Dienstag, 23. Juli 2013

Standpunkt 704 - Nachrichten-Ticker, 22.07.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Banken nicht sicher (4) – US-Economy


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile hier, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten mit Hochdruck an einem neue Update. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus ist leider nichts geworden, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir unbedingt noch verarbeiten wollen. Wir bitten um Verständnis und Geduld, das Warten lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung.


"Das Geld ist bei den Banken nicht mehr sicher"
(format.at) Der Schweizer Investor Marc Faber erzählt "Barron's" warum er Ben Bernanke eigentlich dankbar sein müsste, dass die Vermögenden bald Sündenböcke sein werden und warum Gold gerade jetzt ein Kauf ist.
Marc Faber gilt gemeinhin als Pessimist, seine Trademark ist der Crash. Allerdings setzt er nicht nur auf fallende Kurse und wartet bis der Markt kollabiert. Nein, der gebürtige Schweizer ist ein sehr wacher Investor und investiert auch gerne in Sektoren, die eigentlich durch Fehlentwicklungen des Systems getrieben werden. Schließlich möchte er Geld verdienen. Seine aktuelle Einschätzung teilte er dem US-Magazin "Barron's" mit. Mehr...

Kommentar: Leicht verständlich erklärt Faber gegenüber dem US-Magazin u. a., warum die Liquidität der Fed nicht die Wirtschaft antreibt, sondern nur die nächste Blase befeuert. Und wer die Nutznießer dieser Entwicklung sind, bzw. wer die Zeche dafür zahlen muss: "Die Arbeiter in der Pleite-Stadt Detroit oder auch die große Mehrheit der Mittelklasse haben rein gar nichts davon. Die Woge leichten Geldes lässt lediglich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgehen. Die Mehrheit verliert, eine Minderheit profitiert. Ich profitiere von dieser Politik genauso, aber als Ökonom und Beobachter mit sozialem Gewissen kann ich das nicht gutheißen." Das deckt sich naturgemäß nicht mit der offiziellen Propaganda, die alles dafür unternimmt, um durch Täuschung von diesen Wahrheiten abzulenken. Sehr schön, wie sich Faber noch einmal mit der "Zypern-Rettung" beschäftigt:  "Viele Investoren haben die Folgen der Geschehnisse in Zypern noch nicht begriffen. Das Geld ist bei den Banken nicht mehr sicher. Wenn wieder ein Staat gerettet werden muss, werden die privaten Anleger zur Kasse gebeten". Aus unserer Sicht sehr erfreulich ist seine Meinung zu China, wo "es aktuell eine riesige Kreditblase gibt". Faber hält die Chinesen für große Trickser:  "Die Sache wird nicht gut ausgehen. Offiziell wuchs die chinesische Wirtschaft zwar im ersten Quartal um 7,7 Prozent. In Wirklichkeit aber liegt das jährliche Wachstum bestenfalls bei vier Prozent. Die Exportzahlen, die China für Länder wie Taiwan, Südkorea, Hongkong und Singapur angibt, stimmen nicht mit den Importzahlen dieser Länder überein." 


Royal Bank of Scotland: Europas Banken werden neue Finanzkrise nicht überstehen
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Bilanzen europäischer Banken stellen noch immer ein hohes Risiko dar. Eine neue Finanzkrise würde das Finanzsystem Europas derzeit nicht überstehen. Die Banken müssen Vermögenswerte von insgesamt 2,7 Billionen Euro abwerfen. Den Nachteil tragen die Unternehmen der Realwirtschaft. Mehr...

Kommentar: Wieso eine neue Finanzkrise? Die "alte" ist doch noch gar nicht vorbei, sondern köchelt immer weiter. In den Bilanzen der europäischen Banken stecken 18,2 Billionen Euro faule Wertpapiere (hier), die sind das Problem. Dazu kommen die unbekannten Risiken der Schattenbanken und die Massenvernichtungswaffe Derivatehandel (hier und hier). Diese Probleme lassen sich nicht durch irgendwelche Maßnahmen zur Stärkung des Eigenkapitals oder Anpassung der Bilanz beheben. Dagegen helfen nur die seit 2008 versprochenen Reformen des weltweiten Finanzsystems. Daraus wird nichts. In diesem Zusammenhang möchten wir auf einen aktuellen Beitrag bei ACTING-MAN verweisen: "If We Don’t Break Up the Big Banks, They Will Manipulate More and More of the Economy … Making Us Poorer and Poorer". Schon die Überschrift bringt es auf den Punkt. Außerdem enthält der Beitrag zahllose Links, die das Thema sehr vertiefen. Ein idealer Beitrag für Einsteiger und Fortgeschrittene. Read more here


Versteckte Risiken: Deutsche Banken sind nicht sicher
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Trotz guter Eigenkapital-Quoten sind die deutschen Banken alles andere als sicher. Die großen Geschäftsbanken berechnen ihre Risiken selbst. Bei den Sparkassen weiß niemand, welche Gefahren noch bei den Landesbanken lauern. Mehr...

Kommentar: Der Beitrag versucht sich an einer "kritischen Beschönigung" der deutschen Zustände. Eigentlich ist die Sache doch ganz einfach: Die Banken sind pleite. Alle, ohne Ausnahme. Einschließlich Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Ihre Risiken sind unüberschaubar und es genügt ein kleiner Ausrutscher bei der europäischen Krise, um einen gigantischen Flächenbrand zu entfachen. Dem fallen dann alle zum Opfer: Finanzindustrie, Wirtschaft, Sparer, Steuerzahler. Alle Rettungsaktionen in Europa dienen nur einem Zweck: dieses Ereignis so lange wie möglich aufzuschieben. Jede Bankenrettung im letzten Winkel Europas dient auch den deutschen Banken. Deshalb ist es nur logisch, dass es aus Sicht von EU und EZB eine einheitliche europäische Einlagensicherung geben soll. Logisch auch, dass die deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken da nicht mitmachen wollen und ihre paar Kröten in den Einlagensicherungsfonds lieber für den Zeitpunkt aufheben, wenn die Krise endgültig Deutschland erreicht hat. Dieses Ereignis tritt ein, wenn die Bankenrettungsversuche bei den Nachbarn trotz weitgehender Enteignung fehlgeschlagen sind. Das kann ganz schnell gehen. 


Gefahr für Österreichs Banken: Zehntausende Ungarn können Schulden nicht begleichen
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Überschuldung der privaten Haushalte erreicht einen neuen Höhepunkt. Zehntausende Ungarn können ihre Kredite nicht mehr bedienen. Für Österreichs Banken kann das Liquiditäts-Engpässe mit sich bringen. Ungarns Regierung will einspringen. Mehr...

Kommentar: Seit Monaten warnen wir unsere österreichischen LeserInnen vor den Gefahren aus Osteuropa für die heimischen Banken. Bisher ohne nennenswerten Erfolg, wie uns die Reaktionen zeigen. Die Österreicher halten diese Schwierigkeiten für beherrschbar. Ein Trugschluss. Wir bleiben bei unserer unpopulären Einschätzung: Österreich und seine Banken müssen demnächst durch seine Nachbarn gerettet werden. Viel zu zahlreich sind die Risiken zu Hause und in Osteuropa. 


Can The US Economy Keep Up With This Exponential Chart?
(zerohedge.com) Anyone that thinks that the U.S. economy can keep going along like this is absolutely crazy. We are in the terminal phase of an unprecedented debt spiral which has allowed us to live far, far beyond our means for the last several decades.  Unfortunately, all debt spirals eventually end, and they usually do so in a very disorderly manner.
The chart that you are about to see is one of my favorite economic charts.  It compares the growth of U.S. GDP to the growth of total debt in the United States.  Yes, U.S. GDP has certainly grown at a decent pace over the years, but our total debt has absolutely exploded. 40 years ago, the total amount of debt in our system (government debt + corporate debt + consumer debt, etc.) was about 2 trillion dollars.
Today it has grown to more than 56 trillion dollars. Our debt has grown at a much, much faster rate than our economy has, and there is no way in the world that we will be able to continue to do that for long. Read more...





Kommentar: Für sich betrachtet sind diese Zahlen desaströs. Im Vergleich mit anderen Industriestaaten relativiert sich die Sache wieder: 

 
Leider fehlt in dieser Grafik China. Neue Schätzungen glauben, dass 2013 die Gesamtschulden 240% des chinesischen BIP (GDP) betragen werden (hier). 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die Finanzkrise von 2008 geht weiter. Die Krise in Europa auch. Ein Ende ist nicht in Sicht. Wir erwarten einen Kollaps des weltweiten Finanzsystems, der nicht beherrscht werden kann. Die Regierungen unternehmen nichts. Alle Versprechen wurden gebrochen. Schlimmer noch: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Auf Kosten seiner Nachbarn. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Die Fassade zeigt schon tiefe Risse, hält aber auf jeden Fall noch bis zur Bundestagswahl. Die Bundesregierung ist vorbereitet. Ihre Planungen für die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv) sind abgeschlossen. Zypern war nur ein Anfang, da geht noch mehr. 

Wer sich vor diesen Maßnahmen erfolgreich in Sicherheit bringen will, muss handeln. Dabei können wir behilflich sein. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie sichert unsere Unabhängigkeit. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir.