Dienstag, 20. August 2013

Standpunkt 732 - Nachrichten-Ticker, 19.08.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Fragen, Anregungen und Kritik einfach an der-oekonomiker@email.de schicken.

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Starbatty erklärt die Katastrophe – Bundesbank zu Japan – USA: Social Security System in Not


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon viele Monate her, daß wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten an einem Upgrade. Neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte beschäftigen wir uns mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, der virtuellen Währung Bitcoin, dem Zypern-Modell, den Plänne der EU zur Bankenrettung, außerdem mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Starbatty warnt vor einer europäischen Katastrophe
(welt.de) Der renommierte Ökonom und AfD-Kandidat Joachim Starbatty spricht über den Hass auf die Deutschen, Schuldenschnitte in Griechenland und Portugal und die wirtschaftliche Schwäche Frankreichs. Mehr... 

Kommentar: Wie nicht anders zu erwarten liefert auch Starbatty keine machbaren Lösungen. Sein einziger Vorschlag ist die Auflösung der Gemeinschaftswährung. Seine Idee, dass einige Länder aus der Währungsunion austreten, ist in den Verträgen nicht vorgesehen, wäre also nur über den Weg einer Beendigung der EWWU zu realisieren. Die Folgen sind nicht absehbar, deshalb werden sie gerne von den Befürwortern heruntergespielt. Genauso wie das Grundübel, die Bankenkrise. Starbatty verliert kein Wort darüber, wie er die Banken sanieren will, die entweder schon pleite, oder davon bedroht sind. Oder, wie will er mit den Schulden umgehen, die in den Krisenländern bereits aufgehäuft worden sind, um die Banken zu retten? Eine Umwandlung in die neuen nationalen Währungen bedeutet eine nahezu vollkommene Entwertung für die Gläubigerstaaten, käme also einem Schuldenerlass gleich, der über einen Schuldenschnitt weit hinausgeht. Weil Starbatty dafür keine Lösung anbietet, muss man sich über seinen ideologischen Rest keine Gedanken mehr machen.

Die Bertelsmann-Stiftung hat im vergangenen Jahr die "Wirtschaftlichen Folgen eines Euro-Austritts der südeuropäischen Mitgliedsstaaten" untersuchen lassen (hier). Das Ergebnis ist verheerend, wie die folgende Grafik zeigt: 

 
   
Niemand von den Befürwortern hat sich bisher ernsthaft daran versucht, diese Studie zu widerlegen. Wie auch, schliesslich gehen die Berechnungen darin sowieso von den günstigsten Annahmen aus, die sich in der Praxis niemals einhalten lassen. Es wird noch viel teurer. Logisch, dass Stabatty sich dazu ausschweigt. Er ist bei der AfD bestens aufgehoben, einem Haufen Theoretiker, die sich in ihrem akademischen Elfenbeinturm der Wirklichkeit verschließen.


Bundesbank warnt vor konjunkturellem Strohfeuer in Japan
(handelsblatt.com) Die ultra-lockere Geldpolitik wird der japanischen Wirtschaft nur kurzfristig helfen, befürchtet die Bundesbank. Langfristig rechnet sie mit negativen Folgen – vor allem für die Inflation. Mehr... 

Kommentar: Unsere LeserInnen kennen von Anfang an unsere Vorbehalte gegenüber der neuen japanischen Finanz- und Wirtschaftspolitik. Wir glauben nicht an den Erfolg. Ausnahmsweise bestätigt die Bundesbank unsere Auffassung. Zu finden im aktuellen Monatsbericht (hier) ab Seite 16.


The Trends Few Dare Discuss: Social Security And The Decline In Full-Time Employment
(zerohedge.com) Believing official reassurances based on Fantasyland projections of ever-rising payroll taxes and employment does not magically make the Social Security system viable. Read more... 

Kommentar: Die Wirkung der verfehlten Finanz- und Wirtschaftspolitik unter Barack Obama, dargestellt an zwei Grafiken aus dem Beitrag: 


 

Die Geldpolitik der Fed geht an selbst gesteckten Zielen vorbei. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die Finanzkrise von 2008 geht weiter. Die Krise in Europa auch. Ein Ende ist nicht in Sicht. Wir erwarten einen Kollaps des weltweiten Finanzsystems, der nicht beherrscht werden kann. 

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Die Fassade bröckelt, zeigt schon tiefe Risse, hält aber bis zur Bundestagswahl. Die Bundesregierung hat sich, mit deutscher Gründlichkeit, auf die Zeit danach bestens vorbereitet. Ihre Planungen für die Enteignung der Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv) sind abgeschlossen. Wer sich vor diesen Maßnahmen erfolgreich in Sicherheit bringen will, muss jetzt handeln.