Donnerstag, 20. Juni 2013

Standpunkt 671 - Nachrichten-Ticker, 19.06.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: „Jail not Bail“ in Großbritannien? – Zypern in Not – Lösung für Massenarbeitslosigkeit in der EU – Kapitalexport aus Deutschland


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Pläne der EU nach der Enteignung in Zypern zeigen, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update unseren LeserInnen so schnell wie möglich zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus wird leider nichts, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir noch verarbeiten wollen. Bis Ende Juni wollen wir fertig sein. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


Rücksichtslose Banker sollen in den Knast
(sueddeutsche.de) Damit nicht wieder die Welt aus den Fugen gerät, wollen die Briten die Finanzbranche bändigen. Eine Regierungskommission empfiehlt nun, Boni aufzuschieben und verantwortungslosen Bankern gar mit Gefängnis zu drohen. Doch die Politik könnte noch vor der Finanzlobby einknicken. Mehr...

Kommentar: Das wäre für uns eine echte Überraschung, wenn die Briten das tatsächlich durchziehen. Bisher ist Großbritannien nicht unbedingt dadurch aufgefallen, der Finanzindustrie in der Londoner City Fesseln anlegen zu wollen. Die heimische Wirtschaftsleistung ist erheblich von der City abhängig und deshalb hat die Regierung Cameron dieses System bis zur Selbstaufgabe gestützt. Wir denken, es ist noch ein langer Weg bis die Empfehlungen der Regierungskommission (hier) umgesetzt werden. Schade. 


Zypern will Hilfspaket neu verhandeln
(n-tv.de) Zypern will sein erst kürzlich beschlossenes Hilfsprogramm Medienberichten zufolge komplett neu verhandeln. Präsident Anastasiades habe ein entsprechendes Schreiben verschickt. Der Präsident hat das Gefühl, dass das Rettungspaket zu schnell und schludrig geschnürt wurde und die Wirtschaft ausbremst. Die Antwort fällt kühl aus. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Was in den vergangenen Wochen in Zypern passiert ist, war von vorne herein absehbar. Die Zerstörung der Wirtschaft ist die logische Folge aus dem EU-Rettungspaket für Zypern. Daran tragen die Zyprer jedoch eine erhebliche Mitschuld: Sie hätten den Bedingungen nie und nimmer zustimmen dürfen. Auf der anderen Seite war der Druck durch EU und EZB natürlich enorm groß, da ist es schwer die Nerven zu behalten. Der Beitrag im FOCUS "Zypern taumelt einer Katastrophe entgegen" kommt bereits zu spät: "Zyperns Präsident ruft um Hilfe und Hubert Faustmann gibt ihm Recht. Der deutsche Professor lehrt an der Universität von Nicosia Politologie. Er warnt vor einem Zusammenbruch der zyprischen Wirtschaft, wenn der Bankenrettungsplan nicht noch einmal überdacht wird." Mehr dazu hier. Die Wirtschaft Zyperns ist bereits weitgehend kaputt, es geht nur noch um Restbestände. Aus Sicht der europäischen Krisenmanager ist Zypern wertlos und wird aufgegeben. Es gibt keinen Grund für Nachverhandlungen. Höchstens wird vorgeschlagen, die Enteignungen noch zu verschärfen. 


Alternativen zur Massenarbeitslosigkeit in der EU
(arbeit-wirtschaft.at) Die Austeritätspolitik der EU hat zwischen drei und fünf Millionen Menschen den Job gekostet. Die Behauptung der Politik, es gäbe keine Alternativen, ist haltlos. Was fehlt sind nicht ökonomische Gegenkonzepte, sondern eine verantwortungsbewusste Wirtschaftspolitik, die sie umsetzt. Mehr...

Kommentar: Hier und da finden wir sie noch: nachdenkenswerte Vorschläge zur Lösung der dringendsten Probleme in Europa. Diesen Beitrag haben wir gerade erst entdeckt. Er ist schon drei Monate alt, aber immer noch aktuell. Gut gefallen hat uns die Analyse der verantwortlichen, europäischen Krisenpolitik. Der Autor, Markus Marterbauer, ist Leiter der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der Arbeitskammer Wien


Kapitalexport: Der Fluch des guten Geldes
(manager-magazin.de) Deutschland exportiert mehr Kapital als jede andere Nation. Was auf den ersten Blick als Ausweis nationalökonomischer Potenz gilt, ist hoch gefährlich und kostet uns künftigen Wohlstand. Kein Wunder, dass die Bundesregierung dieses Thema aus dem Wahlkampf heraushalten will. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Ein Mega-Problem, gut analysiert. Zusammen mit einem Großteil dieser Gelder sind seit Gründung der Eurozone von den deutschen Banken ihre Geschäftsmodelle exportiert und die grundverkehrten Wirtschaftsmodelle in Europa finanziert worden. Deshalb ist es auch nur logisch, dass am Ende die deutschen Sparer und Steuerzahler die Hauptlast der von Angela Merkel für alternativlos erklärten Bankenrettungen tragen müssen. Es sind die Regierungen seit Gerhard Schröder 1998, die in Deutschland alle Hindernisse und Kontrollen für diese Geschäfte abgeschafft haben. Die Eiserne Lady Kanzlerin vollendet nur, was damals begonnen wurde. An dieser weitestgehenden Lockerung des deutschen Finanzmarktes hat die Bundesbank zu keiner Zeit ernsthaft Anstoß genommen und interveniert. Die Erklärung liegt auf der Hand: Die Bundesbank sorgt für die Interessen der Finanzindustrie, nicht der Menschen, in Deutschland. 

Natürlich ziehen die Sparguthaben diesem Geld Treck der Profis hinterher. Und gehen dafür ähnlich hohe Risiken ein. Ein Beispiel sind die vielen Hundert Millionen Einlagen bei den drei großen isländischen Banken. Nur mit viel Glück sind die deutschen Anleger aus den Pleiten dieser Banken ohne nennenswerte Blessuren herausgekommen. Ein anderes Beispiel sind die Beträge, die schon seit geraumer Zeit an holländische und russische Banken fließen. Verbunden mit einem hohen Ausfallrisiko. Mehr als 20 Milliarden Euro haben so schon den Besitzer gewechselt - innerhalb von nur zwölf Monaten.  "Deutsche Sparer beglücken Europas Banken" titelte die FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND (FTD) im Mai 2012 und schreibt im Vorspann: "Der Kaupthing-Schock ist vergessen. Die Zweigstellen ausländischer Banken locken Millionen deutsche Anleger mit hohen Zinsen. Über 20 Mrd. Euro sammelten ausländische Institute in den letzten zwölf Monaten von deutschen Kleinanlegern ein." Mehr dazu hier. Zu dieser Zeit war das ein Schwerpunktthema bei der FTD "Die Rückkehr der Kaupthings als Russen" war ein anderer Beitrag überschrieben. Einleitend heißt es dort: "Michael Kramer faszinierte als Chef der hiesigen Niederlassung von Kaupthing Anleger mit hohen Zinsen. Das Ende ist bekannt. Nun ist er in gleicher Funktion bei der russischen VTB - mit gleichem Versprechen." Mehr dazu hier. Weniger Tage später war damit Schluss: "Russische Direktbank VTB will kein deutsches Geld mehr" berichtet der FOCUS. Sie schreibt: "Deutsche Anleger haben ein kurzes Gedächtnis: Bei attraktiven Festgeld-Angeboten ausländischer Anbieter greifen sie zu, als habe es die Finanzkrise nie gegeben. Eine russische Bank profitierte davon – nun wird dem Institut sein Erfolg selbst unheimlich." Mehr dazu hier

Zurück zum ursprünglichen Artikel. Nachdem Europa und Amerika mehr oder weniger verbrannt sind, erobert deutsches Geld Asien. Irgendwo müssen die Leistungsbilanzüberschüsse ja hin. Deutschland selbst ist dafür nicht interessant - keine Investitionsmöglichkeiten und zu wenig Gewinn. Die beiden folgenden Grafiken verdeutlichen die Situation:






Demnächst müssen sich wohl deutsche Sparer auch an der Rettung asiatischer Banken beteiligen. Das sind doch ganz neue Perspektiven. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unsichtbar, aber unerbittlich, zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht unweigerlich zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Wie es funktioniert hat Europa in Zypern vorgemacht.

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie soll unsere Unabhängigkeit sichern. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir.

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.