Sonntag, 7. Juli 2013

Standpunkt 688 - Nachrichten-Ticker, 06.07.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Norwegen – Deutsche in der Krise – Schattenbanken – Vermögensverteilung in Deutschland


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile hier, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten mit Hochdruck an einem neue Update. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus ist leider nichts geworden, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir unbedingt noch verarbeiten wollen. In der kommenden Woche wollen wir fertig werden. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung. Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollzähligkeit.


Norwegen will kein „sicherer Hafen“ sein
(handelsblatt.com) Lange Zeit galt Norwegen als Anlaufpunkt für verängstigte Anleger. Doch so sicher wie gedacht ist der Norden Europas gar nicht. Die Norweger selbst warnen Anleger vor Verlusten. Mehr...

Kommentar: Ein guter Beitrag für uns, ein schlechter für die Sparer, die an Norwegen als sicheren Hafen vor den kommenden Unruhen in der europäischen Krise glauben. Anders als die Schweiz ist Norwegen kein internationaler Finanzplatz. Norwegens Stärke kommt einzig und allein aus seinem Ölreichtum. Andererseits hängt Norwegen sehr stark vom Handel mit der EU ab. 70% der Importe kommen aus der Gemeinschaft, rund 81% der Exporte gehen in die Europäische Union. Norwegen ist seit 01.01.1994 Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), siehe hier. Das schafft eine Interessenlage, die sich nicht um die Belange der Sparer aus dem europäischen Ausland kümmert. Norwegen wird garantiert nichts unternehmen, was die Beziehungen des Landes zur EU heute und in Zukunft stört. Wir haben in der Vergangenheit immer wieder auf diese Wirklichkeit hingewiesen und sehen uns durch diesen Beitrag bestätigt. Genauso wie die Schweiz scheidet Norwegen definitiv als krisensichere Alternative für Sparer und Anleger aus. 


"Deutschland zahlt weiter, bis es pleite ist"
(focus.de) Die europäischen Krisenländer kommen nicht zur Ruhe. Nach einer Phase des Durchschnaufens flammt die Krise in Portugal, Zypern und Griechenland erneut auf. Viele FOCUS-Online-User befürchten, dass es nach der Bundestagswahl teuer für sie wird. Mehr...

Kommentar: Der Beitrag thematisiert, was uns bei unseren persönlichen Gesprächen und in den Kommentaren zu den einschlägigen Artikeln immer wieder auffällt. Niemand ist auf den Umgang mit der Krise in Europa, ihrer weiteren Entwicklung und deren Ende, vorbereitet. Die Regierungen haben kein Interesse daran diesen Zustand zu ändern und die Medien, früher als "vierte Gewalt" (hier) für diese Aufklärung zuständig, erfüllen diese Aufgabe schon lange nicht mehr. Die Medien verkörpern heute was Heinrich von Kleist (1777 - 1811) einmal so beschrieben hat: "Journalistik ist die Kunst, das Volk glauben zu machen, was die Regierung für gut findet."  

Das Ergebnis: Die gleichgeschaltete Propaganda in den Medien bedient nur niedrigste Ansprüche an Bildung und Information. So entsteht eine gefährliche Situation in der Zukunft: Erkennen die Deutschen, dass sie nicht für die Fehler der Südeuropäer, sondern nur für die Fehler der heimischen Banken bezahlen müssen, entsteht sehr wahrscheinlich eine hochexplosive Stimmung. Die könnte sich dann entladen, wenn die Menschen endlich begreifen, dass die Politik dafür verantwortlich ist. Ganz besonders die Eiserne Lady Kanzlerin, Angela Merkel, der das Volk mit hoher Zustimmung im September zum Sieg verhelfen wird. Deren Wirken für eine "alternativlose marktkonforme Demokratie" während der europäischen Krise, trifft die Hauptschuld. Urban Priol sieht nicht ohne Grund Angela Merkel als "Kaltmamsell des Kapitals", die "ihren Souverän, das Volk, auf der Schlachtplatte" serviert (Quelle: Nordbay. Kurier, 08.10.2011). 


Schattenbanken sollen an die Leine 
(standard.at) Die internationalen Bankenaufseher knöpfen sich den bislang kaum regulierten Schattenbankensektor vor. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wir hoffen, unsere LeserInnen lassen sich nicht an der Nase herumführen.  Weder werden, wie im Beitrag behauptet, "die Banken als Lehre aus der Finanzkrise immer stärker reglementiert", noch passiert jetzt Vergleichbares mit den Schattenbanken. Es bleibt bei bloßen Absichtserklärungen, es ist eine gut gemachte, öffentlichkeitswirksame Show. Mehr ist es nicht. Das Timing ist jedenfalls perfekt, die Sache lässt sich wunderbar ausschlachten für den Endspurt im Bundestagswahlkampf. Wer soll die Risiken übernehmen, die sich in den Schattenbanken angesammelt haben? Wieder die Steuerzahler? Einen interessanten Beitrag hat Anfang 2012 HEISE/TELEPOLIS unter der Überschrift "Schattenbanken" veröffentlicht. Der Autor stellt die Frage "Wie reguliert man die dunkle Seite der Finanzindustrie?". Mehr dazu hier. Vor allen Dingen wenn man bedenkt, wie ausgeprägt der Bereich der Schattenbanken mittlerweile ist. Unüberschaubare, unregulierbare Risiken schlummern in China: "Schattenbanken: China taumelt dem großen Finanz-Crash entgegen" schreibt schon im Oktober 2011 die WELT. Im Vorspann heißt es: "Ein illegales Schattenbankensystem hält Chinas Fabriken am Laufen. Nun scheint es zusammenzubrechen. Die Folgen könnten dramatisch sein." Mehr dazu hier. Im Frühjahr 2012 hat sich der TAGESSPIEGEL unter der vielsagenden Überschrift "Schattenbanken - Risiken im Dunkeln" noch einmal mit dem Thema beschäftigt: "Ein großer Teil der globalen Finanzgeschäfte läuft über Schattenbanken. Wer sich dahinter verbirgt und wo die Gefahr liegt." Mehr dazu hier.


Vermögensverteilung in Deutschland: Europameister in sozialer Ungleichheit
(sozialismus.de) Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat in der Debatte über das Wahlprogramm der Unionsparteien davor gewarnt, die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt und bei der Konsolidierung der öffentlichen Finanzen zu gefährden. "Wir haben einen gewissen Spielraum erarbeitet, es gibt diese Gerechtigkeitslücke, das ist wahr.« Deswegen müsse man die Gerechtigkeitslücke schrittweise schließen. Die Union will im Kampf gegen Altersarmut eine Mütterrente sowie eine so genannte Lebensleistungsrente einführen. Weil CDU und CSU diese Projekte gegen den Willen des Koalitionspartners FDP und angesichts fehlender Mehrheiten im Bundesrat nicht durchsetzen konnten, wurden sie ins Wahlprogramm aufgenommen. Bei den Oppositionsparteien – mit Ausnahme der Linkspartei – kann von einem überzeugenden Aufgreifen des Themas der sozialen Gerechtigkeit keine Rede sein. In den zurückliegenden Bundestagswahlkämpfen war dies anders. Mehr...

Kommentar: Der Beitrag analysiert, was Teil der europäischen Krise ist. Bitte nicht versäumen. Die folgende Grafik stammt aus dem Beitrag:





"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die Finanzkrise entwickelt sich kaum unsichtbar, aber unerbittlich, zu einem unbeherrschbaren Finanzkollaps weiter. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende. Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Wie es funktioniert haben Berlin und Brüssel in Zypern vorgemacht. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie sichert unsere Unabhängigkeit. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir.