Freitag, 23. August 2013

Standpunkt 735 - Nachrichten-Ticker, 22.08.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Fragen, Anregungen und Kritik einfach an der-oekonomiker@email.de schicken.

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Neue Griechenland-Hilfe – Euro in Form – Deutsche Wirtschaft – Österreichs Banken


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon viele Monate her, daß wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten an einem Upgrade. Neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte beschäftigen wir uns mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, der virtuellen Währung Bitcoin, dem Zypern-Modell, den Plänne der EU zur Bankenrettung, außerdem mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Österreich: Neue Griechenland-Hilfen nicht in Diskussion
(derstandard.at) In der Debatte über ein drittes Milliarden-Paket für Griechenland hat sich Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) zurückhaltend gezeigt. Zusätzliche Hilfen seien nicht in Diskussion, sagte Fekter. Sie verweist auf zuletzt ausbezahlte Milliardenhilfen. Mehr...

Kommentar: Während in Deutschland ein wahrscheinlich neuen Hilfspakets für Griechenland nach der Bundestagswahl hohe Wellen schlägt, gibt sich die österreichische Finanzministerin völlig gelassen. Behauptet gar, auf europäischer Ebene werde über neue griechische Rettungsmilliarden nicht gesprochen. Weiß Schäuble mehr, oder sorgt sich Maria Fekter um die Stimmung zu Hause? Für uns ist jedenfalls kaum vorstellbar, dass Fekter ihrem Amtskollegen beispringt, um die Wogen in Deutschland ein wenig zu glätten, für die der mit seiner sehr bedachten Äußerung zu einer absehbaren, neuen Griechenland-Hilfe gesorgt hat. 


Warum sich der Euro so gut hält
(blog.zeit/herdentrieb.de) Eine Währung, die institutionell auf so wackligen Füßen steht wie der Euro, müsste doch eigentlich viel schwächer sein. Stattdessen befindet sich die europäische Gemeinschaftswährung seit 12 Monaten in einem ziemlich stabilen Aufwärtstrend. Mehr...

Kommentar: Eine bemerkenswerte Analyse. Schade nur, dass die europäischen Spitzenpolitiker unfähig sind, aus den vielen Vorteilen der Gemeinschaftswährung mehr zu machen. Die entsprechende politische Unterstützung hätte den Euro gegenüber dem Dollar längst in eine wesentlich bessere Position gebracht. Statt dessen lässt sich Europa von angloamerikanischen Interessen leiten, die nicht zuletzt durch deren Lobbyisten in Deutschland, der Keimzelle europäischer Krisenpolitik,  äußerst geschickt vertreten werden. Wir denken dabei insbesondere an Leute wie Dibelius, Issing, oder Henkel. Bezogen auf ganz Europa sorgen die Londoner City, der IWF und die Vertreter von Goldman Sachs, an den wichtigsten Stellen für die Wahrung US-amerikanischer Interessen. Betriebe Europa nämlich eine andere Krisenpolitik, könnte es die USA wirtschaftlich mächtig unter Druck setzen. Davon sind wir überzeugt. Leider stehen die Chancen dafür gleich Null.


Deutsche Wirtschaft brummt
(n-tv.de) Deutschlands Industrie lässt ihre stagnierende Phase hinter sich. Der Markit-Einkaufsmanager macht im August einen kräftigen Satz nach oben. Experten sehen die größte Volkswirtschaft der Eurozone auf stabilem Fundament. Auch die Daten aus dem gesamten Währungsraum geben Anlass zum Optimismus. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wir weigern uns, diesen propagandistischen Stuss noch einmal zu kommentieren. Gut abgesichert wird diese Meldung durch neue Erfolgsnachrichten aus China. Das MANAGER MAGAZIN schreibt "China meldet sich zurück als Aufschwunghoffnung". Ein bisschen zurückhaltend, aber mit einer klaren Tendenz, heißt es dort im Vorspann: Deutschlands Wirtschaftswachstum köchelt auf Sparflamme, auch weil der Handelspartner China an Schwung verloren hatte. Jetzt aber deuten erste Signale auf mehr Tempo in Asien, und womöglich bald anziehendes Wachstum. Die konjunktursensiblen Rohstoffhändler reagieren sofort." Mehr hier. Ist das nicht schön? Dumm nur, dass solche Meldungen diesen tollen Tag vermiesen: "Schwellenländer steuern auf den großen Crash zu" (hier), oder "Indien: Rupie, Börse, Anleihen – alles crasht!" (hier). Das ist es, womit sich Deutschlands liebster Handelspartner gerade beschäftigt und alle Hände voll zu tun hat: "China stemmt sich gegen Asien-Ausverkauf" (hier). 


RBI vor schmerzhaften Einschnitten
(derstandard.at) Die Bank hat im zweiten Quartal höhere Kosten zu verdauen, der neue Chef bereitet seine Mitarbeiter auf Stellenabbau vor. Mehr...

Kommentar: Das ist erst der Anfang. Nicht nur die RBI, all Banken im Nachbarland stehen vor extrem schwierigen Zeiten. Davon sind wir fest überzeugt. Natürlich haben wir Verständnis dafür, dass unsere österreichischen LeserInnen dieser Einschätzung nicht gerne folgen. Deshalb sollten sie die Entwicklung aber sehr genau, am besten täglich, im Auge behalten. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die Finanzkrise von 2008 geht weiter. Die Krise in Europa auch. Ein Ende ist nicht in Sicht. Wir erwarten einen Kollaps des weltweiten Finanzsystems, der nicht beherrscht werden kann. 

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Die Fassade bröckelt, zeigt schon tiefe Risse, hält aber bis zur Bundestagswahl. Die Bundesregierung hat sich, mit deutscher Gründlichkeit, auf die Zeit danach bestens vorbereitet. Ihre Planungen für die Enteignung der Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv) sind abgeschlossen. Wer sich vor diesen Maßnahmen erfolgreich in Sicherheit bringen will, muss jetzt handeln.