Donnerstag, 22. August 2013

Standpunkt 734 - Nachrichten-Ticker, 21.08.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Fragen, Anregungen und Kritik einfach an der-oekonomiker@email.de schicken.

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Neues von den Bankstern – Europa-Krise (3 Beiträge) – Wählerkrise – UBS-Rettung – Niederlande „AAA“ – Deutscher Antiamerikanismus


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon viele Monate her, daß wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten an einem Upgrade. Neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte beschäftigen wir uns mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, der virtuellen Währung Bitcoin, dem Zypern-Modell, den Plänne der EU zur Bankenrettung, außerdem mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Lügen, betrügen, manipulieren
(fr-online.de) Gefälschte Zinsen, überhöhte Rohstoffpreise, versteckte Verluste – immer neue Skandale erschüttern die Finanzmärkte. Der Fehler liegt im System. Mehr...

Kommentar: Nichts Neues, was in dem Beitrag steht. Trotzdem höchst erfreulich, wenn über diese Sauereien wenigstens hin und wieder in den Medien berichtet wird. Was wir in dem Beitrag vermissen: Den Hinweis auf die schon vor vier Jahren von den G20-Staaten versprochene Finanzreform, welche korrumpierte Politiker bis heute schuldig bleiben. 


Warum ein Comeback der Euro-Krise nicht unwahrscheinlich ist 
(format.at) Investoren zerbrechen sich derzeit den Kopf über den nächsten Schritt der Federal Reserve bezüglich der Bondkäufe. Dabei ignorieren sie das Risiko einer Rückkehr der Euroraum-Schuldenkrise, warnt Morgan Stanley. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Eine merkwürdige Bewertung der Krise in Europa. Zurückkehren kann nur, was verschwunden war. Diese Krise war es definitiv nicht, sie wird über weite Strecken nur totgeschwiegen. Wer unserer Einschätzung nicht glauben mag, der wird nach dem 22. September eines Besseren belehrt. Garantiert. Dann wird passieren, was wir gerade bei Griechenland erleben und die ZEIT in dem Beitrag "Merkel stimmt auf neues Griechenland-Paket ein", so beschreibt: "Monatelang bestritt die Regierung vehement, Griechenland bedürfe weiterer Hilfen. Jetzt sagt die Kanzlerin, jeder habe gewusst: Zusätzliche Kredite könnten nötig sein." Mehr hier. Diese Heuchelei stützt der FOCUS auf seine unnachahmliche Art in dem Beitrag "Warum die Empörung der Opposition Heuchelei ist" mit Hilfe des Bundesfinanzministers: "Finanzminister Schäuble spricht von einem dritten Rettungsprogramm für Athen – und alle stürzen sich auf ihn. Dabei hat er nur gesagt, was ohnehin klar war. Nur konkreter. Dafür müsste man ihm doch dankbar sein. Vor allem die Opposition." Mehr hier


Die Bundestagswahl und Europa: Die Wählerkrise
(querschuesse.de) Es ist Bundestagswahlkampf – und keiner geht hin! So ungefähr könnte man die Situation einen Monat vor der Bundestagswahl beschreiben. Die Rechnung der etablierten Parteien, erst etwa sechs Wochen vor der Wahl mit dem Wahlkampf zu beginnen, weil alles, was davor geschieht, den Wähler bei seiner Wahlentscheidung ohnehin kaum tangiert, ist nicht aufgegangen. Mehr...

Kommentar: Der Beitrag von SLE ist insgesamt wieder sehr "stimmig" ausgefallen. Am besten gefällt uns aber seine Beschreibung der deutschen Zukunft in der Krise: "Ein glaubwürdiger, überzeugender Gegenentwurf zur Regierungspolitik ist weit und breit nicht in Sicht. Eine überzeugende alternative Partei aber eben auch nicht. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes fatal. Denn die Euro-Krise wird so sicher wie das Amen in der Kirche auch bei uns in Deutschland, auf dieser scheinbaren Insel der wirtschaftlichen und finanziellen Glückseligkeit, ankommen und zwar mit allen bisher schon in den europäischen Krisenländern sichtbar gewordenen Kernproblemen: wirtschaftliche Talfahrt, steigende Arbeitslosigkeit und steigende Staatsverschuldung. Die europäische Krisenpolitik der letzten Jahre, die unbestreitbar die Handschrift unserer Bundesregierung in Berlin trägt und – mit Ausnahme der Linken – von allen Oppositionsparteien im Bundestag mitgetragen worden ist, ist von den Resultaten her gesehen katastrophal gewesen. Bisher sind es "nur" unsere Mitmenschen in den europäischen Krisenländern gewesen, die die Folgen dieser Krisenpolitik zu spüren bekommen haben und ertragen müssen. Sie baden aus, was gerade auch in Berlin entschieden worden ist. Allzu viele Wähler in Deutschland wollen es immer noch nicht wahrhaben oder verdrängen es schlicht, aber auch sie wird die europäische Krise treffen und sie können sicher sein, dass dann dasselbe krisenpolitische Konzept auch bei uns Anwendung finden wird." Da schreibt uns der Mann aus dem Herzen. 

Zum Schluss empfiehlt er, "wer unzufrieden mit allen etablierten Parteien ist, der sollte deswegen im Zweifel lieber einfach ungültig als gar nicht wählen". Das deckt sich nicht mit unserer Haltung. Wir bleiben dabei und empfehlen, die Wahl konsequent zu boykottieren. Warum, zeigt vortrefflich die folgende Karikatur: 


Quelle: maniacworld.com


Weshalb die Rettung der UBS kein "gutes Geschäft" war
(fuw.ch) Bund und Nationalbank haben mit der Rettung der UBS gut 5 Mrd. Fr. verdient. Wer daraus ableitet, es sei alles gar nicht so schlimm gewesen, begeht einen Denkfehler, schreibt FuW-Chefredaktor Mark Dittli: "Die Schweiz hatte in den Monaten nach dem Oktober 2008 vor allen eines: Glück." Mehr...

Kommentar: Wenigstens ein klein wenig Kritik gegenüber den Lobpreisungen zur angeblichen gewinnbringenden Rettung der Schweizer Großbank UBS, über die wir hier berichtet haben. 


Trotz Warnung: Niederlande behalten "AAA"-Note
(cash.ch) Fitch Ratings hat die Spitzen- Bonitätsnote "AAA" der Niederlande bestätigt. Gleichzeitig wies die Ratingagentur jedoch darauf hin, dass die sich verschlechternde Schuldenposition des Landes ein Risiko darstellen würde. Mehr...

Kommentar: Eine Bewertung, die mit der Realität wenig zu tun hat. Offensichtlich eine politische Entscheidung. Die niederländischen Banken ein Trümmerfeld, der Immobilienmarkt kollabiert, die Wirtschaft in der Rezession, die Regierung im Sparwahn, keine Besserung in Sicht. Bitte hier nachlesen. Das ist keine Grundlage mehr für ein Triple-A-Ranking. 


Projektionsfläche Amerika
(heise/telepolis.de) Was der deutschlandweit grassierende Antiamerikanismus über die Zustände in der machtpolitisch aufstrebenden Bundesrepublik verrät. Mehr...

Kommentar: Hervorragend, diese Analyse. Absolut lesenswert. Erst kürzlich war im Zusammenhang mit der Pleite Detroits die große Häme zu spüren, die sich in den deutschen Medien über die Zustände in den USA breit gemacht hat. Nur, es hilft alles nichts, ohne die USA als Zugpferd wird die weiter grassierende Finanzkrise mit ihren lokalen Auswüchsen nicht gelöst werden. Leider wird das unter dem amtierenden Präsidenten Barack Obama nicht mehr passieren.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die Finanzkrise von 2008 geht weiter. Die Krise in Europa auch. Ein Ende ist nicht in Sicht. Wir erwarten einen Kollaps des weltweiten Finanzsystems, der nicht beherrscht werden kann. 

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Die Fassade bröckelt, zeigt schon tiefe Risse, hält aber bis zur Bundestagswahl. Die Bundesregierung hat sich, mit deutscher Gründlichkeit, auf die Zeit danach bestens vorbereitet. Ihre Planungen für die Enteignung der Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv) sind abgeschlossen. Wer sich vor diesen Maßnahmen erfolgreich in Sicherheit bringen will, muss jetzt handeln.