Samstag, 31. August 2013

Standpunkt 741 - Nachrichten-Ticker, 28.08.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Fragen, Anregungen und Kritik einfach an der-oekonomiker@email.de schicken.

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Neue Finanzkrise voraus (5 Beiträge) – Türkei in der Krise – Unsinn Schuldenbremse – Wolfgang Münchau will Rot-Rot-Grün


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon viele Monate her, daß wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten an einem Upgrade. Neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte beschäftigen wir uns mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, der virtuellen Währung Bitcoin, dem Zypern-Modell, den Plänne der EU zur Bankenrettung, außerdem mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Ex-Morgan-Stanley-Banker: Eine verheerende Finanzkrise ist im Anmarsch
(finanzen100.de) Stephen Roach, der ehemalige Chefvolkswirt von Morgen Stanley, sieht eine neue schwere Krise auf die Finanzwelt zukommen. Die Hauptschuld an den fatalen Ungleichgewichten, die sich in den letzten Jahren aufgebaut hätten, liege bei der amerikanischen Notenbank. Mehr...

Kommentar: Roach ist kein Spinner. Trotzdem stört uns seine einseitige Schuldzuweisung in Richtung Westen. China spielt für ihn als Krisenherd keine Rolle. Oder die Politiker, die nichts unternehmen, um dieser Krise endlich mit geeigneten Maßnahmen zu begegnen. Es ist ein "historisches Versagen der politischen Eliten" (Jürgen Habermas).


Angst vor neuem Finanz-Kollaps: "In Asien ticken Zeitbomben"
(focus.de) Jahrelang boten die Schwellenländer Anlegern paradiesische Renditen. Doch jetzt kollabieren die Börsen in Bombay, Shanghai oder Rio. Milliarden fließen ab, die Währungen brechen ein. Und es könnte noch schlimmer kommen, sagt HWWI-Direktor Thomas Straubhaar. Mehr...

Kommentar: Straubhaar beschreibt in diesem Interview die erheblichen Risiken in den jahrelang hofierten Schwellenländern. Denen wurde geradezu übernatürliche Wirtschaftskraft angedichtet, genug jedenfalls, um die Industrienationen mitzuziehen. Es fühlte sich an wie ein Wunder. Ein Irrtum. Gerade zeigt sich, dass alles nur nach dem bekannten kapitalistischen Geschäftsmodell funktioniert hat: Schuldenfinanziertes Wirtschaftswachstum. Wann hört das endlich auf? 


Und wieder droht der "Sudden Stop"
(fuw.ch) Die drohende Krise in zentralen Schwellenländern macht erneut klar, welche Gefahr von ungehemmten Kapitalströmen ausgehen kann. Mehr...

Kommentar: Eine Analyse zum gleichen Thema unserer Schweizer Nachbarn mit vielen weiterführenden Links. Und ein Plädoyer für eine umfassende, weltweite Kapitalverkehrskontrolle? Die Einzelheiten zum Begriff "Sudden Stop" gibt es hier


Financial Times: "World Is Doomed To An Endless Cycle Of Bubble, Financial Crisis And Currency Collapse"
(zerohedge.com) It's funny: nearly five years ago, when we first started, and said that the world is doomed to an endless cycle of bubble, financial crisis and currency collapse as long as the Fed is around, most people laughed: after all they had very serious reputations aligned with a broken and terminally disintegrating economic lie. With time some came to agree with our
viewpoint, but most of the very serious people continued to laugh. Fast forward to last night when we read, in that very bastion of very serious opinions, the Financial Times, the following sentence: "The world is doomed to an endless cycle of bubble, financial crisis and currency collapse." By the way, the last phrase can be written in a simpler way: hyperinflation. Read more...


Kommentar: Trübe Aussichten. Höchste Zeit, sich über ein "gutes Versteck" für die Ersparnisse Gedanken zu machen. 


Erst hilft sie kaum, dann würgt sie uns – Die Fed läutet das zweite Desaster nach 2008 ein
(blog.markusgaertner.com) Es ist die Angst vor der Fed, nicht die Fed selbst, die weltweit die Zinsen nach oben treibt und ein ökonomisches Desaster heraufbeschwört. In Europa droht eine erneute Verschärfung der Schuldenkrise. Griechenland hat weiteren Kapitalbedarf und muss einen Schuldenschnitt bekommen. Mehr...

Kommentar: Die Krisenprophezeiungen haben gerade Hochkonjunktur. Markus Gärtner unterlegt seine Szenarien aber mit Fakten, die nicht so einfach ignoriert werden können. Deshalb sind auch seine Schlüsse nicht von der Hand zu weisen. Einer davon, die Krise in Europa betreffend: "Die Wankenden werden nach der Bundestagswahl am 22. September den Sterbenden helfen. Die Ahnungslosen, die Untätigen, die Zynischen und die Lass´-mich-in-Ruh´-Zaungäste in Gläubigerländern wie Deutschland rücken ihrem blauen Wunder derzeit wieder einen Schritt näher." Oder ein anderer, gültig für die USA: "Wie in diesem Umfeld das Vertrauen der US-Konsumenten in die nähere Zukunft steigen kann – wie vom Conference Board vor wenigen Tagen für den August gemeldet – bleibt wohl das Geheimnis dieser von Firmen gebildeten Organisation. Selbst Wal-Mart und McDonald´s leiden unter der Stagnation der Reallöhne in den USA und der Tatsache, dass die meisten Jobs, die derzeit besetzt werden, miserabel bezahlte Teilzeit-Jobs sind. Doch die Fed könnte schon bald auf die Knie gezwungen und zur Weiterführung ihres QE-Programms in vollem Umfang genötigt werden. Die Aufträge für langjährige Konsumgüter fielen in den USA um 7,3%. Das ist nicht die “Erholung”, mit der Amerikas Geldhüter einen kleineren Schluck aus der geldpolitischen Pulle begründen können." Wir erwarten ein unruhigen Herbst 2013. 


Die Türkei muss wieder höhere Zinsen als Griechenland bezahlen
(fuw.ch) Vor drei Jahren passierte etwas fast Undenkbares. Die Marktzinsen für türkische langfristige Anleihen fielen unter das Niveau der griechischen. Die türkischen Anleihen sind in der abwertungsanfälligen Lira denominiert, die anderen in Euro, der zweitgrössten Reservewährung der Welt. Drei Jahre später wendet sich das Blatt wieder. Griechenland ist unterdessen von der Eurozone und dem Währungsfonds gerettet worden und hat den Schuldenschnitt hinter sich. Die Türkei dagegen befindet sich auf dem Weg in eine Zahlungsbilanzkrise. Die Lira ist auf den tiefsten Stand der Geschichte gefallen. Mehr...

Kommentar: Ein weiteres Zeichen für die Schwäche der Türkei. Und eine Bestätigung für die Tatsache: Wachstum auf Pump funktioniert nie auf Dauer, auch nicht in der Türkei Erdogan's.  Der folgende Chart stammt aus dem Beitrag: 





"Die Schuldenbremse ist Unsinn"
(n-tv.de) Sparsamkeit gilt in Deutschland als große Tugend. Und so führt die Bundesregierung die Schuldenbremse ein. Angesichts der Probleme mancher Euro-Staaten klingt das vernünftig. Doch das sei ein Irrtum, sagt der Wirtschaftsweise Bofinger. Manchmal sei es besser, Geld auszugeben. Selbst wenn man es nicht hat. Mit n-tv.de spricht der Ökonom über schwäbische Hausfrauen, verfallene Infrastruktur und über den Unterschied zwischen Historikern und Volkswirten. Mehr...

Kommentar: Was Peter Bofinger in diesem Interview beschreibt, ist nachvollziehbar. Er hält die Schuldenbremse "für großen ökonomischen Unsinn"


Rot-Rot-Grün ist die beste Lösung für Europa
(spiegel.de) Das Wahlprogramm der Linken in puncto Euro-Krise zeugt von Ehrlichkeit und Intelligenz. Damit ist die Partei den Großen weit voraus - und der ideale Partner für SPD und Grüne. Mehr...

Kommentar: In seiner Kolumne versucht Wolfgang Münchau den Wählern die Linken schmackhaft zu machen. Für uns ein abwegiger Gedanke. Es wäre auch nur eine Koalition ohne schlagkräftige Führung. Insofern würde sich nichts ändern. Wer will das? 


Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern. 

Die Finanzkrise von 2008 geht weiter. Die Krise in Europa auch. Ein Ende ist nicht in Sicht. Wir erwarten einen Kollaps des weltweiten Finanzsystems, der nicht beherrscht werden kann. 

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Die Fassade bröckelt, zeigt schon tiefe Risse, hält aber bis zur Bundestagswahl. Die Bundesregierung hat sich, mit deutscher Gründlichkeit, auf die Zeit danach bestens vorbereitet. Ihre Planungen für die Enteignung der Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv) sind abgeschlossen. Wer sich vor diesen Maßnahmen erfolgreich in Sicherheit bringen will, muss jetzt handeln.