Donnerstag, 8. August 2013

Standpunkt 720 - Nachrichten-Ticker, 07.08.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Fragen, Anregungen und Kritik einfach an der-oekonomiker@email.de schicken.

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: IWF warnt vor deutschen Banken – Deutsche Wirtschaft steigt (2 Beiträge) – China


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon viele Monate her, daß wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten an einem Upgrade. Neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen geschichte beschäftigen wir uns mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, der virtuellen Währung Bitcoin, dem Zypern-Modell, den Plänne der EU zur Bankenrettung, außerdem mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


IWF: Deutsche Banken sind extrem anfällig
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Noch immer bestehen erhebliche Risiken im deutschen Bankensektor und die Wirtschaft stagniert eher als zu wachsen, so der IWF. Deutschland laufe Gefahr, sich kaputt zu sparen. Stark rückläufige ausländische Investitionen sind ebenfalls ein Risiko. Mehr...

Kommentar: Was der IWF überhaupt nicht auf dem Schirm hat, sind die Risiken aus dem Derivatehandel. Ein Volumen von geschätzt 1.400 Billionen USD, das 20fache der Weltjahreswirtschaftsleistung und unter völliger Kontrolle einer Hand voll TBTF-Banken (Deutsche Bank inklusive), wird systematisch vor der Öffentlichkeit versteckt. Die Deutschen glauben fest daran, dass sie der Euro und die Schulden der Südeuropäer um ihre Ersparnisse bringen werden. Ein Irrtum, der von Finanzindustrie und Politik ganz bewußt gehegt und gepflegt wird. Andernfalls wäre keine der im Bundestag vertretenen Parteien mehr wählbar. Die Einen, weil sie die Finanzindustrie bei ihren kriminellen Geschäften schon seit Jahren unterstützen, die Anderen, weil sie dem Treiben genauso lange widerspruchslos zuschauen. 

Zum aktuellen IWF-Länderbericht für Deutschland geht es hier


Deutsche Wirtschaft steigert Produktion stark
(manager-magazin.de) Kommt pünktlich zur Bundestagswahl tatsächlich ein kleiner Aufschwung in Deutschland an? Im Juni haben die Firmen hierzulande ihre Produktion zumindest so stark gesteigert, wie seit zwei Jahren nicht mehr. Und das liegt offenbar nicht nur an einem statistischen Effekt. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Natürlich tragen gute Nachrichten aus der heimischen und europäischen Wirtschaft zu dem Wohlfühlklima am 22. September bei, das für einen hohen Wahlsieg der Bundeskanzlerin und ihrer Regierung sorgen wird. Zusätzliche Meldungen vom Rückgang der Arbeitslosenquote in Südeuropa machen sich ebenfalls gut. Vermittelt das Gefühl, als schlägt die von Deutschland in diesen Ländern betriebene Sparpolitik doch noch an. Wichtiger Propagandist wird in den kommenden Wochen das Ifo-Institut von Hans-Werner Sinn in München mit seinem Geschäftsklimaindex sein. Gleich dahinter wird der GfK-Konsumklimaindex unterstützend tätig sein. DER STANDARD aus Österreich meldet gerade "Wirtschaftsklima im Euroraum hellt sich auf" und bezieht sich dabei auf Angaben des Ifo-Instituts. In der Einleitung heißt es dazu: "Ein Ende der Durstrecke ist in Sicht: Das Klima ist so gut wie seit zwei Jahren nicht, auch die Erwartungen steigen deutlich." Mehr dazu hier. Lächerlich.


China: Städte wollen Pkw-Verkehr beschränken
(heise/telepolis.de) Wegen extremer Luftverschmutzung soll in zusätzlichen Städten der Verkauf eingeschränkt werden. Mehr...

Kommentar: Das sind keine guten Aussichten für die deutsche Autoindustrie. Ausweichmärkte stehen ihnen nicht zur Verfügung. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die Finanzkrise von 2008 geht weiter. Die Krise in Europa auch. Ein Ende ist nicht in Sicht. Wir erwarten einen Kollaps des weltweiten Finanzsystems, der nicht beherrscht werden kann. 

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Die Fassade bröckelt, zeigt schon tiefe Risse, hält aber bis zur Bundestagswahl. Die Bundesregierung hat sich, mit deutscher Gründlichkeit, auf die Zeit danach bestens vorbereitet. Ihre Planungen für die Enteignung der Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv) sind abgeschlossen. Wer sich vor diesen Maßnahmen erfolgreich in Sicherheit bringen will, muss jetzt handeln.