Sonntag, 25. August 2013

Standpunkt 737 - Nachrichten-Ticker, 25.08.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Fragen, Anregungen und Kritik einfach an der-oekonomiker@email.de schicken.

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Bundestagswahl – Weltwirtschaft – Euro-Krise – Finanzmarktderegulierung – Inflation – Kapitalflüsse – Moody’s vs. US-Großbanken – US-Häusermarkt – China


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon viele Monate her, daß wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten an einem Upgrade. Neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte beschäftigen wir uns mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, der virtuellen Währung Bitcoin, dem Zypern-Modell, den Plänne der EU zur Bankenrettung, außerdem mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Unwahl
(fuw.ch) Die anstehenden Bundestagswahlen dürften – unabhängig vom Ausgang – kaum etwas an den Positionen Deutschlands ändern, schreibt Ressortleiter Manfred Rösch in seinem Kommentar: "Untätigkeit scheint geradezu Kanzlerin Angela Merkels Prinzip der Machterhaltung zu sein." Mehr...

Kommentar: Eine lesenswerte Meinung zu den Auswirkungen der Bundestagswahl unserer Schweizer Nachbarn. Am Schluss mit einer Frage, die sich jeder wahlwillige Deutsche stellen und beantworten muss, bevor er sich am 22. September für sein Wahlrecht entscheidet: "Täuscht der Eindruck, dass hier ein postdemokratischer Pseudo-Wahlkampf geführt wird – mit austauschbaren Wohlfühlfloskeln ("Das Wir entscheidet", "Gemeinsam erfolgreich", "Das Ganze im Blick", "Und du?") statt mit harten Duellen à la Schmidt–Strauss?" 


Zeit der Entscheidung für die Weltwirtschaft
(project-syndicate.org) Während der Hundstage ist es in Mailand ruhiger als in vielen anderen europäischen Städten. Die Einheimischen sind weg und im Gegensatz zu Paris oder Rom tummeln sich auch keine Touristen in der Stadt. Hier und auch anderswo legen Menschen, Firmen, Regierungen und Märkte eine Pause ein, entspannen und gehen in sich. Die wirtschaftlichen Probleme Europas sind noch da und warten im September auf uns. Am Ende des Sommers wird die Unsicherheit rund um die Schlüsselprobleme auf der Tagesordnung stehen – und das nicht nur in Europa. Die weitgehend unerwarteten Protestbewegungen in der Türkei und Brasilien haben Fragen hinsichtlich der wirtschaftlichen und sozialen Nachhaltigkeit des Wachstums der Schwellenmärkte aufgeworfen. Aufgrund der Brände in Textilfabriken in Bangladesch sind auch neue Fragen im Hinblick auf die Steuerung globaler Lieferketten entstanden. In den Vereinigten Staaten deutete die Federal Reserve die schrittweise Zurücknahme ihrer Politik der quantitativen Lockerung im Laufe dieses Jahres an, woraufhin eine Art von globalem Carry-Trade auf Grundlage monetärer Bedingungen in den Industrieländern zu erlahmen begann und in den Schwellenländer eine Kreditverknappung und Marktturbulenzen verursachte. Das ist womöglich erst ein Vorgeschmack auf die komplexen Abläufe, die mit dem Ausstieg aus dem in den USA, Europa und nun auch Japan nach der Krise vorherrschendem Wachstumsmodell verbunden sind. Eine mögliche politische Pattsituation in den USA im September im Hinblick auf den Haushalt und die Schuldenobergrenze kompliziert den Ausblick noch weiter. Dennoch wird sich ein großer Teil der derzeitigen Unsicherheit wohl zerstreuen. In den kommenden Monaten werden  höchst folgenreiche Entscheidungen (oder deren Ausbleiben) in systemisch wichtigen Teilen der Weltwirtschaft erhebliche Auswirkungen auf Wachstumsraten, Vermögenswertpreise und das allgemeine Vertrauen haben. Mehr...

Kommentar: Ein Aufsatz von Michael Spence. Der US-Ökonom macht sich Gedanken zu den Entwicklungen in Europa, China und den USA. Nicht immer glücklich bei der Bewertung der Verhältnisse in den einzelnen Regionen. Nur ein Beispiel: "In den USA ist der Schuldenabbau bedeutend weiter fortgeschritten als in Europa. Die USA nehmen Strukturanpassungen vor und erzeugen ein reales (inflationsbereinigtes) BIP-Wachstum (wenn auch weit unter ihrer potenziellen jährlichen Wachstumsrate von 3 bis 3,5 Prozent). Der handelbare Sektor expandiert und ist zur Erzeugung der Gesamtnachfrage nicht von Fremdkapital abhängig." Spence liest scheinbar nur die offiziellen Statistiken. Da hätten wir uns mehr erwartet. Weichgespült auch das Fazit am Ende: "Glücklicherweise wird diese prekäre Unsicherheit nicht mehr sehr lange dauern – in Europa nicht und auch anderswo nicht. Die chinesische Führung wird ihre Entscheidungen treffen, ebenso wie die deutschen Wähler. Die Fed wird die Richtung der US-Geldpolitik verdeutlichen. Die Märkte werden sich anpassen und beruhigen. Verzerrungen werden beginnen, sich aufzulösen. Ohne die Abwärtsrisiken außer Acht zu lassen, bleibe ich hinsichtlich der Aussichten für die Weltwirtschaft vorsichtig optimistisch. Angesichts größerer Klarheit hinsichtlich der Politik Chinas und der USA sollten beide Ökonomien an Dynamik gewinnen. Das wird den Entwicklungsländern (von denen viele vor schwierigen innenpolitischen Entscheidungen stehen) Rückenwind verschaffen, und die enormen Herausforderungen in Europa und Japan werden leichter in Angriff zu nehmen sein." Spence hat schon nützlichere Beiträge abgeliefert. 


Studie: Der Zerfall der Euro-Zone ist unausweichlich
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Ein Vergleich mit den USA zeigt: Die unterschiedlichen Wirtschaftsmodelle Europas werden durch eine Einheitswährung nicht harmonisiert. Die Geldpolitik der EZB hat die immense Verschuldung der Euro-Staaten befördert. Die Löhne können gar nicht genug sinken, um die Krisenländer wieder wettbewerbsfähig zu machen. Für Reformen ist es zu spät. Mehr...

Kommentar: Sicherlich eine bemerkenswerte Studie, die Einschätzung zweier Experten. Nur fällt deren Ergebnis längst nicht so dogmatisch aus, wie es dieser Beitrag der DWN glauben machen will. Wir haben gestern den Beitrag der Schweizer Wirtschaftszeitung FINANZ UND WIRTSCHAFT zur gleichen Studie vorgestellt, dessen Überschrift einen differenzierteren Schluss zulässt: "Weshalb die Eurokrise noch lange nicht vorbei ist" (hier). Natürlich glauben auch wir nicht mehr daran, dass die Politiker die Krise lösen. Nur ist es für uns keine Euro-Krise, sondern eine Bankenkrise, die dringend gelöst werden muss. Geschieht das nicht, kollabiert das Finanzsystem, nicht der Euro. Ausnahmslos alle bisherigen Rettungsmaßnahmen in Europa galten den Banken, nicht dem Euro. Das ist eine Tatsache, die ganz gezielt öffentlich in Abrede gestellt wird. In diesem Zusammenhang finden wir das folgende Zitat von Arthur Schopenhauer sehr passend: "Alle Wahrheit durchläuft drei Stufen. Zuerst wird sie lächerlich gemacht oder verzerrt. Dann wird sie bekämpft. Und schließlich wird sie als selbstverständlich angenommen.” Leider ist die dritte Stufe noch lange nicht erreicht. 


Das "Endspiel" der globalen Finanzmarkt-Deregulierung
(heise/telepolis.de) Geheimes Memo von Timothy Geithner an Larry Summers bestätigt Verschwörungstheorien über einen Pakt des US-Finanzministeriums mit der Wall Street zur weltweiten Deregulierung der Finanzmärkte. Mehr...

Kommentar: So ähnlich ist es auch in Deutschland abgelaufen. Ein unseliges Bündnis aus Politik und Finanzindustrie, das bis heute noch Bestand hat und jede Reform boykottiert. Steinbrück und Asmussen wissen mehr und kennen die Einzelheiten. Der eine versucht sich gerade als Kanzlerkandidat, der andere treibt sein Unwesen in der EZB.


Globale Inflation hat begonnen: Die Eliten zittern vor dem Zorn der Betrogenen
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die dramatischen Zusammenbrüche in den jungen Volkswirtschaften der Welt sind Vorboten für den Crash des Weltfinanzsystems. Der Schulden-Tsunami rollt an. Er wird zu einer Inflation des Zorns gegen jene führen, die sich die Ausbeutung der Welt zum Ziel gemacht haben. Das Ende wird schmerzhaft sein, sagt Marc Faber. Christine Lagarde spricht vom Dammbruch, gegen den Verteidigungs-Linien errichtet werden müssen. Doch die Angreifer handeln aus Notwehr: Millionen Menschen beginnen, gegen das Finanzsystem zu rebellieren. Die Lage kippt. Mehr...

Kommentar: Eine Hetzschrift. Randvoll mit ideologischem Murks. Wenig sachlich und deshalb nicht zu kommentieren. Was in diesem Beitrag angegriffen wird, ist das Wesen des Kapitalismus'. Nicht mehr und nicht weniger das System, dem Deutschland seinen enormen Aufschwung nach dem WK II, seine jahrzehntelange Exportmeisterschaft und die Menschen hierzulande ihren (vermeintlichen) Wohlstand (angeblich sagenhaft 9 Billionen Euro), zu verdanken haben. Zu diesem System gehört es auch, dass nur eine Hand voll Leute, sagen wir großzügig 1%, die Dinge steuern und sich die Politik gefügig machen. Auch in sogenannten Demokratien, in denen die Politiker vom Volk, den restlichen 99%, gewählt werden und sich deshalb in der Öffentlichkeit gerne als Volksvertreter generieren. Alles Nonsens. Das 1% ist es, das mit ebenfalls kapitalistischen Mitteln den übrigen 99% wieder alles nehmen wird, um das System noch einmal zu retten, dem sie, das 1%, ganz selbstverständlich vorstehen. Der Wohlstand der 99%er war quasi nur geliehen. Für uns ist es deshalb auch nur schwer vorstellbar, dass "die Eliten zittern vor dem Zorn der Betrogenen". Wem unterstehen die Streitkräfte? Wo dürfen sie eingesetzt werden? Wer befehligt sie? Wer entscheidet über Krieg und Frieden? Wer hat die Macht? Einfache Fragen, auf die es einfache Antworten gibt. Dazu genügt ein Blick in die Welt und in die nationalen und europäischen Gesetze. Unruhen werden mit allen Machtmitteln niedergeschlagen, auch mit dem Einsatz der Streitkräfte im Innern. Nennt sich dann Terrorabwehr. Gegen diese Entwicklung hilft sachliche Information, keine Propaganda. 


Das Verhalten des "scheuen Rehs"
(fuw.ch) "Das Kapital ist ein scheues Reh" – diese Weisheit müssen viele Schwellenländer nun wieder am eigenen Leib spüren. Eine Studie des Internationalen Währungsfonds entschlüsselt das Verhalten dieser Spezies. Es ist ein gelungener Vergleich, der den vom ausländischen Kapital abhängigen Schwellenländern hinterlassen hat. Wenn man dachte, die Formel gefunden zu haben, immer mehr Kapital anzulocken, läuft es plötzlich weg. Doch was können Wissenschaftler über das scheue Reh sagen? Ökonomen des Internationalen Währungsfonds (IWF) versuchen in einer neuen Studie ("Capital Flows are Fickle: Anytime, Anywhere") die Kapitalflüsse zu beschreiben. Vielleicht lässt sich das scheue Reh so zähmen? Mehr...

Kommentar: Der Beitrag beschäftigt sich sachlich mit einer Studie, die offensichtlich die zitierte Volksweisheit bestätigt. Jedenfalls ist das Fazit eindeutig: "Die IWF-Ökonomen stellen eine hohe Variabilität und wenig Vorhersehbarkeit der Kapitalflüsse fest – für Schwellen- wie auch Industrieländer. Das Reh ist also überall gleich scheu. Die Schwellenländer litten bisher nur stärker unter den Abflüssen, denn im Gegensatz zu den Industrieländern kommt zu ihnen in Krisenzeiten kaum Kapital  zurück." Übrigens, eines der Dinge, die ein Schwellenland ausmacht, sonst wäre es eine Industrienation. Wer sich daran stört, der muss wesentliche Teile des kapitalistischen Systems ändern, Devisen- und Kapitalverkehrskontrollen einführen, es also mit sehr viel mehr Regularien versuchen. Vor allen Dingen aber die Politiker und Parteien wählen, die das auch machen. Schwierig, wenn es die nicht gibt. 


Moody’s droht US-Grossbanken mit Abstufung
(cash.ch) Die amerikanische Ratingagentur Moody’s wird möglicherweise die Bonitätsnoten von mindestens vier der sechs grössten US-Banken senken. Mehr...

Kommentar: Die medialen Lobpreisungen der US-Banken werden scheinbar nicht überall geteilt. Es ist die Aussicht auf weniger Staatshilfe. Möglicherweise sehen die Ratingagenturen den sandigen Grund unter den tollen Quartalsgewinnen der jüngsten Zeit. 


Welcome To The Housing Recovery: Rents Are Rising, Incomes Are Falling
(zerohedge.com) Three years ago I wrote an article on housing titled: Residential Housing: Why it Doesn’t Stand a Chance. In it, I speculated that the targeted centrally planned price recovery in residential real estate would fail to materialize in any meaningful manner, and my rationale was the younger generations would be unable to afford a new home and would instead move in with their parents. As a result, I speculated that household formation would plunge and housing values would not move higher. I was wrong.
Well I was partially wrong. While I was right about young kids being too broke and saddled with debt to buy homes, I was definitely wrong about the price direction of residential real estate. My error was that I failed to anticipate private equity money coming in and outbidding average Americans in their quest to become feudal slumlords. I also failed to anticipate the U.S. government allowing billions upon billions of dollars of foreign laundered money in the market. Simply put, like so many other things, the fundamentals of the market demanded one thing and central planning demanded another. Central planning won in the near-term. Read more...

Kommentar: Der Häusermarkt gilt als eine der Stützen des jüngsten Aufschwungs in den USA und ist wichtig für den "American Dream". Das scheint so nicht zu stimmen. Dieser Beitrag beschreibt, was anders ist. Zur Entwicklung des Einkommens können wir eine aussagekräftige Grafik beisteuern, auf die wir kürzlich gestoßen sind: 


 

Erhebliche Auswirkungen auf den Häusermarkt hat auch eine Entwicklung, die von PewResearch untersucht worden ist und dessen Ergebnis am 1. August in einem Report ("A Record 21.6 Million In 2012 - A Rising Share of Young Adults Live in Their Parents’ Home", hier) öffentlich gemacht worden ist. Vorab auch dazu eine Grafik: 





Dieser Report (hier) ist lesenswert. 


Chinas amerikanischer Rettungsplan?
(project-syndicate.org) Bis jetzt wurde die Wirtschaft des 21. Jahrhunderts durch Kapitalflüsse von China in die Vereinigten Staaten bestimmt – ein Muster, das die weltweiten Zinssätze zu Boden schickte, dazu beitrug, in den Industriestaaten die Schuldenblasen neu aufzublasen und durch seinen Einfluss auf den Währungsmarkt den kometenhaften Aufstieg Chinas unterstützte. Aber dies waren keine gewöhnlichen Kapitalflüsse. Statt aus Direkt- oder Portfolioinvestition stammten sie in erster Linie von der Chinesischen Volksbank, die 3,5 Billionen USD in Währungsreserven angehäuft hatte – der größte Teil davon US-Staatanleihen.
Die Tatsache, dass eine einzelne Institution so viel Einfluss auf weltweite makroökonomische Trends hat, führte zu großer Besorgnis. Pessimisten sagten voraus, China würde sich aufgrund von Zweifeln über die Nachhaltigkeit der US-Schulden gezwungen sehen, seine US-Guthaben zu verkaufen. Dies würde zu steigenden Zinsen in den USA führen und könnte letztlich den Dollar zum Kollabieren bringen.
Aber es hieß auch, ein Verkauf von US-Anleihen läge nicht im Interesse Chinas, da dies den Wechselkurs des Renminbi gegenüber dem Dollar hochtreiben, den Inlandswert der chinesischen Währungsreserven vermindern und die Wettbewerbsfähigkeit des Exportsektors unterminieren würde. In der Tat kam letztes Jahr ein Bericht des US-Verteidigungsministeriums über die Auswirkungen der US-Anleihen in chinesischem Besitz zu dem Ergebnis, dass „der Versuch, US-Staatsanleihen als Druckmittel zu verwenden, wenig aussichtsreich sei und China selbst wahrscheinlich mehr Schaden zufügen würde als [den USA].“
Um die symbiotische Beziehung zwischen Chinas exportbasiertem BIP-Wachstum und Amerikas exzessivem Konsum zu beschreiben, prägten die Wirtschaftshistoriker Niall Ferguson und Moritz Schularick den Begriff „Chimerika“. Der Verweis auf die Chimäre der griechischen Mythologie – eine monströse, Feuer speiende Mischung aus Löwe, Ziege und Drachen – macht den Begriff angesichts dessen noch passender, dass Chimerika enorme und beängstigende weltwirtschaftliche Verwerfungen verursacht hat, die nicht mehr korrigiert werden können, ohne weitere gravierende Folgen zu haben.
2009 sagten Ferguson und Schularick angesichts dieser Verwerfungen den Zusammenbruch Chimerikas voraus – eine Prognose, die sich zu erfüllen scheint. Jetzt, wo die langfristigen Effekte der chinesischen Reserven auf die binnenwirtschaftliche Dynamik des Landes endlich eintreten, ist es erstmals im Interesse Chinas, Fremdwährungsbestände zu verkaufen. Mehr...


Kommentar: Der Autor des Beitrags, Alexander Friedman, ist Global Chief Investment Officer bei der Schweizer UBS AG. Vorher war er Chief Financial Officer bei der Bill and Melinda Gates Foundation. Friedman erläutert die Gründe und Folgen eines chinesischen Verkaufs US-amerikanischer Staatsanleihen. Die Auswirkungen auf die Politik der Fed beschreibt er so: "Vor diesem Hintergrund muss sich die US-Notenbank, statt nur ihre monatlichen Käufe langfristiger Wertpapiere (quantitative Erleichterung) "auszudünnen", auf einen möglichen Ausverkauf von US-Staatsanleihen einstellen. Angesichts dessen, dass eine US-notenbankfinanzierte Rekapitalisierung des chinesischen Bankensystems durch steigende Kreditkosten und Behinderung des BIP-Wachstums den Einfluss der Geldpolitik innerhalb der USA zunichte machen würde, sollte die Fed bereit sein, im Fall einer chinesischen Finanzkrise ihre quantitative Erleichterung fortzuführen. Nachdem sie Jahre mit dem Versuch verbracht hat, die US-Wirtschaft vor den Folgen ihrer eigenen Bankenkrise zu schützen, könnte die Fed letztlich gezwungen sein, [nach den europäischen, eigene Anm.] auch die chinesischen Banken zu retten." In diesem Fall wird es noch lange nichts mit dem so wichtigen New Deal 2.0 in den USA.  


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die Finanzkrise von 2008 geht weiter. Die Krise in Europa auch. Ein Ende ist nicht in Sicht. Wir erwarten einen Kollaps des weltweiten Finanzsystems, der nicht beherrscht werden kann. 

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Die Fassade bröckelt, zeigt schon tiefe Risse, hält aber bis zur Bundestagswahl. Die Bundesregierung hat sich, mit deutscher Gründlichkeit, auf die Zeit danach bestens vorbereitet. Ihre Planungen für die Enteignung der Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv) sind abgeschlossen. Wer sich vor diesen Maßnahmen erfolgreich in Sicherheit bringen will, muss jetzt handeln.