Samstag, 13. Juli 2013

Standpunkt 694 - Nachrichten-Ticker, 12.07.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Irland – Österreich  – Portugal – China


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile hier, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten mit Hochdruck an einem neue Update. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus ist leider nichts geworden, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir unbedingt noch verarbeiten wollen. In der kommenden Woche wollen wir fertig werden. Wir bitten um Verständnis und Geduld, es lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung. Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollzähligkeit.


Reformen bringen Irland voran
(derstandard.at) Irland mausert sich zunehmend zum Vorbild unter den Euro-Krisenländern und erntet die Früchte seiner Reformen. Die Ratingagentur Standard & Poor's erhöhte am Freitag den Ausblick für die Kreditwürdigkeit des Landes von stabil auf positiv. Die Experten begründeten ihren Schritt damit, dass Irland die Ziele für die Haushaltskonsolidierung übertreffen und den Schuldenberg schneller abtragen könnte als erwartet. Mehr...

Kommentar/Erganzung: Dieser Beitrag ist ein treffliches Beispiel für die propagandistische, regierungsfreundliche, aber völlig schizophrene Berichterstattung in den Leitmedien. Statt die Bewertung von S&P auf ihre Belastbarkeit zu recherchieren wird nachgeplappert, was Ratingagentur, EU im allgemeinen und Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem im besonderen, an Märchen absondern. Ohne viele Worte rufen die folgenden zwei Grafiken den wahren Zustand Irlands noch einmal in Erinnerung:



Irland leistet sich Garantien im Gesamtvolumen von knapp 400 Milliarden Euro, die sich aber nur zu einem geringen Teil in den offiziellen Staatsschulden niederschlagen.





Irland liegt bei den impliziten Staatsschulden, den zukünftigen Zahlungsverpflichtungen des Staates, unangefochten in der Eurozone an der Spitze. Griechenland, ein anderes Krisenland, liegt mehr als 500% darunter.

Fakt ist, dass Irland, genauso wie Griechenland und Portugal, nie mehr die Rettungsmilliarden zurückzahlen kann, die es von EU und IWF erhalten hat.

Drei Tage vor dem österreichischen STANDARD hat die ZEIT einen Beitrag über Irland geliefert. Treffend überschrieben mit "Irlands Traum ist geplatzt". Eigentlich ist aber "Europas Lüge" geplatzt. Seit Monaten wird Irland von der Troika mit Hilfe der Leitmedien zum Musterknaben der Krise in Europa gepusht. Völlig zu Unrecht. Im Vorspann heißt es im Beitrag: "Die Banken sind gerettet, aber die Krise ist längst nicht beendet. Wie Irland gegen Arbeitslosigkeit und Abwanderung kämpft." Mehr dazu hier. Es hat wenig mit erfolgreichen Reformen zu tun, wenn jeden Monat rund 3.000 gut ausgebildete Iren das Land verlassen oder die Selbstmordrate zunimmt, weil die Zustände hoffnungslos sind. Vor diesem Hintergrund die irischen Spardiktate als fortschrittlich zu feiern, ist makaber. Der Artikel in der ZEIT erinnert uns jedenfalls schon sehr an die Entwicklung in Griechenland, der Irland noch hinterherhängt, aber dieser Rückstand wird bald aufgeholt sein.


Österreich hat 948,6 Milliarden Euro „echte“ Schulden
(diepresse.com) Die Verschuldung der Republik liege deutlich über den offiziellen 73,4 Prozent des BIPs, warnt EcoAustria. Berücksichtigt man auch die Ausgaben und Einnahmen der Zukunft, liegt die Schuldenquote bei 251 Prozent des BIPs. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Beruhigend, dass auch anderswo bei den staatlichen Zahlungsverpflichtungen kräftig nach unten geschummelt wird. Jedes Unternehmen hätte diesen Teil der zu erwartenden Ausgaben als Verbindlichkeit in seiner Bilanz zu verbuchen. Anders als die Einnahmen stehen diese Ausgaben schon fest. Und sie steigen weiter an. Deutschland kommt bei dieser expliziten Staatsverschuldung auf lockere 8,2 Billionen Euro, die Jahr für Jahr um rund 300 Milliarden Euro zunehmen. Steigen die Zinsen wieder, erhöht sich diese Summe beträchtlich. Tatsächlich wird die Staatsverschuldung in Deutschland nur mit 2,1 - 2,3 Billionen Euro, je nach Quelle, angegeben. Der STANDARD, der sich unter der Überschrift "Industrie: Staatsschuld dreimal so hoch wie behauptet" ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt, bietet (hier) noch eine anschauliche Grafik dazu. Details von EcoAustria gibt es hier und hier.


Portugal: Pensions-Fonds muss vermehrt in Staatsanleihen investieren
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die portugiesischen Behörden haben den Weg dafür frei gemacht, dass der staatliche Pensionsfonds mehr Geld in Staatsanleihen des Landes steckt. So will die Regierung Portugals ihre Finanzierung für das kommende Jahr sicherstellen. Der portugiesische Rentenfonds wird seine Investitionen in Staatsanleihen des Landes von derzeit 55 Prozent auf bis zu 90 Prozent erhöhen müssen, berichtet das WSJ. Auf diese Weise fließen circa 4 Milliarden Euro mehr in staatliche Schuldpapiere. Mehr...

Kommentar: Das ist "Finanzielle Repression" (engl. "Financial Repression") in Reinform. Damit probt die portugiesische Regierung gerade den politischen Selbstmord. Der Pensionsfonds wird in Zukunft erhebliche Ausfälle erleiden, so viel ist sicher. Sobald diese Tatsache bis in den letzten Winkel des Landes durchgedrungen ist, wird die Regierung so unter Druck geraten, dass sie zurücktreten muss, wenn nicht schon vorher Staatspräsident Silva die Reissleine zieht.  


Michael Pettis: Chinas Reformen sind politisch heikel
(fuw.ch) Die Zeiten, als Chinas Wirtschaft jährlich weit über 10% expandierte, gehören der Vergangenheit an. Das werden wahrscheinlich auch die am 15. Juli zur Veröffentlichung stehenden Wachstumszahlen für das erste Halbjahr 2013 bestätigen. Das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich nicht zuletzt deshalb, weil der seit März amtierende Ministerpräsident Li Keqiang den Umbau der bisher zu einseitig auf Investitionen und Exporte ausgerichteten Wirtschaft vorantreibt. Doch das ist ein riskantes Unterfangen, wie die zeitweisen Liquiditätsengpässe im Bankensystem Mitte Juni gezeigt haben. Damit sind auch Sorgen über die Stabilität der weltweit zweitwichtigsten Volkswirtschaft in den Vordergrund getreten. Michael Pettis, Finanzprofessor an der Universität von Peking, äussert sich im Gespräch mit der "Finanz und Wirtschaft" über das Ende des Turbowachstums, den Stand der Wirtschaftsreformen und die Nervosität am chinesischen Aktienmarkt. Mehr...

Kommentar: Michael Pettis zu China lohnt sich immer. Diesen Beitrag können wir nur empfehlen.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die Finanzkrise entwickelt sich kaum unsichtbar, aber unerbittlich, zu einem unbeherrschbaren Finanzkollaps weiter. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende. Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Wie es funktioniert haben Berlin und Brüssel in Zypern vorgemacht. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie sichert unsere Unabhängigkeit. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir.