Mittwoch, 26. Juni 2013

Standpunkt 677 - Nachrichten-Ticker, 25.06.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Merkels Bananenrepublik – BIZ – Zypern – Griechenland-Krise – Neues von der Finanzkrise  – China explosiv


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Pläne der EU nach der Enteignung in Zypern zeigen, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update unseren LeserInnen so schnell wie möglich zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus wird leider nichts, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir noch verarbeiten wollen. Bis Ende Juni wollen wir fertig sein. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung. Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollzähligkeit.


Merkels Lobbyrepublik Deutschland
(handelsblatt.com) Dubiose Parteispenden, Sponsoring-Affären, Politikerwechsel in die Wirtschaft: Merkels Regierungsjahre waren auch Lobbyismus-Jahre, resümiert LobbyControl. Schwarz-Gelb habe nichts gegen die Politikunterwanderung getan. Mehr...

Kommentar: Merkel hält sich eine Bananenrepublik. "Freie Fahrt für Lobbyisten – rote Ampel für Transparenz und Demokratie" umschreibt diese Tatsache sachlich LobbyControl (hier). Zur Studie geht es hier. 1 und 1 zusammengezählt ergibt viele Hintergründe über das Wie und Warum der deutschen Krisenpolitik in Europa. Regelmäßig moniert das deutsche "BILD"-ungsbürgertum Demokratiedefizite in der EU. Wer im Glashaus sitzt, der sollte nicht mit Steinen werfen...


"Überraschend, wie klar die BIZ Position bezieht"
(tagesanzeiger.ch) Der pointierte Jahresbericht der BIZ hat selbst Kenner überrascht. Im Interview sagt KOF-Wirtschaftsforscher Michael Lamla, was er von den Thesen der Bank für internationalen Zahlungsausgleich hält. Mehr...

Kommentar: Wir haben gestern bereits dazu berichtet und kommentiert (hier). Dieser Beitrag aus der Schweiz zeigt, wie unterschiedlich die Wirklichkeit wahrgenommen wird. Da ist von Reform-Erfolgen und Schuldenabbau in den Krisenländern die Rede, oder vom Wirtschaftsaufschwung in den USA. Erstaunlich. 


Finanzlage in Zypern: Wirtschaft im freien Fall
(tagesspiegel.de) Verwaiste Fabriken, Geschäfte und Baustellen – so sieht der Alltag in Zypern seit dem Frühjahr aus. Gerettet hat die Europäische Union zuerst ausländische Investoren. Heimische Unternehmen, wenn sie noch nicht pleite gegangen sind, bangen nun um ihr Fortbestehen. Mehr...

Kommentar: Vor wenigen Tagen haben wir uns mit Zypern beschäftigt und u. a. geschrieben: "Die Wirtschaft Zyperns ist bereits weitgehend kaputt, es geht nur noch um Restbestände. Aus Sicht der europäischen Krisenmanager ist Zypern wertlos und wird aufgegeben." (hier) Heute kommt in diesem Artikel von Harald Schumann die Bestätigung. Und liefert außerdem noch viel Wissenswertes rund um die angebliche Zypern-Rettung, einem neuen Beispiel von Lug und Trug in Europa. Ex-Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker muss eigentlich stolz sein: "Wenn es ernst wird, muss man lügen." Seine Kollegen halten sich daran. 


Griechenlandkrise: Brüssels launische Götter
(presseurop.eu) Während sich die Lebensbedingungen in Griechenland weiter verschlechtern und das Krisenmanagement der Troika in der Kritik steht, verschließen die europäischen Institutionen weiter die Augen. Es ist höchste Zeit, dass die EU-Kommission für die schreckliche Tragödie zur Rechenschaft gezogen wird. Mehr...

Kommentar: Bemerkenswert, dieser Beitrag aus Italien. Er gipfelt in der Forderung, die EU-Kommission muss abgesetzt werden. Die Begründung ist klar formuliert: "Die EU-Kommission hat Ehre und Zeit verloren. Sie hat Zweitracht unter den Mitgliedsstaaten gesät. Sie hat das griechische Volk in den Abgrund gestürzt. Sie wird von einem doppelzüngigen IWF kritisiert. Sie ist von etwas befallen, was Einstein als den schlimmsten Fehler des Politikers und des Wissenschafters ansah: 'Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert'." Treffend beschrieben. 


Quelle: presseurop.eu



Die Gier, die Dummheit und unsere eigene Schuld
(handelsblatt.com) Wer ist schuld an der Finanzkrise? Und was lernen wir daraus? Darauf gibt kaum jemand so klare Antworten wie John Lanchester. Der britische Autor erklärt, warum Banker manchmal gefährlicher als Terroristen sind. Mehr...

Kommentar: Wer die Krise noch nicht verstanden hat, der wird bei John Lanchester garantiert fündig. Dieser Beitrag enthält eine ganze Reihe zitierfähiger Aussagen, von denen wir die zwei wichtigsten hierher übernommen haben: 1. "Die Nachwirkungen dieser Krise werden unsere Gesellschaft während der nächsten zehn Jahre und womöglich länger politisch und ökonomisch beherrschen. Wir sollten unbedingt versuchen, die Krise zu verstehen, und anfangen, darüber nachzudenken, was als Nächstes kommt." 2. "Die Finanzindustrie mag zwar die Krise verursacht haben, aber ohne das Versagen der Regierungen, die jahrzehntelang der Ideologie des unverfälschten Laissez-faire-Kapitalismus anhingen, wäre es nie so weit gekommen. Mit dieser Ideologie erlaubte man es den Bankern im Grunde genommen, ihre ganz eigenen Regeln aufzustellen – oder vielmehr gerade nicht aufzustellen." In Deutschland lässt sich die Verantwortung für dieses Desaster an ganz bestimmten Personen festmachen, von denen einige noch eine gewichtige Rolle in Europa spielen, bzw. spielen wollen: Angela Merkel (in der öffentlichen Wahrnehmung die Kanzlerin des Vertrauens), die "Kaltmamsell de Kapitals" (O-Ton Urban Priol), Jörg Asmussen (Ex-Staatssekretär im Finanzministerium, heute im Direktorium der EZB, eine typische "Bock-zum-Gärtner gemacht"-Konstellation), Wolfgang Schäuble (Erfüllungsgehilfe der Kanzlerin des Vertrauens), Jens Weidmann (früher im Kanzleramt zuständig für die Wirtschafts- und Finanzpolitik, heute Chef der Bundesbank, Peer Steinbrück (Ex-Ministerpräsident NRW, Ex-Bundesfinanzminister, heute Kanzlerkandidat der SPD, die nächste "Bock-zum-Gärtner-gemacht"-Konstellation). 

Lanchester kommt immer auf den Punkt, schreibt nicht um den heissen Brei herum und liefert reichlich Material und Denkanstöße. Davon vermittelt dieser Beitrag einen guten Eindruck. Ständig begegnen wir, auch bei unseren regelmäßigen LeserInnen, noch dem Phänomen lieber den Kopf in den Sand zu stecken, als sich mit der Krise und ihren Folgen ernsthaft auseinanderzusetzen. "Es wird schon irgendwie gutgehen" ist die Devise, die da oben werden sich schon darum kümmern, dass es nicht so schlimm kommt wie in Südeuropa, oder bei unseren Nachbarn in Frankreich und Holland. Das ist ein Trugschluss:  "In seiner derzeitigen Form stellt das Finanzsystem eine größere Bedrohung für die westlichen Demokratien dar, als es der Terrorismus je sein könnte. Keine demokratische Regierung ist je von einer terroristischen Bedrohung destabilisiert worden", meint Lanchester. "Wenn aber Geldautomaten kein Geld mehr ausspucken, hat das so weitreichende Folgen, dass es die heutigen Staaten demokratischer Verfassung an den Rand des Zusammenbruchs führen kann." Den Euro sieht Lanchester in höchster Gefahr: "Deutschland wird das Wohl der übrigen Europäer auf die gleiche Stufe stellen müssen wie seine eigenen Interessen, sonst ist der Euro erledigt." Sehr zuversichtlich, dass die Deutschen das überhaupt wollen, ist er nicht. 

John Lanchester hat dazu ein Buch geschrieben, das gerade auf Deutsch bei Klett Cotta erschienen ist: "Warum jeder jedem etwas schuldet und keiner jemals etwas zurückzahlt". Der Autor dieses Beitrages fasst seine Eindrücke über das Buch so zusammen: "Lanchester argumentiert differenziert, urteilt nicht pauschal. Das macht seine Analyse so wertvoll, selbst wenn man sie nicht in allen Punkten teilen mag. Sollten Sie nur ein Buch über die Finanzkrise lesen wollen, dann lesen Sie dieses. Auch wenn Sie das Wort Krise eigentlich nicht mehr hören können." Dem schließen wir uns an. Aber Vorsicht, das Lesen dieses Buches kann zu Panikattacken und Angstzuständen führen.

  
Löst China die nächste Finanzkrise aus?
(diepresse.com) Den chinesischen Banken ging vorübergehend das Geld aus. Bevor die Situation eskalierte, schritt am Dienstag die Zentralbank ein und pumpte Milliarden in den Finanzsektor. Doch das ist nur eine kurzfristige Lösung. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wie sehr sich schlagartig die Stimmung verändert hat. Über viele Monate war China der Liebling der Medien, zuständig für gute Stimmung. Hoch gehandelt als Weltwirtschaftslokomotive, als Wachstumsparadies, das gelobte Land für deutsche Konzernlenker, nahezu fehlerfrei im Umgang mit dem Kapitalismus und seinen Methoden. Jetzt ist die Enttäuschung darüber groß, dass China den Westen nur 1 zu 1 kopiert, inklusive der Fehler. Ganz im Gegenteil. Es sieht so aus, als habe China die Fehlerquellen sogar noch maximiert. Durch Turbo-Wachstum um jeden Preis, kreditfinanziert, unkontrolliert. China hat sich im eigenen Land kaputtexpandiert. 

Noch wird in den deutschen Medien zurückhaltend berichtet. Lediglich das HANDELSBLATT meldet "Es könnte schlimmer als Lehman werden" und beruft sich auf Experten: "Sorgen um eine Kreditklemme in China treiben die Anleger in Bundesanleihen und US-Treasuries. Zwar versucht Chinas Zentralbank die Angst zu zerstreuen, doch Experten sehen größere Gefahren als bei der Lehman-Pleite. (...) Experten sprechen davon, dass China die gleichen Symptome aufweist, die Japan, die USA und Europa vor ihren jeweiligen Finanzkrisen zeigten: einen enormen Fremdfinanzierungsgrad, Tendenzen zur Bildung einer Immobilienblase und einen Rückgang des Wirtschaftswachstums. " Mehr dazu hier

Krisentypisch ist es bereits zu Schwierigkeiten für die Kunden gekommen. DIE PRESSE schreibt "China: Bankomat-Ausfälle schüren Angst vor Bankenkrise" und berichtet: "Systemausfälle bei mehreren chinesischen Banken haben die Angst vor einer Kreditklemme in der Volksrepublik weiter angefacht. Bei Chinas drittgrößtem Kreditgeber, der Bank of China, gab es am Montag ebenso wie bei der Bank of Nanjing zeitweise Störungen im Überweisungssystem. Am Sonntag konnten Kunden des Branchenersten ICBC Berichten auf dem Kurznachrichtendienst Weibo zufolge landesweit an Geldautomaten kein Geld abheben. Den Geldhäusern zufolge waren technische Probleme der Grund für die Ausfälle. Doch Kunden befürchteten ein gravierenderes Problem im Bankensektor." Mehr dazu hier. Es handelt sich ausnahmslos um staatlich kontrollierte Banken. Die Chinesen haben sich ruhig verhalten, zu Schlangen vor den Geldautomaten ist es nicht gekommen. 

Noch einmal DIE PRESSE: "Die chinesischen Banken misstrauen einander. Denn es ist unklar, wie viele Leichen in den Bilanzen stecken. Auf den Finanzmärkten machten Gerüchte die Runde, dass einige chinesische Banken in größeren Schwierigkeiten stecken." Zusammen mit den abgesoffenen Krediten der Regionalregierungen von schätzungsweise 800 Milliarden USD und den unbekannten Risiken der Schattenbanken ein explosives Gemisch, das jederzeit hochgehen kann. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unsichtbar, aber unerbittlich, zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht unweigerlich zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Wie es funktioniert hat Europa in Zypern vorgemacht. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie soll unsere Unabhängigkeit sichern. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.