Sonntag, 30. Juni 2013

Standpunkt 680 - Nachrichten-Ticker, 28.06.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Hinweis in eigener Sache: Aufgrund eines technischen Problems war es uns am 28.06. nicht möglich, den Nachrichten-Ticker zu veröffentlichen. Aus diesem Grund erscheinen heute zwei Ticker. Dafür bitten wir um Verständnis.


Tagesthemen: Auf ein Wort: China – Weltmacht USA – Deutschland geht kaputt – Massenarbeitslosigkeit in Europa – Devisen


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten mit Hochdruck an einem neue Update. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus ist leider nichts geworden, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir unbedingt noch verarbeiten wollen. In der kommenden Woche wollen wir fertig werden. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung. Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollzähligkeit.


Auf ein Wort: China
Schon seit Tagen geht es um die Bankenkrise in China und ihre möglichen Folgen. Wir haben hier, hier, hier und hier darüber berichtet und kommentiert. Die Meinungen sind geteilt, aber es überwiegen die Stimmen, die China nach wie vor auf dem richtigen Weg sehen. Das gilt insbesondere für den Umgang mit der aktuellen Bankenkrise. Wir haben uns die interessantesten Beiträge aus den deutschsprachigen Leitmedien angesehen, die sich mit der aktuellen chinesischen Krise beschäftigen. Alles halb so wild, glauben die AutorInnen. Einige dieser Beiträge stellen wir jetzt unseren LeserInnen vor. 

Ein Kommentator der Schweizer FINANZ UND WIRTSCHAFT findet es sei ein "Heilsamer Schock für Chinas Banken" und schreibt einleitend: "Die Reform des Bankensystems ist schmerzhaft, doch unumgänglich. Sie schafft die Basis für nachhaltigeres Wachstum." Mehr dazu hier. Der Autor sieht weder eine Kreditklemme, noch eine Wirtschaftskrise. Andererseits ist es mutig, die abwartende Haltung der Zentralbank schon gleich als Reform zu bezeichnen. Das ist für uns nicht nachvollziehbar. 20% des Kreditmarktes, so wird geschätzt, sind in der Hand von Schattenbanken. Die Dunkelziffer könnte ohne weiteres sehr viel höher sein. Offizielle chinesische Quellen glänzen gerne durch Weglassungen. 

Zur Situation der Wirtschaft in China kommentiert das CAPITAL "Das taumelnde Riesenreich". Die Autorin, Ruth Fend, schreibt im Vorspann: "Der große China-Crash ist ausgeblieben. Trotzdem befindet sich die Wirtschaft des Landes in einer schlechten Verfassung. Reformen sind überfällig." Mehr dazu hier. Nach unserer Einschätzung es es noch viel zu früh, für einen möglichen Crash im Reich der Mitte, Entwarnung zu geben. Chinas Zustand verschlechtert sich schleichend, der Knall einer der vorhandenen Blasen wird sich nicht ankündigen. Richtig geheuer ist der Autorin die Sache wohl auch nicht. Erfreulich finden wir, dass der Beitrag mit den Schwierigkeiten nicht hinter dem Berg hält. Auf jeden Fall lesenswert.

Das HANDELSBLATT betitelt einen Beitrag in seinem Handelsblog "Die Unruhen in China fangen erst an". "Chinas Aktienmarkt ist am Dienstag zunächst weiter gefallen. Obwohl sich die Geldversorgung der Banken wieder stabilisiert hat, bleiben die Märkte nervös. Aus gutem Grund. Denn die Liquiditätsprobleme der vergangenen zwei Wochen waren nur der Anfang. Die echte Straffung der Geldpolitik steht China noch bevor. Auf  Premier Li wartet noch ein harter Kampf. Bisher hat die Zentralbank die Geldversorgung noch gar nicht sonderlich verknappt. Sie hat sich bloß passiv verhalten, als die Banken untereinander plötzlich das Vertrauen verloren haben. Sowohl der Leitzins als auch die Mindestreserveanforderungen sind seit Monaten unverändert. Dabei handelt es sich um die wichtigsten Instrumente der chinesischen Geldpolitik. Auch die Kreditvergabe der Banken lag in den ersten fünf  Monaten des Jahres weiterhin hoch. Sehr hoch sogar." Mehr dazu hier. An eine Bestimmung, in welche Richtung sich chinesische Banken und Wirtschaft entwickeln, traut sich der Autor nicht. Wir finden zu recht. Unabhängig davon bietet der Beitrag einige Hintergrundinformationen, die sonst in den Medien nicht so ohne weiteres nachzulesen sind. Sie stören nämlich das schöne Bild Chinas, das von den Leitmedien so gerne gezeichnet wird. 

Die französische Großbank Société Générale hat die Verhältnisse im Land untersucht und kommt zu einem eindeutigen Urteil: "China steht vor schmerzhaftem Crash" meldet "deutsche-wirtschafts-nachrichten.de" und schreibt: "Seit Jahren setzte man in China auf eine äußerst lockere Geldpolitik. Eine Politik, der andere Notenbanken wie die Fed und die EZB folgten. Doch an China sieht man nun, was dieses Gelddrucken auslösen kann und was passiert, wenn der Gürtel plötzlich wieder enger geschnallt wird: Die Banken des Landes befinden sich in einer starken Kreditklemme, die Zinsen für Kredite an die Privatwirtschaft sind immens gestiegen und die Aktienkurse stürzten ab. (...)  Die Banken haben keine Liquidität mehr. Insgesamt wird das Kreditwachstum deshalb von jährlichen 25 Prozent auf 16 bis 18 Prozent fallen, schätzt die Société Générale. (...)  „Aus unserer Sicht kann die massive Fehlleitung des Kapitals in China nur in dem schmerzhaften Platzen der Blase enden“, zitiert der Businessinsider Wei Yao" (von  der Société Générale). Mehr dazu hier. BUSINESSINSIDER meldet "SocGen: China's Massive Credit Misallocation Will End In A Painful Burst". Mehr dazu hier. BUSINESSINSIDER liefert auch noch Charts zum Beitrag, hier. Bitte nachsehen, es lohnt sich. Weil die Charts zeigen, dass die Dinge nicht so einfach liegen, wie sie in den hiesigen Medien dargestellt werden. 

Klare Worte auch bei ZERO HEDGE: "The Days Of The Super-Powered Chinese Economy Are Over". Der Beitrag stammt von Michael Pettis: "In the months leading up to last week's liquidity crunch, in which the cost of short-term loans in China spiked and roiled global markets, most financial institutions had been lowering their growth forecasts for China. In mid-June, the World Bank revised its 2013 Chinese growth forecast from 8.4 percent to 7.7 percent; HSBC, Credit Suisse, and Goldman Sachs, among others, have also downgraded their Chinese growth forecasts several times over the last two years, as quarterly data have kept revealing lower-than-expected economic growth and higher-than-expected credit growth. Many banks now estimate around 7 percent to be the new normal. But the banks' numbers are likely still too high. China's economy is at a turning point in its transformation from one driven by export and investment to one driven more by domestic household spending. Growth predictions are underestimating the impact of this shift." Mehr dazu hier. Pettis ist in unseren Augen als Professor an der Pekinger Universität, spezialisiert auf die dortigen Finanzmärkte, ein wirklicher Experte für China. Er behauptete schon im August 2011 in der deutschen WIRTSCHAFTSWOCHE "China löst seine Probleme nicht" und sah damals schon "das Ende des chinesischen Wirtschaftswunders gekommen". Mehr dazu hier. Erst kürzlich, im März 2013, erklärt Michael Pettis in einem Interview bei der Schweizer FINANZ UND WIRTSCHAFT, "China rennt die Zeit davon"  und "zweifelt, ob China fähig sein wird, eine zukunftsorientierte Wirtschaftspolitik durchzusetzen". Mehr dazu hier.

Unser vorläufiges Fazit: China steckt in Schwierigkeiten. Das lässt sich nicht wegschreiben. Sie sind so gravierend, dass wir keine Hoffnung auf eine nachhaltige Lösung haben. Schlecht für die deutsche Wirtschaft.


Die USA sind und bleiben die globale Weltmacht Nummer eins
(format.at) Der Niedergang der Vereinigten Staaten von Amerika wird oft und gerne prophezeit. Wahr hingegen ist das Gegenteil: Die USA sind und bleiben die globale Weltmacht Nummer eins. Von Anton Pelinka. Mehr...

Kommentar: Es ist eine Tatsache, die in Deutschland gerne bestritten wird. Besonders beliebt wieder seit der Finanzkrise 2008, die gerne ausschließlich den USA in die Schuhe geschoben wird. Stur glauben die Deutschen, was 2008, unmittelbar nach der Lehman-Pleite, schon Peer Steinbrück behauptet hat: Es sei ein durch die USA verursachtes und auf die USA begrenztes Problem. Außerdem gibt es noch den jahrzehntealten Komplex, dessen Ursache Börsen-Guru André Kostolany einmal so beschrieben hat: "Wenn Amerika hustet, bekommt Europa die Grippe." Dieses Mal ist es schlimmer, auf beiden Seiten des Atlantik. Wetten, dass Amerika damit besser klarkommt? Deshalb sind es auch die USA, nicht China oder Europa, die den Weltwirtschafts-Karren aus dem Dreck ziehen müssen. 


Infrastruktur: Deutschland geht kaputt
(zeit.de) 7,2 Milliarden Euro fehlen jedes Jahr für Schienen, Straßen und Schleusen. Das Fundament des Wohlstands bröckelt. Mehr...

Kommentar: Ein aufschlussreicher, ausführlicher Beitrag zu dem Thema, das uns schon lange bewegt. Es ist ein Teil der 100 Milliarden Euro Investitionsrückstau der Öffentlichen Hand in Deutschland (hier). Leider haben wir keine Ahnung, wie es beispielsweise in Österreich oder der Schweiz aussieht. (Wer von unseren LeserInnen dazu Informationen hat, der möge sie uns bitte zur Verfügung stellen). In diesem Zusammenhang fallen uns die 7 Milliarden Euro ein, über die Deutschland mit den Betreibern von Toll Collect erfolglos streitet (hier). 


Massenarbeitslosigkeit: Daran muss man sich gewöhnen 
(presseurop.eu) Die Staats- und Regierungschefs der 27 beraten in Brüssel über die Arbeitslosigkeit, vor allem unter den Jugendlichen. Doch in Portugal, wie in vielen anderen Teilen Europas, ist sie ein strukturelles Problem, das langfristig nicht mit punktuellen Maßnahmen gelöst werden kann. Mehr... 

Kommentar: Während manche Medien in Deutschland von Vollbeschäftigung fabulieren (hier) richtet man sich andernorts in Europa auf Massenarbeitslosigkeit als Dauerzustand ein. Dieser Beitrag beschreibt fundiert das Warum.


Devisen in Skandinavien werden zur Falle
(handelsblatt.com) Angelockt von niedrigen Zinsen stecken Devisen-Händler in Skandinavien fest. Sie stellen fest, dass sie bei steigender Volatilität mit ähnlichen Ausstiegsschwierigkeiten zu kämpfen haben wie bei Schwellenland-Devisen. Mehr... 

Kommentar: Der Beitrag ist für die Unverbesserlichen unter unseren LeserInnen, die fest daran glauben, eine Investition in die norwegische Währung sei eine gute Sache. Das Gegenteil ist der Fall. Absehbare Devisenkontrollen und das in Norwegen vorgesehene Bargeldverbot, machen den Umgang mit der norwegischen Krone nicht einfacher.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unsichtbar, aber unerbittlich, zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht unweigerlich zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Wie es funktioniert hat Europa in Zypern vorgemacht. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie soll unsere Unabhängigkeit sichern. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.