die Zerstörung des Euro, auf die bisher alles hinausläuft, ist unbezahlbar - genauso wie die andauernde Bankenrettung. Die ist für die Politik immer noch alternativlos, der Euro scheinbar nicht. Daran möchten wir erinnern: "Es gibt keine subtilere und auch keine sicherere Methode, einer Gesellschaft ihre Grundlagen zu entziehen, als die Zerstörung ihrer Währung - und kaum einer unter einer Million versteht das wirklich" (John Maynard Keynes).


Thomas Fricke: Vom Segen niedriger Zinsen
(taz.de) Das Wehklagen ist groß. Wer spart, bekommt kaum Zinsen auf sein Geld. Dagegen poltern seit Monaten der Sparkassenpräsident ebenso wie alle, die den Euro noch nie gut fanden und alle paar Monate Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht einreichen. Die Schuldigen scheinen ausgemacht. Zumindest mangelt es nicht an bösen Vermutungen. Es sind die Euro-Notenbanker, Mario Draghi und seine Kollegen, die mit Billiggeld fahrlässig die Märkte fluten und den Finanzministern noch das Schuldenmachen erleichtern. Ein Vorwurf, gegen den sich die europäischen Währungshüter am Dienstag und Mittwoch dieser Woche erneut vor dem Verfassungsgericht wehren mussten. Ist die Sache wirklich so einfach? Will die Welt uns nur Böses? Vor lauter Schimpfen über niedrige Sparrenditen scheinen Ursache und Wirkung durcheinanderzugeraten. Womöglich sind die Niedrigsätze eher Symptom als Auslöser unserer Probleme. Es könnte sogar sein, dass die neue Zeit der krisenbedingt niedrigen Renditen zum Segen für uns alle wird, selbst für den Sparer in uns. Mehr...

Kommentar: Ein fulminanter Beitrag. Der sich fundiert gegen die unzähligen Beiträge der Leitmedien wendet, die die Niedrigzinsen als Strafe für die Sparer verteufeln. Sicherlich ohne viel Erfolg bei deren Anhängern. Unseren LeserInnen sollte das nicht passieren.  Fricke glaubt, alleine die Niedrigzinsen sorgen für eine Zeitenwende, in deren Verlauf die "Banken sich wieder auf das konzentrieren, wofür sie da sind: denen Geld zu geben, die in die Zukunft investieren und Wohlstand sichern - statt Hochfrequenzhandel ohne erkennbaren Nutzen zu betreiben." Das ist die einzige Schwachstelle in seinem Beitrag: So wird es nicht funktionieren. Vorher müssen die Banken gestutzt und das Finanzsystem reformiert werden. Erst danach können die Banken zu ihren früheren, erfolgreichen Geschäftsmodellen zurückkehren, mit denen sie und die Sparer Gewinne solide erzielt haben. 


Silber ist der größte Wertvernichter des Jahres
(welt.de) Die Wette auf Inflationsschutz schlug fehl: Viele Anleger sind mit Silber auf die Nase gefallen – kein Investment steht 2013 so stark im Minus. Doch einige Profis scheint das wenig zu beeindrucken. Mehr...

Kommentar: So oder ähnlich steht es gerade in vielen Medien. Unseren LeserInnen raten wir dringend, sich von diesem Nonsens nicht beeindrucken zu lassen. Silber wird in Zukunft seine Aufgabe als Instrument zur Krisensicherung erfüllen. Diese Erkenntnis unterliegt in der Öffentlichkeit Schwankungen. Das wird sich ändern, definitiv. Vor diesem Hintergrund sind die aktuellen Kurse klare Kaufkurse, ideal für alle die erst einsteigen oder schon aufstocken wollen. Nur keine Hemmungen. 


Marusha, Merkel und das deutsche Problem
(saschalobo.com) Wenn Marusha doch bloß dumm wäre. Man hofft so sehr, dass sie einfach dumm ist, denn dann wäre: alles klar. Leider ist Marusha eventuell nicht dumm, jedenfalls nicht vorrangig. In der “Welt” vom 15. Juni 2013 ist ein Interview erschienen mit Marusha. Marusha ist eine DJane, die in den 1990er Jahren bekannt geworden ist durch ihre Coverversion von “Somewhere over the rainbow” (unverständlich) sowie gefärbte Augenbrauen (absolut verständlich (für mich jedenfalls)). Sie empfiehlt in diesem Interview eindringlich, Angela Merkel zu wählen, was selbstredend völlig legitim ist. Das Problem aber ist, wie Marusha Merkel empfiehlt, mit welchen Begründungen sie das tut und welche Haltung sich dahinter verbirgt. Und das Problem wird groß und größer, wenn man davon ausgehen muss, dass Marusha nicht allein ist. Im Gegenteil, zieht man Marushas Wirrnis ab (was nicht leicht ist), dann handelt es sich nach meiner Einschätzung zum Gutteil um mehrheitsfähige Meinungen, wenn auch im Interview umpuschelt von einer milden Form des Irrsinns. Mehr...

Kommentar: Dieser Beitrag gewährt uns und unseren LeserInnen einen tiefen Blick in das Hirn des deutschen "BILD"-ungsbürgertums. Und bestätigt unsere schlimmsten Befürchtungen. Am liebsten möchten wir uns schreiend in die hinterste Ecke verziehen. Uns steht das nicht zu, Marusha schon. Bitte lesen - bis zum Ende. Zur Einstimmung gibt es hier das besagte Interview der DJane: "Angela Merkel lässt mich ruhig schlafen". Im Vorspann heißt es: "Als Merkel 1994 Bundesumweltministerin wurde, feierte Marusha ihren größten Erfolg mit 'Over The Rainbow'. Deutschlands dienstältester weiblicher Discjockey empfiehlt: Wählt Schwarz-Grün!" NACHDENKSEITEN hat diesen Beitrag bereits empfohlen und folgendes angemerkt: "Das Marhusha-Interview der WELT erinnert in seiner ganzen Lächerlichkeit eher an ein nordkoreanisches Schmierenstück. Wäre der Begriff "Führer" hierzulande nicht negativ besetzt, würde es mich auch nicht mehr wundern, wenn die WELT aus Angela Merkel "unsere geliebte Führerin" machen würde. Insofern interessant, indem Marusha alias Marion Gleiß hier als des Volkes Stimme spricht und all die Dumpfheiten und Plattitüden der merkelschen Politik in wenigen Sätzen auf den Punkt bringt. Dass Frau Gleiß griechische Wurzeln hat sei nur als Bonmot am Rande erwähnt." (hier).


Europas Autobauern steht verlorenes Jahrzehnt bevor
(manager-magazin.de) Keine Besserung bis mindestens 2020: In Westeuropa droht die Autokrise zum Dauerzustand zu werden, zeigt eine Studie. Schon heute arbeiten mehr als die Hälfte aller Werke unprofitabel. Auch für E-Autos sehen die Experten schwarz. Mehr...

Kommentar: Eine fatale Entwicklung, zu einem großen Teil geschuldet der europäischen Austeritätspolitik in Südeuropa. Die deutschen Hersteller haben die Einbrüche in Europa durch Exporte nach China, in die USA und aufstrebende Schwellenländer einigermaßen kompensieren können. Das lässt sich aber nicht durchhalten und hat weitreichende Folgen für die deutsche Wirtschaft.


Fitch warnt: China steht kurz vor Ausbruch einer Bankenkrise
(format.at) Das Schattenbankensystem sorgt in China für erhebliche Verwerfungen. Die gesamten Ausleihungen betragen bereits 198 Prozent des BIP und die Zinsen schnalzen nach oben. China leidet unter der gravierendsten Liquiditätsklemme seit mindestens sieben Jahren. Dies ist ein Anzeichen für Fehlentwicklungen im Schattenkreditwesen und könnte nach Auffassung der Ratingagentur Fitch eine Bankenkrise ankündigen, die früher als erwartet eintritt. Mehr...

Kommentar: Diese Einschätzung ist richtig, wir sehen das genauso. Aus unserer Sicht kommt diese Warnung viel zu spät. Und es ist nur eine der vielen Baustellen in China. 


Quelle: themoneyupdate.com

Natürlich wird China seine Probleme so lange wie möglich verborgen halten, der Westen ist in dieser Hinsicht ein prima Vorbild. Die Chinesen kochen halt auch nur mit Wasser... 


Brasilien schlittert in die Krise
(format.at) Vom Hoffnungsträger zum Krisenkandidat: Brasilien treibt Ökonomen die Sorgenfalten auf die Stirn. Die brasilianische Wirtschaft lahmt, die Inflation läuft aus dem Ruder. Großveranstaltungen wie Fußball-Weltmeisterschaft und Olympische Spiele sollten den Aufschwung zum Selbstläufer machen. Doch die Realität sieht anders aus: Das Wachstum schwächelt, die Inflation läuft aus dem Ruder, Reformen bleiben auf der Strecke und die Staatsschulden steigen. Die Landeswährung Real ist zuletzt auf den tiefsten Stand seit vier Jahren gefallen. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Der nächste Krisenkandidat unter den Schwellenländern. Lange Zeit von den Medien wohlwollend hochgeschrieben und zum Leader stilisiert, entpuppt sich die Wirklichkeit als etwas ganz anderes. Fußball-WM und Olympische Spiele haben für einen Aufschwung gesorgt, der wenig nachhaltig ist. Außerdem sehr anfällig gegen die Rezessionen in den Industrienationen. Kriegt China nicht doch noch die Kurve, dann erlebt Brasiliens Wirtschaft endgültig eine harte Landung. Und die deutschen Unternehmen verlieren bis auf weiteres einen ihrer Hoffnungsträger. 


 

Plötzlich bekommt Brasilien auch noch Druck von innen, durch die unzufriedene Bevölkerung: "Brasilien: Milliarden für die WM, kein Geld für Spitäler und Schulen" meldet Österreichs FORMAT und fasst die Ursachen so zusammen: "Brasilianer zeigen ihren Unmut über die Politik ihres Landes. Der Confed-Cup sollte die Generalprobe für die Fußball-WM nächstes Jahr in Brasilien sein. Doch die Bevölkerung hat genug von Korruption und Milliarden-Ausgaben für Mega-Events." Mehr dazu hier. Es ist erst zwei Monate her, als der FORMAT mit diesem Beitrag ein Loblied auf Brasilien gesungen hat: "Kampf gegen Armut: Brasilien wird zum Vorbild". Offensichtlich das Ergebnis gut abgestimmter Lügen, wie sich im Vorspann nachlesen lässt: "An Lob für Brasiliens Sozialpolitik fehlt es nicht. Die Weltbank, die UNO und viele Länder nehmen sich den 'Grünen Giganten' als Vorbild, denn auf der Agenda der Regierung steht seit über einer Dekade der Kampf gegen die Armut an oberster Stelle. 'Die extreme Armut wird bald der Vergangenheit angehören', ist sich Präsidentin Dilma Rousseff sicher. Wie ihr Vorgänger Luiz Inacio Lula da Silva pumpt sie gestützt auf gutes Wirtschaftswachstum Milliarden in Sozialprogramme. Das Konzept: Die Armut wird verringert, der Konsum angekurbelt und ja: auch Wählerschichten mobilisiert. 'Brasilien gehört zur Avantgarde, wenn es darum geht, effiziente Wirtschaftspolitik mit Chancen für
die Schwächsten der Gesellschaft zu kombinieren. Das kommt Millionen Menschen zugute', attestierte Weltbank-Chef Jim Yong Kim der sechstgrößten Volkswirtschaft der Welt kürzlich bei einem Besuch in Brasilia."
Mehr dazu hier. Brasilien gehört zur Avantgarde der Schuldenmacher. Jeder Cent Wirtschaftswachstum ist kreditfinanziert. Im Zuge dieser Entwicklung - und der beiden Großereignisse - wird die Armut nur versteckt, nicht behoben. Die Menschen spüren das und setzen sich zur Wehr. Nicht ausgeschlossen, dass die Fußball-WM unter dem Schutz von Polizei und Streitkräften stattfinden muss.  Vorbild sein geht anders.



Schweiz gibt keine Bankdaten an USA weiter
(welt.de) Das Schweizer Parlament hat ein Gesetz gestoppt, das die Herausgabe von Bankdaten an US-Behörden ermöglicht. Doch das ist riskant: Die Geldhäuser des Landes könnte das die Existenz kosten. Mehr...

Kommentar: Betreibt die Schweiz ihren Selbstmord, oder will sie sich zum Märtyrer machen? Weder noch. Es sind die letzten Zuckungen im Todeskampf, kurz bevor das Bankgeheimnis endgültig sein Leben aushaucht.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unsichtbar, aber unerbittlich, zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht unweigerlich zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Wie es funktioniert hat Europa in Zypern vorgemacht.

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie soll unsere Unabhängigkeit sichern. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir.

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.