Montag, 23. September 2013

Standpunkt 766 - Nachrichten-Ticker, 22.09.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Fragen, Anregungen und Kritik einfach an der-oekonomiker@email.de schicken.

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.  

Tagesthemen: Schuldenabbau in der Eurozone? – EU-Jugendarbeitslosigkeit ist teuer – Türkei und EU – USA – Systemzusammenbruch  


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon ein knappes Jahr her, daß wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier  für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten an einem Upgrade. Nach der Bundestagswahl erhöhen wir noch einmal unseren Arbeitseinsatz, damit wir unser neues Dossier kurzfristig zur Verfügung stellen können. Neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte beschäftigen wir uns mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, der virtuellen Währung Bitcoin, dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, außerdem mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Hoffnung für Eurozone: Abbau von Schulden möglich
(diepresse.com) Die Krisenländer können vom schwedischen Beispiel lernen. Eine Sanierung braucht ein Bündel von Maßnahmen und einen Umbau des Staats. Mehr...

Kommentar: Bisher waren es schon Island, Irland und Lettland, die als Beispiele für eine gelungene Sanierung herhalten durften. In diesem Beitrag darf es nun Schweden sein, dem diese undankbare Rolle zufällt. Es ist völlig abwegig, die schwedische Krise von vor zwanzig Jahren heute den Krisenstaaten als Heilsbringer anzudienen. Die Situationen sind nicht vergleichbar. Das ist nach unserer Ansicht schon alleine dadurch bestätigt, dass Schweden heute ebenso wenig krisenfest ist wie Finnland, Dänemark oder sogar Norwegen. Schweden steckt längst in Schwierigkeiten, es redet nur niemand darüber (hier). Wenig hilfreich ist auch die Idee, die Schulden, die 60% des BIP übersteigen, in einem Fonds "zu parken" und als Gegenleistung dafür weiter harte Sanktionen zu verlangen, die nicht zu erfüllen sind (Beispiel Griechenland). Unabdingbare Voraussetzung für jeden weiteren Plan zur Lösung der Staatsschuldenproblematik ist eine grundsätzliche Finanzreform. Ohne die geht nichts Vernünftiges zusammen. Leider ist die mit Angela Merkel nicht zu machen. Die wählt den Weg des geringsten Widerstandes - und greift direkt den Menschen in die Taschen.


Wohlstandsverlust: Jugendarbeitslosigkeit kostet 227 Milliarden Euro
(welt.de) Der Wohlstandsverlust, den junge Menschen aufgrund von Erwerbslosigkeit in der EU hinnehmen müssen, ist gigantisch: Seit der Finanzkrise entgehen den Betroffenen pro Jahr mehr als 75 Milliarden Euro. Mehr...

Kommentar: "Keine Entspannung in Sicht" und "Sparprogramme verschärften die Lage", sind die weiteren Schlagzeilen des Beitrags, die zu denken geben müssen. Niemand hat eine Vorstellung davon, ob überhaupt und wann sich dieser Zustand ändert. An einen Plan der Politik, ist erst gar nicht zu denken. Denkt man nur an die Steuerausfälle und die fehlenden Beiträge, an die Pensionskassen, ist der Schaden auf jeden Fall für die betroffenen Staaten enorm. Die folgende Grafik stammt aus dem Beitrag:





Türkei: Werden der EU vielleicht niemals beitreten
(wirtschaftsblatt.at) Die Türkei fühlt sich von vielen EU-Mitgliedsländern brüskiert und könnte deshalb der Regierung zufolge auf einen Beitritt in die Gemeinschaft komplett verzichten. Mehr...

Kommentar: Wir finden das eine gute Idee. Sicherlich können auch die Europäer sehr gut damit leben. Aber bitte nicht vergessen, die rund 3 Milliarden Euro Beitrittshilfe der EU zurückzuzahlen.


"Die Republikaner halten das gesamte Land als Geisel"

(format.at) Der US-Präsident mag oft als mächtigster Mann der Welt bezeichnet werden sobald es im eigenen Land ums Geld geht, ist sein Einfluss aber ziemlich begrenzt. Barack Obama bekommt das regelmäßig zu spüren, wenn die Republikaner das Haushaltsrecht des Kongresses zu einer parteipolitischen Waffe umfunktionieren. Mehr...

Kommentar: Was Obama kritisiert, hat er mit zu verantworten. Die Termine sind hinlänglich bekannt, die Haltung der Republikaner auch. Statt zu lamentieren wäre es nützlich gewesen, in den vergangenen Monaten/Jahren, die eigene Position für die Verhandlungen zu verbessern. Hilfreich wäre es auch gewesen, durch eine modernisierte Neuauflage des New Deal, die Geldpolitik des Fed in die richtige Richtung zu lenken. Was dort schief läuft, bringen die folgenden Grafiken und die Karikatur auf den wunden Punkt, beide von ZERO HEDGE








"Das ganze System kann zusammenbrechen"
(welt.de) Der Schuldenstand der G 20 ist in den letzten Jahren dramatisch gestiegen. Der Ökonom William White fürchtet, das ganze System könnte nun zusammenbrechen. Schuld, sagt er, hätten die Zentralbanken. Mehr...

Kommentar: Lesenswert, die gegensätzlichen Standpunkte in diesem Beitrag, zwischen dem Kanadier White und dem Ex-EZB-Chef Jean-Claude Trichet