Freitag, 19. Juli 2013

Standpunkt 700 - Nachrichten-Ticker, 18.07.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Europas Krise und die Banken – "German Mittelstand"  – Bernanke  – US-Jobs – Nachtrag: China


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile hier, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten mit Hochdruck an einem neue Update. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus ist leider nichts geworden, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir unbedingt noch verarbeiten wollen. Wir bitten um Verständnis und Geduld, das Warten lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung.


Studie enthüllt: Banken haben Politik bei Euro-Rettung erpresst
(deutscher-wirtschafts-nachrichten.de) Eine von den Grünen Abgeordneten Gerhard Schick und Sven Giegold bei der Finanzberatung Finpolconsult in Auftrag gegebene  kommt zu einem bemerkenswerten Ergebnis: Die Banken haben die Regierungen in Europa bei den Banken-Rettungen in Griechenland, Spanien und Zypern offenkundig mit der Drohung erpresst, dass Staatsanleihen und damit Staats-Schulden noch teurer würden, wenn die Banken nicht gerettet würden. Mehr...

Kommentar: Was nützt die schönste Studie, wenn deren Ergebnis schon in der Überschrift zur Meldung falsch beschrieben wird. Nicht der Euro wird gerettet, sondern nur die Banken. Die Währung ist nicht das Problem und hat kein Problem. Die Entrüstung, die dieser Beitrag widerspiegelt, ist für uns nicht nachvollziehbar. Nichts von dem ist wirklich neu, was die Studie "aufdeckt" und in dem Beitrag beschrieben wird. Überrascht können nur diejenigen sein, die ihr Wissen aus dem Mainstream beziehen und nicht aus gut informierten, ehrlichen Quellen. Die Bankenrettung in Europa ist das Werk einer betrügerischen Vereinigung aus Politik, Finanzindustrie und den Notenbanken, inklusive der Bundesbank. Jens Weidmann spielt nur den öffentlichkeitswirksamen Wadenbeißer gegenüber der EZB. Leicht daran zu erkennen, dass er viele Entscheidungen der Politik und der EZB vollmundig kritisiert, aber kleinlaut keine einzige Alternative anbietet. Woran das u. a. liegt hat Johannes Rau schon als NRW-Ministerpräsident (1978 - 1998) erkannt und auf den Punkt gebracht: "Nicht wir Politiker machen die Politik, wir sind nur die Ausführenden. Was in der Politik geschieht, diktieren die internationalen Großkonzerne und Banken." Wer wählt, dem muss diese Tatsache bewusst sein. Jede Stimme an eine der im Bundestag vertretenen Parteien, ausgenommen DIE LINKE, ist gleichzeitig auch eine Unterstützung für dieses System.

Betrügerisch ist es aber auch, wenn beispielsweise behauptet wird, den Banken in den Krisenländern werden "Milliarden aus deutschen, niederländischen oder österreichischen Steuergeldern" zugeschanzt. Das ist schlicht gelogen. Erstens bestehen die Hilfen bisher hauptsächlich aus Garantien. Wo Liquidität geflossen ist, mangelt es leider an Transparenz. Trotzdem gibt es genügend Hinweise darauf, dass die Milliarden nur durchgereicht werden. Selbst die Beträge, die an die Banken gehen. Im Zusammenhang mit Griechenland haben wir das vor Monaten mit Hilfe der folgenden Karikatur verständlich gemacht: 


Quelle: crisiscartoon


Die Steuerzahler in Holland, Österreich und Deutschland haben bis heute nur ihren nationalen Sanierungsfällen unter die Arme gegriffen. Für die Sünden, die von ihren Banken bis 2008 in den Krisenländern begangen wurden, müssen zuerst die Menschen dort einstehen. Für die österreichischen Banken wird das aber in Osteuropa problematisch. Die haben nämlich in die europäischen Armenhäuser investiert. Mit der Gewissheit, dass die heimischen Steuerzahler sie am Ende schon raushauen werden, wenn es schiefgegangen ist. Nicht ohne vorher die Menschen in den betroffenen Ländern in eine lebenslange Schuldenknechtschaft zu überführen. 

Unser Fazit: Dieser Beitrag bedient nur die beliebten, mehrheitsfähigen Klischees ignoranter Kerneuropäer. Von denen es eine ganze Menge gibt, wie die Kommentare dazu zeigen. Sein Informationsgehalt ist gleich Null. Wer sich gleich an der Studie versuchen möchte, der wird hier fündig. 


Warum der "German Mittelstand" nicht kopierbar ist
(welt.de) Deutschland hat einen unschlagbaren Vorteil im globalen Wettbewerb. Seinen starken Mittelstand. Das Phänomen wird im Ausland bewundert und geschätzt. Doch einfach nachzumachen, ist es nicht. Mehr...

Kommentar: Eine prima Analyse für alle, die sich gerne über dieses Thema informieren wollen. Der Beitrag liefert komprimiert die Hintergründe zu einer deutschen Spezialität. Die ist entstanden aus den Trümmern eines zerbombten Landes, in dem nach dem 2. Weltkrieg aus den Fabriken alles verschwand, was nicht niet- und nagelfest gewesen ist. Ein klarer Wettbewerbsvorteil, wie sich später gezeigt hat, als besonders britische Unternehmen mit veralteter, repatriierter, deutscher Produktionstechnik konkurrenzfähig bleiben wollten und kläglich scheiterten. Was dann auch zur De-Industrialisierung Großbritanniens und zum Aufbau einer über viele Jahre weltweit führenden Finanzindustrie geführt hat. 

Wie zukunftssicher dieses deutsche Modell wirklich ist, muss sich immer wieder beweisen. Ein Selbstläufer ist es jedenfalls nicht. Nicht zuletzt deshalb, weil die in der Analyse für ihre Unterstützung in der Vergangenheit hoch gelobten Banken selbst nicht zukunftsfähig sind. Die haben seit der Finanzkrise 2008 mit sich selbst alle Hände voll zu tun und verweigern schon seit 2009 dem Mittelstand dringend benötigte Kredite. Damit diese Kreditklemme nicht ruchbar wird, sind vermehrt die staatlichen Förderbanken eingesprungen. 

Warten wir also ab, wie sich der zum Erfolgsmodell (v)erklärte "German Mittelstand" in den kommenden Jahren gegenüber der Krisenverschärfung behauptet.


Worauf Bernanke schaut
(fuw.ch) Erhöht die US-Notenbank die Zinsen, wenn die US-Arbeitslosenrate unter 6,5% sinkt? So einfach ist es nicht. Mehr...

Kommentar: Eine Analyse unserer Schweizer Nachbarn zum "Bernanke Speech" rund um die Beendigung der Politik des leichten Geldes in den USA. Sie geht weit über die Berichterstattung hinaus, die von den deutschsprachigen Medien bisher zu diesem Thema geboten worden ist. Alleine das ist schon bemerkenswert. Endlich wird nämlich auch auf die bescheidene Qualität der neuen Jobs eingegangen. Leicht verständlich gemacht durch die folgenden Charts: 










Das Fazit der Schweizer: "Beunruhigend ist, dass in den letzten drei Monaten Vollzeitstellen verloren gingen. Die neuen Jobs kamen von den weniger gut bezahlten und mit weniger Zusatzleistungen ausgestatteten Teilzeitstellen. Die Arbeitslosenrate bleibt trotz dieser Vielzahl an Perspektiven auf den Arbeitsmarkt die wichtigste Zahl für die US-Notenbank. Doch die Unterbeschäftigung der Arbeiter und die niedrige Beschäftigungsquote machen klar, warum die Arbeitslosenrate nicht die einzige Messgrösse sein kann. Auch wenn die Arbeitslosenquote sinkt, ist der Arbeitsmarkt weiter schwach und weit entfernt von seiner Verfassung vor der Krise." 


The Jobs Number Is BS Says Former Head Of BLS
(zerohedge.com) After every non-farm payroll report we provide our own breakdown of what the real unemployment rate is in a country in which the labor force participation rate has not been adjusted to normalize for the Second Great Depression. In the most recent such endeavor we found the "Real Unemployment Rate" to be 11.3%. Read more...

Kommentar: BS steht für Bullshit. Da müssen wir nichts mehr kommentieren. Zitiert wird Keith Hall. Der Chart aus dem Beitrag macht die Diskrepanz augenfällig: 





Es wird Zeit für einen New Deal 2.0, sonst nimmt das Frisieren der Arbeitsmarktdaten irgendwann groteske Formen an, oder die Druckerpressen der Fed laufen bis zum bitteren Ende auf Hochtouren. 


Die große Blase platzt: IWF warnt vor Crash in China
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt, China müsse dringend entscheidende Wirtschaftsreformen einleiten. China müsse sich von seinem Wachstumsmodell trennen, das zu stark auf Schulden beruhe. Das chinesische Modell sei "nicht tragfähig" und erhöhe die Verletzlichkeit der chinesischen Wirtschaft, so eine aktuelle Studie des IWF. Um einen weiteren Wirtschaftlichen Erfolg zu gewährleisten, sei eine "Reihe entscheidender Maßnahmen" erforderlich. Am wichtigsten sei es, "das weitere Anwachsen der Kredite zu zügeln und den weiteren Aufbau von Risiken im Finanzsektor zu verhindern", so der IWF. Es sei zudem beunruhigend, dass ein wesentlicher Teil der Kredite durch die nicht-traditionelle Finanzwirtschaft geleitet werde. Mehr...

Kommentar: Sicherlich wird das noch eine ganze Weile gutgehen, aber die Lunte brennt am chinesischen Pulverfass. Niemand kann sich heute die Folgen ausmalen, wenn die Kreditblase platzt. Ein weiteres Problem: China hat viele Baustellen, das hemmungslose Schuldenmachen ist nur eine davon. Irgendwann gehen auch China die Mittel aus, um diese Schwierigkeiten, jede für sich genommen extrem gefährlich, noch länger zu kaschieren. Was dann passiert hat die Welt noch nicht erlebt. Nach der folgenden Grafik des IWF liegt Chinas Staatsschuldenquote bei 45%: 



Das bezweifeln wir. Niemand weiss, wie hoch die Schattenbanken und die Regionalregierungen verschuldet sind. Angeblich stehen dort bis zu 800 Milliarden $ bereits unter Wasser, d. h. werden nicht mehr regelmäßig bedient. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die Finanzkrise entwickelt sich kaum unsichtbar, aber unerbittlich, zu einem unbeherrschbaren Finanzkollaps weiter. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende. Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Wie es funktioniert haben Berlin und Brüssel in Zypern vorgemacht. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie sichert unsere Unabhängigkeit. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir.