Dienstag, 1. Oktober 2013

Standpunkt 774 - Nachrichten-Ticker, 30.09.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Fragen, Anregungen und Kritik einfach an der-oekonomiker@email.de schicken.

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Deutsches Auslandsvermögen – Fiscal Cliff 2.0 (6 Beiträge) – Österreichische Bankenkrise


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon ein knappes Jahr her, daß wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier  für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten an einem Upgrade. Nach der Bundestagswahl erhöhen wir noch einmal unseren Arbeitseinsatz, damit wir unser neues Dossier kurzfristig zur Verfügung stellen können. Neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte beschäftigen wir uns mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, der virtuellen Währung Bitcoin, dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, außerdem mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Deutschland: Nettoauslandsvermögen bei 1202 Mrd. Euro
(querschuesse.de) Die Deutsche Bundesbank veröffentlichte die Net International Investment Position (NIIP) für die Bundesrepublik Deutschland, den Auslandsvermögensstatus aller Sektoren der deutschen Volkswirtschaft für das 2. Quartal 2013. Das deutsche Nettoauslandsvermögen erklomm im 2. Quartal 2013 ein neues Rekordvolumen mit +1201,687 Mrd. Euro und damit von +43,9% des nominalen BIPs. Das NIIP reflektiert den Saldo der Auslandsforderungen und Auslandsverbindlichkeiten und damit die Vermögenssituation aller Sektoren der Volkswirtschaft eines Landes und weist ein Nettoauslandvermögen oder eben auch Nettoauslandsschulden aus. Die Veränderungen des Saldos resultieren aus der Leistungsbilanz respektive der Kapitalbilanz. Die stetigen deutschen Leistungbilanzüberschüsse bzw. Kapitalexporte schaffen Nettoauslandsvermögen, aber die Höhe dieser Bestandsgröße wird auch beeinflusst von der Wertentwicklung der finanziellen Vermögenswerte im Ausland und der finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber Ausländern in Deutschland. Mehr...

Kommentar: Ein unbedingt lesenswerter Beitrag von Steffen Bogs. Er zeigt, dass Deutschlands "Erfolgsmodell" nicht von Dauer sein kann. Ganz abgesehen von den 600 Milliarden Verlust, die das deutsche Auslandsvermögen mittlerweile erlitten hat: "Nur seit Ende 2002 bis Q2 2013 wurden akkumuliert unglaubliche 1674,809 Mrd. Euro an Kapital aus Deutschland exportiert, aber das Nettoauslandsvermögen nahm per Saldo “nur” um 1093,303 Mrd. Euro zu. Auf der anderen Seite vergammelt in Deutschland die Infrastruktur, Straßen, Brücken und Schulen und wichtige Investitionen in Sachanlagen unterbleiben. In Ermangelung des Verstehens simpler volkswirtschaftlicher Zusammenhänge ist dies nur den wenigsten Deutschen bewusst und so erklärt sich auch eine Wirtschafts- und Finanzpolitik, die ungestraft vom Wähler stetig diese Fehlentwicklungen befeuern kann und Fehlentwicklungen alternativlos als Erfolge feiert." Wir zeigen zwei der vielen Grafiken, die Bogs in seinem Beitrag zur Verfügung stellt: 



Alleine die Entwicklung seit Einführung des Euro ist atemberaubend. Sie bestätigt unsere Auffassung,  dass deutsches Geld maßgeblich an den Krisenursachen in den europäischen Krisenländern beteiligt ist. 




Das große Zittern – Obama: "Treiben es wilder als die Griechen"
(focus.de) Behörden müssen schließen, Obama verliert seine Mitarbeiter und an der Börse beginnt das große Zittern – der Haushaltsstreit in den USA droht mal wieder zu eskalieren. Das Land bekommt seine Finanzen einfach nicht in den Griff. Mehr...

Kommentar: Mittlerweile ist klar: Obama hat schon wieder versagt. In diesem und den folgenden Beiträgen ist viel davon zu lesen warum.


Forget Partisan Rhetoric … The Threatened Government Shutdown Is Caused By Bad Policy By BOTH PARTIES
(washingtonsblog.com) While partisans focus on specific things the other side is doing – “Obamacare” and the “debt ceiling” are the buzzwords of the day – the truth is that we wouldn’t be in this budget crisis in the first place if the government hadn’t engaged in bipartisan idiocy by ... Read here more...

Kommentar: Der Beitrag ist randvoll mit Links, die sich alle mit den Hintergründen der neuen Budget-Krise beschäftigen. Leider sind die deutschsprachigen Medien nicht in der Lage, so viel fundierte Informationen zu einer der gefährlichsten Entwicklungen in den USA bereitzustellen.


Government Shutdown: The Next Step In The Collapse Of The Dollar?(zerohedge.com) There is a considerable amount of debate in alternative economic circles as to whether a federal government shutdown would be a “good thing” or a “bad thing”. Frankly, even I am partially conflicted. I love to read mainstream news stories about how a shutdown in the capital would be “horrible” because Barack Obama might have to reduce the White House cleaning staff and wash his own laundry ... Read here more...

Kommentar: Noch ein Beitrag zum Thema, der eine Menge Informationen und interessante Links anbietet. Es lohnt sich.


Q3 Earnings Warnings Second-Worst Since 2001
(zerohedge.com) US companies are warning about Q3 earnings at the second highest level since 2001, with estimates well below what they were just three short months ago. Of course, the US equity markets don't care - having rallied aggressively in the face of this collapse; lubricated by multiple-expanding QE and rev. repo. As Reuters reports, companies issuing negative outlooks outnumber positive ones by 5.2-to-1, the most negative since the 6.3-to-1 ratio in the second quarter, when however the "second half recovery" (which has been once again indefinitely delayed, perhaps to the third half?) was said would take place momentarily and lead to another mythical rebound. Industrials, Materials, and Tech top the list for negative pre-announcements. Read more here...

Kommentar: Die in diesem Beitrag beschriebene Entwicklung ist ein gewichtiger Teil des US-Problems. Das zu lösen gelingt weder den Tauben noch den Falken in der US-Notenbank ohne Eingriff der Regierung. Obama ist dafür nicht der richtige Mann an der Spitze.


USA : Last One to Leave Turn Out the Lights
(zerohedge.com) The USA is turning into a sorry state of affairs. But, it only has itself to blame. The successive governments for the past decades have done nothing but increase the debt ceiling in the country. The successive Presidents have done nothing but see their own personal interest and the vote-winning policies of spend, spend, spend. It’s all about spending to keep the country in the rat-race and on the international scene. The spending goes on, because the ones that follow in the wake will just have to deal with and it’s a tacit agreement that you blame the one that preceded you in office. But, now President Obama will go down in history as the man that broke the USA. He has brought the country literally to its knees in the wake of the successive spending policies of previous governments. Former presidents will just go into hiding as Obama will probably also do. He should take Ben Bernanke, of helicopter fame, with him as he goes. The last one to do a runner should turn the lights out as they slam the door; that’s if the electricity hasn’t been turned off for non-payment of the bills. There are signs that are emanating from the House Majority Whip Kevin McCarthy (California) that it might just be possible to get a few days respite for the government and stop the country imploding on itself. That might be enough for there to be a long-term solution some have been saying. But, if there were a long-term solution that might have been found, then it would have been found a lot earlier. This is neither the first time that the debt ceiling has been reached nor the first time that the USA is in dire financial straits (there have been 17 debt-ceiling overshoots leading to shutdowns in the past four decades). But, it’s perhaps the first time that the government is down to the wire and looking as if it will get a ‘late’ notice slapped on it for not paying its bills earlier. Slowpayers are never good. Bad payers are even worse. Tonight there could be hundreds of thousands of US workers that get told not to turn up for work tomorrow. But, does that mean that non-essential departments will get closed down first? Why does the US have non-essential departments anyhow? A shutdown might well be short-lived. The credit rating of the US will be definitely reduced, thus reducing the image of the USA in the face of the world and their borrowing power. The financial markets will drop as a result and it’s doubtful if the guys at the House of Representatives or in the government have even considered what is happening outside of their closed world. Read more here...

Kommentar: Wir hoffen sehr, Winston Churchill behält doch noch recht:  "Amerika wird es immer richtig machen, aber erst nachdem alle anderen Optionen ausgeschöpft sind." Nur nicht mit diesem Präsidenten.


Ökonom gibt Deutschen die Schuld an der US-Misere
(welt.de) Ein deutscher Ökonom ruft die US-Parteien auf: Beendet euren Streit. Wir sind schuld an eurem Haushaltsdebakel. Ohne Deutschlands "Machenschaften" wäre es nie so weit gekommen. Mehr...

Kommentar: Lesen, inklusive des Beitrages "U.S. Debt Ceiling and Default? Blame the Germans" (hier).


Abschließend zu diesem Thema heute die folgende Karikatur:




Österreich: Das Riesenloch im Bankenpaket
(wirtschaftsblatt.at)  Die Rettung der heimischen Kreditinstitute dürfte teurer werden. Bis zu 30 Milliarden € könnte das Bankenpaket den Steuerzahler kosten. Das sind rund zehn Prozent des BIP. Mehr...

Kommentar: Auch das wird nicht reichen, befürchten wir.