Donnerstag, 27. Juni 2013

Standpunkt 678 - Nachrichten-Ticker, 26.06.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Merkels Wahlprogramm – Deutsche in Kauflaune – Draghi zur Geldpolitik – EU-Bankenrettung via ESM – Draghis Mahnung  – Großbritannien – Dänemark – USA


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Der Beitrag ist von uns wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert worden. Die Pläne der EU nach der Enteignung in Zypern zeigen, warum das Thema nach wie vor größtes Interesse verdient. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das neue Update unseren LeserInnen so schnell wie möglich zur Verfügung stellen zu können. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus wird leider nichts, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir noch verarbeiten wollen. Bis Ende Juni wollen wir fertig sein. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung. Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollzähligkeit.


Wahlprogramm mit Kurzzeitgültigkeit
(heise/telepolis.de) Die Union verabschiedet ein Wahlprogramm - da die Umsetzung der Reformversprechen an den Finanzierungsvorbehalt gekoppelt ist, wird es nach den Wahlen zu den Akten gelegt. Mehr...

Kommentar: Dieser Beitrag erklärt verständlich, warum es sich bei den Aufregungen um das Wahlprogramm der Union nur um Theaterdonner handelt. Eine große Show, die am Wahlabend schon wieder ihr Ende findet. Und ein Beispiel dafür, mit welchen bescheidenen Mitteln heute Politik gemacht wird. Darauf kann es eigentlich nur eine Antwort geben: Wahlboykott.  


Kauflaune der Deutschen so groß wie zuletzt 2007
(zeit.de) Der private Verbrauch stabilisiert die Konjunktur. Wegen guter Tarifabschlüsse und einer geringen Inflation sitze das Geld vielen momentan locker, sagen Konsumforscher. Mehr...

Kommentar: Es ist mittlerweile eine lächerliche Übung. Ständig wird versucht den Eindruck zu vermitteln, die Deutschen entwickeln sich zu wahren Bilderbuchkonsumenten, die trotz Krise freudig ihr Geld ausgeben. Nur ein running gag. Für vielleicht 72 Stunden. Die Zahlen des Handels bestätigen das regelmäßig nicht. Danach bleiben die Deutschen was sie sind: Konsummuffel. 


EZB-Chef Draghi: Ausstieg aus lockerer Geldpolitik in weiter Ferne
(boerse-online.de) Im Kampf gegen die Rezession in der Euro-Zone wird die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Politik des billigen Geldes noch länger fortsetzen. Mehr...

Kommentar: Wenigstens dabei ist Draghi ehrlich. Ehrlicher jedenfalls als Bernanke, der so tut, als könne die Fed ihre Politik des leichten Geldes mir nichts dir nichts aufgeben. Den Quatsch, der von Fitschen, dem Co-Chef der Deutsche Bank, wieder einmal verbreitet wird, weigern wir uns zu kommentieren. Es sind die übl(ich)en Nebelkerzen der gefährlichen Spezies eines Wolfs im Schafspelz.


 Sag mir, wo die Milliarden sind
(sueddeutsche.de) Der Euro-Rettungsfonds ESM soll notleidenden Banken auch direkt helfen. Das erweist sich nun als gewaltiges Problem, weil es viel Kapital bindet - am Ende könnte das Geld fehlen, um Staaten zu retten. Mehr...

Kommentar: Die Staaten haben sich zur Aufgabe gemacht, die Banken zu retten - ohne Sinn und Verstand. Ob mit oder ohne ESM spielt dabei überhaupt keine Rolle. Die Kosten dieser Rettungsmaßnahmen werden durchgereicht bis zu den Sparern und Steuerzahlern. Die müssen am Ende die Staaten retten. Das ist bereits beschlossene Sache. Der Umweg über ESM und Bankenunion dient nur der Verschleierung dieses Vorhabens. Und es sind die Knochen, an denen sich die Parlamentarier in der EU die Zähne für ein kleines bisschen Gefühl von Demokratie abkauen dürfen. Alles von langer Hand geplant: "In der Politik geschieht nichts zufällig! Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auf diese Weise geplant war!" (Franklin D. Roosevelt, 32. US-Präsident) 


Draghi: "Die Grenzen der Geldpolitik sind erreicht – Jetzt sind die Regierungen dran"
(format.at) Vor Abgeordneten der Nationalversammlung in Paris kritisiert Mario Draghi Frankreich ganz offen und fordert von der Grande Nation Reformen. Immerhin habe die EZB in Bezug auf die Bewältigung der Krise schon genügend Maßnahmen gesetzt. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Noch einmal Mario Draghi. Dieses Mal nimmt er es mit der Wahrheit nicht sonderlich genau, wenn er behauptet "die EZB hat so viel getan, wie sie kann, um die Finanzmärkte zu stabilisieren und für Wachstum zu sorgen." Stabilisiert wurden die Banken, mehr nicht. Das so dringend notwendige Wachstum findet nicht statt. Gewachsen sind lediglich diverse Blasen in den Finanzmärkten. Von den Maßnahmen der EZB kommt in der Realwirtschaft keine an. Dazu passt eine aktuelle Meldung vom österreichischen WIRTSCHAFTSBLATT: "Der Mittelstand braucht 3,5 Billionen €".  Dort heisst es im Vorspann: "Was Unternehmer längst spüren, bestätigt nun S&P: Europas Mittelstand kommt schwer an Kredite heran. Dabei gibt es bis 2018 einen Finanzierungsbedarf von 3,5 Billionen €." Mehr dazu hier


Quelle: zerohedge.com


Der englische Patient erholt sich
(diepresse.com) Die Wirtschaft des Landes zeigt wieder erste Lebenszeichen. Doch die Regierung hält an ihrem Sparprogramm fest. Ein Paradigmenwechsel ist nicht in Sicht – auch nicht nach einem möglichen Regierungswechsel. Mehr...

Kommentar: Ein Märchen. 


World’s Most Indebted Households Face Rate Pain: Nordic Credit
(bloomberg.com) Danish consumers, who owe banks more than three times their disposable incomes, are about to find out how sustainable that debt load is as interest rates rise. Signals from the U.S. Federal Reserve that it’s preparing to scale back monetary stimulus have already sent mortgage costs higher as yields rise across global bond markets. The Nykredit Index of Denmark’s most traded mortgage bonds sank this week to its lowest in more than four months after investors sold assets once coveted for their haven status. Though the government and central bank have long argued Denmark’s private debt burden is backed by some of the world’s biggest pension savings, record consumer borrowing has prompted warnings from the European Commission and the International Monetary Fund. The Systemic Risk Board in Copenhagen said this week it will investigate private debt growth in response to international concerns. “We have decided to initiate an analysis to see if there is a risk to the systemic stability,” central bank Governor Lars Rohde, who heads the board, said in an interview. Though recent studies suggest a “significant level of robustness,” the board has “noted that others outside the country have a different understanding.” Read more...

Kommentar: Zu den Problemen mit den Hyptheken die nächste Baustelle der dänischen Banken: Die extrem hohen Schulden der privaten Haushalte. Die Überschrift spricht Bände. Regierung und Zentralbank benutzen zur Absicherung die heimischen Pensionsfonds. Wegen der Hypothekenkrise hängen Dänemarks Banken bereits am Tropf der EU, einige Milliarden sind deshalb schon Richtung Norden geflossen. Und es ist noch nicht alles, Dänemarks Banken sind ein Pulverfass.


Final Q1 GDP Is A Huge Miss, Personal Consumption Craters
(zerohedge.com) Following yesterday's epic trifecta of economic growth when durables, housing and confidence data all slammed expectations, it was up to GDP to be the bad cop. Sure enough, following the already disappointing first Q1 GDP revision which revised the preliminary 2.5% number to 2.4%, today economists were expecting an unchanged print. Instead they got a crash to 1.77%. And on what? Why the collapsing US consumer whose true colors have finally come out in the final Q1 GDP revision: responsible for 2.40% of the GDP print in the first revision, Personal Consumption Expenditures tumbled to just 1.83% of GDP. In absolute terms, PCE plunged from 3.4% to 2.6% on expectations of 3.4%. There goes the buying power of the overlevered, undersaved US consumer. Read more...

Kommentar: Glaubt man den deutschen Medien, dann kennt die US-Wirtschaft nur eine Richtung, nach oben. So meldet der SPIEGEL "Konjunktur in den USA erholt sich" und BÖRSE-ONLINE behauptet "US-Konjunkturdaten stützen Fed-Ausstiegsplan" und schreibt: "Neue Wirtschaftsdaten aus den USA stützen das konjunkturelle Szenario der amerikanischen Notenbank Fed und damit deren Plan zur Straffung ihrer ultralockeren Geldpolitik." Mehr dazu hier. Der SPIEGEL-Beitrag betont: "Die Zeichen für die Wirtschaft der USA stehen klar auf Aufschwung: Die Konsumlaune ist so gut wie vor der Krise, die Industrie verzeichnet kräftiges Auftragswachstum - selbst die einst gebeutelte Baubranche kann sich freuen: Sie verkauft mehr Eigenheime - zu höheren Preisen." Mehr dazu hier. Aber ist das wirklich so? ZERO HEDGE bietet in seinem Beitrag eine aussagekräftige Grafik, die wir anders interpretieren. Unsere eigenen Quellen in den USA zeichnen nach wie vor ein düsteres Bild, das wenig zu tun hat mit den Lobpreisungen in den deutschsprachigen Medien. Amerika ist noch lange nicht soweit für einen Turnaround. Das Problem ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Da müssen mindestens 12 Millionen Jobs her. Das ist immer noch zu wenig, angesichts von knapp 90 Millionen erwerbsfähigen Amerikanern über 16 Jahre ohne Job. Bei der Berechnung der offiziellen Arbeitslosenstatistik fallen diese Menschen einfach unter den Tisch. Deshalb liegt die Arbeitslosenquote bei äußerst günstigen 7,8%. 

Quelle: zerohedge.com


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unsichtbar, aber unerbittlich, zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht unweigerlich zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Wie es funktioniert hat Europa in Zypern vorgemacht. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie soll unsere Unabhängigkeit sichern. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.