Donnerstag, 25. Juli 2013

Standpunkt 706 - Nachrichten-Ticker, 24.07.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Volk vs. Banker – Euro-Lügen – Aufschwung in der Euro-Zone – Herr Schäuble irrt – Wahlkampf – Zetsche und die Autokrise – Caterpillar mit Gewinnwarnung – Bank of England – Junkie Norwegen - Aktienmärkte


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile hier, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten mit Hochdruck an einem neue Update. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus ist leider nichts geworden, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir unbedingt noch verarbeiten wollen. Wir bitten um Verständnis und Geduld, das Warten lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung.


"Eher landet ein Wiederholungsdieb im Gefängnis als ein Banker"
(stern.de) In Hamburg hat der Prozess gegen den früheren Vorstand der HSH Nordbank um Ex-Chef Dirk Nonnenmacher begonnen. Den Managern drohen lange Haftstrafen - doch viele glauben nicht, dass es soweit kommt. Mehr...

Kommentar: Ein spannendes Verfahren. Jahrzehntelang galten die Banker als heilige Kühe, die nicht geschlachtet werden durften. Bestes Beispiel sind ihre Beteiligungen an den kriminellen Geschäften rund um die Steuersparimmobilien, die insgesamt zu Milliardenverlusten und einer Reihe von Selbstmorden (hier, nur ein Beispiel von vielen) geführt haben. Nie wurde ein persönlich verantwortlicher Banker zur Rechenschaft gezogen, höchstens die beteiligte Bank zu Schadenersatz und/oder Rückabwicklung verurteilt (hier). So lange sich daran nichts ändert, gehen diese Machenschaften in jeder nur möglichen Form unvermindert weiter (hier). Dieser Prozess bietet dazu die Gelegenheit.  


Die zehn größten Euro-Lügen
(format.at) Seit Ausbruch der Finanzkrise ist die Glaubwürdigkeit europäischer Politiker mit jedem Tag gesunken. Die Rache des Journalisten ist bekanntlich das Archiv – und das fördert bei den Suchbegriffen "Finanzkrise" und "Euro" doch so manch Schauerliches hervor. FORMAT hat die irrwitzigsten Zitate der vergangenen Jahre zusammengesucht. Herausgekommen ist eine Top Ten-Liste des Euro-Unsinns. Mehr...

Kommentar: Diese "Hit-Liste" zeigt, dass rund um die Krise in Europa alles möglich ist. Jede Schandtat ist erlaubt, so lange sie sich nur gut hinter Lügen verstecken lässt. Im April 2012 haben wir uns mit dem Thema beschäftigt und den Beitrag "Europas Lügen haben kurze Beine!" dazu verfasst (hier). Nachlesen lohnt sich. 


"Umfassender Aufschwung in der Industrie"
(manager-magazin.de) Endlich wieder Wachstum: Die Wirtschaft der Euro-Zone ist im Juli wieder auf Wachstumskurs eingeschwenkt. Ökonomen setzen darauf, dass die seit 18 Monaten andauernde Rezession im laufenden Quartal zu Ende geht. Mehr...

Kommentar: Eine Propagandalüge. Sie passt prima zu dem vorangegangenen Beitrag. Deren Häufigkeit wird massiv ansteigen, je näher es zur Bundestagswahl geht. Die Mainstream-Medien werden aus allen Rohren feuern und aus dem kleinsten Fitzelchen eine regierungsfreundliche Nachricht machen. Alles ist erlaubt: Da wird getrickst, getäuscht und gelogen. Wetten?


Herr Schäuble irrt
(fuw.ch) Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble wendet sich in einem Schreiben an die Europäer. Dabei offenbart er einmal mehr die verbreitete deutsche Fehlanalyse zur Eurokrise. Mehr...

Kommentar: Dieser Analyse haben wir nichts hinzuzufügen. Nur die dringende Empfehlung sie zu lesen. Bitte in Ruhe und höchst konzentriert. Der Beitrag ist verständlich geschrieben und deshalb auch für Laien bestens geeignet. Er entlarvt den deutschen Dilettantismus im Umgang mit der Krise und bestätigt unsere schlimmste Befürchtung: Die garantierte Enteignung der Sparer und Steuerzahler. Eine andere Lösung haben die Eiserne Lady Kanzlerin, Herr Schäuble und ihre willfährigen Helfer in Europa, nicht parat. Die Vorbereitungen dazu sind so gut wie abgeschlossen. Jetzt geht es noch darum, die Zeit bis nach der Bundestagswahl am 22. September zu überbrücken. Danach heißt es: "Lasst uns das grausame Spiel beginnen". 


Euro-Krise im Wahlkampf: Aussitzen ist die teuerste Option
(spiegel.de) Angela Merkel steht in der NSA-Affäre als entscheidungsschwach da. Das ist die Chance für die Opposition: SPD und Grüne müssen die Politik des Durchwurschtelns entlarven - vor allem in der Euro-Krise. Mehr...

Kommentar: Das wird nichts, diese Parteien und ihre handelnden Personen sind zu schwach für die "Lady Gaga der CDU" (O-Ton Urban Priol). Die Chefin, die sich um alles Unangenehme drückt und herumwandelt als „unbeflecktes Verhängnis“, so Priol am 29.07.2010 in der MAINPOST (hier). Sie liegt bereits seit Monaten mit sagenhaften Umfragewerten weit an der Spitze und degradiert Steinbrück zum Statisten. Münchaus verzweifelter Appell ist löblich, aber wirkungslos. 


Daimler-Chef Zetsche erklärt Autokrise für beendet
(welt.de) Der Autoabsatz in Europa schwächelt als Folge der Euro-Krise. Nun sieht Daimler-Chef Zetsche eine Bodenbildung. Wichtige Absatzmärkte, darunter auch Deutschland, zeigten wieder eine positive Tendenz. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Zweifelsohne eine weitere propagandistische Meisterleistung. Zetsche gibt den optimistischen Blender. Diese Lüge muss höchstens halten bis nach der Bundestagswahl. Bis dahin ist alles wieder vergessen. Genauso wie die Meldung "Autozulassungen auf niedrigstem Stand seit 17 Jahren" (hier) von vor wenigen Tagen oder "Daimler in der Krise: Gewinne brechen um 60 Prozent ein" (hier) aus dem April. Rosig sieht es auch heute nicht aus. Die Meldung "Dank EADS-Verkauf: Daimler kann Gewinn steigern" (hier) wirkt nur auf den ersten Blick beruhigend. Der europäische Automarkt bleibt schwierig, die guten Zahlen aus Großbritannien können darüber nicht hinwegtäuschen. Die USA und China werden das auf Dauer nicht kompensieren. Selbst wenn auch die deutschen Hersteller bereits die amerikanische Methode anwenden: Als verkauft gilt, was das Fabrikgelände verlassen hat. 


Gewinnwarnung: Caterpillar schürt Konjunktursorgen
(format.at) Der weltgrößte Baumaschinen-Hersteller Caterpillar blickt pessimistischer in die Zukunft. Für das Gesamtjahr senkte Caterpillar, der als Gradmesser für die konjunkturelle Entwicklung gilt, seine Gewinnprognose. Als Grund nannte Caterpillar, dass die Händler ihre Lager verkleinerten. Auch die schwache Nachfrage der Bergbau-Industrie wirke sich negativ aus. Mehr...

Kommentar: Caterpillar klagt schon länger über schwache Umsätze. Das kann man getrost als Indikator für die Entwicklung der Weltwirtschaft nehmen, zuverlässiger als beispielsweise die Vorhersagen von IWF oder OECD. Eine aktuelle Grafik liefert ZEROHEDGE dazu: 




"Taliban des Kapitals" in der Bank of England
(wirtschaftsblatt.at) Großbritanniens Handelsminister Cable hat vom Leder gezogen und der britischen Zentralbank vorgeworfen, den Aufschwung aufs Spiel zu setzen. Mehr...

Kommentar: Gerne würden wir den Minister fragen, welchen Aufschwung er meint. Es gibt in Großbritannien nichts, was diesen Begriff rechtfertigt. Sehr aufschlussreich ist allerdings, was der Ex-Notenbank-Chef an Kritik äußert. Mervyn King beschreibt, wie die Banken Druck auf die Politik ausüben und die sofort entgegenkommend reagiert. So funktioniert es weltweit zwischen der Finanzindustrie und der Politik. An dieser Situation wird sich auch unter seinem Nachfolger, dem hochgelobten Mark Carney, Ex-Goldman Sachs und Ex-Governor der Bank of Canada, nichts ändern. 


Norway is a Junkie, and Oil is its Heroin (Buying Votes with Oil Money)
(acting-man.com) People usually don't care much about Norway, on account of its relatively small size, population-wise (4.5 million inhabitants). However, as we have noted on previous occasions, its economy is beset by the Scandinavian bubble disease, with household debt growing to the sky and real estate prices exploding into the blue yonder. The central bank, faced with what it deems an overvalued currency, has kept interest rates at rock-bottom, continuing to fuel these twin bubbles. Nothing can possibly go wrong of course. However, Norway is also quite unique due to being blessed with large oil wealth. Considering the tiny population, this oil wealth has allowed politicians to both save funds for a rainy day (said rainy day will arrive once the oil runs out, or so the theory goes), as well as financing a vast socialistic welfare state. Note that just because the central authority has lots of money to throw around, socialism cannot really be improved upon. It would still be far better for the country, if the services provided by the government were provided by the market. And yet, Norway's government wants to throw more money around and enlarge the welfare state even further, in the hope of getting re-elected. As this is what it is going to use some of the accumulated wealth from oil sales for, we can state that saving for the dreaded 'rainy day' has for now given way to the exigencies of elections. Read more...

Kommentar: In unseren Beratungsgesprächen stoßen wir immer wieder auf eine große Affinität gegenüber Norwegen. Keiner war schon dort, aber das Land gilt als Bollwerk gegen die Krise in Europa. Regelmäßig warnen wir vor dieser Annahme. Norwegen wird nichts tun, womit es sich die Sympathien in Europa verscherzen könnte, am wenigsten Ausländern dabei helfen, ihre Ersparnisse der drohenden heimischen Enteignung zu entziehen. Norwegen braucht die EU als Handelspartner - eher mehr statt weniger. 
Leider findet sich sehr, sehr selten kritische Berichterstattung in den deutschsprachigen Medien. Deshalb sind wir froh, wenn wir andernorts auf einen Beitrag stoßen, der Norwegen sehr viel kritischer betrachtet, als es hierzulande geschieht. Er handelt nicht von "Friede, Freude, Eierkuchen", sondern von einem Haufen Gefahren für Land und Leute. Und einer Regierung, die keinen Deut besser ist, als die Regierungen anderer Länder. Die sich hauptsächlich mit Machterhalt und Wiederwahl beschäftigt. Sehr viel weniger damit, die Probleme zu lösen. Eines davon ist, wie in vielen anderen Ländern auch, der Immobilienmarkt. Die beiden Grafiken aus dem Beitrag zeigen die Entwicklung: 






Der Beitrag liefert viele gute Gründe, von Norwegen insgesamt die Finger zu lassen.


Kaufen jetzt nur noch die Dummen?
(fuw.ch) Gemäss Bank of America verkaufen die professionellen Anleger Aktien im Rekordtempo. Private kaufen dagegen weiter. Mehr...

Kommentar: Ein Beitrag für unsere LeserInnen, die sich mit Aktien beschäftigen. Die Schlüsse daraus muss jeder selbst ziehen. Unsere Meinung zu Aktien sollte hinlänglich bekannt sein. Die folgenden beiden Grafiken stammen aus dem Beitrag: 

 



 



"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die Finanzkrise von 2008 geht weiter. Die Krise in Europa auch. Ein Ende ist nicht in Sicht. Wir erwarten einen Kollaps des weltweiten Finanzsystems, der nicht beherrscht werden kann. Die Regierungen unternehmen nichts. Alle Versprechen wurden gebrochen. Schlimmer noch: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Auf Kosten seiner Nachbarn. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Die Fassade zeigt schon tiefe Risse, hält aber auf jeden Fall noch bis zur Bundestagswahl. Die Bundesregierung ist vorbereitet. Ihre Planungen für die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv) sind abgeschlossen. Zypern war nur ein Anfang, da geht noch mehr. 

Wer sich vor diesen Maßnahmen erfolgreich in Sicherheit bringen will, muss handeln. Dabei können wir behilflich sein. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie sichert unsere Unabhängigkeit. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir.