Montag, 19. August 2013

Standpunkt 731 - Nachrichten-Ticker, 18.08.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Fragen, Anregungen und Kritik einfach an der-oekonomiker@email.de schicken.

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Auf ein Wort: Bankenkrise in Europa – Reichtum ohne Grenzen – Inflation – Roland Leuschel sieht den Crash – China (3 Beiträge)


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon viele Monate her, daß wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten an einem Upgrade. Neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte beschäftigen wir uns mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, der virtuellen Währung Bitcoin, dem Zypern-Modell, den Plänne der EU zur Bankenrettung, außerdem mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Auf ein Wort: Staatsschuldenkrise oder Bankenkrise in Europa
Schon wieder müssen wir uns dafür rechtfertigen, dass wir die Krise in Europa nicht als Staatsschulden-, sondern als Bankenkrise qualifizieren (hier). Zur Begründung unserer Einschätzung verweisen wir heute auf eine Untersuchung der BIZ in Basel, der Zentralbank der Zentralbanken. Die hat sich nämlich schon im Dezember 2008 mit den Risiken aus den Bankenrettungen durch die Staaten eingehend beschäftigt. Das Ergebnis dieser Untersuchung stützt klar unsere Auffassung: "The “Central Banks’ Central Bank” says Bailouts Putting Nations at Risk, as Confirmed By Higher Credit Default Swap Spreads" (hier). Direkt zum Report der BIZ geht es hier. Wie sehr die Staatsschulden in die Höhe geschossen sind, zeigt die folgende Grafik der F.A.Z. aus dem Beitrag "Milliardengrab Bankenrettung" (hier): 




   
Warum die Reichen immer reicher werden
(format.at) The winner takes it all. Neue Technologien und die globale Vernetzung machen einige wenige Unternehmer quasi über Nacht zu Milliardären. Es entsteht eine neue Welt-Elite mit exorbitanten Vermögen, die dem Rest der Menschheit enteilt. Nur - wie geht das? Wie können einige wenige enorm schnell enorm reich werden, während der Rest aufgrund stagnierender Reallöhne auf der Stelle tritt? Und warum zählen die wenigen an der Spitze der Gesellschaft selbst dann noch zu den Gewinnern, wenn der Rest zu verlieren beginnt? Mehr...

Kommentar: Eine lesenswerte Analyse unserer österreichischen Nachbarn, die an Deutlichkeit wenig Wünsche offen lässt. Der in diesem Beitrag beschriebenen Elite geht die augenblickliche Entwicklung und ein absehbarer Finanzkollaps sprichwörtlich "am Arsch vorbei". Die werden auch danach die Gruppe der Superreichen bilden. Dafür bezahlen müssen die 99% Rest, denen am Ende nur noch ein wenig mehr als Nichts bleibt. Und die bis an ihr Lebensende der versäumten Chance nachtrauern, ihre Ersparnisse nicht frühzeitig in Sicherheit gebracht zu haben. 

Ergänzend dazu möchten wir unsere LeserInnen auf einen unserer früheren Beiträge hinweisen: "Reichtum durch Arbeit ist etwas für Anfänger" (hier). Es lohnt sich. 


Die Wähler stellen Merkel einen Blankoscheck aus
(welt.de) Die Kanzlerin kann bei der Wahl am 22. September erstmals nach 2005 und 2009 einen echten persönlichen Sieg erringen. Doch wofür sie dieses enorme Kapital nutzen würde, ist bisher völlig offen. Mehr...

Kommentar: Für uns ist es unfassbar, welche Zustimmung CDU/CSU und die Kanzlerin geniessen. Es ist durch nichts, absolut nichts, gerechtfertigt! Merkel trickst und täuscht sich durch die Krise, belügt und betrügt ihre Wähler. Selbst die Tatsache, dass es keine Alternative gibt, rechtfertig nicht diese hohe Zustimmung und Bereitschaft, sie am 22. September zu wählen. Deutschland hat ein Wahlrecht, keine Wahlpflicht. Deshalb sind auch die gute Demokraten, die nicht wählen und sich für den Wahlsonntag etwas anderes vornehmen. 


Quelle: toonpool.com


Wenn die Inflationstauben weinen
(project-syndicate.org)  Das  Wall Street Journal  brachte kürzlich auf der Titelseite einen Artikel über die "Tauben" der Geldpolitik, die eine niedrige Inflation in den Vereinigten Staaten vorhergesagt und die "Falken" übertrumpft hatten, die ihrerseits argumentiert hatten, dass die allmonatlichen Käufe langfristiger Wertpapiere seitens der Notenbank, also die quantitative Lockerung (QE), einen schnelleren Preiszuwachs bewirken würden. Der Bericht war korrekt, aber irreführend, denn er erwähnte nicht, warum  die Inflation in den USA zurzeit so niedrig ist. Hatten die Tauben recht oder nur Glück? Mehr...

Kommentar: Vor zwei Tagen haben die Eidgenossen in dem Beitrag "Warum mehr Geld keine Inflation verursacht" erklärt, "warum die Reserven keine Rollen spielen, denn die seit der Finanzkrise riesigen Reserven der Banken bei den Zentralbanken können nicht als Kredite verliehen werden – und deswegen auch keine Inflation verursachen." Mehr hier. In dem heutigen Beitrag erklärt der renommierte US-Ökonom Allan H. Meltzer, einer der weltweit führenden Experte für Geldpolitik, seine differenzierte Sicht auf die Inflationsrisiken. Pflichtlektüre für alle, die sich mit dem Thema intensiv beschäftigen. 


Roland Leuschel: Dann kommt der Crash 
(boerse-online.de) Alles gut an den Börsen? Von wegen: Der ausgewiesene Crash-Prophet Roland Leuschel sagt den großen Absturz voraus. Und das sei erst der Anfang. Eine Währungsreform werde ebenfalls kommen. Mehr...

Kommentar: Der Markt sei "reif für einen Crash", behauptet Leuschel und erwartet einen Einbruch um die Hälfte. Er erinnert an 1987, als es an nur einem Tag um sagenhafte 23% in den Keller ging. Diesen Crash hatte Leuschel vorhergesagt. So wie einige Jahre vorher die Hausse in den USA und Europa. Später waren seine Vorhersagen nicht mehr sonderlich präzise. Das ist die Chance für die Anleger bei der aktuellen Prophezeiung. Vielleicht sind es ein paar %-Punkte weniger. An der grundsätzlichen Aussage lässt sich wenig herummäkeln.  


China: Endspiel am Immobilienmarkt
(format.at) Die Immobilienpreise in Peking und Shanghai ziehen rasant an. In der chinesischen Hauptstadt lagen die Häuserpreise im Juli satte 14,1 Prozent über dem Vorjahreswert, in der Finanzmetropole waren es 13,7 Prozent. Es ist sowohl für Peking als auch Shanghai die höchste Monatsrate des bisherigen Jahres. Insgesamt mussten Käufer in 62 von 70 untersuchten Städten tiefer in die Tasche greifen. Das geht aus Reuters-Berechnungen hervor, die auf am Sonntag veröffentlichten Daten der nationalen Statistikbehörde beruhen. Für die chinesische Regierung ist die Immobilienbranche von großer Bedeutung, weil sie 40 andere Wirtschaftszweige direkt beeinflusst. Die große Nachfrage nach Häusern und Wohnungen unterstützt das Wachstum in der Volksrepublik. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Die F.A.Z. warnt vor der Gefahr einer Überhitzung: "Immobilienpreise in Peking und Schanghai ziehen rasant an" (hier). Der chinesische Immobilienmarkt ist für 60% der Wirtschaftsleistung verantwortlich. Geht da was daneben, dann hätte das weitreichende Folgen. 

In diesem Zusammenhang verdient der aktuelle Beitrag von Michael Pettis Aufmerksamkeit: "The urbanization fallacy" (hier). Es ist gleichzeitig unser Kommentar. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die Finanzkrise von 2008 geht weiter. Die Krise in Europa auch. Ein Ende ist nicht in Sicht. Wir erwarten einen Kollaps des weltweiten Finanzsystems, der nicht beherrscht werden kann. 

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Die Fassade bröckelt, zeigt schon tiefe Risse, hält aber bis zur Bundestagswahl. Die Bundesregierung hat sich, mit deutscher Gründlichkeit, auf die Zeit danach bestens vorbereitet. Ihre Planungen für die Enteignung der Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv) sind abgeschlossen. Wer sich vor diesen Maßnahmen erfolgreich in Sicherheit bringen will, muss jetzt handeln.