Sonntag, 29. September 2013

Standpunkt 772 - Nachrichten-Ticker, 28.09.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Fragen, Anregungen und Kritik einfach an der-oekonomiker@email.de schicken.

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Gewerkschaften für Große Koalition – Triple A für Österreich – Japan


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon ein knappes Jahr her, daß wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier  für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten an einem Upgrade. Nach der Bundestagswahl erhöhen wir noch einmal unseren Arbeitseinsatz, damit wir unser neues Dossier kurzfristig zur Verfügung stellen können. Neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte beschäftigen wir uns mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, der virtuellen Währung Bitcoin, dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, außerdem mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Gewerkschaften wünschen sich große Koalition
(faz.net) Die Vorsitzenden der großen Gewerkschaften meiden zwar offene Ratschläge an die SPD – ihre Erwartungen aber sind klar: Sie erwarten und wollen eine große Koalition. Mehr...

Kommentar: Die Haltung der Gewerkschaftsbosse ist keine wirkliche Überraschung. Längst haben die sich geschmeidig dem Mainstream in Deutschland angepasst und dafür ihre politische Heimat in der SPD weitgehend aufgegeben. Für diese Entwicklung steht in unseren Augen der DGB-Vorsitzende Michael Sommer, einerseits pflichtschuldig Mitglied der SPD, andererseits ein großer Verehrer der Bundeskanzlerin. Auf diese Weise helfen die Gewerkschaften der Regierung wieder einmal dabei, ihren Mitgliedern das Fell über die Ohren zu ziehen. 


Fitch bestätigt Triple A für Österreich
(wirtschaftsblatt.at)  Die Bestätigung unseres Triple A mit stabilem Ausblick durch die Ratingagentur Fitch erfreut auch Finanzministerin Maria Fekter. Sie führt die Bewertung nicht zuletzt auf "Budgetdisziplin, Strukturreformen und Offensivmaßnahmen in den Zukunftsbereichen" zurück. „Der eingeschlagene Reformpfad muss auch weiterhin konsequent in Richtung Nulldefizit 2016 verfolgt werden", betont Fekter. Allerdings sieht die US-Ratingagentur Fitch in einer neuen Analyse der österreichischen Banken weiterhin große Unsicherheiten im heimischen Finanzsektor. Die Sparprogramme sollten helfen, die schwache Erlössituation in vielen ihrer CEE-Tochterbanken und die Steuern auf den Finanzsektor abzufangen."Der Ausblick ist noch immer fragil", heißt es in dem heute Freitagnachmittag veröffentlichten Papier. Die Asset-Qualitäten müssten noch stabilisiert werden und das Kreditwachstum sowohl am Heimmarkt als auch in den zentralen osteuropäischen Märkten sei noch immer verhalten. Mehr...

Kommentar: Fitch liefert für die österreichische Öffentlichkeit eine tolle Show und versucht mit allen Mitteln der Beschönigung, das Land so lange wie möglich bei bester Gesundheit zu halten. Wir sind anderer Ansicht. Unsere regelmäßigen LeserInnen wissen das. Die absehbare Entwicklung in Osteuropa wird den Banken in Österreich mächtig zusetzen. Mehr jedenfalls, als Fitch bereit ist zuzugeben.


Sechs Halbwahrheiten über Japan
(fuw.ch) Dieses Jahr erwartet man für Japan unerhörte 3,5% Wachstum. Doch über den Erfolg des Landes kursieren viele Halbwahrheiten. Mehr...

Kommentar: In den deutschsprachigen Leitmedien wird die neue japanische Finanz- und Wirtschaftspolitik als Erfolg gefeiert. Aktuell in dem Beitrag "Japan bekämpft Deflation erfolgreich" des Schweizer TAGES-ANZEIGER (hier). Dieser Beitrag der FINANZ UND WIRTSCHAFT setzt sich kritisch mit den vermeintlichen Erfolgen auseinander und zieht ein nüchternes Fazit: "Vielleicht stellen sich die Halbwahrheiten am Ende als Wahrheiten heraus. Doch der bisherige Erfolg der Abenomics scheint eher auf der massiven Abwertung des Yens und überschwänglichen Erwartungen zu basieren. Alles andere ist grösstenteils Rhetorik. Die schwächere Währung treibt die Exportindustrie und führt zu einer importierten Inflation. Zwar können überdurchschnittlich hohe Wachstumszahlen erreicht werden, aber das Land und seine Bürger werden ärmer. Denn Japan exportiert zu tieferen Preisen und kauft zu höheren Preisen Importgüter ein. Eine Initialzündung durch die schwache Währung für langfristig hohes Wachstum ist unwahrscheinlich – die Bevölkerung schrumpft und die über 60-Jährigen halten die Macht. Umwälzende Strukturreformen mit den alten Apparatschiks der Liberaldemokratischen Partei sind nicht zu erwarten."
Quelle: chinadaily.com.cn