Freitag, 26. Juli 2013

Standpunkt 707 - Nachrichten-Ticker, 25.07.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Geringverdiener in Deutschland – Uli Dönch teilt aus – Aufschwung in Europas Süden? – Türkei vor dem Crash?


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile hier, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten mit Hochdruck an einem neue Update. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus ist leider nichts geworden, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir unbedingt noch verarbeiten wollen. Wir bitten um Verständnis und Geduld, das Warten lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung.


Geringverdiener: Nur Litauen hat schlechtere Werte als Deutschland
(welt.de) In Deutschland bekommt ein Viertel der Beschäftigten weniger als 10 Euro brutto pro Stunde. Nur in Litauen ist der Anteil von Geringverdienern in der EU laut einer Studie höher. Mehr...

Kommentar: Ist das nicht eine Schande? In Europas Kraftmeier-Wirtschaft Deutschland werden großflächig Hungerlöhne gezahlt. Während auf der anderen Seite schon seit Jahren die Unternehmensgewinne immer neue Höchstmarken erklimmen. Es ist eine Schande! Deutsche Top-Ökonomen - und die, die sich dafür halten - werden sicherlich schleunigst erklären, dass daran der Euro schuld ist. Unsere LeserInnen bitten wir, sich diesen Bären nicht aufbinden zu lassen. Diese Entwicklung ist vielmehr das Ergebnis konsequenter Lobbyarbeit der deutschen Unternehmer bei der rot-grünen Regierung unter Gerhard Schröder, dem Kanzler der Wirtschaft. Schröder sorgte anschließend für massive Vergünstigungen bei den Unternehmenssteuern und die Agenda 2010. Auf diese Weise wurde die Soziale Marktwirtschaft deutscher Prägung endgültig zerstört. Die rot-gelbe Bundesregierung besorgt den Rest. Die folgenden Grafiken machen diese Entwicklung augenfällig: 
















Die Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) untermauert eine Entwicklung, die für viele Menschen hierzulande direkt in die Altersarmut führt und in eine dauerhafte Abhängigkeit vom Staat, die diesen zukünftig sehr wahrscheinlich überfordern wird. Die Einzelheiten zu dieser Studie gibt es hier, hier und hier (viele Grafiken). Der Ländervergleich auf einen Blick:



In diesem Zusammenhang möchten wir unseren Beitrag vom "Reichtum für Fortgeschrittene" empfehlen (hier). Er beschäftigt sich mit dem stern-Beitrag "Reichtum durch Arbeit ist etwas für Anfänger".  


Die Euro-Erpresser haben sich verzockt: Deutschland braucht den Euro nicht
(focus.de) Viel zu lange schon drohen die Schulden-Sünder uns Deutschen: Wenn Ihr uns nicht helft, kollabiert Eure Exportindustrie. Doch Rettung naht – wir werden immer unabhängiger von Euro-Land. Mehr...

Kommentar: Wir leiden Qualen während wir lesen, was für einen Schund Uli Dönch wieder geschrieben hat. Wie sehr der Euro dem Exporteur Deutschland gutgetan hat, lässt sich in unserem Beitrag nachlesen, mit dem wir auf eine These von Hans-Werner Sinn in seiner "Bogenberger Erklärung" (hier) Stellung genommen haben. Der Beitrag stammt vom 27.12.2011 und beschäftigt sich mit der Frage "Euro-Gewinner Deutschland?" (hier). Wir haben dort aussagefähige Fakten zusammengetragen, die diese Frage nach unserer Meinung da schon abschließend beantworten. Die folgende, aktuelle Grafik zeigt leicht verständlich, wie stark der Anstieg im Handel mit seinen europäischen Nachbarn, für Deutschland, durch die Einführung des Euro ausgefallen ist: 



Sehr gut ersichtlich ist außerdem, dass erst seit der Finanzkrise 2008 der Handel mit Europa eingebrochen ist und sich diese Entwicklung seit den Spardiktaten für die Krisenländer noch einmal verschärft hat. 

Der Versuch von Dönch, mit Hilfe der Zahlen des Wirtschaftsstatistikers Walter Krämer, Länder wie die USA, China und die anderen großen Schwellenländern wie Indonesien, Brasilien oder Indien, als Ablösung für den europäischen Binnenmarkt in Stellung zu bringen, ignoriert die nach wie vor schwierige wirtschaftliche Entwicklung in diesen Ländern. Wir weisen immer wieder in unseren Beiträgen, besonders bei China, den USA und Brasilien, daraufhin. Der Hinweis auf den berühmt-berüchtigten "Ökonomen-Aufruf" (hier nachzulesen), hilft auch nicht wirklich weiter. Der wurde nämlich seinerzeit im In- und Ausland von KollegenInnen kräftig verrissen. 

Die Ausfuhren in die Nachbarländer nehmen wegen der von Deutschland verordneten Sparpolitik ab. Obwohl Deutschland nach wie vor die Überschüsse seiner Exporte innerhalb Europas selbst (vor-)finanziert. Das Geld deutscher Sparer bezahlt die Exportüberschüsse deutscher Unternehmen nach Spanien, Italien, Frankreich, Griechenland, usw. Das wäre auch ohne Euro nicht anders, so funktioniert das eben.


    

Wer glauben machen will, es geht auch anders, der hat das Wesen von Handelsüberschüssen nicht verstanden, bzw. ignoriert es einfach. Es ist eine unumstößliche Gewissheit: Auch Deutschland erzielt nur dann Handelsüberschüsse, wenn es sie selbst finanziert. Egal an welcher Stelle auf der Welt. 

Die Rettung der "Schulden-Sünder", wie Dönch sie nennt, ist eine vorläufige Rettung der Ersparnisse, bzw. Vermögen, deutscher Sparer und Steuerzahler, sonst nichts. Selbst die Immobilienblase in Spanien ist eine Geschäftsidee deutscher, französischer und britischer Großbanken und mit deren Krediten (u. a. Spareinlagen) finanziert. Die einheimischen Banken waren nur die Erfüllungsgehilfen. So wie jetzt auch, wenn es um die Vergesellschaftung der Verluste geht. Diese Rettung ist deshalb nur vorläufig, weil sich 18,2 Billionen Euro Müll in den Bilanzen europäischer Banken, zuzüglich der Risiken aus dem Derivatehandel und den Schattenbanken, nicht vergemeinschaften lassen. Das ist bekannt, trotzdem wird mit dieser hirnrissigen Idee, auf Betreiben der Banken, immer weitergemacht. Bis zum bitteren Ende, der vollständigen Enteignung aller Sparer und Steuerzahler, auch der deutschen. Übrigens: In den USA werden gerade zwei europäische Großbanken als heiße Pleitekandidaten gehandelt: die britische Barclays und die Deutsche Bank. Die Wahrscheinlichkeit wird für die Deutsche Bank am höchsten eingeschätzt. Es wird spekuliert, ob sie es noch bis nach der Bundestagswahl am 22. September schafft. Das sind keine guten Aussichten für Sparer und Steuerzahler, wie die folgende Grafik noch einmal zeigt: 




Uli Dönich wird auch dafür die Schuld wieder woanders suchen, auf keinen Fall vor der eigenen Haustüre.


Lichtblick für die Euro-Südländer
(derstandard.at) Anzeichen mehren sich, dass zumindest Spanien und Portugal das Schlimmste hinter sich haben. Die Anleger reagieren entzückt. Mehr...
Kommentar: Wieder einmal wird die Krise - wenigstens ein bisschen - für beendet erklärt. Wer diesem Quatsch noch glaubt, dem ist nicht (mehr) zu helfen. Diesen Mummenschanz als Grafik liefert der Beitrag gleich mit: 



Da geraten selbst wir in einem winzigen, unbeobachteten Augenblick in totale Verzückung...


Salaries and benefits dropped 11 pct in a year
(ekathimerini.com) Disposable income of households shrank by 2 bln euros in Q1. Read more...

Kommentar: 2 Milliarden Euro, die das Land bitter nötig hat.


Roubini: Türkischer Wirtschaft droht Crash
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Türkei ist abhängig von kurzfristigem ausländischen Kapital. Das benötigt sie, um ihr Leistungsbilanzdefizit finanzieren zu können. Der US-Ökonom Nouriel Roubini sieht genau darin eine Schwäche der türkischen Wirtschaft. Ein Crash sei möglich. Dies könnte auch negative Auswirkungen für die deutsche Wirtschaft haben. Mehr...

Kommentar: Also doch, auch die Türkei ist kein Land wo Milch und Honig fließen. Es hat sich den Westen zum Vorbild genommen und seine Fehler nachgeahmt. Da sind die Probleme vorprogrammiert. In einem Kommentar zu dem Beitrag "Armes Griechenland, glückliche Türkei!" von Hans-Olaf Henkel (hier) haben wir in unserem Nachrichten-Ticker vom 05.11.2012 u. a. geschrieben: "Der türkische Erfolg ist genauso auf Sand gebaut wie der irische oder der spanische, ebenfalls beides hochgelobte Musterknaben der EU/Eurozone. Die Türkei entwickelt sich auf Pump, eine platzende Immobilienblase zeichnet sich bereits ab, 2 Millionen Türken stecken in der Schuldenfalle (hier). Die Wirtschaft prosperiert durch die enge Verbindung zur EU (hier), besonders zu den Staaten der Eurozone (hier). Seit 2007 hat das Land schon über 3 Milliarden Euro erhalten, um sich für einen Beitritt zur EU fit zu machen (hier). Alleine 900 Millionen Euro sind es 2012." Mehr dazu hier.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die Finanzkrise von 2008 geht weiter. Die Krise in Europa auch. Ein Ende ist nicht in Sicht. Wir erwarten einen Kollaps des weltweiten Finanzsystems, der nicht beherrscht werden kann. Die Regierungen unternehmen nichts. Alle Versprechen wurden gebrochen. Schlimmer noch: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Auf Kosten seiner Nachbarn. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Die Fassade zeigt schon tiefe Risse, hält aber auf jeden Fall noch bis zur Bundestagswahl. Die Bundesregierung ist vorbereitet. Ihre Planungen für die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv) sind abgeschlossen. Zypern war nur ein Anfang, da geht noch mehr. 

Wer sich vor diesen Maßnahmen erfolgreich in Sicherheit bringen will, muss handeln. Dabei können wir behilflich sein. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie sichert unsere Unabhängigkeit. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir.