Mittwoch, 2. Oktober 2013

Standpunkt 775 - Nachrichten-Ticker, 01.10.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Fragen, Anregungen und Kritik einfach an der-oekonomiker@email.de schicken.

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Deutsche Geschichte – Deutschland in der Krise – Eurozone (2 Beiträge) – Fiscal Cliff 2.0 (5 Beiträge)


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon ein knappes Jahr her, daß wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier  für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten an einem Upgrade. Nach der Bundestagswahl erhöhen wir noch einmal unseren Arbeitseinsatz, damit wir unser neues Dossier kurzfristig zur Verfügung stellen können. Neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte beschäftigen wir uns mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, der virtuellen Währung Bitcoin, dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, außerdem mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Deutschland: "Wie stolz wir auf Hitler sind!"
(zeit.de) Das deutsche Bürgertum und der "Führer": Eine Fallstudie. Mehr...

Kommentar: Die Deutschen: obrigkeitsgläubig und -hörig, ihr gegenüber unkritisch und leicht zu begeistern. Winston Churchill beschrieb es einmal so: "Das ist der größte Vorwurf an die Deutschen: Daß sie trotz ihrer Intelligenz und trotz ihres Mutes immer die Macht anhimmeln."  Dieser Beitrag liefert dazu Eindrücke aus dem dunkelsten Kapitel deutscher Vergangenheit. Außerdem scheinen die Deutschen unfähig (oder unwillig), aus der Geschichte zu lernen, wie der Umgang mit der Krise in Europa, (Banken-Bailout: "Die verderblichen Folgen politischer Zahlungen ohne wirtschaftliche Gegenleistungen haben die gesamte Welt ohne Ausnahme in heute noch unabsehbare Bedrängnis geführt." - Heinrich Brüning, 1930 - 1932 deutscher Reichskanzler. "Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich." - Mark Twain) und das Ergebnis der Bundestagswahl zeigen.


Hausaufgaben für Deutschland
(faz.net) Deutschland steht vor zwei großen Herausforderungen: Die neue Bundesregierung muss Europa führen und den Wohlfahrtsstaat reformieren. Gastbeitrag von Dennis Snower. Mehr...

Kommentar: Zwei nicht nachvollziehbare Forderungen, die Snower, vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel, in seinem Beitrag stellt. Längst führt Deutschland Europa - tiefer in die Krise. Und einen Wohlfahrtsstaat gibt es hierzulande nicht mehr - der wurde in den vergangenen zehn Jahren schon wegreformiert. Was Snower offensichtlich möchte, sind sogar noch die allerletzten Reste, quasi die Fundamente staatlicher Sozialleistungen, zerstören. Er nennt es natürlich beschönigend "reformieren".


Eurozone: Ruhe vor dem Sturm
(project-syndicate.org) Vor gut einem Jahr, im Sommer 2012, sah es aus, als stünde die Eurozone, die sich  wachsenden Ängsten über einen Ausstieg Griechenlands und unhaltbar hohe Kreditkosten Italiens und Spaniens ausgesetzt sah, am Rande des Zusammenbruchs. Heute ist das Risiko einen Auseinanderbrechens der Währungsunion erheblich geringer – doch gegen die Faktoren, die dieses Risiko begründet hatten, wurde kaum etwas getan. Mehr...

Kommentar: Eine Bestandsaufnahme von Nouriel Roubini, der wir über weite Strecken zustimmen.


"Ohne Draghi gäbe es die Eurozone nicht mehr"
(tagesanzeiger.ch) Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann erklärt, warum der Euro trotz Silberstreifen am Horizont fast nicht mehr zu retten ist. Mehr...

Kommentar: Ein lesenswerter Beitrag über die Folgen fehlender politischer Entscheidungen zur Lösung der Krise in Europa, wofür Straumann den Begriff "Stilllegungspolitik" verwendet.


US-Haushaltsstreit: Was nun der Weltwirtschaft droht
(tagesanzeiger.ch) Kein Budget in den USA: Nun stehen nicht nur Hunderttausende Amerikaner ohne Job da, der "Shutdown" wird sich auch rund um den Erdball auswirken. Mehr...

Kommentar: Die Eidgenossen versuchen sich in diesem Beitrag an einer Prognose über die Folgen der Krise. Die erste brauchbare, die wir gefunden haben...


Supermacht USA legt sich selbst lahm
(manager-magazin.de) Die Regierung der Supermacht USA stellt ihren Betrieb zu einem guten Teil ein. Nur wichtige Dienstleistungen wie Verteidigung werden fortgesetzt. Schon laufen in Amerikas TV-Sender Uhren an, mit denen die Stunden bis zur Lösung des Haushaltsnotstands gezählt werden. Sie könnten lange laufen. Mehr...

Kommentar: Eine gelungene Zusammenfassung der unrühmlichen Ereignisse im Geschacher rund um den Haushaltsstreit in den USA. Obama hat hoch gepokert und erst einmal verloren. Die Amerikaner zahlen einen hohen Preis für seine vergeigte Gesundheitsreform.


Obama prangert ideologischen Kreuzzug an
(spiegel.de) US-Präsident Obama hat die Republikaner im Etatstreit scharf attackiert. Am Tag eins des Haushaltsnotstands warf er ihnen kindisches und wirtschaftsschädigendes Verhalten vor. Er stellte klar: An seiner Gesundheitsreform wird er nichts ändern. Mehr...

Kommentar: Obama bleibt ein Präsident der schönen Reden und unterlassenen Taten. In den USA fehlen Millionen (gut bezahlter) Jobs, 7 Millionen Amerikaner leben auf der Straße, es gibt knapp 50 Millionen Food Stamps-Bezieher, mehr als 90 Millionen Erwerbsfähige stehen nach offiziellen Angaben dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung, Monat für Monat kommen mehr dazu, der Immobilienmarkt ist von einer Erholung meilenweit entfernt, immer noch stehen 2,5 Mio. Amerikaner vor dem Verlust ihrer Häuser, weil sie die Raten nicht mehr bezahlen können. Für diese drängenden Probleme hat der Präsident keine Lösungen. Weil das so ist, können die Republikaner, angeführt von den Hardlinern der Tea Party, mit ihm Schlitten fahren. Das ist verantwortungslos - von beiden Seiten. 


USA: Stunde der Ideologen
(sueddeutsche.de) Wähler, die ihr Parlament verachten. Politiker, die Zivilität als Schwäche sehen. Parteien, die extreme Positionen befeuern: Was man in den USA schon seit einigen Jahren und nun im Haushaltsstreit beobachten kann, ist die Selbstzerstörung einer der ältesten Demokratien der Welt. Mehr...

Kommentar: Verantwortlich dafür ist eine Minderheit. Die Gewinner dieser verfahrenen Situation sitzen - natürlich - in der Wall Street.


Budgetstreit ist nur das Vorspiel
(tagesanzeiger.ch) 800'000 Staatsangestellte erhalten Zwangsurlaub, das ist die deutlichste Folge des gescheiterten US-Budgets. Jetzt wächst aber die Hoffnung, dass dadurch die viel grössere Katastrophe verhindert werden kann. Mehr...

Kommentar: Vorläufig ist nur der Wunsch der Vater des Gedanken, dass sich der Staatsbankrott Mitte Oktober abwenden lässt. Anzeichen dafür gibt es noch nicht. Und an politischer Vernunft scheint in Washington gerade ausgesprochen großer Mangel zu herrschen. Die Republikaner wollen den Präsidenten auf Dauer bloßstellen, dafür scheint ihnen jedes Mittel recht.


Wonderful President of USA and Munchkins
(tothetick.com) The Chief Economist at Citi Willem Buiter has said today on CBC in an interview that the fiasco over the US budget and the lack of money is nothing more than irresponsible on all political wings and that the country is being run by Munchkins in the Land of Oz. Most of us will agree that he has got it spot on with the second label and all we can wonder is if will be wearing the red shoes in Judy-Garland fashion, banging out an old tune of the Star Spangled Banner even if it is on an untuned piano. Will he be clicking those heels together and wishing he were at home with Aunt Em and Uncle Henry or will the Wicked Witch of the East come along and gobble him and the US up because the country is being run by cowardly darragh duffy the Lion? The first statement made by Buiter about the irresponsibility of not voting the budget is largely an open debate and must be questioned. Read more...

Kommentar: Abschließend ein Beitrag für diejenigen LeserInnen, die noch nicht genug von dem Schauspiel in den USA haben...