Montag, 24. Juni 2013

Standpunkt 675 - Nachrichten-Ticker, 23.06.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Marc Faber und die Fed – SNB warnt vor Krise – Anleitung zur Rettung Europas – Italien


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Pläne der EU nach der Enteignung in Zypern zeigen, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update unseren LeserInnen so schnell wie möglich zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus wird leider nichts, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir noch verarbeiten wollen. Bis Ende Juni wollen wir fertig sein. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung. Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollzähligkeit.


Marc Faber: Bernanke lügt, Gelddrucken geht weiter
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die US-Zentralbank Fed werde die lockere Geldpolitik noch viele Jahre fortsetzen, prognostiziert der Star-Investor Marc Faber. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Die vergangene Woche stand an den internationalen Börsen ganz im Zeichen der jüngsten Drohung von Ben Bernanke, mit dem hemmungslosen Gelddrucken aufzuhören. Der Schweizer Marc Faber hat seine eigene Sicht auf die Dinge und kommentiert die Ereignisse so: "Wenn Sie glauben, dass [Bernanke] meint, was er sagt, dann glauben Sie an den Weihnachtsmann". Mit der Frage "End Of QE?" beschäftigt sich auch ZERO HEDGE. Die Antwort ist so knapp wie eindeutig: "It won’t happen." Read more here

Sowieso ist das Echo auf den Vorstoß der Fed zweigeteilt. Es überwiegt die Zustimmung, aber es gibt auch warnende Stimmen. Eine davon hat die Schweizer FINANZ UND WIRTSCHAFT unter dem "Tapering-Lehren von 1937" eingefangen: "Der Stratege Jeffrey Snider warnt das Fed, dass das Wachstum anfällig ist – nach Erfahrungen aus den 30er Jahren." Mehr dazu hier.  Snider, Chefstratege des Vermögensverwalters Alhambra Investment Partners, ist der Auffassung, "das Fed sollte sich beim jetzigen Nachdenken über das Tapering bewusst sein, dass die wirtschaftliche Erholung sehr empfindlich ist. Die aufgeblähte Bilanz des Fed und damit die immer noch hohe Liquidität in Finanzmärkten und Banken ist demnach kein Schutz vor einem neuen Wachstumsrückfall." Der Begriff "Tapering" stammt eigentlich aus dem Sport. Was mit dem Begriff  im Schweizer Beitrag gemeint ist, hat kürzlich die SZ verständlich erläutert: "Ein neues Wort macht die Runde auf den Finanzmärkten: "Tapering". Das Verb "to taper" heißt so viel wie "etwas auslaufen lassen" und genau darum geht es: Um die Furcht, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) mit dem "Tapering" beginnen und ihr gigantisches Programm zur Geldvermehrung ("Quantitative Easing") auslaufen lassen könnte." Mehr dazu hier

Unsere Einschätzung: Die US-Notenbank weiss genau, dass die Märkte mit der realen Wirtschaft nichts mehr zu tun haben und versucht mit diesen Ankündigungen gegenzusteuern. Ob mit Erfolg, muss sich erst noch zeigen. Andererseits spiegeln die US-Statistiken zu Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt nicht die Realität wider. Die Gründe liegen auf der Hand: Die Liquidität kommt nicht wie geplant in der realen Wirtschaft an, sondern wird zum spekulieren benutzt. Vielleicht bekommt die Fed noch den Dreh raus und kann dieser Entwicklung durch eine Veränderung ihrer Maßnahmen harte Fakten entgegensetzen. Die endlich der Wirtschaft zugute kommen und ohne, dass irgendwo eine Blase platzt. 


Aktienboom – der Crash ist programmiert!
(format.at) Seit einem Jahr kennen die Aktienmärkte nur noch einen Weg – gen Himmel. Wie von Sinnen lassen sich die Anleger, getrieben von der Gier nach Rendite, abermals blenden.
Die Notenbanken versuchen mit historisch niedrigen Zinsen und billigem Geld der Krise entgegenzusteuern, die ja erst durch niedrige Zinsen und billiges Geld entstanden ist. DAX, Dow Jones und Nikkei haben sich seit ihrem Tief 2009 mehr als verdoppelt. Die Probleme der globalen Krisen sind jedoch nicht einmal ansatzweise gelöst. Die Börsen erklimmen weltweit Rekordstände – völlig losgelöst von der wirtschaftlichen Realität. Mehr...


Kommentar: Matthias Weik und Marc Friedrich in Bestform. Allen unseren LeserInnen dringendst empfohlen, die nach wie vor an Aktien als Instrument zur Krisensicherung glauben. Und dem Rest unserer LeserInnen wegen der reichhaltigen Informationen rund um die diversen Krisen in der Welt. Wir jedenfalls sehen uns in der Haltung bestätigt, dass Aktien schon lange brandgefährlich sind und bei der Krisensicherung grundsätzlich keine Rolle spielen dürfen. Wir schließen natürlich nicht aus, dass sich diese Einschätzung in den kommenden Monaten ändert. Beispielsweise durch einen massiven Kursrutsch. 


SNB warnt vor Krise, Schweizer Exporte unter Druck
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die schwache Weltwirtschaft gefährde die Exporte der Schweizer Wirtschaft, warnt die Schweizerische Nationalbank (SNB). Die realen Exporte der Schweiz sanken im Mai um 5,2 Prozent. Ursache für das niedrige Wachstum in der Schweiz sei vor allem die unerwartet schwache Entwicklung der Weltwirtschaft im ersten Quartal, so die SNB. In der Eurozone habe sich die Rezession fortgesetzt, in den USA sei die Erholung zögerlich geblieben und auch in China habe die Konjunktur an Kraft verloren. Eine weitere Abschwächung der globalen Konjunkturdynamik könne nicht ausgeschlossen werden, so die SNB.  Die weitere Entwicklung der Finanz- und Staatsschuldenkrise in der Eurozone bleibe ungewiss. Und an den globalen Finanzmärkten könnten jederzeit erneute Anspannungen auftreten. Mehr...

Kommentar: Es lohnt sich immer wieder der Blick ins benachbarte Ausland, wenn es um die korrekte Einschätzung der Problemzonen geht. Die SNB äußert eine wenig ermutigende Meinung über Weltwirtschaft, Europa-Krise, China und die Finanzmärkte. Zuversicht geht anders. 


Anleitung zur Rettung Europas
(handelsblatt.com) Europa ist ein Sanierungsfall – aber kein Auslaufmodell. Es gibt Mittel und Wege, wie die Union wieder eine Zukunft bekommt. Dafür müssen sich die Regierungen aber auch von einem ihrer liebsten Spiele verabschieden. Mehr...

Kommentar:  Ein Rettungsplan, der nicht funktioniert. Nach unserer Ansicht aus drei wesentlichen Gründen: 1. Die Ursache der Krise, die marode Finanzindustrie, wird nicht zerstört und neu aufgebaut. 2. Der Neoliberalismus nach den Ideen der Eisernen Lady Maggie Thatcher ist schon in ihrer Heimat Großbritannien gescheitert, warum soll es heute in Europa damit besser klappen? (Übrigens, weite Teile der deutschen Spardiktate für die europäischen Krisenländer stammen aus dieser Kiste) 3. Die EU müsste sich quasi über Nacht neu erfinden. Sie ist nicht gerade ein Vorbild für klare, einfache Entscheidungen mit kurzen Wegen. Jedes Unternehmen, so geführt, wäre schon nach kurzer Zeit am Ende. Nicht so die EU. Die rumpelt schon seit ihrer allerersten Lebensform, der Montanunion, genau so durchs Leben. Langwierige Diskussionen, lange Entscheidungswege, maximale Kompromisse, minimale Ergebnisse. Was in mehr als 50 Jahren gewachsen ist, lässt sich nicht innerhalb weniger Monate ändern. Es hat wenig mit einem Plan zu tun, wenn Unmögliches gefordert wird. Ergänzend dazu möchten wir unseren Kommentar mit einem, wie wir finden, treffenden Zitat von Albert Einstein aus der Zeit der Weltwirtschaftskrise von 1929 abschließen: "Die Probleme, die es in der Welt gibt, sind nicht mit der gleichen Denkweise zu lösen, die sie erzeugt hat." 
 

Italiens Bausektor vor dem totalen Kollaps
(format.at) 360.000 Jobs sind in den letzten fünf Jahren in der italienischen Baubranche verlorgen gegangen - doch es könnte noch deutlich schlimmer werden.
Italiens Baubranche sieht schwarz: Wegen der schweren Rezession seien in den letzten fünf Jahren 360.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Weitere 550.000 seien in den mit der Baubranche verbundenen Wirtschaftssektoren weggefallen, teilte der Verband der italienischen Bauindustrie Anaepa Confartigianato mit. 61.844 Baugesellschaften gingen im vergangenen Jahr pleite. In den letzten sechs Jahren seien die Investitionen im Bausektor um 40 Prozent geschrumpft. Der Umsatz der Branche sei auf ein Niveau wie vor 40 Jahren gesunken. Mehr... 


Kommentar: Seit dem die Regierungskrise in Italien beendet ist - ohne dass dabei Berlusconi oder Grillo eine große Rolle gespielt haben - ist es ruhig geworden um Europas drittstärkste Wirtschaftsmacht. Die deutschen Medien beschäftigen sich mit Frankreich, neuerdings mit der Türkei und wieder mit Griechenland. Die österreichischen mit den heimischen Schwierigkeiten und die Schweizer haben auch eher die kleineren Probleme unter Beobachtung. Mangelnde Aufmerksamkeit hält die Krise in Italien aber nicht davon ab, einfach weiter zu machen. Von ihr bleibt keine Branche verschont. Wie anderswo auch, sind die Folgen für die Betroffenen dramatisch. Im Norden bekommen die Menschen unverdrossen die Märchen vom Ende der Krise, dem Aufschwung in den südeuropäischen Ländern und Wirtschaftsaufschwung aufgetischt. Offensichtlich mit Erfolg, wenn man sich die Umfragewerte der Bundeskanzlerin und ihrer Partei ansieht. Beeindruckend, wie günstig die Prognosen für die kommende Bundestagswahl und die Beurteilung ihrer Kompetenz in der (nicht vorhandenen) Krisenbewältigung. Der Österreicher Egon Friedell hat dieses Phänom einmal so beschrieben: "Nichts ist im Menschen, auch im scheinbar aufgeklärtesten, fester verwurzelt als der Glaube an irgendwelche Autoritäten." Friedell lebte von 1878 bis 1938.


Lahmende Industrie: Brasilien - auf Zucker gebaut
(faz.net)  Brasiliens Boom basierte auf seinen vielen Rohstoffen. Um die Industrie ist es aber schlecht bestellt. Auch deshalb protestiert die neue Mittelschicht. Mehr... 

Kommentar: Der Beitrag liefert reichlich Hintergrundinformation zu den Demonstrationen in Brasilien, an denen an manchen Tagen bis zu über 1 Million Menschen teilnehmen. Mit Beginn des Confed-Cup war es vorbei mit der Ruhe in Brasilien. "Das brasilianische Modell", wie es  Thomas Fatheuer noch im März 2011 beschrieben hat (hier), funktioniert nicht mehr. Schon damals prophezeite Fatheuer am Schluss seines Beitrags: "(...)  ökologische Konflikte haben in Brasilien inzwischen größte Sprengkraft. Deutliches Anzeichen dafür sind die fast 20 Prozent Stimmen, die Exumweltministerin Marina Silva als Kandidatin der schwachen Grünen Partei bei den Präsidentschaftswahlen 2010 erreichte. Die Frage der Großprojekte und des Entwicklungsmodells für Amazonien ist damit nicht mehr allein das Anliegen von Umweltschützern und indigenen Völkern. Sie ist ins Zentrum der nationalen Debatten gerückt." Weiterführende Informationen zu Marina Silva gibt es hier: "Eine Umwelt-Ikone wirft das Handtuch". Aus der Einleitung: "Sie galt als das grüne Gewissen der Nation. Marina da Silva wollte die Abholzung des Regenwaldes mit staatlichen Maßnahmen stoppen und den Umweltschutz als zentrales Regierungsziel etablieren. Ihr Anspruch habe sich nicht in praktische Politik umsetzen lassen, resümiert Thomas Fatheuer von der Heinrich-Böll-Stiftung in Rio de Janeiro." Das war im Mai 2008. Offensichtlich hat Brasilien bei der Kopie des westlichen Kapitalismus-Modells übertrieben. Wir halten es für möglich, dass die Fußball-WM 2014 unter dem Schutz von Polizei und Militär stattfinden muss.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unsichtbar, aber unerbittlich, zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht unweigerlich zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Wie es funktioniert hat Europa in Zypern vorgemacht.

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie soll unsere Unabhängigkeit sichern. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir.

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.