Dienstag, 9. Juli 2013

Standpunkt 690 - Nachrichten-Ticker, 08.07.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Euro-Retter vs. Sparkassen – EU vs. deutsche Sparer  – Rezession – Lehren aus 1931


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile hier, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten mit Hochdruck an einem neue Update. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus ist leider nichts geworden, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir unbedingt noch verarbeiten wollen. In der kommenden Woche wollen wir fertig werden. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung. Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollzähligkeit.


Euro-Retter schielen auf den Schatz der Sparkassen
(handelsblatt.com) Worum es bei der Europäischen Bankenunion tatsächlich geht? Um weit mehr als nur um Aufsicht. Der Name soll täuschen. Das wahre Gesicht der Bankenunion wird sich aber erst nach der Bundestagswahl offenbaren. Von Hans-Olaf Henkel. Mehr...

Kommentar: HOH in Bestform. Der Interessenvertreter der Bank of America meldet sich wieder machtvoll zu Wort und kämpft in diesem Beitrag für die Entrechteten, die deutschen Sparer. Dabei setzt er alle Mittel ein, einschliesslich Lug und Trug. 

1. Dass "die Sparkassen sowie die Volks- und Raiffeisenbanken nicht 'auf Teufel komm raus' gezockt haben", ist eine Lüge. Mittels der Landesbanken (Beispiele West-LB, Sachsen-LB, Bayern-LB oder die Landesbank Baden-Württemberg) und der DZ-Bank haben auch diese Banken, angeblich ein Hort deutscher Zuverlässigkeit und Seriosität, hemmungslos gezockt und vor allen Dingen ihren Kunden bis zum heutigen Tag den größten Müll als sichere, zukunftsweisende Sparanlage verkauft. Statt dass die Sparkassen dafür wenigstens teilweise eintreten, muss für die Verluste der West-LB aus Derivategeschäften in Höhe von vorläufig 19 Milliarden Euro, der deutsche Steuerzahler aufkommen. Die West-LB war bis zu ihrer Pleite wesentlicher Teil der Sparkassenorganisation in NRW.

2. Die Einlagensicherung der Sparkassen und Genossenschaftsbanken ist nichts wert. Sie ist völlig unterkapitalisiert und schon die Pleite einer mittelgroßen Sparkasse, Volks- oder Raiffeisenbank wird sie überfordern. Es ist eine höchst dreiste Lüge, wenn der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, in einer Pressemitteilung am 15.04.2013 erklärt, "Einlagen von Sparkassenkunden in unbegrenzter Höhe geschützt". Aber nicht nur das. Es geht noch weiter: "Bei Sparkassen, Landesbanken und Landesbausparkassen ist das Geld der Kunden nicht nur bis 100.000 Euro, sondern auch darüber hinaus sicher", so Fahrenschon heute in Berlin. Da die Institute der Sparkassen-Finanzgruppe im Ernstfall mit ihrem Vermögen füreinander solidarisch einstünden, sei eine Insolvenz und damit die eventuelle Inanspruchnahme von Sparvermögen ausgeschlossen. Fahrenschon: "Unsere Kunden müssen keinen Angriff auf ihr Sparkonto fürchten." Mehr dazu hier. Allen Sparkassenkunden können wir nur dringend raten, nicht auf diesen Hokuspokus hereinzufallen. Die FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND (FTD) hat im Oktober 2012 einen Beitrag mit der Feststellung überschrieben "Deutschlands Sparkassen: Einlagensicherung - Nur ein Versprechen". Weiter heißt es im Vorspann: "EU-Pläne gefährden die Notfallreserven der Deutschen, wettern die Sparkassen. Doch viel zu plündern gibt es gar nicht. Denn die Töpfe sind ziemlich leer." Mehr dazu hier. Nach unserer Kenntnis hat Fahrenschon dem nicht widersprochen. Sicherlich auch deshalb, weil die Sparkassen trotzdem in dem Beitrag gut weggekommen sind. Natürlich stecken die Genossenschaftsbanken in einer ähnlichen Situation, nur nehmen die den Mund nicht so voll wie die Sparkassen, sondern halten es eher mit den leiseren Tönen. 

Die Kommentare zu dem Beitrag von HOH zeigen jedenfalls, dass er mit seinen Hetzereien beim Volk prima ankommt: 99%ige Zustimmung. Nur ein klitzekleines Häuflein Aufrechter hält erfolglos dagegen. Denen zollen wir ausdrücklich unsere Hochachtung. Die breite Masse sollte die alte deutsche Volksweisheit bedenken: "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing". HOH isst auf jeden Fall das Brot der Bank of America (BoA), der größten US-Bank. 
 


Bankenkrise: EU plant Vorstoß gegen deutsche Interessen
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Nach den verschiedenen Großbaustellen der EU-Kommission und der Regierungen im Euroraum zur „Rettung“ der Währung mittels dreier „Rettungsschirme“ steht nun der Masterplan für die europäische Bankenunion im Fokus. Endgültig wird die Bankenunion nach dem Zeitplan der Kommission erst nach der Bundestagswahl gegründet. Sicher ist jedoch, dass die Umsetzung der Bankenunion auf die Vergemeinschaftung von Bankschulden im Euroraum hinausläuft. Mehr...

Kommentar: Noch so ein Beitrag mit viel (Hans-Werner) Sinn, aber ohne Verstand. Geschrieben für die deutschen Stammtische. Wir machen es einigermaßen kurz: 

Umgekehrt ist es richtig: Die Menschen in den Krisenstaaten zahlen den Preis für die Vergemeinschaftung der Schulden deutscher, französischer und britischer Banken. Genau in dieser Reihenfolge. Schubkarrenweise haben deutsche Banken, allen voran Deutsche Bank und Commerzbank (kein Grund zum Jubel: Sparkassen und Genossenschaftsbanken waren ebenfalls dabei!) das Geld deutscher Sparer seit 2002 in die Eurozone geschafft. Die windigen Geschäftsmodelle zur Gewinnmaximierung (25% vom Eigenkapital p. a.) gab es gratis dazu. Die Banken vor Ort waren nur dankbare Erfüllungsgehilfen und durften Risiken tragen und ein bisschen mitverdienen. Jeder Euro für die Rettungspakete dient den Interessen deutscher Banken und kommt deshalb bei den Menschen, die dafür in die Schuldenknechtschaft genommen werden, nicht an. Diese bittere Wahrheit will in Deutschland niemand hören. Sie führt jedoch dazu, dass demnächst auch den deutschen Sparern die Rechnung für die Schulden der heimischen Banken präsentiert wird. Dann nämlich, wenn in den Krisenstaaten rundherum die Sparer und Steuerzahler abgegrast sind und sich herausstellt, dass die deutschen Banken trotz europaweiter Rettungsaktionen immer noch pleite sind. Dann geht es um zweistellige, hohe Billionen-Beträge. Dagegen sind die uneinbringlichen Schulden der portugiesischen, irischen, italienischen, griechischen, spanischen und zyprischen Banken höchstens die Portokasse. Hans-Werner Sinn nimmt es wie immer nicht so genau: Die von ihm in den Raum gestellten 3,3 Billionen Euro spanischen Bankschulden beziffern die Gesamtsumme der Schulden aller Spanier, inklusive der Öffentlichen Hand. Bisher "unter Wasser stehen" davon weniger als 200 Milliarden Euro. Nach unseren eigenen Schätzungen müssen 350 Milliarden Immobilienkredite abgeschrieben werden und in den spanischen Regionen fehlen bis zu 150 Milliarden Euro. Zusammen also 0,5 Billionen Euro, die bei spanischen Banken im Regen stehen. Nur wenn das gesamte (europäische) Finanzsystem zusammenbricht, was wir befürchten, geht es um alles oder nichts. Unabhängig davon zeigt die folgende Grafik, dass sich Spanien mit seiner Gesamtverschuldung von 305% (Angabe von Hans-Werner Sinn) in bester Gesellschaft befindet: 


Quelle: zerohedge.com

Auf jeden Fall weit hinten, zwischen Canada und Australien. Für uns ist und bleibt Hans-Werner Sinn kein Top-Ökonom, sondern nur ein Top-Scharlatan. 

Natürlich sind wir gegen eine Bankenunion. Schon immer. Die Bankenunion ist ein Freibrief für die dauerhafte Bankenrettung. So lange, bis alle Menschen in Europa um ihre Ersparnisse gebracht und in eine jahrzehntelange Schuldenknechtschaft überführt sind. Die 2009 vollmundig versprochene tiefgreifende Reform des Finanzsystems, einschließlich Zerschlagung der Finanzindustrie, wird damit auf unabsehbare Zeit verschoben. 

Darum geht es in diesem Beitrag gar nicht, sondern nur um einen propagandistischen Rundumschlag.  


Deutsche Exporteure schwächeln
(handelsblatt.com) Dämpfer für Deutschlands Exporteure: Nach einem starken Start ins zweite Quartal 2013 sanken die Ausfuhren im Mai wieder. Besonders schwach war das Geschäft mit der Euro-Zone. Die Importe legten hingegen zu. Mehr... 

Kommentar: Die Rezession kommt an in Deutschland. Der Handel mit China und den übrigen Schwellenländern können dagegen wenig ausrichten. Daran wird sich so schnell auch nichts ändern. Diese Entwicklung wird sich sogar noch verstärken. Wir haben zwei Grafiken dazu: 


Quelle: deutsche-wirtschafts-nachrichten.de



Quelle: zerohedge.com


Lehren aus der deutschen Krise von 1931
(blog.fuw.ch) Wenn man die heutige Krisenpolitik der Euroländer verfolgt, kommt einem immer wieder das Jahr 1931 in den Sinn. Auch damals galt es eine Währungs-, Schulden- und Bankenkrise zu entschärfen und eine europäische Zusammenarbeit zu erzielen, bei der jedes Land etwas geben musste, wenn es seine Ziele durchsetzen wollte. Nur waren die Rollen vertauscht. Das starke Land war Frankreich, während Deutschland am Abgrund stand. Die Rolle Grossbritanniens war hingegen sehr ähnlich. Die britische Wirtschaft lahmte, und der Staatshaushalt war überschuldet (wegen der Kosten des Krieges). Die Londoner Regierung beobachtete die Krise aus der Distanz und wartete ab, bis sie sich auf eine Seite festlegte. Die US-Regierung interessierte sich lange Zeit kaum für Europa. Wie wir wissen, scheiterte die Vermittlungspolitik. Im Juli 1931 brach die deutsche Krise aus. Die Banken brachen zusammen, die Regierung führte Devisenkontrollen ein, die Bezahlung der Reparationen wurde ausgesetzt. Einige Monate später wurde das britische Pfund vom Goldstandard weggefegt, und es setzte ein Run auf den Dollar ein. Darauf folgte eine Welle von Bankenzusammenbrüchen in den USA. Die weltweite Rezession kippte nun in eine Depression. Die europäische Krise riss die ganze Weltwirtschaft mit. Mehr...

Kommentar: Ein Beitrag unserer Schweizer Nachbarn, den wir nur empfehlen können. Bietet ein klein wenig Geschichtsunterricht für uns Deutsche. Wir kommen gleich zum Fazit: "Vielleicht gelingt es bei der aktuellen Krise besser, innen- und aussenpolitische Ziele miteinander zu vereinbaren. Dafür spricht, dass die internationalen Spannungen heute viel weniger gross sind als damals. Und mit der Europäischen Zentralbank (EZB) haben die Euroländer eine Institution, die in der Lage ist, eine Eskalation mindestens vorübergehend zu vermeiden. Aber die Aufgabe ist immer noch formidabel, und die bisherigen Erfahrungen bestätigen, dass die Euroländer sich nur zusammenraufen, wenn es brennt. Die EZB hat zwar ein frühes Auseinanderbrechen des Euro verhindert, aber damit auch den Druck von der Politik weggenommen. Die Art und Weise, wie die Bankenunion verwässert wird, spricht Bände. Im Juni 2012 hiess es noch, man gehe jetzt ernsthaft daran, die verheerende Verbindung von Bankenkrise und Staatsschuldenkrise zu beseitigen. Davon ist heute kaum mehr etwas übrig geblieben. Wenn die Euroländer eine Wiederholung von 1931 verhindern wollen, müssen sie sich etwas mehr anstrengen." Stimmt, oder? 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die Finanzkrise entwickelt sich kaum unsichtbar, aber unerbittlich, zu einem unbeherrschbaren Finanzkollaps weiter. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende. Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Wie es funktioniert haben Berlin und Brüssel in Zypern vorgemacht. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie sichert unsere Unabhängigkeit. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir.