Montag, 8. Juli 2013

Standpunkt 689 - Nachrichten-Ticker, 07.07.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: China – Banken vs. Bürger – Jens Weidmann’s alter Hut – Inflation – EU-Jugendarbeitslosigkeit – Euro-Austritt und die Folgen – Griechenland – Schwellenländer


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile hier, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten mit Hochdruck an einem neue Update. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus ist leider nichts geworden, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir unbedingt noch verarbeiten wollen. In der kommenden Woche wollen wir fertig werden. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung. Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollzähligkeit.


Chinese banking: a Wild West in the Far East?
(telegraph.co.uk) China’s banks are now the biggest in the world but fears are growing they are very unstable, writes Harry Wilson. Read more...

Kommentar: Ein Nachtrag zu den China-Beiträgen der vergangenen Tage (siehe hier, hier, hier, hier und hier). Der Artikel stammt vom konservativen britischen DAILY TELEGRAPH und verdient die volle Aufmerksamkeit. Eine Analyse, wie wir sie uns in einer der deutschsprachigen Leitmedien wünschen würden. Da stört sie jedoch die andauernden Hurrarufe auf den Shooting-Star unter den deutschen Handelspartnern, China. 


Wer rettet die Bürger vor den Banken?
(faz.net) Noch immer haben die Banken viel zu viele Schulden. Dagegen formiert sich jetzt eine breite Allianz. Diesmal wird es ernst: Ein neues Werkzeug gerät in den Blick. Mehr...

Kommentar: Hin und wieder durchbricht die Wirtschaftsredaktion der F.A.Z. die geltende Regel und publiziert einen außergewöhnlich guten Beitrag. Der Hinweis darauf darf dann auch nicht in unserem Ticker fehlen. Es ist eine wirklich gute Beschreibung der aktuellen Situation rund um die Ideen aus Basel. Schade nur, dass der Autor die Antwort auf seine Frage schuldig bleiben muss - es gibt nämlich keine. Die, die es können, legen die Hände in den Schoss oder helfen tatkräftig mit, das Gefahrenpotential noch zu erhöhen. Die vorgesehene Erhöhung der Eigenkapitalquote ist lächerlich, sie orientiert sich außerdem nicht an den wirklichen Risiken in den Bilanzen der Banken. In dem Fall kämen Zahlen auf den Tisch. Niemand hat aber ein Interesse daran, dass dieser Giftmüll - so wie schon einmal 2009 (18,2 Billionen Euro, hier, ohne die Risiken aus dem Derivatehandel und den Schattenbanken) - in einer nüchternen Zahl ausgedrückt wird. In dem Fall wäre nämlich für alle Bürger in Europa offensichtlich, wie nutzlos die Rettungsmaßnahmen für die Banken sind und auch das "Zypern-Modell" nie und nimmer ausreicht. Und wie skrupellos sie an der Nase herumgeführt werden. Leider auch mit Unterstützung der Führungsmedien, zu denen die F.A.Z. selbstverständlich gehört. 


Weidmann kritisiert Teufelskreis
(derstandard.at) Geflecht von Banken und Staatsanleihen müsse aufgelöst werden - Kritik an Basel. Jens Weidmann, Vorsitzender der deutschen Bundesbank und Mitglied des Rats der Europäischen Zentralbank (EZB), sagte in einer Rede am Sonntag, dass "Geldpolitik die Krise nicht lösen kann". Mehr...

Kommentar: Ein waschechter Schlaumeier, der Herr Weidmann. Wie immer. Und er schafft es sogar, dafür Lob zu ernten, wie ein Kommentar zum Beitrag des STANDARD zeigt, den wir an dieser Stelle im Original wiedergeben: "Leute vom Kaliber eines Weidmann bräuchten wir in der Politik. Es ist tragisch dass man bei den Zentral- und Geschäftsbanken viel mehr Menschen mit Intelligenz, Wirtschaftswissen und vor allem langfristigem Denken findet als in der Politik, wo es nur um billige Populismen und kurzfristiges Denken geht... Weidmann hat vollkommen Recht dass Geldpolitik nur ein kleiner Teil des Ganzen ist - langfristiges Wirtschafts- und somit Wohlstandswachstum kann es nur geben wenn es eine produktive Wirtschaft mit effizienten Anreizen gibt. Also längst überfällige Strukturreformen - vor allem in Europas Problemländern, aber auch in noch erfolgreichen Ländern wie Österreich." (Quelle: hier, Kommentar von "05", heute gelesen) Bei dem Wort Strukturreformen wird uns schon speiübel - die Agenda 2010 für alle, oder was? Natürlich haben wir nichts dagegen einzuwenden, wenn sich die Österreicher zu den Erfolgreichen in Europa zählen. Irgendwie erinnert uns das aber an den Irrtum, dem auch die Piefges aus dem Norden immer noch gerne aufsitzen. Alles nur Fassade. Warum? Weil das dahinter stehende nationale Finanzsystem längst durch und durch marode ist. 

Lösungen? Perspektiven? Die gibt es nicht bei Jens Weidmann. Dafür sind offenbar andere zuständig. Diese Kritik ist ein alter Hut. Es wäre an der Zeit, den Beraterstatus bei der Kanzlerin zu nutzen, um ihr bei den Hausaufgaben zu helfen. Einen auf dicke Hose machen und dabei nur heiße Luft zu produzieren ist entschieden zu wenig, Herr Weidmann. Den Text der kompletten Rede "The euro - political project and prosperity promise", leider nur in Englisch, gibt es hier


Ende des Sparkurses in Europa wird Inflation beschleunigen
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Bereits zu Beginn der Schuldenkrise erhöhten die USA die Geldmenge um über 100 Prozent. Die Euroländer um rund 30 Prozent. Und noch immer druckt die EZB neues Geld. Die Billionen-Tsunamiwelle wird irgendwann auf dem Strand aufschlagen – mit verheerenden Folgen für Sparer und Unternehmen. Als „Inflation“ bezeichnet man einen anhaltenden Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. Druckt eine Notenbank bei gleichbleibender Gütermenge mehr Banknoten, entwertet sie das Geld und leistet einer Inflation Vorschub. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Da ist es wieder, das Inflationsgespenst. Inflation kann es nur geben, wenn die Liquidität der Notenbanken in der realen Wirtschaft ankommt. Tut sie das? Nein! Dabei könnte die Realwirtschaft dringend Liquidität gebrauchen, alleine in Deutschland beispielsweise 100 Milliarden Euro, um den Investitionsstau bei der Öffentlichen Hand zu lösen. Selbst um den Preis einer höheren Inflation, die aber auch in dem Fall noch keine ausgemachte Sache wäre. Damit der Schreck auch gleich schon tief sitzt, wird von der Hyperinflation gefaselt. Das ist pure Panikmache und durch nichts begründet, zugeschnitten auf die Urangst der Deutschen aus grauer Vorzeit. Wir zitieren an dieser Stelle Ulrike Herrmann, Wirtschaftsjournalistin der taz: "Das Beste, was uns passieren kann, ist eine Inflation." Stimmt.  

Die WELT legt noch eine Schippe drauf und behauptet "Die Welt steht vor einem Zeitalter der Inflation", um gleich im Vorspann, zwei Sätze weiter, schon wieder zurückzurudern: "Seit fünf Jahren rotieren die Notenpressen. Zu Inflation auf breiter Front ist es aber bislang nicht gekommen. Das könnte sich jetzt ändern – denn in den Schwellenändern kippt gerade ein Megatrend." Mehr dazu hier. Aha, es "könnte", MUSS aber nicht. So geht "Qualitäts-Journalismus" im Zeichen der Krise. Geht gar nicht. 


Milliarden helfen nicht gegen die Jugendarbeitslosigkeit
(tagesspiegel.de) Hohe Geldbeträge dienen in Europa als politische Signalflaggen dafür, wie ernst ein Thema genommen wird. Im Fall der Jugendarbeitslosigkeit aber vermitteln sie das falsche Signal. Sie ermutigen die jungen Leute, zu Hause zu warten. Mehr...

Kommentar: Gleich noch ein Beispiel von "Qualitätsjournalismus". Die Autorin, Wirtschaftsjournalistin Ursula Weidenfeld, so ist zu lesen, "war unter anderem Chefredakteurin von impulse". Der Rest ihrer Vita ist auch nicht von schlechten Eltern. Also geballtes Fachwissen, wenigstens nach deutschen Maßstäben. Offensichtlich schützt das aber nicht davor, in diesen schwierigen Zeiten Bullshit zu schreiben, über den wir uns so sehr ärgern, dass wir uns den Kommentar dazu lieber bei Thorsten Hild von WIRTSCHAFT UND GESELLSCHAFT ausleihen. Der hat, politisch korrekt, hier das Passende dazu geschrieben. Dem wollen wir lieber nichts mehr hinzufügen. 


Raus aus dem Euro, zurück ins Chaos
(blaetter.de) Von rechts bis links, von der AfD bis in Teile der Linkspartei, mehren sich die Stimmen derer, die einen Austritt aus dem Euro fordern, sei es für Griechenland oder gar für Deutschland. Gegen diese auch in „Blätter“-Beiträgen vertretene Position plädiert für eine wirkliche Wirtschafts- und Fiskalunion der Ökonom und „Blätter“-Mitherausgeber Rudolf Hickel. Mehr...

Kommentar: Wer sich ernsthaft über die Krise in Europa Gedanken macht, der kommt an diesem Beitrag nicht vorbei. Auf fünf prallen Seiten hält der Autor ein Plädoyer für die Gemeinschaftswährung und bietet eigene Lösungen an. Das ist mehr als das was deutsche Experten sonst bieten, von den Fachjournalisten ganz zu schweigen. Lesen lohnt sich. 

Westerwelle in Athen: "Vergesst Kassandra!"
(heise/telepolis.de) Erneut weilt die Troika in Griechenland. Wieder geht es um die Auszahlung einer Kredittranche und erneut nutzen die Prüfer die Gelegenheit, Griechenland weitere Maßnahmen aufzubürden. Auch am Sonntag wird weiter verhandelt. Am Montag steht das Treffen der Eurogruppe auf der Tagesordnung. Bis dahin müssen die Griechen den meisten Vorgaben zugestimmt haben. Mehr...

Kommentar: The same prosecure... Während der IWF die Lektion gelernt hat, macht die Troika stur und uneinsichtig auf dem alten, falschen Weg weiter. Das Ergebnis ist vorhersehbar: Die griechische Regierung verspricht was von den Geberländern gefordert wird, aber nie zu halten ist. Die Troika ist zufrieden, meldet Vollzug nach Brüssel und die nächste Tranche fließt. Nicht in die Taschen der Griechen, die es am dringendsten brauchen, sondern nur wieder zurück in die Taschen der EZB und der Banken. Dieser Beitrag analysiert die Hintergründe. 


Schlechtwetterfront überzieht Schwellenländer
(derstandard.at) Das Wachstum in den Schwellenländern hat sich verlangsamt. Viele Länder kämpfen mit Strukturreformen. Experten sprechen von einem Stimmungswechsel, nicht aber vom Ende für die Anlagestrategie in Brasilien, Russland, Indien und China. Mehr...

Kommentar: Sie irren, die Experten. Wieder einmal. Die Schwellenländer sind alleine nicht (über)lebensfähig. Sie benötigen nicht nur Wirtschaftswachstum zu Hause, sondern vor allen Dingen in den Industriestaaten. Das funktioniert aber noch nicht - allen Statistiken und Indizes zum Trotz. Dort stehen die Zeichen eher auf Depression statt auf Wachstum.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die Finanzkrise entwickelt sich kaum unsichtbar, aber unerbittlich, zu einem unbeherrschbaren Finanzkollaps weiter. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende. Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Wie es funktioniert haben Berlin und Brüssel in Zypern vorgemacht. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie sichert unsere Unabhängigkeit. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir.