Samstag, 2. November 2013

Standpunkt 793 - Nachrichten-Ticker, 31.10.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Fragen, Anregungen und Kritik einfach an der-oekonomiker@email.de schicken.

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Finanz-Infarkt 2014? – Bill Gross zur Kapitalsteuer – Food Stamps – Fed – Barack Obama


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist schon ein knappes Jahr her, daß wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten an einem Upgrade. Nach der Bundestagswahl erhöhen wir noch einmal unseren Arbeitseinsatz, damit wir unser neues Dossier kurzfristig zur Verfügung stellen können. Neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte beschäftigen wir uns mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, der virtuellen Währung Bitcoin, dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, außerdem mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Die Angst wächst: Droht 2014 der globale Finanz-Infarkt?
(focus.de) Die USA sind gerade knapp an der Staatspleite vorbeigeschrammt. Griechenland geht es noch schlechter, von Japan mit seinen Riesen-Schulden ganz zu schweigen. Was die immer weiter anschwellenden Verbindlichkeiten für Ihr Vermögen bedeuten. Mehr...

Kommentar: FOCUS hat für diesen Beitrag gemeinhin als hochkarätig geltende Experten zu den Risiken befragt. Deren Antworten sind bemerkenswert, aber die wenigsten werden zutreffen. Davon sind wir überzeugt. Die USA werden auch im Februar 2014 nicht pleite gehen, sollte es weder zu einer Einigung, noch zu einem neuen Kompromiss kommen. Notfalls wird das Fed einspringen. Gläubiger der japanischen Staatsschulden sind die Japaner selbst, mehr oder weniger freiwillig. Das geht noch lange so weiter. Es sei denn, die Japaner begreifen das Ponzi-System hinter dieser Methode. Soros und die beiden Top-Leute von PIMCO spekulieren schon lange auf den Crash. Bisher ohne nennenswerten Erfolg. Es ist offensichtlich sehr schwierig, den genauen Zeitraum des erwarteten Finanzkollaps' zu bestimmen. Sicher ist nur, dass er definitiv kommt. Nach unserer Ansicht in den kommenden 3 bis 5 Jahren, genauer geht es nicht. In dieser Zeit findet eine weitreichende, flächendeckende Enteignung durch die Regierungen statt, die Sparer und Steuerzahler bis ins Mark treffen wird. Diese Maßnahmen werden über die bisherigen Vorschläge von DIW, hier, und Boston Consulting Group (BCG), hier, weit hinaus gehen.

Über den Abbau der Staatsschulden macht sich der n-tv-Mann Raimund Brichta, leicht verständliche, viele richtige Gedanken. Passend dazu haben wir eine Grafik, die sich mit der Entwicklung der Gesamtschulden ausgewählter Staaten im Verhältnis zu ihrer Wirtschaftsleistung seit 1990 beschäftigt. Sie liefert erstaunliche Ergebnisse:


Quelle: zerohedge.com
       
Traurige Spitzenreiter sind Irland, die Niederlande, Japan und Großbritannien. Musterschüler sind Australien, Deutschland, Kanada und, eine echte Überraschung, das Schlußlicht bildet Griechenland. Wie gesagt, Brichta erklärt die Zusammenhänge. 


Bill Gross: "Die Ära, wo Kapital niedriger besteuert wird als Arbeit, sollte enden"
(format.at) Bill Gross von Pacific Investment Management fordert von reichen Amerikanern, die von Steuervergünstigungen profitieren, die Bereitschaft, mehr Steuern zu zahlen, um die Arbeiterklasse zu entlasten. Mehr...

Kommentar: Eine wichtige Forderung. Was Gross beschreibt gehört in das Pflichtenheft des US-Präsidenten. Schon Franklin D. Roosevelt war es in den 1930er Jahren gelungen, per Gesetz den Reichen für einige Jahre höchste Steuern, kurzzeitig lag der Spitzensteuersatz bei 90%, abzutrotzen.


Food stamps will get cut by $5 billion this week — and  more cuts could follow
(washingtonpost.com) The U.S. food-stamp program is set to shrink in the months ahead. The only real question is by how much. Read more...

Kommentar: 47 Millionen Amerikaner sind davon abhängig. In die Amtszeit von Barack Obama fällt der höchste Anstieg von Food Stamps-Beziehern. Jetzt geht es dem Programm an den Kragen. Eine Schande.


"Die Notenbanker der Fed sollten beten"
(format.at) Nachdem die Federal Reserve Anleihen für mehrere Billionen Dollar aufgekauft und den Leitzins seit 2008 nahe null belassen hat, sorgen sich die US-Währungshüter mehr um Preisblasen als um die Inflation ohne zu wissen, wie sie sie bekämpfen sollen.
Uneins sind sich die Notenbanker offenbar in der Frage, wie die Fed auf solche Blasen reagieren sollte. Es gibt irgendwo eine Schwelle, an der die Märkte überschäumen oder die Bilanzsumme ausufert und die Zentralbank reagieren muss, sagt Michael Gapen, ehemaliges Mitglied der geldpolitischen Abteilung des Fed-Boards und nun US-Ökonom von Barclays Plc in New York. Das Problem seit Beginn der dritten Runde quantitativer Lockerung ist, dass es keine ausreichende Klarheit gibt, unter welchen Voraussetzungen aufgehört wird. Mehr...


Kommentar: Das Fed kann nicht aussteigen, so viel ist klar. "Das Fed wird weiter aus allen Rohren schiessen" titelte vor zwei Tagen der Schweizer TAGES-ANZEIGER treffend (hier). Alles andere steht in den Sternen. ZERO HEDGE schreibt dazu: BNP Warns "You Can Never Leave" From The Fed's "Hotel California" (hier).


Obama Approval Rating Drops To Record Low
(zerohedge.com) It seems like it was an eternity ago that Obama was doing his post-government shutdown gloating media tour, when day after day the world was bombarded with news of the GOP's record low popularity rating, paradoxically following their attempt to do what even the president is now desperate to achieve: delay Obamacare. Well, the tables have turned and now that the government shutdown is history, at least until January, and the public focus has shifted to where it should have been in the first place - namely the embarrassing ponzi scheme experiment that is Obamacare, and the epic failure surrounding its rushed rollout - it is Obama's turn to suffer a record low rating, which is precisely what happened according to a just concluded WSJ/NBC News poll. The WSJ reports that "the popular discontent that engulfed Republicans amid the partial government shutdown has now washed over President Barack Obama, whose job approval rating has sunk to an all-time low. Americans just weeks ago heaped scorn largely on congressional Republicans over the dysfunction in Washington. But the new poll found a sharp turn against Mr. Obama, during a month in which lawmakers tiptoed up to a potential debt default and the White House fumbled the rollout of its signature health-care law. Read more...

Kommentar: Zwei Dinge sind es, die die Amerikaner "ihrem" Präsidenten übel nehmen. Wir haben dazu zwei wunderbare Karikaturen bei ZERO HEDGE gefunden, die sich mit Obama's Versagen beschäftigen: