Sonntag, 28. Juli 2013

Standpunkt 709 - Nachrichten-Ticker, 27.07.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Pleite-Risiko Deutsche Bank – Banken liquidieren – EU-Pleitestaaten – USA (3 Beiträge)


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon eine Weile hier, daß wir ein neues Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten mit Hochdruck an einem neue Update. Ursprünglich wollten wir längst damit fertig sein. Daraus ist leider nichts geworden, ständig kommen neue Informationen dazu, die wir unbedingt noch verarbeiten wollen. Wir bitten um Verständnis und Geduld, das Warten lohnt sich! Wir beschäftigen uns ausführlich mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, mit der virtuellen Währung Bitcoin, mit dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot, oder den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus. Außerdem natürlich mit den in Deutschland schon lange bekannten zahllosen Methoden der Enteignung.


Exzesse bei Deutscher Bank „ganz sicher vorbei"
(wirtschaftsblatt.at) Eine neue Bescheidenheit und Ehrlichkeit hat der seit einem Jahr im Amt befindliche Aufsichtsratsvorsitzende Paul Achleitner dem Institut verordnet. Mehr... 

Kommentar: Wer glaubt, was Achleitner, früher Investmentbanker und Vorstand der Allianz, in diesem Beitrag zum Besten gibt, dem ist nicht zu helfen. Der Aufsichtsratsvorsitzende verteilt Placebos, sonst nichts. Die Wirklichkeit sieht leider anders aus. In den USA wird momentan die Deutsche Bank als Kandidat für einen Übernacht-Zusammenbruch gehandelt. Noch vor der britischen Großbank Barclays und der Citibank in New York, eine der größten Banken auf der Welt, die ebenfalls akut vom Zusammenbruch bedroht sind. Jeder Rettungs-Euro in Europa bedeutet gleichzeitig eine Lebensverlängerung für die Deutsche Bank. Verantwortlich für den maroden Zustand der Bank ist primär Josef "Joe" Cowboy Ackermann, der in seiner Zeit als Vorstandssprecher jedes kriminelle Geschäft ins Haus geholt hat, so lange es nur hohe Gewinne abwirft. Nach dem Zusammenbruch der Bank kommt es zu strafrechtlichen Untersuchungen, in deren Mittelpunkt Ackermann stehen wird. Das ist der Grund für den Verzicht Ackermanns auf einen Platz im Aufsichtsrat der Bank, an den Vorsitz war von vorneherein nicht zu denken (hier). Die Schweiz wird ihren Bürger Ackermann wohl kaum an Deutschland ausliefern, damit ihm wegen seiner zahllosen strafbaren Handlungen (aka: kriminellen Vergangenheit) hierzulande der Prozeß gemacht werden kann. 

Bisher versteckt die Deutsche Bank erfolgreich ihre gigantischen Risiken. Tatkräftig unterstützt von den Medien, die sich regelrecht weigern, darüber zu berichten. Obwohl die Faktenlage eindeutig ist.


Banken liquidieren
(faz.net)  Notenbanken und Politiker sollten sich trauen, marode Geldhäuser zu schließen. Davor schrecken sie bisher zurück. Mehr... 

Kommentar: Ein bemerkenswerter Vorschlag von Thomas Mayer, Ex-Chefvolkswirt Deutsche Bank. Ob er dabei auch an seinen früheren Arbeitgeber denkt? Das ist eher unwahrscheinlich. Sein Vorschlag ist längst überfällig, wie er ihn begründet zu akademisch. Trotzdem bemerkenswert.


EU ignoriert Realität: Zypern und Portugal sind pleite
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Behauptung der EU, Zypern und Portugal seien noch solvent, ist eine Illusion. Die Kreditvergabe an diese Länder verschaffe nur eine vorübergehende Linderung, sagt die Natixis-Bank. Die EU ignoriere dies und mache somit den unvermeidlichen Zusammenbruch dieser Länder nur umso schlimmer. Mehr... 

Kommentar: Ein Beitrag, der populistisch angelegt ist und selbst die Realität gegenüber der vergleichbaren Situation in anderen Staaten ausblendet. Absicht? Pleitebedroht sind die Staaten, in denen die Schulden der Banken sozialisiert werden. Das ergibt eine lange Reihe, die von Europa, über die USA und Australien, bis nach China geht. Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll nur zeigen, wie einseitig und verkürzt immer wieder im Umgang mit der Krise in Europa argumentiert wird. Akut ist die Crashgefahr deshalb nicht nur in Portugal, sie besteht in gleicher Intensität auch anderswo. Die Entwicklung von Wirtschaftswachstum und Staatsschulden sind das Ergebnis einer verfehlten Rettungspolitik, wie sich aus den folgenden beiden Grafiken aus dem Beitrag ablesen lässt, wenn man sich den Anstieg seit 2008 ansieht: 

Grafik 1, Wirtschaftswachstum: 
 

Grafik 2, Entwicklung der Staatsschulden: 


Gleich einen Blick nach Amerika: 


"Diese wachsende Ungleichheit ist nicht nur moralisch falsch, das ist schlechtes Wirtschaften"
(format.at) US-Präsident Barack Obama will mit gezielten Investitionen für die Mittelklasse der lahmenden Konjunktur auf die Sprünge helfen. Zugleich versprach US-Präsident Obama am Mittwoch in einer wirtschaftspolitischen Grundsatzrede vor Studenten am Knox College im US-Staat Illinois, den Kampf gegen die immer größere Kluft zwischen arm und reich zur wichtigsten Aufgabe seiner zweiten Amtszeit zu machen. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Eine tolle Show des US-Präsidenten: Obama hat in den Jahren seiner Präsidentschaft das überhaupt erst verursacht, was er jetzt anprangert. Obama hat keine Ahnung von Wirtschaft und offensichtlich die falschen Berater. Als Lösung genügt es ihm schon, ein bisschen heiße Luft zu produzieren, die er in einer seiner legendären, charismatischen Ansprachen den Amerikanern als ausgereiften Plan präsentiert. In Wahrheit werden sie von ihrem Präsidenten an der Nase herumgeführt. Das ist schade.  

ZERO HEDGE stellt in diesem Zusammenhang die Frage: "Is This The Recovery Obama Is Talking About?" und schreibt: "Obama: '...the economy is far stronger now than it was four and a half years ago.' ...as long as one ignores the reality of the following chart..." Mehr dazu hier. Die Grafik aus dem Beitrag dazu: 

 
    
Noch einmal ZERO HEDGE: "Economics Cannot Trump Mathematics". Eine Tatsache, die Obama scheinbar nicht versteht. Was der Autor meint, bringt er so auf den Punkt: "Apocalypse In One Picture:  If a picture is worth a thousand words, this graph is worth millions. The route to economic demise is depicted below:" 

 

Zu diesem Chart noch einmal der Autor: "The relationships in this graph are terrifying! Debt is shown relative to GDP. GDP growth has been one-third the growth in debt for the period. That is, the economy required $3 of debt to produce $1 more in real GDP. In recent years diminishing returns to debt required $6 of debt to increase GDP a $1. Whatever the benefits of debt, they have clearly diminished, almost to zero. Debt expansion has gone exponential in order to salvage the weak growth in GDP." Mehr dazu hier.

Die nächste Grafik gibt ebenfalls wenig Anlass zur Freude: 

 
 


Zwei Dinge sind für die USA unumgänglich: Eine ernsthafte Finanzreform und ein New Deal 2.0, inklusive der schon einmal unter Franklin D. Roosevelt praktizierten Beteiligung der Reichen an der Sanierung Amerikas. Das wird Obama nicht schaffen, dafür ist er schlicht zu schwach, nicht durchsetzungsfähig genug. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die Finanzkrise von 2008 geht weiter. Die Krise in Europa auch. Ein Ende ist nicht in Sicht. Wir erwarten einen Kollaps des weltweiten Finanzsystems, der nicht beherrscht werden kann. Die Regierungen unternehmen nichts. Alle Versprechen wurden gebrochen. Schlimmer noch: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Auf Kosten seiner Nachbarn. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Die Fassade zeigt schon tiefe Risse, hält aber auf jeden Fall noch bis zur Bundestagswahl. Die Bundesregierung ist vorbereitet. Ihre Planungen für die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv) sind abgeschlossen. Zypern war nur ein Anfang, da geht noch mehr. 

Wer sich vor diesen Maßnahmen erfolgreich in Sicherheit bringen will, muss handeln. Dabei können wir behilflich sein. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Sie sichert unsere Unabhängigkeit. Eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de genügt. Den Rest erledigen wir.