Mittwoch, 31. Juli 2013

Standpunkt 712 - Nachrichten-Ticker, 30.07.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Fragen, Anregungen und Kritik einfach an der-oekonomiker@email.de schicken.

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Auf ein Wort: Deutsche Bank (8 Beiträge)  – Immobilienboom in Deutschland vor dem Ende? – Sommermärchen Konsumklima Deutschland – US-Verbrauchervertrauen – USA in der Rezession? – Griechenland (2) – Betrüger JPMorgan


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile hier, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten mit Hochdruck an einem neue Update. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus ist leider nichts geworden, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir unbedingt noch verarbeiten wollen. Wir bitten um Verständnis und Geduld, das Warten lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung.


Auf ein Wort: Deutsche Bank
Wir müssen uns rechtfertigen - für unsere jüngsten, so wird behauptet, bösartigen Kommentare zur Galionsfigur der heimischen Banken, dem Primus Deutsche Bank, dem Mythos längst vergangener deutscher Wertarbeit im Bankensystem. 

Natürlich ist es schwer, sich gegen die Lobpreisungen in den deutschen Leitmedien zu behaupten. Die WELT meldet "Fitschen und Jain mausern sich zu Musterknaben" und schreibt einleitend dazu: "Weniger Gewinn, mehr Stabilität – mit ihren Zahlen demonstrieren die Chefs der Deutschen Bank, dass sie die Zeichen der Zeit erkannt haben." Im anschließenden Text findet die Autorin nur lobende Worte. Mehr dazu hier. Robert von Heusinger findet in seinem Kommentar "Regulierung wirkt" für die FRANKFURTER RUNDSCHAU ebenfalls nur Positives in den neuesten Zahlen der Bank: "Es stimmt zwar, dass der Gewinn des Geldhauses im zweiten Quartal enttäuschte, die Aktien deshalb am Dienstag zu den größten Verlierern zählten. Aber auch das hat mehr mit der neuen Solidität im Hause Deutsche Bank zu tun, als mit einer wahren Ertragsschwäche." Der Autor findet, "die Deutsche Bank wird sicherer". Mehr dazu hier. Ein klein wenig kritischer geht das HANDELSBLATT in dem Beitrag "Deutsche Bank auf Diät - Liebling, ich habe die Bank geschrumpft!" mit der Zockerbude Deutsche Bank um und lässt auch einige kritische Stimmen zu Wort kommen. So ist dort zu lesen: "Die Japanische Notenbank bezeichnete Deutschlands größtes Geldhaus gar als das gefährlichste Institut der Welt." Mehr dazu hier. Alle Beiträge haben eines gemeinsam: Kein einziges Wort zu den Risiken aus dem weltweiten Derivatehandel, bei dem die Deutsche Bank einer der fünf Big Player ist. Die werden entweder einfach totgeschwiegen oder die Autoren haben keine Ahnung, wie extrem gefährlich die Situation für die Bank und die Steuerzahler ist. Beides ist unverzeihlich und hat mit Qualitätsjournalismus wenig bis nichts zu tun.

In den USA werden die Risiken des deutschen Branchenprimus' sehr viel ernster bewertet. So meldet der US-Journalist Max Keiser beispielsweise "Deutsche Bank is Officially on Suicide Watch" und meint, "DB will be the next 'Lehman' moment that triggers new collapse". Mehr dazu hier. Andernorts wird man noch deutlicher: "Deutsche Bank. Big bank. Biggest bank in Germany, and one of the biggest banks in the Euro Zone... they're going to go belly up. Watch it. Watch it, I said it, it's going to happen. They are in such a danger zone, they don't know what to do. Deutsche Bank's derivative debt is greater than the global economy. That is one bank. $72 trillion in derivative exposure. The entire global economy, all the countries in the world is only $66 trillion GDP." Aus dem Beitrag "Many people will never know what hit them" von Douglas J. Hagmann, hier. An dieser Stelle noch einmal die Grafik die zeigt, wie irre die Situation ist und wie extrem die Risiken: 




Das ist eine Massenvernichtungswaffe (O-Ton Warren Buffett): 55,6 Billionen Euro Volumen der Bank im weltweiten Derivatehandel stehen gerade einmal 2,7 Billionen Euro Gesamt-Jahreswirtschaftsleistung Deutschlands gegenüber. Selbst alle deutschen Vermögen, geschätzte 10 Billionen Euro, werden nicht ausreichen, um die Bank zu retten. Der gesamte, derzeitige deutsche Bankenrettungsfonds SOFFIN von knapp 500 Milliarden Euro hat im Vergleich dazu noch nicht einmal die Größe einer Portokasse.

"If 'Europe Is Fine' Why Is Deutsche Bank Deleveraging At The Fastest Pace Since The Crisis of 2011?" Diese Frage stellt gerade ZERO HEDGE und liefert in dem Beitrag bemerkenswerte Fakten, u. a. durch einen Blick in die Bilanz der Bank: "Early today, Deutsche Bank disappointed markets when it reported a second quarter Net Income number of €335 million, or half of what the company made in the previous quarter, and less than half of what consensus expected. However, just like in the US, where as we showed previously it was FASB accounting gimmicks that "allowed" Bank of America to convert a loss into a $4 billion profit, so Deutsche Bank's real Net Income, aka its Total Comprehensive Loss, number when factoring all the other MTM Income Statement components such as AFS, FX translation and pension adjustments, was lower by €1.1 billion." Mehr dazu hier

Für uns steht fest: Die Deutsche Bank ist nie und nimmer in der Lage, ihre Risiken in den Griff zu bekommen. Ganz im Gegenteil. Nach unserer Einschätzung muss die Bank neue, größere Risiken eingehen, um die alten Risiken in Schach zu halten und vor der Öffentlichkeit so lange wie möglich zu verstecken. Die Führungsspitze der Bank hat nur ein Ziel: So lange zu überleben, bis es einen der anderen TBTF-Banken im weltweiten Finanzcasino erwischt und den erwarteten Super-GAU auslöst. Die Deutsche Bank wäre dann einigermaßen fein raus und könnte ihre eigenen explosiven Risiken weiter hinter dieser Entwicklung verstecken. Die Chancen stehen dafür gar nicht so schlecht, obwohl die Bank für einen "Übernacht-Zusammenbruch" höchst gefährdet ist. 

Es ist völliger Quatsch, wenn Österreichs STANDARD gerade wieder berichtet, die "US-Banken lassen die Krise hinter sich". Zur Begründung wird auf die Entwicklung der Bank-Aktien an der New Yorker Börse verwiesen. Mehr dazu hier. Jede der großen US-Banken, allen voran die Citibank und JPMorgan, gilt als gefährdet. Die ultralockere Geldpolitik der Notenbank und die besten Bilanzkosmetiker sorgen dafür, dass die täglich zunehmenden Risiken im Verborgenen bleiben. 

Unvermindert hohe Risiken stecken außerdem im asiatischen Raum: "Asia is in Collapse. The Next Fed Chairman Doesn't Matter" titelt ZERO HEDGE und schreibt u. a.: "The big news is what’s going on in Asia. The US financial media continues to focus on who will be the next Fed Chairman, which is unimportant in the grand scheme of things. Greenspan created the biggest asset bubble in history. Bernanke bankrupted the republic and created an even bigger bubble trying to prove his misguided theories. Whoever takes over the reins at the Fed next will simply have the honor of being in the driver’s seat when the whole mess goes over the cliff. Ignore the next Fed Chairman debate, the world has much bigger problems to worry about." Anschließend beschreibt der Beitrag die Situation in China und Japan und ihre Folgen. Mehr dazu hier

Zum Schluss noch ein Zitat aus diesem Beitrag: "The Great Crisis, the one to which 2008 was just a warm up, is approaching." 


Warum der Immobilien-Boom bald zu Ende sein könnte
(focus.de) Die Angst vor Immobilienblasen geht um – auch in Deutschland. Zu Unrecht, sagen die Volkswirte der Deutschen Bank. Sie nennen drei Gründe, warum es mit den Preisen ganz schnell wieder bergab gehen könnte. Mehr...

Kommentar: Uns erinnert diese Einschätzung der DB eher an das berühmte "Pfeifen im Wald". Wer sich für die Einzelheiten interessiert, der findet sie hier.


Kauflaune der Deutschen so stark wie seit sechs Jahren nicht mehr
(faz.net) Seit Anfang des Jahres verbessert sich die Verbraucherstimmung in Deutschland von Monat zu Monat. Das letzte Mal war sie im September 2007 besser als jetzt - also lange vor Ausbruch der Krise. Und die Konsumexperten sehen noch kein Ende des Aufwärtstrends. Mehr...

Kommentar: Jahrzehnte nach dem deutschen Wirtschaftswunder klappt es endlich - der Deutsche wird zum "Konsum-Biest". Erlebt von Monat zu Monat immer neue Stimmungsschübe und gibt sich ihnen geradezu hemmungslos hin. Karstadt, Kaufhof, Praktiker, Max Bahr, Siemens, die europäische Autoindustrie, die Stahlindustrie, der Maschinenbau, die Bauwirtschaft, sie alle, und noch viel mehr, können ein Lied davon singen, vom expansiven deutschen Konsumwahn. Es ist ein Sommermärchen, mehr nicht. Erstaunlich, wie unkritisch die F.A.Z. diese Luftnummer der GfK ihren LeserInnen serviert. Der Konsumklimaindex war, ist und bleibt ein Muster ohne Wert.


Consumer Confidence Slips Most In 4 Months, Outlook Tumbles
(zerohedge.com) After a three-month surge to 5 year highs, beating expectations month-after-month, it seems surging mortgage rate and surging gas prices trump (at least for now) the all-time record high in stock prices. This is the first drop in 5 months, the first miss in 4 months but what is most worrisome for the apparent discounting mechanisms of the 'efficient' markets is the plunge in future expectations (after a 3 month surge of hope) even as the present situation continues to rise in survey respondent's minds. This is particularly worrisome in the employment outlook as those that see fewer jobs in the future rose and those that see more jobs in the future fell for the first time in 4 months. Read more...

Kommentar: Der Blick nach Amerika zeigt, dass sich dort noch kein klarer Trend herausgebildet hat: 

Quelle: zerohedge.com

Zuversicht sieht für uns anders aus. 

Betrachten wir uns die Entwicklung des US-amerikanischen Verbrauchervertrauens langfristig, dann rutscht uns das Herz in die Hose: 


Quelle: zerohedge.com


Lakshman Achuthan: The US Entered Recession Last Year And "Is Worse Than Japan In the 90s"
(zerohedge.com)  From recessions with job growth ("we believe a US recession began in 2012") to the wealth divide and from GDP revisions to job quality differentials, Achuthan warns the US is becoming Japan, "U.S. growth over the last five years is weaker than Japan during the Lost Decades." Read more...

Kommentar: Lakshman Achuthan vom  Economic Cycle Research Institute (ECRI) unterscheidet sich in seiner Einschätzung deutlich von der offiziellen Darstellung. Grund genug, unseren LeserInnen diesen Beitrag vorzustellen. Das Original gibt es hier. Die Grafik dazu zeigen wir vorab: 




In Griechenland klafft ein Finanzierungsloch von vier Milliarden Euro
(format.at) Noch vor einer Woche hat die "Süddeutsche Zeitung" in Griechenland von einer Finanzierungslücke von bis zu zehn Milliarden Euro berichtet. Diese Woche sind es laut Diplomatenkreisen "nur" mehr vier Milliarden Euro. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Es hört einfach nicht auf mit Griechenland. Lenkt aber prima von den Schwierigkeiten in den übrigen Krisenstaaten ab. Und füttert das deutsche Feindbild mit neuer Nahrung. Es ist noch gar nicht lange her, da meldete der FORMAT "Griechenland hat keine Finanzierungslücke bis Sommer 2014". Sie zitierte IWF-Sprecher Gerry Rice mit den Worten "bis Ende Juli 2014 gibt es keine Finanzierungslücke". Mehr dazu hier. Angeblich betrifft der neue Fehlbetrag die Zeit danach bis zum Jahresende 2014. Warten wir es ab. Gut gerechnet haben EU und IWF in der europäischen Krise noch nie. 


JPMorgan soll in den USA Strompreis manipuliert haben
(diepresse.com) Die Energiebehörde wirft der Bank vor, durch Auktionen die Preise künstlich in die Höhe getrieben zu haben. Im Streit steuert man auf einen Vegleich zu. Mehr...

Kommentar: Unsere Meinung über die Finanzindustrie wird sich nicht ändern: Es sind Wegelagerer und moderne Raubritter. Mitglieder einer kriminellen Vereinigung, die nie die Finger davon lassen werden, durch kleine und große Betrügereien ihre Gewinne zu maximieren. Jedenfalls so lange nicht, bis jeder einzelne von ihnen für seine Straftaten persönlich zur Rechenschaft gezogen wird. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, trotz der Verurteilung von drei Ex-UBS-Bankern in den USA (hier). JPMorgan kommt wieder einmal mit einer läppischen Gelstrafe davon. Obwohl die Bank bei jeder Schweinerei vorne dabei ist.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die Finanzkrise von 2008 geht weiter. Die Krise in Europa auch. Ein Ende ist nicht in Sicht. Wir erwarten einen Kollaps des weltweiten Finanzsystems, der nicht beherrscht werden kann. 

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Die Fassade bröckelt, zeigt schon tiefe Risse, hält aber bis zur Bundestagswahl. Die Bundesregierung hat sich, mit deutscher Gründlichkeit, auf die Zeit danach bestens vorbereitet. Ihre Planungen für die Enteignung der Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv) sind abgeschlossen. Wer sich vor diesen Maßnahmen erfolgreich in Sicherheit bringen will, muss jetzt handeln.


Dienstag, 30. Juli 2013

Standpunkt 711 - Nachrichten-Ticker, 29.07.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Fragen, Anregungen und Kritik einfach an der-oekonomiker@email.de schicken.

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Deutsches "Volksvermögen"  – HSH-Nordbank-Prozess (3) – EZB in der Pflicht? (3) – "Die spinnen, die Briten" – China (2 Beiträge)


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile hier, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten mit Hochdruck an einem neue Update. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus ist leider nichts geworden, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir unbedingt noch verarbeiten wollen. Wir bitten um Verständnis und Geduld, das Warten lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung.


Deutsche besitzen fast fünf Billionen Euro
(sueddeutsche.de) Obwohl die Wirtschaft schwächelt, werden die Deutschen immer reicher. Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland klettert auf einen Rekordstand. Gleichzeitig bauen die Menschen Schulden ab - obwohl die Zinsen extrem niedrig sind. Mehr...

Kommentar: Eine wunderbare Entwicklung - da lässt sich für den Staat viel holen. Sofern das Vermögen zu Hause oder in Europa bleibt. 


HSH-Nordbank-Prozess – nur die Spitze des Eisbergs
(nachdenkseiten.de) Erstmals steht der gesamte Vorstand einer Pleitebank vor Gericht. Es geht um Untreue und Bilanzfälschung. Der von den HSH-Nordbank-Managern eingefädelte Omega Deal bescherte der Bank – und schlussendlich dem Steuerzahler – einen Verlust von rund 500 Millionen Euro. Doch dies ist nur die Spitze eines Eisbergs aus riskanten Geschäften, Inkompetenz und fragwürdigen politischen Zielsetzungen. Eigentlich gehören auch die ehemaligen Landesväter Peter Harry Carstensen und Ole von Beust auf die Anklagebank. Wie hoch die HSH-Nordbank-Rechnung für den Steuerzahler am Ende ausfallen wird, ist dabei noch nicht einmal seriös abzuschätzen. Von Jens Berger. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Der Beitrag liefert eine Analyse der Ereignisse rund um die HSH-Nordbank. Wer sich damit beschäftigen möchte, der wird damit gut bedient. Die Wahrscheinlichkeit einer sachgerechten Verurteilung stufen wir als gering ein. Dass die politisch Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen werden, ist keine Überraschung, sondern liebgewonnene Praxis. Besondere Aufmerksamkeit verdient auch das Interview mit Werner Marnette im SPIEGEL, erschienen am 06.04.2009, auf das Jens Berger verweist. Schon die Überschrift kommt auf den Punkt: Landesbanken: "Das ist ein Wahnsystem". Worum es geht:  "Der zurückgetretene schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Werner Marnette (CDU) über die Gründe seines Abgangs, die Grabenkämpfe im Kieler Kabinett und den leichtfertigen Umgang der Politik mit den Milliardenrisiken der teilweise landeseigenen HSH Nordbank." Mehr dazu hier. Ergänzend dazu empfehlen wir dringend den Beitrag "Die Verflechtung der Politik mit dem Casino-Betrieb der Finanzwirtschaft ist enger und älter als wir denken – wir zahlen schon seit 2000 für die Wettschulden" (hier), erschienen am 19.11.2008 bei NACHDENKSEITEN, wenige Wochen nach der Lehman-Pleite, auf den wir in den vergangenen Monaten am Ende unserer Nachrichten-Ticker immer hingewiesen haben. Alle Beiträge zeigen, dass die Politik nicht fähig und willens ist alles zu unternehmen, um diesem Treiben der Finanzindustrie eine Ende zu setzen. Zugegeben, die Risiken bei den Landesbanken sind lange nicht so groß wie alleine bei dem Branchenprimus Deutsche Bank oder der Commerzbank. Aber hoch genug, damit alle Sicherungsfonds der Sparkassen zusammen, im Fall eines Zusammenbruchs, nicht in der Lage sind die Einlagen ihrer Kunden zu sichern. Wir erinnern immer wieder gerne an das nutzlose Versprechen von Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon von der CSU, hier nachzulesen auf der Internetpräsenz des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). Skrupellos belügt er im Brustton der Überzeugung öffentlich Millionen Kunden: "Bei Sparkassen, Landesbanken und Landesbausparkassen ist das Geld der Kunden nicht nur bis 100.000 Euro, sondern auch darüber hinaus sicher"


Was die EZB noch alles für uns tun kann...
(format.at) Die Notenbanker haben – jedenfalls theoretisch – noch so manchen Pfeil im Köcher. Allerdings steigen mit jedem weiteren Schuss potenzielle Risiken und Nebenwirkungen. Seit Ausbruch der Krise haben die EZB und die meisten anderen wichtigen Notenbanken die Zinsen immer weiter gesenkt. Viele Milliarden Euro, Dollar und Pfund wurden gedruckt, dafür Anleihen und andere Wertpapiere gekauft und Banken Liquidität bis zum Abwinken bereitgestellt. Zuletzt wich die Europäische Zentralbank (EZB) sogar von ihrer Tradition ab und legte sich vorab darauf fest, den Leitzins noch "für einen längeren Zeitraum" extrem niedrig zu lassen. Geht noch mehr? Aber ja! Ein Überblick. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Grau ist alle Theorie. Keine einzige der in diesem Beitrag vorgestellten Maßnahmen wird die Krise in Europa oder anderswo beenden. Bestenfalls das Leiden verlängern und die Schäden für die Wirtschaft, Sparer und Steuerzahler am Ende in die Höhe getrieben haben. Die Notenbanken der USA, Japans, Großbritanniens und Chinas bieten bestes Anschauungsmaterial. Sie werfen die Märkte regelrecht tot mit Liquidität, ohne dass sich in diesen Ländern eine nachhaltige Wirkung bei Wirtschaftswachstum, Jobs und Konsum, einstellt. Der Wirklichkeit ist nicht mit irgendwelchen Theorien beizukommen, so langsam sollte sich diese Tatsache durchsetzen. Die Amerikaner greifen zukünftig zu neuen Maßnahmen, um ihr BIP schönzurechnen. Der österreichische STANDARD meldet gerade Erstaunliches: "Wirtschaftsleistung: USA rechnen sich größer" und fasst das Ereignis so zusammen: "Statistiker ermitteln Wirtschaftsleistung neu und konzentrieren sich auf Kreativität." Mehr dazu hier. Daraus ergeben sich tolle neue Möglichkeiten zu Tricksen und Täuschen. Den Menschen hilft das nicht. Die beginnen aber damit, sich aufzulehnen: "US Fast Food Workers Strike, Demand 100% Pay Raise" meldet ZERO HEDGE: "It's noisy, it's really hot, fast, they rush you. Sometimes you don't even get breaks. All for $7.25? It's crazy," is how one worker described the conditions that have caused her and the rest of America's fast-food employees to go on strike today. They demand the right to unionize and better pay - calling for a raise in the minimum wage from $7.25 to $15. Workers chanted, "Supersize our wages," as spokespersons for the Fast Food Forward campaign explained the economic logic, "If they have more money in their pockets, they'll spend it right here, helping to boost the entire economy." Which leaves us asking the always awkward question - where does this new 'economy boosting' money come from for this 107% pay rise? With gas prices rising, rents soaring and many employees already reliant on food stamps and medicaid, "I can't even order something off the menu with what I earn," one worker noted, "It makes me wonder what I'm even doing there." Mehr dazu hier. Es ist ein Anfang. Was in den USA schon seit Jahren danebengeht zeigt die folgende Grafik: 


Quelle: zerohedge.com
Diese Entwicklung hat sich unter Barack Obama sogar noch verschärft...    


Banken, die keine Banken sind
(zeit.de) In Großbritannien wird die private Kreditvergabe zum Milliardenmarkt. Die Regierung unterstützt das Peer-to-Peer-Lending, um die Macht der Banken zu brechen. Mehr...

Kommentar: Nur der Beginn einer neuen Blase. Außerdem sind wir schon gespannt darauf was passiert, wenn Kredite ganz oder teilweise ausfallen. Wer steht beispielsweise für den Teil ein, den der Staat zu diesen Darlehen beisteuert? Die spinnen, die Briten. Schon wieder ein Finanzmarkt ohne jede Aufsicht. Das kann nicht gutgehen.


Peking hat Überblick über seine Schulden verloren
(welt.de) Chinas Regierung entsendet Bilanzprüfer in seine Regionen, um festzustellen, wie tief diese tatsächlich in den Schulden stecken. Mit einer Defizitgrenze soll die Haushaltsdisziplin erzwungen werden. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Das Ende einer Planwirtschaft. China gerät möglicherweise außer Kontrolle. Haushaltsdisziplin? Die verschlimmert die Sache nur noch. Chinas Wirtschaftsmodell ist auf Sand gebaut. Wie gefährlich das Ganze ist, lässt sich bei dem Schweizer TAGES-ANZEIGER in dem Beitrag "China setzt zur Aufräumaktion an" nachlesen (hier). Dort steht auch, dass Chinas Pläne zur Problemlösung leicht ins Auge gehen können


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die Finanzkrise von 2008 geht weiter. Die Krise in Europa auch. Ein Ende ist nicht in Sicht. Wir erwarten einen Kollaps des weltweiten Finanzsystems, der nicht beherrscht werden kann. 

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Die Fassade bröckelt, zeigt schon tiefe Risse, hält aber bis zur Bundestagswahl. Die Bundesregierung hat sich, mit deutscher Gründlichkeit, auf die Zeit danach bestens vorbereitet. Ihre Planungen für die Enteignung der Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv) sind abgeschlossen. Wer sich vor diesen Maßnahmen erfolgreich in Sicherheit bringen will, muss jetzt handeln. 

Montag, 29. Juli 2013

Standpunkt 710 - Nachrichten-Ticker, 28.07.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Fragen, Anregungen und Kritik einfach an der-oekonomiker@email.de schicken.

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Nachtrag: Pleite-Risiko Deutsche Bank (2 Beiträge) – Bank of Cyprus


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile hier, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten mit Hochdruck an einem neue Update. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus ist leider nichts geworden, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir unbedingt noch verarbeiten wollen. Wir bitten um Verständnis und Geduld, das Warten lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung.


Von wegen Finanzmarkt-Regulierung
(zeit.de) Nach der Lehman-Pleite vor drei Jahren sollte die Finanzwelt umgebaut werden. Doch bis jetzt ist keines der Ziele verwirklicht worden, schreibt Harald Schumann. Mehr...

Kommentar: Es ist ein älterer Beitrag, bereits erschienen im Januar 2012. Wir haben ihn aus unserem Archiv herausgekramt, weil wir einigen Leuten mit unseren jüngsten Kommentaren über den Zustand der Finanzindustrie im allgemeinen, der europäischen Banken im besonderen, und der Deutsche Bank im speziellen, offensichtlich auf die Nerven gehen. Damit haben wir kein Problem, da wir von unserer Einschätzung keinen Millimeter abweichen müssen, sie wird sich eher früher als später bestätigen. Die Sache ist einfach: Hier und da hören wir auch schon mal die Flöhe husten, wofür wir aber keine Quelle angeben können. Trotzdem möchten wir unsere LeserInnen so früh wie möglich informieren. So wie bei unserer "Nachricht" von einem erwarteten Übernacht-Zusammbruch des heimischen Primus Deutsche Bank. 

Schuld an dieser Entwicklung sind hauptsächlich die Versäumnisse, die Harald Schumann in seinem Beitrag leicht verständlich beschreibt. Die "Megabanken mächtiger denn je" erklärt der Autor, "die Branchenriesen konnten die Krise sogar nutzen, um noch größer zu werden." Gleichzeitig haben seit 2008 auch die Risiken weiter zugenommen, denen die Politik nichts entgegensetzt, sondern diesem Treiben tatenlos zusieht. Die Lunte brennt. Deshalb ist der Zusammenbruch einer dieser Megabanken nur die logische Folge und nichts spricht dagegen, dass es die Deutsche Bank sein wird. Die Wirkung wäre katastrophal, der sprichwörtliche Super-GAU. Nicht nur für Deutschland mit seinen Sparern und Steuerzahlern. Sie alleine können die Deutsche Bank nicht retten. Deshalb wird diese Gefahr verheimlicht, regelrecht totgeschwiegen. Zweifel an der Solvenz der Bank im Keim erstickt, angeblich die Geschäftspolitik geändert, die Eigenkapitalbasis verbessert, usw. Alles nur großes Theater. In Wahrheit ist es ein Drama. 


“Prof. Anat Admati: "The banking system is dangerous, we may have another nightmare soon"
(calcalist.co.il) Prof. Admati, one of the most outspoken economists in the U.S., is at the forefront the global fight against high risks in the banking system. And that's what she wanted to tell you. Read more...

Kommentar: Noch ein Beitrag aus unserem Archiv zum gleichen Thema, bereits im September 2011 erschienen, aber nach wie vor aktuell. Anat Admati ist, neben dem deutschen Ökonomen Martin Hellwig, Mit-Autorin des Buches "The Bankers' New Clothes: What's Wrong with Banking and What to Do about It" (hier), mittlerweile auch auf Deutsch erschienen: "Des Bankers neue Kleider: Was bei Banken wirklich schief läuft und was sich ändern muss" (hier). Sie ist eine der profiliertesten Kritiker des Finanzsystems und trotzdem zuversichtlich über seine Reformfähigkeit: "This is a huge thing, but I'm optimistic. I was told from the beginning it was a marathon not a sprint."    
 
 
Bank of Cyprus erhöht Zwangsabgabe
(n-tv.de) Zur Abwendung der Staatspleite Zyperns werden die Einleger der Bank of Cyprus offenbar noch stärker zur Kasse gebeten, als bisher bekannt. Zypern und seine internationalen Geldgeber hätten sich auf eine Zwangsabgabe von 47,5 Prozent für vermögende Kunden der Bank geeinigt, verlautete aus Bankenkreisen. Dies wäre mehr als zwischen dem krisengeschüttelten Euro-Land und seinen Kapitalgebern im März zunächst vereinbart wurde: Demnach sollten Guthaben über 100.000 Euro, die bei der Bank of Cyprus deponiert wurden, zu 37,5 Prozent in Aktien der Bank umgewandelt werden. Weitere 22,5 Prozent wurden vorübergehend gesperrt. Mehr...

Kommentar: Es ist ruhig geworden, um das zyprische Bankenrettungsmodell. Tatsächlich ist die Zwangsenteignung noch in vollem Gange. Das letzte Wort ist auch noch nicht gesprochen. Besonders bei der Laiki-Bank, die abgewickelt wird. Dort wird ein regelrechtes Blutbad stattfinden, von 80% ist die Rede (hier). Geht die Deutsche Bank pleite, würde selbst das nicht reichen...


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die Finanzkrise von 2008 geht weiter. Die Krise in Europa auch. Ein Ende ist nicht in Sicht. Wir erwarten einen Kollaps des weltweiten Finanzsystems, der nicht beherrscht werden kann. Die Regierungen unternehmen nichts. Alle Versprechen wurden gebrochen. Schlimmer noch: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Die Fassade bröckelt, zeigt schon tiefe Risse, hält aber auf jeden Fall noch bis zur Bundestagswahl. Die Bundesregierung hat sich, mit deutscher Gründlichkeit, bestens vorbereitet. Ihre Planungen für die Enteignung der Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv) sind abgeschlossen. Wer sich vor diesen Maßnahmen erfolgreich in Sicherheit bringen will, muss handeln.

 

Sonntag, 28. Juli 2013

Standpunkt 709 - Nachrichten-Ticker, 27.07.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Pleite-Risiko Deutsche Bank – Banken liquidieren – EU-Pleitestaaten – USA (3 Beiträge)


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile hier, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten mit Hochdruck an einem neue Update. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus ist leider nichts geworden, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir unbedingt noch verarbeiten wollen. Wir bitten um Verständnis und Geduld, das Warten lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung.


Exzesse bei Deutscher Bank „ganz sicher vorbei"
(wirtschaftsblatt.at) Eine neue Bescheidenheit und Ehrlichkeit hat der seit einem Jahr im Amt befindliche Aufsichtsratsvorsitzende Paul Achleitner dem Institut verordnet. Mehr... 

Kommentar: Wer glaubt, was Achleitner, früher Investmentbanker und Vorstand der Allianz, in diesem Beitrag zum Besten gibt, dem ist nicht zu helfen. Der Aufsichtsratsvorsitzende verteilt Placebos, sonst nichts. Die Wirklichkeit sieht leider anders aus. In den USA wird momentan die Deutsche Bank als Kandidat für einen Übernacht-Zusammenbruch gehandelt. Noch vor der britischen Großbank Barclays und der Citibank in New York, eine der größten Banken auf der Welt, die ebenfalls akut vom Zusammenbruch bedroht sind. Jeder Rettungs-Euro in Europa bedeutet gleichzeitig eine Lebensverlängerung für die Deutsche Bank. Verantwortlich für den maroden Zustand der Bank ist primär Josef "Joe" Cowboy Ackermann, der in seiner Zeit als Vorstandssprecher jedes kriminelle Geschäft ins Haus geholt hat, so lange es nur hohe Gewinne abwirft. Nach dem Zusammenbruch der Bank kommt es zu strafrechtlichen Untersuchungen, in deren Mittelpunkt Ackermann stehen wird. Das ist der Grund für den Verzicht Ackermanns auf einen Platz im Aufsichtsrat der Bank, an den Vorsitz war von vorneherein nicht zu denken (hier). Die Schweiz wird ihren Bürger Ackermann wohl kaum an Deutschland ausliefern, damit ihm wegen seiner zahllosen strafbaren Handlungen (aka: kriminellen Vergangenheit) hierzulande der Prozeß gemacht werden kann. 

Bisher versteckt die Deutsche Bank erfolgreich ihre gigantischen Risiken. Tatkräftig unterstützt von den Medien, die sich regelrecht weigern, darüber zu berichten. Obwohl die Faktenlage eindeutig ist.


Banken liquidieren
(faz.net)  Notenbanken und Politiker sollten sich trauen, marode Geldhäuser zu schließen. Davor schrecken sie bisher zurück. Mehr... 

Kommentar: Ein bemerkenswerter Vorschlag von Thomas Mayer, Ex-Chefvolkswirt Deutsche Bank. Ob er dabei auch an seinen früheren Arbeitgeber denkt? Das ist eher unwahrscheinlich. Sein Vorschlag ist längst überfällig, wie er ihn begründet zu akademisch. Trotzdem bemerkenswert.


EU ignoriert Realität: Zypern und Portugal sind pleite
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Behauptung der EU, Zypern und Portugal seien noch solvent, ist eine Illusion. Die Kreditvergabe an diese Länder verschaffe nur eine vorübergehende Linderung, sagt die Natixis-Bank. Die EU ignoriere dies und mache somit den unvermeidlichen Zusammenbruch dieser Länder nur umso schlimmer. Mehr... 

Kommentar: Ein Beitrag, der populistisch angelegt ist und selbst die Realität gegenüber der vergleichbaren Situation in anderen Staaten ausblendet. Absicht? Pleitebedroht sind die Staaten, in denen die Schulden der Banken sozialisiert werden. Das ergibt eine lange Reihe, die von Europa, über die USA und Australien, bis nach China geht. Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll nur zeigen, wie einseitig und verkürzt immer wieder im Umgang mit der Krise in Europa argumentiert wird. Akut ist die Crashgefahr deshalb nicht nur in Portugal, sie besteht in gleicher Intensität auch anderswo. Die Entwicklung von Wirtschaftswachstum und Staatsschulden sind das Ergebnis einer verfehlten Rettungspolitik, wie sich aus den folgenden beiden Grafiken aus dem Beitrag ablesen lässt, wenn man sich den Anstieg seit 2008 ansieht: 

Grafik 1, Wirtschaftswachstum: 
 

Grafik 2, Entwicklung der Staatsschulden: 


Gleich einen Blick nach Amerika: 


"Diese wachsende Ungleichheit ist nicht nur moralisch falsch, das ist schlechtes Wirtschaften"
(format.at) US-Präsident Barack Obama will mit gezielten Investitionen für die Mittelklasse der lahmenden Konjunktur auf die Sprünge helfen. Zugleich versprach US-Präsident Obama am Mittwoch in einer wirtschaftspolitischen Grundsatzrede vor Studenten am Knox College im US-Staat Illinois, den Kampf gegen die immer größere Kluft zwischen arm und reich zur wichtigsten Aufgabe seiner zweiten Amtszeit zu machen. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Eine tolle Show des US-Präsidenten: Obama hat in den Jahren seiner Präsidentschaft das überhaupt erst verursacht, was er jetzt anprangert. Obama hat keine Ahnung von Wirtschaft und offensichtlich die falschen Berater. Als Lösung genügt es ihm schon, ein bisschen heiße Luft zu produzieren, die er in einer seiner legendären, charismatischen Ansprachen den Amerikanern als ausgereiften Plan präsentiert. In Wahrheit werden sie von ihrem Präsidenten an der Nase herumgeführt. Das ist schade.  

ZERO HEDGE stellt in diesem Zusammenhang die Frage: "Is This The Recovery Obama Is Talking About?" und schreibt: "Obama: '...the economy is far stronger now than it was four and a half years ago.' ...as long as one ignores the reality of the following chart..." Mehr dazu hier. Die Grafik aus dem Beitrag dazu: 

 
    
Noch einmal ZERO HEDGE: "Economics Cannot Trump Mathematics". Eine Tatsache, die Obama scheinbar nicht versteht. Was der Autor meint, bringt er so auf den Punkt: "Apocalypse In One Picture:  If a picture is worth a thousand words, this graph is worth millions. The route to economic demise is depicted below:" 

 

Zu diesem Chart noch einmal der Autor: "The relationships in this graph are terrifying! Debt is shown relative to GDP. GDP growth has been one-third the growth in debt for the period. That is, the economy required $3 of debt to produce $1 more in real GDP. In recent years diminishing returns to debt required $6 of debt to increase GDP a $1. Whatever the benefits of debt, they have clearly diminished, almost to zero. Debt expansion has gone exponential in order to salvage the weak growth in GDP." Mehr dazu hier.

Die nächste Grafik gibt ebenfalls wenig Anlass zur Freude: 

 
 


Zwei Dinge sind für die USA unumgänglich: Eine ernsthafte Finanzreform und ein New Deal 2.0, inklusive der schon einmal unter Franklin D. Roosevelt praktizierten Beteiligung der Reichen an der Sanierung Amerikas. Das wird Obama nicht schaffen, dafür ist er schlicht zu schwach, nicht durchsetzungsfähig genug. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die Finanzkrise von 2008 geht weiter. Die Krise in Europa auch. Ein Ende ist nicht in Sicht. Wir erwarten einen Kollaps des weltweiten Finanzsystems, der nicht beherrscht werden kann. Die Regierungen unternehmen nichts. Alle Versprechen wurden gebrochen. Schlimmer noch: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Auf Kosten seiner Nachbarn. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Die Fassade zeigt schon tiefe Risse, hält aber auf jeden Fall noch bis zur Bundestagswahl. Die Bundesregierung ist vorbereitet. Ihre Planungen für die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv) sind abgeschlossen. Zypern war nur ein Anfang, da geht noch mehr. 

Wer sich vor diesen Maßnahmen erfolgreich in Sicherheit bringen will, muss handeln. Dabei können wir behilflich sein. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie sichert unsere Unabhängigkeit. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir.
   

Samstag, 27. Juli 2013

Standpunkt 708 - Nachrichten-Ticker, 26.07.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Nord-Süd-Euro – EZB (3 Beiträge) – Bankenreform – Nachtrag China (3 Beiträge) – Japan


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile hier, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten mit Hochdruck an einem neue Update. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus ist leider nichts geworden, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir unbedingt noch verarbeiten wollen. Wir bitten um Verständnis und Geduld, das Warten lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung.


Nord- und Süd-Euro: Jede dritte Firma will die Spaltung der Euro-Zone
(focus.de) Der Erhalt der Euro-Zone ist für die Wirtschaft wichtig, behaupten viele Euro-Retter. Viele Unternehmen sehen das jedoch anders. Eine große Gruppe plädiert für eine Aufteilung des Euroraums. Mehr...

Kommentar: Uns überrascht die relativ hohe Zustimmung zum Euro. Offensichtlich ist die Arbeit der Euro-Kritiker/-Gegner doch nicht so erfolgreich, wie von ihnen selbst behauptet. Andererseits scheinen die Befürworter einer Spaltung schlecht informiert. Nord-Euro-Länder sollen sein: Deutschland, die Benelux-Staaten, Österreich und Finnland. Dazustoßen sollen außerdem Tschechien und Dänemark. Einzelheiten zu Hans-Olaf Henkels Schnapsidee vom Nord-Süd-Euro gibt es hier. Ausgenommen Deutschland allesamt Länder, die objektiv oder nach unserer Einschätzung bereits in der Krise stecken. Deutschland wird nach der Bundestagswahl dieser Entwicklung sicher folgen. Wir haben darüber schon hinreichend berichtet. 


Die EZB arbeitet an der Wirtschaft vorbei...
(format.at) Vor genau einem Jahr gab Mario Draghi sein Versprechen, den Euro zu retten, und für mehr Kredite für Unternehmen zu sorgen. Der Euro lebt zwar noch, die Wirtschaft hat aber wenig von den Maßnahmen der EZB.
Nach Draghis Zusage, "alles Notwendige" zu tun, um die Gemeinschaftswährung zu erhalten, sind die Anleiherenditen in der Eurozone von ihren Panikniveaus heruntergekommen. Doch auch nach seinem beispiellosen Plan, Anleihen notleidender Nationen zu kaufen, kommen die Unternehmen in Ländern wie Spanien nur schwer an Kredite. Draghi ist vom Ziel, die Fragmentierung der Finanzmärkte zu beenden, noch immer weit entfernt. Mehr...

Kommentar: Was in diesem Beitrag angeprangert wird, ist nichts Neues. Keine einzige Maßnahme irgendeiner Notenbank auf der Welt hat bisher zu Impulsen in der Wirtschaft geführt. Warum auch? Das bloße Schaffen von Liquidität hat schon in der Vergangenheit nur selten dazu geführt, dass die Wirtschaft davon profitiert hat. Statt dessen wurden regelmäßig Blasen produziert, die irgendwann vor den Augen der davon überraschten Experten, mit einem großen Knall geplatzt sind. Heute erleben wir diese Entwicklung weltweit wieder. Natürlich erklären uns heute die gleichen Experten, dass jetzt alles anders sei und demnächst der Aufschwung schon kommen wird. Es sei nur eine Frage der Zeit. Bullshit. Die Banken sind pleite, die brauchen alle verfügbare Liquidität, um ihren Hintern so lange wie möglich zu retten und um Bilanzgewinne auszuweisen, aus denen sich die Boni ihrer Manager speisen. Logisch, dass die südeuropäischen Banken davon bisher am stärksten betroffen sind und keine Kredite geben. Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung: 


Quelle: deutsche-wirtschafts-nachrichten.de

Weiter im Norden ist auch nicht viel los. Ausgerechnet die Niederlande, Belgien und Finnland, selbst krisenbetroffen, liegen noch im Plus. 

Solange die Politik nicht eingreift und durch entsprechende Programme, vergleichbar des Roosevelt'schen New Deal von 1933, große Teile dieser Liquidität in die Wirtschaft umleitet, wird sich nichts ändern. Bis dahin werden Wirtschaftswachstum und neue Jobs nur auf dem Papier stattfinden, in den Statistiken und den diversen Prognosen von IWF, OECD, usw. Die EZB kann da nicht eingreifen, das ist einzig und allein Aufgabe der politischen Institutionen. Gleichzeitig muss die von den G20-Staaten schon lange versprochene Finanzreform endlich auf den Weg gebracht werden. Weil mit beiden Dingen nicht zu rechnen ist, treiben Europa und die Welt weiter auf einen Super-GAU zu. 


Ökonomen verteidigen EZB-Strategie
(zeit.de) Eine Gruppe von Ökonomen wendet sich in einem Aufruf gegen die deutsche Kritik an der Europäischen Zentralbank. Die Einwände seien "schädlich" für Europa. Mehr...

Kommentar: Wenn zwei sich streiten freut sich der Dritte. In dem Fall ist das die Finanzindustrie. Während die Ökonomen untereinander die Klingen kreuzen, kann diese sich die Hände reiben und weiter ihre kriminellen Geschäfte betreiben und ihre Schulden sozialisieren. Die Politiker schauen diesem Treiben tatenlos zu und die letztendlich Betroffenen, die Sparer und Steuerzahler, schauen ratlos weg. Sie stecken den Kopf in den Sand. Eine dumme Entscheidung. Zum besseren Verständnis noch einmal diese Karikatur: 


Quelle: everymail.net


Die EZB-Strategie ist nicht optimal, aber richtig. Seit Monaten schon versäumt es aber die Politik, die gewonnene Zeit und den Gestaltungsspielraum auszufüllen, den wir im vorangegangenen Kommentar bereits beschrieben haben. 

Deshalb können Leute wie Thorsten Polleit, Chef-Volkswirt der Degussa Goldhandel GmbH, regelmäßig ihre Theorien verbreiten. Ohne Sorge haben zu müssen, dass sie in der Praxis auf ihre Stichhaltigkeit geprüft werden. Aktuell ist von Polleit beim HANDELSBLATT der Beitrag "Von Krise zu Krise" erschienen, mit dem er die europäische Krisenpolitik kritisiert: "Der Kurs der Euro-Retter ist fragwürdig. Sie bekämpfen die Krise mit Mitteln, die das Chaos erst verursacht haben und hebeln damit die Marktwirtschaft aus. Dabei gibt es eine bessere Möglichkeit, die Probleme zu lösen." Mehr dazu hier. Was er vorschlägt, kann im gültigen Kapitalismus-Modell westlicher Prägung nicht funktionieren. Außerdem fehlen, wie bei allen anderen Vorschlägen, eine wesentliche, unverzichtbare Voraussetzung: Eine tiefgreifende, weltweite Finanzreform, angefangen bei der Zerstörung der TBTF/TBTJ-Banken (TBTJ = too big to jail, hier). Ein Ereignis, dessen Wahrscheinlichkeit vergleichbar ist mit der Wiedergeburt Jesu. 


Der Angstfaktor der Bankenreform
(project-syndicate.org)  Fast fünf Jahre nach der schlimmsten Finanzkrise seit den 1930ern und drei Jahre nach der Verabschiedung der Dodd-Frank-Finanzreformen in den Vereinigten Staaten fragen sich alle nur das eine: Warum haben wir so wenig Fortschritte gemacht? Es wurden neue Regeln versprochen, aber tatsächlich umgesetzt wurden kaum welche. Bis jetzt gibt es keine "Volcker-Regel" (die den Eigenhandel der Banken begrenzt), die Regeln für Derivate sind immer noch in Arbeit, und die Geldmarktfonds sind nach wie vor nicht reformiert. Schlimmer noch, unsere größten Banken sind noch größer geworden. Nichts deutet darauf hin, dass sie die Anreizstruktur aufgegeben hätten, die das Eingehen übermäßiger Risiken belohnt. Und dass Banken zu groß sind, um sie bankrott gehen zu lassen, führt in vielen Volkswirtschaften immer noch zu Verwerfungen. Mehr...

Kommentar: Ein Beitrag von Simon Johnson der gut verständlich beschreibt, was bisher bei den Finanzreformen in die Hose ging. Vor allen Dingen wird deutlich, dass die deutschsprachigen Medien falsch liegen, wenn sie regelmäßig davon berichten, viele Reformen seien bereits abgeschlossen und die Banken schon viel sicherer. Johnson stellt statt dessen fest: "Die Verantwortlichen für die Finanzreformen hatten in Wirklichkeit gar kein Interesse an schnellen Fortschritten. Sowohl in den USA als auch in Europa leiden die Politiker unter einer großen, gemeinsamen Angst: dass ihre Volkswirtschaften in die Rezession zurückfallen könnten – oder schlimmer. Die großen Banken nutzen diese Angst aus und argumentieren, die Finanzreformen würden ihre Profitabilität zunichte machen, ihre Kreditvergabe versiegen lassen oder andere, unbeabsichtigte Folgen haben. Massiver Lobbyismus zu diesem Thema führte dazu, dass sich leitende Beamte aus Angst vor wirtschaftlicher Schwächung nur langsam bewegten. Aber dies ist ein schwerer Fehler – der auf mangelndem Verständnis dessen beruht, wie große Banken die Wirtschaft beschädigen können." Leider glaubt auch Johnson, dass bereits höhere Eigenkapitalanforderungen genügen, um die Banken sicherer zu machen. Für uns ein Trugschluss. Schon deshalb, weil die Bezugsgröße für das Eigenkapital nicht klar definiert ist und zudem von jeder Bank selbst ermittelt werden darf. Lächerlich. 


Die Entzauberung Chinas
(fuw.ch) Es war einmal ein Land. Dieses Land glänzte während mehr als zwei Jahrzehnten mit Wirtschaftswachstumsraten von 10 Prozent und mehr. Es war auf bestem Weg dazu, bald die grösste Volkswirtschaft der Welt zu werden. Es besass die mächtigsten Banken und boomendsten Städte der Welt. Das Land besass gewaltige Währungsreserven, mit denen es im Rest der Welt auf Einkaufstour ging. Wer immer davor warnte, dass dieses Land dereinst hart auf dem Boden der Realität aufschlagen könnte, hörte stets das gleiche Argument: Die Regierung dieses Landes hat alles im Griff, das mächtige Finanzministerium kann die Wirtschaft nach Belieben steuern. Dann, eines Tages, fand der Boom ein abruptes Ende. Und alles krachte zusammen. Das Land heisst Japan. Das Jahr: 1989. 
Wer heute China betrachtet, sieht sich in vielen Dingen an Japan gegen Ende der Achtzigerjahre erinnert. Die Wirtschaft der Volksrepublik ist in den vierzig Jahren von 1972 bis 2012 im Durchschnitt um 10,2 Prozent gewachsen, das Pro-Kopf-Einkommen ist in diesem Zeitraum um den Faktor 22 gestiegen: führwahr eine Erfolgsgeschichte. In den letzten Quartalen hat sich Chinas Wirtschaft stetig abgekühlt, das Wachstum schwankt nun um 7,5 Prozent. Immer grösser werden die Sorgen unter Investoren, dass sich Chinas Wachstum noch weiter verlangsamen oder gar eine harte Landung drohen könnte. Der am Mittwoch publizierte Einkaufsmanagerindex, ein vorlaufender Konjunkturindikator, scheint eine weitere Abkühlung zu signalisieren. Doch bereits am Dienstag ging eine Welle der Erleichterung durch die Weltfinanzmärkte: Ministerpräsident Li Keqiang trat vor die Medien und verkündete ein Wachstumsziel von 7,5 Prozent für das laufende Jahr. Was nun? Wird alles wieder gut? Kann die Regierung in Peking die Wirtschaft des Riesenlandes tatsächlich zielgenau steuern? Ich denke nein. Irgendwann nimmt die Schwerkraft der ökonomischen Gesetze die Überhand – auch in einer Kommandowirtschaft wie China. Und dann geht’s abwärts. Drei Gründe sprechen dafür, dass sich Chinas Wachstum in den kommenden Jahren deutlich stärker abkühlen wird, als es die meisten Beobachter heute für möglich halten. Erstens: der bisherige Wachstumsmix. Zweitens: das Finanzsystem. Drittens: die Demografie. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Endlich ein ausführlicher, deutschsprachiger Beitrag zur wahrscheinlichen Entwicklung in China. Randvoll mit Schaubildern und weiterführenden Links, die sich erschöpfend mit dem Thema beschäftigen. Am Ende sind interessierte LeserInnen gut informiert. Eine kleine Auswahl der Charts und die Erläuterungen des Autors dazu: 

"Die Zeichen von Überinvestitionen, die wirtschaftlich nicht mehr tragbar sind, mehren sich. Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung der chinesischen Wirtschaft beträgt gegenwärtig gemäss Daten des Internationalen Währungsfonds nur rund 60 Prozent, wie folgende Grafik zeigt (Quelle: Société Générale):"



"Ein weiterer Anhaltspunkt: Im Immobilienmarkt steigt das Inventar an unverkauften Wohneinheiten (Quelle: Morgan Stanley):"


"Ein weitere Indikator von Überkapazitäten ist schliesslich der Index der Produzentenpreise, der seit 16 Monaten eine Deflation anzeigt (Quelle: Morgan Stanley):" 



"Auch die folgende Grafik ist erhellend (Quelle: Morgan Stanley). Sie zeigt, dass die Wachstumsrate des ausstehenden Kreditvolumens (blaue Kurve) aktuell mit 15,1 Prozent deutlich über dem BIP-Wachstum (grün) liegt. Die Wirtschaft verschlingt also immer mehr Kredit, um ihr Wachstum aufrecht erhalten zu können:"



Fazit des Autors: "Der Wachstumsmix ist enorm ungesund und wird immer gefährlicher. Sollte Peking zur Unterstützung der Konjunktur weitere Infrastrukturbauten beschliessen – was durchaus möglich ist –, würde das die Überkapazitäten und die Fehlallokation von Kapital für den Bau unnötiger Projekte nur noch vergrössern. [Anm. d. Verf.: Passiert schon: "Peking kurbelt mit Bahnausbau schwaches Wachstum an", hier] Die Krisenanfälligkeit des chinesischen Finanzsystems steigt. Die Demografie hat der chinesischen Wirtschaft während drei Jahrzehnten Rückenwind verliehen. Jetzt wendet sich das Blatt, und die Demografie wird zum Gegenwind. Wer weiss, vielleicht gelingt es der Regierung in Peking tatsächlich, die Wirtschaft mit allerlei Infrastrukturprojekten noch zwei, drei Jahre aufbäumen zu lassen. Aber das wird nichts bringen. Mittelfristig ist die Gefahr einer harten Landung und einer Abkühlung der Wachstumsraten auf deutlich unter 5 Prozent gross."

ZERO HEDGE aus den USA meldet gerade: "Welcome To Jiangsu, China's Flashing Red Canary-In-The-Coalmine" und schreibt: "We've discussed Jiangsu before (dead pigs, TBTF Solar companies, and bird flu) but the Chinese province (that is big enough to be a Top 20 global economy with GDP greater than that of G-20 member Turkey and 79 million people) is on the brink of collapse under the weight of its own debt (cough Detroit cough). As China's leaders attempt to rein in over-capacity industries, tamp-down residential real-estate bubbles, and generally unwind "...the greatest misallocation of capital the world has ever seen, which was China’s 2009 stimulus," Jiangsu stands head-and-shoulders. With debt far higher than its peers, its mainstay industries (shipbuilding and solar panel manufacture) drowning in over-capacity, and massive 'empty' property developments now starved of funding, Jiangsu "can potentially pose a systemic and macro economic risk to the country." Read more here. Die Grafik dazu: 





Japan finmin Aso: CPI shows gradual shift to inflation from deflation
(reuters.com) Japanese Finance Minister Taro Aso said on Friday that the fastest increase in core consumer prices in almost five years shows that Japan is gradually shifting to inflation from deflation. Read more...

Kommentar/Ergänzung: Da ist wohl eher der Wunsch der Vater des Gedanken. Anders liest es sich bei ZERO HEDGE: "Japan Food And Energy Prices Rise; All Others Drop". Dort heißt es: "Today, to much fanfare, the FT and other media blast that "Japan posts highest inflation rate since 2008" using this as evidence that Abenomics is once again working (i.e., that the Nikkei 225 has resumed its upward nominal path). Unfortunately, as usually happens, there is a problem here: this is simply not true." Read more here. Noch die zwei Grafiken aus dem Beitrag:



 

Die Abenomics stecken noch immer in den Kinderschuhen. Ob sie da jemals  herauswachsen? Wir bleiben skeptisch.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die Finanzkrise von 2008 geht weiter. Die Krise in Europa auch. Ein Ende ist nicht in Sicht. Wir erwarten einen Kollaps des weltweiten Finanzsystems, der nicht beherrscht werden kann. Die Regierungen unternehmen nichts. Alle Versprechen wurden gebrochen. Schlimmer noch: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Auf Kosten seiner Nachbarn. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Die Fassade zeigt schon tiefe Risse, hält aber auf jeden Fall noch bis zur Bundestagswahl. Die Bundesregierung ist vorbereitet. Ihre Planungen für die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv) sind abgeschlossen. Zypern war nur ein Anfang, da geht noch mehr. 

Wer sich vor diesen Maßnahmen erfolgreich in Sicherheit bringen will, muss handeln. Dabei können wir behilflich sein. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie sichert unsere Unabhängigkeit. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir.