Freitag, 21. Juni 2013

Standpunkt 672 -Nachrichten-Ticker, 20.06.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Prism – Presseschau Obama – Krieg und Frieden in Europa – Jean Claude "Eulenspiegel" Juncker – Jugendarbeitslosigkeit – Europa anders


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Pläne der EU nach der Enteignung in Zypern zeigen, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update unseren LeserInnen so schnell wie möglich zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus wird leider nichts, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir noch verarbeiten wollen. Bis Ende Juni wollen wir fertig sein. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich!


Prism-Abwehr: Wo Ihre Daten und Mails wirklich sicher sind...
(format.at) ...zum Beispiel vor der Neugier amerikanischer Geheimdienste: Ein Reiseführer zu Wegen und Plätzen im Internet, zu denen kein Schnüffler vordringt. Unerkannt surfen, verschlüsselt Daten sichern, IP-Adresse verschleiern: Wer nicht will, dass irgendwelche Freaks in Geheimdienstbunkern (oder auch Schnüffelstellen im Inland) alles mitkriegen, braucht ein paar Tools. FORMAT weiß, welche das sind. Mehr...

Kommentar: Unsere "Sonderbeilage" zum Thema Sicherheit. Wer will, der findet in diesem Beitrag Anregungen für mehr Datenschutz. 


Presseschau: "Der vielleicht wichtigste Politiker der Welt hat nichts vor"
(stern.de) Er ist wieder abgeflogen - und die Presse geht nicht gerade zimperlich mit dem US-Präsidenten um. Eine Zeitung findet Barack Obamas Auftritt in Berlin sogar "peinlich". Mehr...

Kommentar: Der deutsche Wortschatz kennt den Begriff  "Schaumschläger" (hier). Passt, oder? 


Eine Frage von Krieg und Frieden
(capital.de) Die inneren Spannungen in der Europäischen Union könnten die Gemeinschaft stärker gefährden als eine Trennung. Nur die Angst vor dem Auseinanderbrechen hält die Europäer noch zusammen. Von Solidarität ist nichts mehr übrig, der Eigennutz regiert. Mehr...

Kommentar: Ein merkwürdiger Beitrag, den Ines Zöttl, Ex-FTD, da geschrieben hat. Und den wir nicht so richtig einordnen können. Will sie provozieren, mahnen, warnen, oder gleich schon den Weg weisen, wie die Krise in Europa zu beenden ist? Durch eine Auflösung nicht nur der Eurozone, sondern gleich der ganzen EU. Die Auflösung bringt Frieden, alles andere führt zu Krieg. Komisch finden wir nur, mit welchen Dingen Zöttl den möglichen Krieg begründet. Fehlende Solidarität und maximaler Eigennutz sind die Attribute, die seit Jahrzehnten das Wesen der EU ausmachen. Krieg hat es darum in der EU schon immer gegeben. Spätestens seit dem Beitritt Großbritanniens 1973 wurden an den Verhandlungstischen der EU schon unzählige Schlachten geschlagen - wegen mangelnder Solidarität und aus bedingungslosem Eigennutz. Es war ein ständiges Geben und Nehmen, oft begleitet von Drohungen und Erpressungen. So ist beispielsweise auch die Gemeinschaftswährung zustande gekommen. 

Diese Krise ist die Folge handlungsunfähiger Politiker, die sich instrumentalisieren lassen von einer politiktreibenden Finanzindustrie, die auf diese Weise ihre bankrotten Geschäftsmodelle sozialisiert. Dafür werden am Ende, ganz solidarisch, 500 Millionen Europäer (hier) finanziell ins Gras beissen und Dreck fressen. Bis dahin wird gelogen und betrogen, mit Hilfe einer gigantischen medialen Propagandamaschinerie, um so lange wie möglich dieses perfide Spiel vor den Menschen zu verheimlichen. Diese Rechnung scheint aufzugehen, wie wir aus vielen persönlichen Gesprächen erfahren. Die Betroffenen kommen dem Treiben erst auf die Schliche, wenn es schon zu spät ist. Die Folge sind, wenigstens in weiten Teilen Europas, ohnmächtige Wut, die in bürgerkriegsähnlichen Unruhen mündet. Nicht so in Deutschland. Dort sorgen eine unabdingbare Obrigkeitshörigkeit und die schon mehrfach erprobte Leidensfähigkeit für relative Ruhe, während die Menschen vom Staat um ihre Ersparnisse gebracht werden. Ganz solidarisch und ohne Skrupel, versteht sich: "Eigentum verpflichtet" verpflichtet (Art. 14 Abs. 2 GG, hier).  


Juncker: Protestanten in Nord-Europa wollten Griechenland bestrafen
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Griechenland wird in Europa gern als Sündenbock für die Eurokrise herangezogen. Es war das erste Land, dem geholfen werden musste, und stetig fließen weitere Milliarden hinein. Doch der ehemalige Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker sagt, Griechenland sei nicht Schuld an der Krise. Und ginge es nach ihm, müsste das Land nicht so strenge Auflagen erfüllen. Diese Art der Bestrafung sei nämlich auf die nordeuropäischen Länder und damit vor allem auch auf Deutschland zurückzuführen. Schließlich sei auch Deutschland der Grund gewesen, warum überhaupt der IWF mit in die Rettungspakete einbezogen worden sei. Mehr...

Kommentar: Die Krise in Europa als Religionskrieg? Jetzt hält der Wahnsinn  Einzug in Europa. Was Juncker heute kritisiert, hätte er als Eurogruppenchef verhindern können, oder wenigstens abschwächen. Statt dessen hat er in dieser Zeit, von wenigen Ausnahmen abgesehen, auch nur den Spardiktaten aus Berlin und dem IWF das Wort geredet. Junckers Zeit auf der europäischen Bühne ist abgelaufen, möglich, dass er dem ein bisschen nachtrauert. Vielleicht ist ihm die politische Bühne in Luxemburg auch schon zu eng geworden. Lange wird das nicht so bleiben. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Krise in Luxemburg ankommt. Wer genau hinsieht, kann die ersten Zeichen schon deuten (hier, hier, hier, hier und hier). 


Der alte neue New Deal
(capital.de) Alter Wein in neuen Schläuchen: Mit einem New Deal wollen Deutschland und Frankreich die Jugendarbeitslosigkeit in Europa bekämpfen. Nicolas Berggruen steht Pate für ein Vorhaben, das den Betroffenen wenig nützen wird. Mehr...

Kommentar: Berggruen als Pate, eine treffliche Beschreibung. Das Ergebnis seiner Patenschaft ist gerade bei Karstadt in Deutschland  zu besichtigen. Erinnert wohl eher an die Arbeit einer, dem Begriff "Pate" verbundenen, kriminellen Vereinigung. Ansonsten kritisiert der Beitrag ein nutzloses Programm. Es ist eine medienwirksame Show, mehr nicht. Die krisenbedingte Jugendarbeitslosigkeit lässt sich damit nicht bekämpfen. An anderer Stelle, der Statistik, wird aber bereits an Korrekturen gearbeitet. Der Ökonom Daniel Gros rechnet die Zahlen nach und kommt zu dem politisch korrekten Ergebnis "Europas Jugendarbeitslosigkeit ist nicht das Problem" (hier). Gros kommt für Griechenland lediglich auf 6% Jugendarbeitslosigkeit und unterschreitet damit deutlich das Niveau in Deutschland von 7,5% (hier). Ein sagenhafter Wert, im wahrsten Sinne des Wortes. In dem CAPITAL-Beitrag werden die Zahlen heruntergerechnet, indem einfach die gesamte Altersgruppe, also inklusive SchülerInnen, als Bezugsgröße hergenommen werden. Die folgende Grafik zeigt: Das Ergebnis (blauer Balken) fällt nicht ganz so günstig aus wie bei Daniel Gros:


Quelle: capital.de

Wir verstehen es nicht, warum die SchülerInnen einzurechnen sind. Außer es geht darum, die Statistik zu verschönern.


Europa geht anders – Am Anfang war ein „Nein“
(blog.arbeit.wirtschaft.at) Ende Juni soll am Europäischen Rat die Grundsatzentscheidung über die Pakte für Wettbewerbsfähigkeit fallen. Worum es dabei geht? "Troika und Strukturreformen für alle!" lautet die zugespitzte Antwort: Die Einschnitte in das Sozialsystem, die im süd-europäischen Laboratorium erprobt wurden, sollen verallgemeinert werden. Erst ein klares "Nein" – wie es etwa die Initiative "Europa geht anders" fordert – wird den Raum für Alternativen öffnen.

Für die breite Masse der Menschen in Europa ist die bisherige Krisenpolitik gescheitert: Seit Beginn der Aufzeichnungen war die Arbeitslosenquote noch nie so hoch: 26 Millionen Menschen sind in der Union ohne Lohnarbeit – rund 10 Millionen mehr als vor der Wirtschaftskrise. Besonders dramatisch ist die Situation in jenen Ländern, die im Anschluss an die Wirtschaftskrise die Politik der Troika umsetzen mussten, um Geld zu erhalten beziehungsweise Anleiheankäufe der EZB sicherzustellen: In Griechenland und Spanien beträgt die Arbeitslosigkeit mittlerweile rund 27% der Erwerbspersonen – unter Jugendlichen 60%. Werte, die selbst in der Weimarer Republik und in der Zwischenkriegszeit in Österreich nur kurzfristig übertroffen wurden. Mehr...


Kommentar: Gerade vor dem Hintergrund der Massenarbeitslosigkeit in vielen europäischen Staaten eine bemerkenswerte Analyse aus Österreich zu den vorgesehenen Gegen-Maßnahmen der EU. Alles sehr fundiert. Dieser Beitrag von Lukas Oberndorfer hilft all denen dabei, sich kritisch mit den Ergüssen des deutschsprachigen Mainstream auseinanderzusetzen, die unseren Ansichten nicht immer folgen wollen. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unsichtbar, aber unerbittlich, zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht unweigerlich zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Wie es funktioniert hat Europa in Zypern vorgemacht.

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie soll unsere Unabhängigkeit sichern. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir.

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.