Montag, 30. September 2013

Standpunkt 773 - Nachrichten-Ticker, 29.09.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Fragen, Anregungen und Kritik einfach an der-oekonomiker@email.de schicken.

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Schuldenbremse in Deutschland (2 Beiträge) – Österreich-Wahl (3) – Marc Faber


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"

Es ist schon ein knappes Jahr her, daß wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier  für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten an einem Upgrade. Nach der Bundestagswahl erhöhen wir noch einmal unseren Arbeitseinsatz, damit wir unser neues Dossier kurzfristig zur Verfügung stellen können. Neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte beschäftigen wir uns mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, der virtuellen Währung Bitcoin, dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, außerdem mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Ökonom sieht deutsche Schuldenbremse in Gefahr
(welt.de) Lüder Gerken warnt vor den Folgen einer großen Koalition. Dieses Bündnis könnte den deutschen Steuerzahler teuer zu stehen kommen. Griechenland ist für den Europa-Experten ein hoffnungsloser Fall. Mehr...

Kommentar: Lüder Gerken leitet das Centrum für Europäische Politik (CEP), stramme Verfechter neoliberaler Lehren, die nachdrücklich in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden sollen. Im Kuratorium des CEP treiben Ex-Bundespräsident Roman Herzog und Ex-Bundesbanker Hans Tietmeyer ihr Unwesen. Leider sind diese Leute kaum in der Lage, auf die Krise in Europa die richtige Antwort zu finden. Die Ideen von Hayek und Konsorten, ideologische Basis dieses Think Tanks,  taugen dazu definitiv nicht. Sie sind viel zu dogmatisch. Die Autorin des Beitrags, Dorothea Siems, neoliberale Hardlinerin, findet an Gerken's Aussagen natürlich Gefallen. Wir nicht. Für uns beispielsweise sorgt die Schuldenbremse dafür, dass immer weniger Länder und Kommunen die ihnen zufallenden öffentlichen Aufgaben wahrnehmen können.  


"Betonkrebs" zerfrisst die deutschen Brücken
(welt.de) Der Zustand der Verkehrswege in Deutschland ist alarmierend. Das gilt nicht nur für Straßen, sondern auch für kommunale Brücken – mehr als 30.000 sind marode und ein guter Teil nicht mehr reparierbar. Mehr...

Kommentar: Deutschland spart seine Infrastruktur kaputt. So kommt es, dass inoffizielle Schätzungen von 1 Billion Euro Investitionsrückstau hierzulande ausgehen, statt der offiziellen 100 Milliarden Euro-Schätzung der KfW. Der Beitrag gibt ein gutes Beispiel für die Versäumnisse. Und verdeutlicht den Quatsch hinter der Schuldenbremse. 


Wahl in Österreich: Alles gleich und doch ganz anders
(sueddeutsche.de) Wahlsieger in Österreich, man kann das mögen oder nicht, sind die Rechtspopulisten: Das rechte Lager in der Zweiten Republik hat knapp 30 Prozent der Stimmen ergattert. Zehntausende Protestwähler haben sich von den Traditionsparteien abgewendet und ihr Heil in den rechten Kritikern der "Systemparteien" gesucht. Was für ein schauriger Triumph. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Schade, dass die Österreicher gleich so übertreiben bei dem, was das HANDELSBLATT scheinheilig so interpretiert: "Der Rechtsruck als Weckruf". Sie schreibt: "Die Stärke der Populisten in Österreich hat eine europäische Dimension. In vielen Ländern wächst der Zuspruch am rechten Rand – auch weil sich vermeintliche Volksparteien vor allem durchwursteln. Das muss ein Ende haben." Mehr hier. Die ZEIT findet "Nationalratswahl in Österreich: Trauriger Europarekord" und fasst im Vorspann zusammen: "EU-feindliche Parteien erreichten zusammen über 30 Prozent der Stimmen – und werden künftig im Parlament gegen Eurokraten wettern. Gefährliche Aussichten." Mehr hier. Wir sind gespannt, wie die Österreicher selbst das Ergebnis ihrer Wahl in den kommenden Tagen bewerten...


Marc Faber Warns "We Have Reached The Endgame Of Monetary Policy"
(zerohedge.com) "One day this whole credit bubble will be deflated very badly - you are going to experience a complete implosion of all asset prices and the credit system..." Read more...

Kommentar: "Dr. Doom" Faber ist davon überzeugt: "Wir haben es erreicht, das  Endspiel der Geldpolitik". Dieser Beitrag nennt seine Gründe.