Dienstag, 16. Juli 2013

Standpunkt 697 - Nachrichten-Ticker, 15.07.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Nachtrag: Deutsche Bank – Schäuble hilft  – EU-Bankenkrise voraus? – China


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile hier, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten mit Hochdruck an einem neue Update. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus ist leider nichts geworden, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir unbedingt noch verarbeiten wollen. Wir bitten um Verständnis und Geduld, das Warten lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung.


Hidden Risks at German Banks
(acting-man.com) Regarding the risks in Germany's banking system, it should be pointed out that  large German Banks are among the most highly leveraged in Europe relative to their net tangible capital. This is when the known risks are considered, but it has recently turned out that there are also hitherto unknown, hidden risks. Consider in this context the recent revelation that Deutsche Bank has kept loans to Brazil and Italy off the books, as well as loans to Greek banks and other dubious debtors such as Dexia, in spite of the fact that it remains fully exposed to the associated credit risks. Mind, DB apparently did nothing illegal here – but this accounting practice does mask the extent of risk the bank is exposed to. Read more...

Kommentar: Nachtrag zu dem Beitrag "Deutsche Bank, eine tickende Zeitbombe?" in unserem Nachrichten-Ticker vom 13.07., hier. "Pater Tenebrarum" liefert anschauliche Grafiken zum Thema, von denen wir die drei wichtigsten zeigen: 

Grafik 1, Banking systems versus GDP:
 


Grafik 2:



Grafik 3: 


SIFI steht für systemically important financial institution. Gemeint sind Banken, Versicherungsgesellschaften und andere Institutionen, deren Pleite eine Finanzkrise auslösen könnte. 

Deutsche Banken schwitzen Gefahr aus jeder Pore. Die einen mehr (Deutsche Bank, Commerzbank, Landesbanken), die anderen weniger (Sparkassen und Genossenschaftsbanken). Wer bei einer dieser Banken weiter Kunde bleibt, der darf sich über einen späten, aber dafür sehr weitgehenden Vermögensverlust nicht wundern. 


Schäuble reist mit 100 Millionen nach Athen
(zeit.de) Bisher wurden die Banken gerettet, nun will der deutsche Finanzminister dem griechischen Mittelstand helfen. Die Bevölkerung protestiert trotzdem. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Was für eine ärmliche Geste. Die Menschen in Griechenland werden für Milliarden Euro zur Bankenrettung in die Schuldenknechtschaft genommen, an denen alleine Deutschland Milliarden verdient. Als Almosen gibt es dann eine jämmerlich geringe Summe als Hilfe für den Mittelstand. Wahrscheinlich ist es am Ende noch nicht einmal ein Almosen, weil die KfW sicherlich eine auskömmliche Verzinsung fordern wird. Für Griechenland ist dieses Angebot lediglich der berühmte "Tropfen auf den heißen Stein". 
Währenddessen versuchen die Griechen das Unmögliche, sie wollen sich aus den schlimmsten Spardiktaten befreien. Dafür demonstrieren sie. Die SZ meldet "Wir sind Menschen, keine Zahlen" und schreibt im Vorspann: "Demonstranten in Griechenland wehren sich gegen weitere Sparmaßnahmen ihrer Regierung. Doch wenn das Land weitere Notkredite bekommen will, muss es zügig weitere Massenentlassungen beschließen." Mehr dazu hier. Aus diesem Beitrag ist zu entnehmen, dass insgesamt 500 Millionen Euro bereitgestellt werden sollen, um "vor allem kleine und mittlere Unternehmen in Griechenland zu unterstützen". Dort steht auch, dass sogar Griechenland selbst in diesen Fonds einzahlen soll. Wovon? Den Hilfsmilliarden der EU? Bei dieser Gelegenheit noch einen Blick auf die griechischen Arbeitsmarktdaten: 

Grafik 1, Entwicklung der Arbeitslosenquote in der Krise:
Quelle: zerohedge.com

Grafik 2, Arbeitslosenquote in den Altersgruppen:
Quelle: zerohedge.com

Grafik 3: Die griechische Arbeitslosenquote im Vergleich:

Quelle: acting-man.com


Der Chart des Tages: Die nächste Bankenkrise?
(fuw.ch) Die beiden EU-Länder Italien und Spanien sind während der Hochzeit der Eurokrise oft verglichen worden. Und letztlich haben sich die Argumente in der Debatte, welches Land makroökonomisch betrachtet besser dasteht, seither nicht wesentlich verändert. Auch was Banken angeht, wurde immer betont, diejenigen in Spanien seien wegen der Immobilienkrise viel schlechter dran. Zeit, nochmals hinzusehen. Die Grafik zeigt den Anteil der Kredite am gesamten Kreditportfolio, die nicht mehr oder nur verzögert bedient werden (NPL, Non Performing Loans). In den meisten Ländern haben sich die Quoten stabilisiert, in den Europeripherieländern geht dieser Anteil aber weiter nach oben, das heisst, die Qualität des Kreditbuchs nimmt ab. Italien und Spanien stechen besonders heraus. Mehr...

Kommentar: Die Grafik macht außerdem sichtbar, wie nutzlos die Hilfsmaßnahmen von EU, IWF und EZB für die Banken in diesen Ländern sind. Das Dilemma in diesen Ländern geht unvermindert weiter. Vorne mit dabei: Irland, Europas verklärter Musterschüler. Keine Frage, Deutschland steht in diesem Vergleich hervorragend da. Bisher aber noch übertroffen von Frankreich, den Niederlanden und Schweden. Keine Sorge, das ändert sich gerade, in diesen Ländern zeigt die Entwicklung bereits nach oben. Irgendwann erwischt es unweigerlich auch Deutschland. Was dann? Weiter die Schuld bei den anderen suchen? Oder doch ein Stück mehr Selbstkritik wagen? 



Chinas Abkühlung sollte uns freuen
(wirtschaftsblatt.at) Chinas Abkehr vom einseitigen Exportmodell wird allen helfen. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Es hat schon etwas von Verzweiflung, wenn in den deutschsprachigen Leitmedien die Krise in China bagatellisiert wird. Dabei hat diese Krise gerade erst begonnen. Der Autor dieses Beitrags versucht sich als Hellseher, nimmt lieber heute schon einen tiefen Blick in den Kaffeesatz und verheißt Hoffnungsvolles. Tatsächlich stehen die Zeichen auf Sturm im Reich der Mitte, der sich leicht zu einem veritablen Orkan ausweiten kann, während unsere Qualitätsjournalisten nur von einem lauen Lüftchen schwadronieren.  Andernorts ist man schon weiter: Why Tonight's China GDP Number Is Meaningless: "The Economy Is Already In A Financial Crisis" titelt beispielsweise ZERO HEDGE und liefert Fakten. Mehr dazu hier. "China Grows Down" (sinngemäß "China wächst abwärts") heißt es bei PROJECT SYNDICATE. Wobei in diesem Beitrag der Eindruck vermittelt wird, als sei es die freie Entscheidung der chinesischen Führung, das Wachstum zu reduzieren: "Über drei Jahrzehnte lang wuchs Chinas BIP durchschnittlich über 10% im Jahr. Aber der ehemalige Ministerpräsident Wen Jiabao beschrieb diese eindrucksvolle Wachstumsdynamik treffend als „instabil, unbalanciert, unkoordiniert und nicht nachhaltig“ und betonte die hohen wirtschaftlichen, sozialen und umweltpolitischen Kosten, von denen es begleitet wurde. Heute muss China zwischen dem export- und investitionsgetriebenen Wachstumsmodell der Vergangenheit und einer neuen, angemesseneren Wirtschaftsordnung wählen. Billige Kredite und perverse Anreize – wie die Beförderungen von Beamten, die am meisten zum BIP-Wachstum beitrugen – führten zu enorm hohen, aber redundanten Investitionen, die wiederum zu Überkapazitäten in Produktion und Infrastruktur beitrugen. Dieses Modell ist nicht nur ineffizient, sondern der Einsatz von Regierungsressourcen zur Unterstützung von Investitionen unterminiert auch Chinas soziale Entwicklung. Daher hat Chinas Führung entschieden, nicht weiterhin das BIP-Wachstum als Hauptkriterium zur Bewertung der Leistung von Staatsdienern zu verwenden. Tatsächlich sieht der zwölfte Fünfjahresplan, der bis 2015 gilt, vor, Chinas Wirtschaft auf ein neues, nachhaltigeres Wachstumsmodell umzustellen, das auf Qualität und Innovationen beruht. Dafür wird in Kauf genommen, dass das jährliche Wirtschaftswachstum in der Übergangsphase wahrscheinlich auf 7% zurückgeht." Mehr dazu hier (Originaler englischer Text) und hier (deutsche Übersetzung). Das halten wir, mit Verlaub gesagt, für Hokuspokus. Die beiden Autoren, Andrew Sheng und Xiao Geng vom Fung Global Institute in Hongkong, kommen im Verlauf ihres Beitrags zu einer kritischen Einschätzung und zu einer anderen Erkenntnis: "Erst wenn die chinesische Führung umfassende Strukturreformen zur Einführung eines marktbezogenen Wachstumsmodells einführt, kann das Land die 'Falle des mittleren Einkommens' vermeiden, die so viele Schwellenländer daran gehindert hat, den Status der Industrienation zu erlangen." Bis dahin ist es für China noch ein verflixt langer Weg. Das zeigen die beiden folgenden Beiträge. 

"China kämpft um seinen Wachstums-Nimbus" titelt Österreichs STANDARD und schreibt in der Einleitung: "Mit Urbanisierung und Wohnungsnachfrage sei Wachstum programmiert, ist die Regierung überzeugt." Mehr dazu hier. Offensichtlich greift Chinas Führung doch wieder zu den alten, untauglichen Rezepten, um der Entwicklung zu begegnen. Eine sehr einseitige Sache. Die Bauwirtschaft hat schon in der Vergangenheit mit 60% erheblich zum BIP beigetragen und in die Blase produziert. Städtebau für 300.000 Eiwohner, in denen dann nur 5.000 Menschen wohnen, sind das Ergebnis. 

Chinas Führung betont, gegenzusteuern. Scheinbar mit mäßigem Erfolg, wie der Beitrag "Mit der Scheidung zum chinesischen Traumhaus" des Schweizer TAGES-ANZEIGERS zeigt: "Um die Nachfrage nach Häusern und Wohnungen zu kontrollieren, hat die chinesische Regierung Restriktionen beschlossen. Doch Interessenten sind schlau und greifen zu unkonventionellen Mitteln." Mehr dazu hier. Die Schweizer glauben, diese Betrügereien sorgen für einen stabilen Immobilienmarkt in den betroffenen Regionen.

Zur besseren Übersicht haben wir noch Anschauungsmaterial:  

Quelle: acting-man.com


Quelle: acting-man.com


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die Finanzkrise entwickelt sich kaum unsichtbar, aber unerbittlich, zu einem unbeherrschbaren Finanzkollaps weiter. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende. Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Wie es funktioniert haben Berlin und Brüssel in Zypern vorgemacht. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie sichert unsere Unabhängigkeit. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir.