Freitag, 12. Juli 2013

Standpunkt 693 - Nachrichten-Ticker, 11.07.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Griechenland gerettet? – Europa  – Theo Waigel – Sparer Europa – Bankenplatz Schweiz – USA – China


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile hier, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten mit Hochdruck an einem neue Update. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus ist leider nichts geworden, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir unbedingt noch verarbeiten wollen. In der kommenden Woche wollen wir fertig werden. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung. Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollzähligkeit.


Griechenland hat "keine Finanzierungslücke bis Sommer 2014"
(format.at) Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die Staatsfinanzierung des hochverschuldeten Griechenland bis zum Sommer kommenden Jahres gesichert. "Bis Ende Juli 2014 gibt es keine Finanzierungslücke", sagte IWF-Sprecher Gerry Rice am Donnerstag in Washington. Der Währungsfonds und die Eurogruppe hatten der Regierung in Athen am Montag frisches Geld in Höhe von 6,8 Milliarden Euro bis zum Herbst in Aussicht gestellt. Mehr...

Kommentar: Eine Lüge. Genauso die Behauptung der Troika, dass die griechische Wirtschaft im kommenden Jahr wieder wächst.


Japanisches Europa
(blogs.faz.net) Europa droht, dem schlechten Beispiel der jahrzehntelangen japanischen Stagnation zu folgen. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Der Beitrag beschäftigt sich mit der "Bilanzrezession" des Ökonomen Richard Koo. Deren Auswirkungen beschreibt er am Beispiel von Spanien und Deutschland. Koo ist international äußerst umstritten. Fakt ist aber nach unserer Ansicht, dass die Wirklichkeit Koos Thesen "nachbildet". In diesem Zusammenhang möchten wir unsere LeserInnen auf das bereits im März 2009 erschienene Konzept "Weltwirtschaftskrise 2009: Notwendige wirtschaftspolitische Schritte zur Überwindung einer Bilanzrezession" der Friedrich Ebert Stiftung hinweisen. Der Autor, Markus Schreyer von der Universität Hohenheim, schreibt einleitend: "Die internationale Finanzkrise ist auf dem besten Wege, sich zu einer weltweiten Wirtschaftskrise zu entwickeln. Bei dem sich abzeichnenden schweren Abschwung handelt es sich nicht um eine gewöhnliche Rezession, sondern um eine Bilanzrezession. In dieser stößt eine expansive Geldpolitik schnell an ihre Grenzen. Nur eine nachhaltige Stabilisierung des Finanzsektors durch eine Entlastung der Bankbilanzen von Problemaktiva kann die Krise rasch überwinden. Komplementär dazu bedarf es einer möglichst international abgestimmten expansiven Fiskalpolitik, um den wirtschaftlichen Abschwungprozess zu durchbrechen." Mehr dazu hier. Hervorragende Arbeit, die selbst Laien verstehen. 

Koos Forderungen sind jedenfalls für Europas Politiker und Technokraten, unterstützt von dilettantischen Beratern, unerfüllbar: "Der Maastricht-Vertrag müsse so verändert werden, dass er die Bekämpfung von Bilanzrezessionen erlaube, fordert Koo. Im Euroraum sollten Vorschriften Großanlegern die Anlage in heimischen Staatsanleihen schmackhafter machen. Auch Strukturreformen befürwortet Koo – aber hier vor allem Reformen, die Unternehmen zu mehr Investitionen veranlassen."   


Waigel: "Monster der Finanzwirtschaft braucht Aufsicht"
(diepresse.com) Der ehemalige deutsche Finanzminister Theo Waigel über die notwendige Kontrolle von Europas Finanzmärkten, die Illusion von wachstumsstimulierenden Schulden und über Großbritanniens Sonderrolle. Mehr...

Kommentar: Der Alt-Bundesfinanzminister meldet sich zu Wort. In einem Interview, das niemand braucht. Die Krise, die Theo Waigel heute kommentiert, hat er mit verursacht. Schließlich war er zu schwach, sich damals gegen die Hardliner in der Bundesbank durchzusetzen. Er hat es zugelassen, dass die Gründung der Gemeinschaftswährung von Anfang an Murks war, torpediert durch die Bundesbank, und zu keiner Zeit in der Lage, einer ernsthaften Krise wirksam zu begegnen. Die unsinnigen Forderungen der Bundesbank, denen Waigel in den Maastricht-Vertrag geholfen hat, provozierten von vorne herein ein Scheitern des Euro. Sie waren schon damals völlig unzeitgemäß.


Expertenteam sieht enormes Sparpotential für die EU
(spiegel.de) Die EU muss sparen - aber wie? Eine neue Studie sieht jetzt enormes Potential zu kürzen. Den Mitgliedstaaten dürfte das nicht gefallen. Denn Experten von Bertelsmann, ZEW und Rand stellen Symbole des Nationalstolzes wie Militär oder Botschaften in Frage. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Schade um das Geld, das diese Studie gekostet hat. Nicht wegen der Vorschläge, sondern weil sie zur Unzeit, geschätzte dreißig Jahre zu früh, "auf den Markt" kommt. Eurozone und EU stehen vor der Spaltung, Europa vor einer Kleinstaaterei des 18. Jahrhunderts. Da erscheinen uns Vorschläge zur "Sparsamkeit durch mehr Gemeinsamkeit" eher lächerlich. Wer von unseren LeserInnen sich trotzdem näher damit befassen möchte, der findet hier die Original-Studie in englischer Sprache und hier eine deutsche Zusammenfassung: "Der europäische Mehrwert des EU-Haushalts". Noch kürzer ist nur die Pressemitteilung "Die EU hilft Milliarden sparen", hier


Stabiler Bankenplatz Schweiz
(fuw.ch) Die amerikanische Ratingagentur Moody's stuft das Schweizer Bankensystem in ihrem aktuellen Bericht als solid ein. Es lauern aber auch Gefahren. Mehr...

Kommentar: Ein schlechter Scherz, diese Bewertung. Wer dazu wohl den Auftrag gegeben hat? UBS, der weltgrößte Vermögensverwalter? Auf jeden Fall ist höchste Vorsicht geboten: Wer dem Glauben schenkt, der wird sein blaues Wunder erleben. Die einzige Gefahr sieht Moody's in einer "Überhitzung des Immobilienmarktes". Schändlich. Was ist mit dem Anteil der Schweizer Großbanken am weltweiten Derivatehandel? Die Risiken übersteigen die Wirtschaftsleistung der Schweiz um ein Vielfaches. Interessiert aber scheinbar niemand.


USA: Kein Ende der Geldschwemme
(diepresse.com) US-Notenbankchef Bernanke hält den lockeren Kurs in der Geldpolitik weiter für erforderlich. Die Lage am Arbeitsmarkt sei nicht so gut wie es die Arbeitslosenquote vermuten lasse. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Scheinbar hat Bernanke genauer hingesehen, bei den Zahlen zum Arbeitsmarkt und zum Wirtschaftswachstum. Anders jedenfalls wie die deutschsprachigen Medien. Seine Reaktion war vorhersehbar. Ergänzend noch eine leicht verständliche Grafik, die wir bei ZERO HEDGE in dem Beitrag "Which Is Greater: Full Time Jobs Or Americans On Food Assistance And Disability?" (hier) gefunden haben: 


 


Die China-Schönschreiber
(spiegel.de) Ist das Propaganda? Oder Journalismus? Eine finnische Firma produziert chinafreundliche Nachrichten für ganz Europa. Sie ist sogar an Medien in vielen europäischen Ländern beteiligt - bald auch in Deutschland. Das Geld dafür kommt aus Peking. Mehr...

Kommentar: Aha, so geht das also...


Crash-Gefahr: Chinas Kreditblase ist geplatzt!
(goldseitenblog.com) Trendfolger Daniel Haase im DAF-Interview: China steht am Beginn einer Rezession. Die Kreditblase ist geplatzt. Die Top 50 Aktien aus Brasilien, Russland, Indien und China (kurz BRIC) sind seit Februar um 25% gefallen. Die Frage lautet nicht ob, sondern wann DAX, Dow Jones und Co. folgen. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Schlechte Nachrichten für die Exporteure. Die Folgen sind schon an Hand dieses Charts abzulesen: 




Das ist noch nicht alles. REUTERS meldet "More Chinese cities likely to curb auto sales: industry group" und schreibt im Vorspann: "Eight more cities in China, the world's biggest auto market, are likely to announce policies restricting new vehicle purchases, an official at the automakers association said, as Beijing tries to control air pollution. Read more here. Das trifft Deutschlands Autoindustrie ins Mark.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die Finanzkrise entwickelt sich kaum unsichtbar, aber unerbittlich, zu einem unbeherrschbaren Finanzkollaps weiter. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende. Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Wie es funktioniert haben Berlin und Brüssel in Zypern vorgemacht. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie sichert unsere Unabhängigkeit. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir.