Montag, 1. Juli 2013

Standpunkt 682 - Nachrichten-Ticker, 30.06.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Sanierungsfall China? – Bundeswehreinsatz im Inneren – Bananenrepublik Deutschland – Kroatien – Sahra Wagenknecht vs. Pleitebanker


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile her, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten mit Hochdruck an einem neue Update. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus ist leider nichts geworden, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir unbedingt noch verarbeiten wollen. In der kommenden Woche wollen wir fertig werden. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung. Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollzähligkeit.


China: Vom Hoffnungsträger zum Sanierungsfall?
(heise/telepolis.de) Der chinesischen "Werkstatt der Welt," die hierzulande gern als künftige Stütze der Weltkonjunktur imaginiert wird, droht der jähe wirtschaftliche Absturz. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Eine Ergänzung zu den gestrigen Beiträgen über die aktuelle Situation in China (hier). Dieser Beitrag von Tomasz Konicz bestärkt uns nur weiter in unserer Auffassung, dass die Wahrscheinlichkeit einer kapitalen Krise in China hoch bleibt. Es ist einfach zuviel, was dort im Argen liegt. 

Zu dem Beitrag selbst möchten wir eine Korrektur anbringen. Konicz schreibt: "Dieser Interbankenmarkt ist de facto zwischenzeitlich eingefroren, nachdem die Zinsen für kurzfristige Kredite in astronomische Höhen von bis zu 25 Prozent hochschossen" und bezieht sich dabei auf eine Meldung im MANAGER MAGAZIN. Dieser extrem hohe Wert kursiert schon seit einigen Tagen durch die Medien. Deshalb haben wir nachrecherchiert und bisher als Höchststand 13,4440% gefunden (hier). 

Wie immer bei einem Beitrag von Konicz gibt es erfreulich viele weiterführende Links, die eine Menge Details zu Chinas Problemen liefern. Einer der verlinkten Beiträge vergleicht u. a. die chinesische Situation mit der Japans vor dem großen Knall 1990. "China's 'Little' Debt Problem", BUSINESS INSIDER, hier: "The chart below from Bank of America Merrill Lynch, shows that the debt situation in China in the recent years turns out to be not very much different from Japan in the late stage of its bubble, with the exception of household debt." 


 

Kann die Bundeswehr auch gegen Streiks und Demonstrationen eingesetzt werden?
(heise/telepolis.de) Die Aufstellung einer neuen Reservistengruppe sorgt für Diskussionen. Mehr...

Kommentar: Ein Thema, das uns sehr beschäftigt. Dieser Beitrag verheißt nichts Gutes. Es nennt sich "Regionale Unterstützungs- und Sicherungskräfte" (RSUKr). Bekommen wir demnächst in Deutschland Weimarer Verhältnisse (hier)? Wir sind besorgt.


Ministerin Schröder zensiert Forschungsinstitute
(spiegel.de) Eine Studie zur Familienpolitik kam zu dem Ergebnis, dass etwa das Kindergeld nur wenig bewirkt - das passte offenbar der Familienministerin nicht. Beteiligte Forscher klagen, man sei gezwungen worden, die Darstellung der Ergebnisse zu ändern. Ein Text verschwand im Papierkorb. Mehr...  

Kommentar/Ergänzung: Familienpolitik ist nicht unser Thema. Dieser Beitrag soll nur als Beispiel dafür dienen, wie dreist mittlerweile in Deutschland Politik gemacht wird. Erst Anfang des Jahres servierte die Bundesregierung der staunenden Öffentlichkeit Ihren zensierten Armutsbericht: "Ich mach' mir die Welt, wie sie mir gefällt" (SZ, hier). Tricksen und Täuschen bestimmen das politische Handeln.


Kroatien will rasch in die Euro-Zone

(manager-magazin.de) Unmittelbar vor seinem EU-Beitritt hat Kroatien sein Interesse an der Euro-Währung beteuert. In vier Jahren könne Kroatien soweit sein, sagte der kroatische Notenbankchef Boris Vujcic: "Bis dahin müssen die Probleme im Euro-Raum gelöst sein, sonst bekommen wir große Probleme". Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Es ist ein Gnadenakt, Kroatien gerade jetzt in die krisengeschüttelte EU aufzunehmen. Günstig sind die Umstände dafür nicht, für beide Seiten. Beispielhaft dafür nur zwei Meldungen jüngeren Datums: "Kroatiens Pensionssystem vor Zusammenbruch" meldet am 23.01.2013 DER STANDARD (hier). Die gleiche Zeitung meldet wenige Wochen später, am 01.02.2013, "Moody's stuft Kroatiens Rating auf 'Ramsch'" (hier). Es fehlt Wirtschaftswachstum. Deshalb sehen wir den Nutzen einseitig verteilt. Kroatien erhält durch EU-Beitritt Zugang zu diversen gut gefüllten Fördertöpfen der EU, die einem neuen Mitglied der Gemeinschaft sofort und ohne große Formalitäten zur Verfügung stehen. Einen Nutzen für die EU sehen wir durch den Beitritt nicht. Kroatien hat rund 4,5 Mio. Einwohner und die Wirtschaft benötigt auf Jahre hinaus Entwicklungshilfe. Von solchen Ländern hat die EU längst genug. 


Wagenknecht nimmt sich lästernde Pleitebanker vor
(handelsblatt.com) Sahra Wagenknecht hat die irischen Pleitebanker scharf kritisiert, die sich über Deutschland und die EU-Hilfen lustig gemacht haben. Die Politikerin der Linkspartei fordert drastische Konsequenzen. Mehr...

Kommentar: Wie trivial ist das denn? Gibt es keine wichtigeren Themen mit denen sich Frau Wagenknecht beschäftigen kann? Schon seit den 1990er Jahren verarschen die Finanzindustrie und ihre Macher auf vielfältige Weise den Rest der Menschheit. Über weite Strecken sogar mit tatkräftiger Hilfe der Politik. Der größte Teil der Schandtaten wäre ohne Hilfe der Politiker gar nicht möglich gewesen. In dieser Zeit hat es im Kreis der Banker ständig solche Gespräche gegeben, über die sich Sahra Wagenknecht, die Kanzlerin oder Wolfgang Schäuble jetzt so trefflich aufregen. Statt die öffentlichwirksame große Show zu inszenieren ist es längst schon überfällig, diesen Augiasstall auszumisten, dieses korrupte, höchst kriminelle System zu zerstören, die Verantwortlichen zu bestrafen und ein neues, sauber reglementiertes, sorgfältig kontrolliertes Finanzsystem auf den Weg zu bringen. Tätig im Dienste der Allgemeinheit und nicht für die eigenen Pfründe. Dafür fehlt offensichtlich der Mut (und die Einsicht?). Wir möchten daran erinnern, dass die Regierungen der G8- bzw. G20-Staaten schon 2009 "hoch und heilig" eine umfassende, weltweite Finanzreform versprochen haben. Bis heute ist nichts passiert, die Finanzindustrie macht einfach weiter. Weil die Politik ihr Versprechen nicht einlöst, ist eine neue Stufe der Gemeinsamkeit erreicht: Banker und Politiker verarschen gemeinsam den Rest der Welt. Frau Wagenknecht ist Teil davon. Es genügt nämlich nicht durch die Talkshows zu tingeln und die Krise zu erklären. Sehr viel wichtiger ist es, sie mit allen Mitteln zu bekämpfen. Das vermissen wir bei ihr. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unsichtbar, aber unerbittlich, zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht unweigerlich zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Wie es funktioniert hat Europa in Zypern vorgemacht. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie soll unsere Unabhängigkeit sichern. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.