Sonntag, 23. Juni 2013

Standpunkt 674 - Nachrichten-Ticker, 22.06.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Bankenkrise in China – Griechenland – Deutschland vs. Euro – Reaktionäre Bundesbanker – Krisenverursacher Ratingagenturen


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Pläne der EU nach der Enteignung in Zypern zeigen, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update unseren LeserInnen so schnell wie möglich zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus wird leider nichts, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir noch verarbeiten wollen. Bis Ende Juni wollen wir fertig sein. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung. Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollzähligkeit.


Ergänzung zu "Chinas Zentralbank löst Panik am Geldmarkt aus"
Auf diesen Beitrag haben wir gestern (hier) hingewiesen und ihn auch ausführlich kommentiert und ergänzt. In den Medien kursieren unterschiedliche Angaben über die Höhe der Zinsen im chinesischen Interbankensektor. Die Angaben schwanken zwischen 10 bis hinauf zu 25%. Wir haben nachrecherchiert und den folgenden Chart "entdeckt", der den SHIBOR für die Zeit vom 06.06. bis 20.06.2012 abbildet: 



Danach war der Höchststand bisher 13,4440%


Droge der Krise
(sueddeutsche.de) Unter Griechenlands Junkies verbreitet sich Shisha - eine alles zerstörende Chemie-Droge, die leicht herzustellen und extrem billig ist. Ein starkes Argument in einem Land, dessen Bewohner sich nichts mehr leisten können. Und das genauso grausam vor die Hunde geht wie die Shisha-User. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Ein aufrüttelnder Situationsbericht aus dem europäischen Feldversuch einer Krisenbewältigung durch Bankenrettung und Spardiktate. Die konzertierte Leistung Unfähiger in Berlin (Eiserne Lady Kanzlerin und ihr Gefolge), Brüssel (EU), Frankfurt (EZB, Bundesbank), Washington (IWF) und Athen (Regierung), die sich nicht scheuen, Gemeinschaftswährung, EU und zuletzt auch noch das Vertrauen der Menschen in das herrschende politische System zu zerstören. Einzig und allein um krampfhaft am Leben zu erhalten, was längst dem Tode geweiht ist: die völlig bankrotte Finanzindustrie. Die immer noch weitermacht, womit sie nie aufgehört hat: Lügen und betrügen mit höchster krimineller Energie.  Dafür bezahlen die Griechen mit der Höchststrafe: "Die HIV-Infektionsrate ist in den vergangenen zwei Jahren um 1500 Prozent gestiegen." Es "häufen sich Ausbrüche von Malaria, West-Nil- und Dengue-Fieber. Die Prostitution hat genauso stark zugenommen wie die Obdachlosigkeit. Frauen, die nichts mehr haben, können immer noch ihren Körper verkaufen. Manche machen's für fünf Euro. Die Sozialarbeiter, Ärzte und Psychologen, die noch dabei sind, verdienen die Hälfte von dem, was sie einst bekamen. Krankenhäuser schließen, es gibt in einigen OP's keine Handschuhe mehr, und selbst eine Zahnärztin, die ihre Praxis im reichen Vorort Chalorgos betreibt, erzählt, es gehe in ihrem Sprechzimmer 'zu wie auf dem Basar: Die Leute können sogar einfache Füllungen nicht mehr zahlen. Da sind Professoren darunter, Unternehmer, das, was früher mal die Mittelklasse hieß.' Das Gesundheitssystem ist so marode, dass nicht mal den Schwerkranken mehr adäquat geholfen werden kann. Der Staat lässt auf die Suchtkranken Jagd machen." Seit der Herabstufung von einem Industriestaat zu einem Entwicklungsland hat sich der "ehemalige Witz, Griechenland sei das erste afrikanische Land mit weißer Bevölkerung", bewahrheitet. 

Zeitgleich zu diesem Beitrag aus Griechenland meldet das HANDELSBLATT "FDP-Politiker fordert Euro-Rauswurf Griechenlands". Frank Schäffler holt wieder die "Grexit"-Keule aus dem Schrank, dumpfbackig wie eh und je. Wohl wissend, dass die Verträge rund um die EWU weder einen Austritt noch einen Rauswurf vorsehen. Taschenspielertricks ersetzen der Sache dienliche Vorschläge. Natürlich zum Wohle Griechenlands, versteht sich: "Die Koalitionskrise in Griechenland könnte wieder in schwere Turbulenzen münden – und auch der Euro-Zone zusetzen. Der FDP-Politiker Schäffler plädiert daher für drastische Konsequenzen, um das Schlimmste zu verhindern." Mehr dazu hier. Das Schlimmste in Griechenland zu verhindern, dazu hatte Europa vier Jahre lang Zeit. In Wahrheit hat jede Aktion der EU die Situation nur noch weiter verschärft. Die Koalitionskrise als Anlass für einen Rauswurf zu nehmen ist höchst scheinheilig: Die griechische Regierung ist das Werk der EU, genauso auch die aktuelle Krise. 


Deutschland gegen den Euro
(project-syndicate.org)  Normalerweise werden Personen oder Organisationen vor Gericht gebracht, wenn irgendetwas schiefgeht und es zum Streit darüber kommt, wer für den Schaden haftet. Daher war die Anhörung vor dem Bundesverfassungsgericht vom 11.-12. Juni zur Prüfung der Rechtmäßigkeit des Programms der so genannten „Outright Monetary Transactions“ (OMT) der Europäischen Zentralbank bemerkenswert. Hier geht der Streit um die erfolgreichste geldpolitische Maßnahme der letzten Jahrzehnte – und zwar nicht nur in Europa, sondern weltweit. Mehr...

Kommentar: Ein bemerkenswerter Beitrag von Marcel Fratzscher, mit dem der Leiter des DIW erfreulich klar Stellung bezieht. Da gibt es für uns auch nichts zu kommentieren. Nur jedem unserer LeserInnen als Lektüre zu empfehlen. 


"Im Herzen sind die Bundesbanker Reaktionäre"
(zeit.de) Die Bundesbank setzt die europäische Integration aufs Spiel, sagt Alt-Kanzler Schmidt. Auch mit Angela Merkel und Wolfgang Schäuble geht er hart ins Gericht. Mehr...

Kommentar: Ein Beitrag, schon drei Jahre alt, der uns mehr oder weniger zufällig in die Hände gefallen ist. Gerade aber im Zusammenhang mit dem Verfahren vor dem BVerfG in Karlsruhe und der Diskussion um die Aufgaben und Befugnisse der EZB nichts an Aktualität eingebüßt hat. Das passt doch: Bundesbank-Präsident Jens Weidmann als Fortschrittsblockierer (hier). Die anderen Teile des Interviews sind ebenfalls bestes Futter fürs Hirn. Auf jeden Fall ein Beitrag, der in jedes virtuelle Archiv gehört. 



Quelle: Victor Juhasz, rollingstone.com

The Last Mystery of the Financial Crisis
(rollingstone.com) It's long been suspected that ratings agencies like Moody's and Standard & Poor's helped trigger the meltdown. A new trove of embarrassing documents shows how they did it. Read...

Kommentar: Dieser Beitrag beschreibt  die Beteiligung der Ratingagenturen an der Finanzkrise 2007/2008. Eindrücklich und fundiert  deckt der US-Journalist Matt Taibbi ein wahres Horrorszenario auf, bei dem bandenmäßig organisierte Täter sprichwörtlich aus Sch...ße Geld gemacht haben. Die Karikatur von Victor Juhasz spricht Bände. Organisierte Kriminalität wirkt im normalen Leben außerhalb des weltweiten Finanzsystems strafverschärfend. Innerhalb der Finanzwelt ist das anders. Dort bleiben die Verbrecher straffrei und dürfen sich weiter über fette Boni freuen. Während als Folge davon in Ländern wie Griechenland, Spanien, Italien, Portugal und demnächst in Zypern, Arme und Kranke elendig krepieren oder die Selbstmordraten sprunghaft ansteigen, weil die Regierungen, als Reformen getarnte Spardiktate, durchsetzen müssen. Dieses System funktioniert vor allen Dingen aus zwei Gründen: Die Politik und ihre Institutionen sind Erfüllungsgehilfen dieser kriminellen Banden und die Menschen in Europa, die bisher noch nicht betroffen sind, schauen teilnahmslos zu. 

Eine tolle Story, leider nur auf Englisch verfügbar. Trotzdem empfehlen wir auch den weniger Sprachbegabten, es zu versuchen. Die Mühe lohnt sich.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unsichtbar, aber unerbittlich, zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht unweigerlich zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Wie es funktioniert hat Europa in Zypern vorgemacht.

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie soll unsere Unabhängigkeit sichern. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir.

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.